DE716237C - Herstellung von Bleiweiss und Mennige - Google Patents

Herstellung von Bleiweiss und Mennige

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DE716237C
DE716237C DEI64943D DEI0064943D DE716237C DE 716237 C DE716237 C DE 716237C DE I64943 D DEI64943 D DE I64943D DE I0064943 D DEI0064943 D DE I0064943D DE 716237 C DE716237 C DE 716237C
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DE
Germany
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lead
amalgam
white
zinc
red
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Expired
Application number
DEI64943D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Hans Hohn
Dr Ernst Kuss
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
IG Farbenindustrie AG
Original Assignee
IG Farbenindustrie AG
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Publication date
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Application granted granted Critical
Publication of DE716237C publication Critical patent/DE716237C/de
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09CTREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/14Compounds of lead
    • C09C1/16White lead

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Electrolytic Production Of Metals (AREA)

Description

  • Herstellung von Bleiweiß und Mennige Es ,ist bekannt, daß man aus Bleisalzlösungen auf den verschiedensten Wegen Bleiweiß und aus diesem durch Erhitzen auf bestimmte Temperaturen Mennige gewinnen kann. So ist es beispielsweise möglich, die Bleilaugen mit Soda, Natriumbicarbonat, Magnesia oder Magnesiumcarbonat zu fällen oder mit Kalk Bleihydroxyd herzustellen und dieses mit Kohlensäure zu behandeln oder aus Bleiacetatlösungen mit Kohlensäure unter Druck Bleiweiß auszufällen. Man kann Bleiweiß auch auf elektrolytischem Wege herstellen, indem mann. in geeigneten Elektrolyten Bleimetall als Anode schaltet und Kohlensäure :einleitet.
  • Es ist nun nicht ohne weiteres möglich. die bisher bekannten Verfahren auf technische Laugen mit geringem Bleigehalt anzuwenden. So _könuien bieispielsweis9 chlorierend geröstete, bleihaltige Kiesabbrände, aus denen Kupfer, Zink, Kobalt und andere Metalle ausgelaugt worden sind, einer zweiten Laugung mit konzentrierten Kochsalzlösungen unterzogen werden, wobei Laugen mit einem Bleigehalt von 6 bis 8 g/1 anfallen, die noch Kupfer und etwas Zink sowie Eisen. und feinste Abbrandteilchen als Schwebetoffe enthalten. Würde Iman aus diesen Laugen nach einer der bekannten Arbeitsweisen basisches Bl-eicarbonat herstellen wollen, so würde man ganz ungeeignete Erzeugnisse erhalten, die weder direkt als Blei-veiß verwendbar wären noch auf Mennige verglüht werden könnten. Andererseits besteht insbesondere in rohstoffarmen Ländern ein ausgeprägtes Bedürfnis, ,aus minderwertigen Ausgangsstoffen Bleifarben von-hohem Gebrauchswert in technisch und wirtschaftlich befriedigender Weise herzustellen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man auch aus technischen Laugen mit geringem Bleigehalt ohne weiteres Bleiweiß und aus diesein Mennige dadurch herstellen kann, daß man die Laugen mit Zinkamalgam umsetzt und aus dem so gewonnenen Bleiamalgainauf elektrolytischem `Fege und unter Verwendung eines kohlensäurehaltigen Eleh trolyten Bleiweiß herstellt,- das als solch;#s verwendet oder durch Erhitzen in Mennige umgewandelt -werden kann. Eine solche Arbeitsweise bringt überraschende Vorteile mit sich. Während eine direkte elektrolytische Herstellung von Bleiamalgam infolge der geringen Bleikonzentration und der anodischen Lleidiozydbildung mit großen technischen Schwierigkeiten belastet ist, v^rl:äuft die Unisetzung mit Zinkamalgam glatt und einfach; das in den Laugen enthaltene Blei kann trotz seiner geringen Konzentration zu mehr als c)9O() gewcmieii werden. Die Laugen können samt Schwebstolen und Verunreinigungen direkt verarbeitet werden, da lediglich das Kupfer mit dem Blei ins Amalgam geht, während Zink, Eisen, Kobalt, Mangan, Alkali-, Erdalkali- und andere Metalle sowie alle Anionen und suspendierten Teilch°n in der Lauge verbleiben. Die Trennung von Amalgam und Laube erfolgt in einfachster Weise, etwa durch Siphons, so daß alle sonst erforderliclxen Operationen, wie Klären, Filtern, Waschen und Trocknen, wegfallen. Die Laugen nehmen zwar Zink auf, das sich aber bei Kreislaufführung der Laugen anreichert und leicht, etwa in Form von Zinkamalgam, wiedergewonnen werden kann; das erhaltene Bleiamalgam kann ohne weiteres der Bleiweiß.elektrolyse zugeführt werden, wenn es auch vorteilhaft ist, das in kleinen Mengen enthaltene Kupferamalgam abzutrennen und für sich zu verarbeiten. I@ie Elektrolyse liefert hochwertiges Bleiweiß, ohne daß die sonst gefürchtete Verunreinigung mit metallischem Blei beobachtet wird; das Bleiweiß ist frei von allen Verunreinigungen, wie beispielsweise Chloridspuren. die die Um-vandlung in Mennige stören.
  • Die Geschwindigkeit, mit der Zink durch Blei im Amalgam ausgetauscht wird, hängt von der Bleikonzentration der Laugen und vom - Be-vügungszustand des Amalgams ab. Es empfiehlt sich, zur Erzielung hoher Austauschgeschwindigkeiten Amalgam und Lauge turbulent zu rühren. Um das Blei praktisch vollständig aus den Laugen auszutauschen, muß man überschüssiges Zinkamalgam verw enden; um das gebildete Bleiamalgam praktisch vollständig zu entzinken, ist jedoch überschüssige Lauge nötig. Es empfiehlt sich darum, den Austausch in zwei Stufen vorzunehmen, wobei in der ein--n Stufe teilweise verbrauchte Lauge mit überschüssigem, frischem-Zinkamalgam, in der anderen Stufe aber frische Lauge im flberschuß mit bleilind zinkhaltigem Amalgam umgesetzt wird. Die Temperatur spielt bei der Umsetzung i ii , e unter-eordnete t> Rolle; auch kalte Laugen "l;ö.i@nen ohne weiteres verarbeitet werden. _ I:"ist vorteilhaft, den Ausgangslaugen eine seli:@-ach saure Reaktion zu :erteilen, beispielsweise o,oi bis o,i n; es kann jedoch auch mit neutralen Laugen gearbeitet werden, wenn der Luftsauerstoff ausgeschlossen «wird.
  • Das für das Verfahren erforderliche Zinkamalgam kann in bekannter Weise auf eIektrolytischem Wege hergestellt werden und hat zweckmäßig eine Konzentration von t bis 3 0`o Zn. Es ist vorteilhaft, sowohl die Konzentration des Zink- wie auch die des Bleiamalgams so niedrig zu halten, daß die Amalgame etwa die gleiche Fli,-ßfähigkeit wie reines Quecksilber haben. Die Amalgamkonzentrationen können um so größer sein, je höher die Arbeitstemperatur liegt.
  • Die elektrolytische Blei-v°ifjhe.rstelluaig kann in ähnlicher Weise erfolgen wie nach den bisher bekannten Verfahren, wobei als Elektrolyt beispielsweise Natriumchlorat oder atriumacetat zur Anwendung kommen kann und wobei Kohlensäure eingeleitet wird. Es ist vorteilhaft, bei höheren Tempratureii zu elektrolysieren, da man dann Erzeugnisse mit großer Deckfähigkeit erhält. Soll das anfallende Bleiweiß jedoch zu Mennige weiterverarbeitet werden, so kann ohne Nachteil auch bei tiefen Temperaturen gearbeitet werden. Die Entbleiung darf nicht bis zum reinen Quecksilber getrieben werden, da sonst verfärbte Pigmente und große Qu2cksilberverluste entstehen; man zieht das Bleiamalgam vielmehr bei einem Gehalt von o, i bis o, 5 o "o Pb aus dem Prozeß und stellt daraus ein bleihaltiges Zinkamalgam her, das wieder für den Austausch verwendet wird. Will man auf Mennige arbeiten, so kann man das abfiltrierte Bleiweiß vortrocknen und in einem gut ventilierten, Mennigeofen in einem einzigen Brand umsetzen. Zweckmäßig wird bei Temperaturen zwischen 420 und 48o- gearbeitet; es ist auch möglich. mit komprimierter Luft zu oxydieren. Besonders fein disperse, nicht absetzende Mennige wird erhalten, wenn der Brand mit einem Bleiweiß vorgenommen wird, das bei -o' und höher hergestellt worden ist.
  • Beispiel i Ein bleihaltiger Kiesabbrand, der nach Vornahme einer chlorierenden Röstung durch Auslaugen mit verdünnten Säuren vom größten Teil der in ihm enthaltenen Nichteisenmetalle befreit worden ist, -wird mit :irrer Lösung van 27o g/1 Kochsalz behandelt und so eine Lauge erhalten, die im Liter 6, i g Blei, o,3 g Kupfer, o, i g Zink, o,o3 g Eisen, Spuren Silber und log in Schwebe befindliche feinste Abbrandteilchen enthält. Diese Lauge wird bei q.o° mit o,95a/oig,em, äut " elektrolytischem Wege hergestelltem amalgam behandelt und so ein 3 %iges Ble.'= amalgam gewonnen. lNTunmehr wird in einem i o % Natriumchloratenthaltenden Elektrolyten unter Einleiten von Kohlensäure bei 5° und mit einer Stromdichte von 500 Amp./m2 dasAmalgam anodisch bis zu einem Restgehalt von o,15 % Blei entbleit. Das anfallende basische Bleicarbonat wird abfiltriert, gewaschen und getrocknet.
  • Beispiel z Eine bleihaltige Zinkblende wird bei höheren Temperaturen mit Chlorgas ;in Schwefel und stark verunreinigtes, bleihaltiges Chlorzink gespalten. Das Chlorzink wird in Wasser gelöst und eine trübe Lauge mit 182 g/1 Zn und 9.1 g/1 Pb erhalten. Der Austausch wird bei 85° mit 3%igem Zinkamalgam durchgeführt und so ein 9,q.%iges Bleiamalgam gewonnen, das ,ebenfalls bei 85@ in einer kohlensäurehaltigen, 18%igen Natriumalcetatlösung bis auf 0,150/0 Pb anodisch enthleit wird. Die Stromdichte beträgt dabei i i oo Amp./m2. Das ausgefallene Bleiweiß wird vom Elektrolyten durch Filtrieren getrennt, gewaschen und bei io5° getrocknet. Dann wird !es bei q.z5 bis .14o° und ungehindertem Luftzutritt 16 Stunden lang gebrannt und dadurch in Mennige umgewandelt.

Claims (1)

  1. PATENT ANSPRUCII Verfahren zur Herstellung von Bleiweiß und gegebenenfalls 1Vfennige aus techniächeil Laugen mit geringem Bleigehalt, dadurch gekennzeichnet, daß die Laugen mit Zinkamalgam behandelt und aus dem so erhaltenen Bleiamalgam auf @elektrolytischem Wege und unter Verwendung eines kohlensäurehaltigen Elektrolyten Bleiweiß hergestellt wird, das entweder als solches gewonnen oder gegebenenfalls in bekannter Weise zu Mennige weiterverarbeitet wird.
DEI64943D 1939-06-25 1939-06-25 Herstellung von Bleiweiss und Mennige Expired DE716237C (de)

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