DE712003C - Verfahren zur elektrolytischen Wiedergewinnung des Silbers aus photographischen Fixierbaedern - Google Patents

Verfahren zur elektrolytischen Wiedergewinnung des Silbers aus photographischen Fixierbaedern

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DE712003C
DE712003C DED71201D DED0071201D DE712003C DE 712003 C DE712003 C DE 712003C DE D71201 D DED71201 D DE D71201D DE D0071201 D DED0071201 D DE D0071201D DE 712003 C DE712003 C DE 712003C
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silver
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25CPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C1/00Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of solutions
    • C25C1/20Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of solutions of noble metals

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  • Organic Chemistry (AREA)
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Description

  • Verfahren zur elektrolytischen Wiedergewinnung des Silbers aus photographischen Fixierbädern Man hat bereits vorgeschlagen, die üblichen Fixierbäder zu elektrolysieren, um das Silber niederzuschlagen. Es ist bekannt, daß die Spannung zwischen den Elektroden unter im übrigen gleichen Bedingungen dann um so niedriger sein muß, je niedriger der Silbergelialt des Bades selbst ist. Ist dies nicht der Fall, so trübt sich das Bad, bzw. der Silberniederschlag wird gesch-,värzt. Außerdem wird (las Bad mit löslichen schwefelhaltigen Verbindungen belastet, die das Bad für eine neue Verwendung zum Fixieren ungeeignet machen.
  • Wollte man immer mit der höchstmöglichen Spannung zwischen den Elektroden arbeiten, so inüßte man eine dauernde analvtische Kontrolle des Bades ausüben, um die Elektrolysenspannung regeln zu können, indem man sie (len Änderungen des Sill)ergelialts des Bades anpaßt. Gemäß der Erfindung kann man das Silber der Fixierbäder wiedergewinnen, ohne (laß es erforderlich ist, sich finit den Änderungen iin Silbergehalt des Balles zu bescli<iftigen. :\ußer(leni ist (las Ball, (la es keine Veränderung erleidet, in seiner Gesamtlieit für zahlreiche naclifolgen(le Fixieroperationen wieder verwendbar.
  • 1)fe Erfindung beruht auf folgenden Tatlachen. Für ein Fixierbad eines bestimmten Typs, der durch Art und Menge des verwendeten All<alihvposulfits, der Säure, der Gerbstoffe und anderer gegebenenfalls vorhandener Zusätze bestimmt ist, erfolgt die Trübung des Bades bzw. die Schwärzung des abgeschiedenen Silbers stets für ein und denselben entscheidenden @Vert der Spannung zwischen den Elektroden, wenn (las betreffende Bad sehr arm an Silber ist, d. h. wenn es weniger als o,i g pro Liter enthält. Diese entschei-.dende Spannung ändert sich je nach der allgemeinen Zusammensetzung des Bades, -wie sie oben erläutert ist.
  • ' In der Praxis verwendet ein und dasselbe photographische Atelier stets ein Bad von gleicher allgemeiner Zusammensetzung. Gemäß der 1?rfiil(luiig soll nun ein für allemal zwischen den llektroden eine Spannung aufrechterhalten werden, die geringer ist als der entscheidende Wert, der der allgemeinen Zusaminensetzung des behandelteli Balles entspricht und sich auch inüglichst dieseln Wert nähert.
  • Für die verschiedenen üblichen allgemeinen Zusammensetzungen der Fixierbäder ändert ,icli die SI),uinunl; der lacktrolyse zwischen 0,30 und o,5o Volt. Die Stärke des Elektrolysenstronis senkt sich in dem Maße, als das Bad sich an Silber erschöpft, ohne daß man ,ich damit zu beschäftigen braucht. Sie \vird gleich Null für einen sehr schwachen Silbergehalt. Man kompensiert den geringen Wert der Elektrolysenspannung, indem inan entsprechend die Oberfläche der Elektroden nach der pro Tag niederzuschlagenden Silbermenge erhöht. In der Praxis kann man auf i cIdin Kathoden- und '/a cIclni Anodenfläche mit o,i g niedergeschlagenem Silber pro Tag rechnen.
  • Die Elektrolyse kann entweder in einem besonderen Bottich erfolgen oder sogar in dein Fixierbehälter selbst. Sie kann dann sowohl während des Fixierens als auch in den Ruhepausen durchgeführt werden. Der Strom kann durch ein galvanisches Element erzeugt werden, das von zwei Elektroden aus verschiedenen Metallen, z. B. Kupfer und nichtrostendem Stahl, gebildet wird, die in (las Bad selbst eintauchen. Die Stahlelektrode bedeckt sich dabei mit Silber.
  • Die Zeichnung stellt mehrere Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes beispielsweise dar, und zwar zeigt Fig. i schematisch eine an sich mit Wechselstrom betriebene Vorrichtung;" welche einen angenäherten Gleichstrom von der gewünschten Spannung ergibt.
  • Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungsform, deren Speisung mit Strom durch ein Element erfolgt.
  • Fig.3 veranschaulicht die Ausbildung, der Kathode und , Fig. ¢ die der Anode.
  • Fig. 5 zeigt - in perspektivischer Darstellung die Gesamtansicht der Vorrichtung.
  • Fig.6 und 7 veranschaulichen vereinfachte Ausführungsformen der Vorrichtung.
  • Die Vorrichtung gemäß Fig. i umfaßt einen Transformator i, der an ein Wechselstromverteilungsnetz angeschlossen ist. Die Primärwicklung io dieses Transformators ist mit zehn Einführungen versehen, die mit ebensov fiel Kontakten eines Kommutators 2 versehen sind. Die Sekundärwicklung i i des Transformators ist ihrerseits mit zwei Trokkengleichrichtern 3 vom Typ Metalloxydiertes Metall verbunden. In dein Sekundärstromkreis der Gleichrichter sind in Reihe ein Milliampererneter 4 und in Abzweigung ein 1#Iillivoltnieter 5 geschaltet. Die Endl<lemincn dieses Stromkreises sind an die Anode bzw. Kathode der. elektrolyti@clien Waiine angeschlossen. Die Gleichrichter liegen in einer Abzweigung 5o. wodurch jede Hrhöhung der Spannung vermieden wird, wenn der Silbergehalt des Jjacles praktisch erschöpft ist und der Strom in der 1Vanne zu fließen aufhört. 1Iittels des Konimutators 2 kann die ver wendbare ununterbrochene Spannung his au hundertstel Volt eingestellt «-erden.
  • Die Vorrichtung nach Fig. -2 besteht au; einem Element, das aus einer Kohle 6 unc einem 1?isenrc:lir;, welches von einer ntti unten ottenen Isolierhülse 5 umgehen ist, zusanunengesetzt ist. Der Elektrolyt ist beispielsweise eine io°/"ige \atriumchloridlOSung. Bei geschlossenem Stromkreis bilclei sich ein sehr voluminöses Eisenhydrat, welches auf den Boden des sehr hohen Behälters o Hinabfällt. Die elektromotorische Krafi des I:leinents beträgt etwa 0,45, ein Wert, der durchaus günstig für die Durchführung der Elektrolyse gemäß der Ertilulüng ist. Ein Millivoltmeter 9o und ein kleiner Potentiometer 9i ermöglichen eine genaue Regulierung der Spannung an den Endklemmen der elektrolytischen Wanne.
  • Diese Wanne kann der Fixiertrog selbst sein. Beispielsweise benutzt man für einen in senkrechter Richtung gestreckten Behälter eine Anode 12, welche seine ganze Breite einnimmt (Fig. 4.). Diese besteht aus einer Reibe von Kohlestäben, die an ihrem oberen 1?nde an einem Kopfstück i2i aus gegossenem antimonhaltigem Blei befestigt sind.
  • Die Kathode 13 (Fig.3) besteht aus einem dünnen Blatt aus gebeiztem, nichtoxydierbä.rein Stahl, von welchem man das Silber durch Abkratzen entfernt, cla der Niederschlag zerreibbar ist und nicht fest an dein Stahl anhaftet. Man kann auch eine Kathode aus einem Stoff benutzen, der hei seiner Verwendung keine Veränderungen erleidet und hinreichend zerreibbar ist, um ihn mit dem Silber zerkleinern zu können. Im Mittel entspricht i qdm Elektrodenoberflä ehe i 1 einer weniger als '/2 Dezigramm Silber pro Liter enthaltenden Lösung." Die Elektroden sind in ihrer Gesamtheit nur einige Zentimeter dick. Sie werden auf einer Seite der Wanne, wobei die Kathode einige Zentimeter von der Wandung entfernt ist, durch ein Rohr 14 aus nichtoxydierendem Stahl getragen, das auf der oberen Behälterkante aufliegt und an welches zwei Stangen 15 aus demselben Metall angeschweißt sind, die in Haken endigen und senkrecht in die Flüssigkeit eintauchen. An diesen beiden .Stangen 15 ist unterhalb des Niveaus der Flüssigkeit die hatlioclenl.inielle 13 aufgehängt, clie zu die.cin Zweck mit zwei Löchern versehen ist. :Tuch die Anode wird an dein lZolir 14, und zwar mittels zweier nichtoxydierender Ringe befestigt, die innen zwecks elektrischer Isolierung finit Kautschuk aus-Uekleidet sind. Der isolierte l.eitungsdralit, der die Anode finit dem positiven Pol der Stroncluelle verbindet, wird durch ein loch in das Rohr 14. eingeführt und verläßt dieses auf der Seite der Wanne nahe dem negativen Leiter.
  • Um eine anfängliche leichte Regulierung der li.tdspannung zu ermöglichen, ist eile kleine Prüfkathode 16 vorgesehen, die aus einer Lamelle aus unoxydierbarem Stahl besteht, welche mittels eines elastischen Leitungsdrahtes 116 an dem Rohr 14 befestigt ist. Hebt man die Kathode 16 aus dem Bad heraus, so kann man die Farbe des Niederschlags feststellen. Ist die Färbung milchweiß, so befindet man sich in den geeigneten Spannungsgrenzen. jede Bräunung zeigt eine überspannung an und jede zu große Weißfärbung eine Unterspannung.
  • Eine ähnliche Einrichtung kann in flachen Schalen verwendet werden und besteht dann aus einer Anode aus Kohle auf- der einen Seite und einer Kathode aus nichtoxydierbarem Stahl, welche unter Zwischenschaltung von Kautschukplättchen auf dem Boden der Schale aufruht. Es ist aber bequemer, statt dessen einen tiefen Behälter zu verwenden oder das Bad in einem besonderen Behälter zu entsilbern.
  • Dieser besondere Behälter besteht aus einer rechteckigen Wanne aus Glas, die mit einer. den ganzen Inhalt bee'nflussenden Elektrodenanordnung versehen ist, nämlich mit einer Anode, die durch zwei Reihen von Kohlestäben 12 gebildet wird, die seitlich einander gegenüber.angebracht sind und als Ganzes durch einen rechtwinkligen Rahmen i2i aus Blei miteinander verbunden sind, wobei in dem Zwischenraum zahlreiche Kathodenlamellen 13 vorgesehen sind, die je etwa 5 mm voneinander entfernt angebracht sind. Diese Lamellen sind mittels zweier Löcher an den umgebogenen Zähnen zweier Zahnstangen 131 aufgehängt, die aus nichtoxydierbarem Stahl bestehen, wobei der Aufhängungspunkt sich innerhalb der Flüssigkeit befindet. Der zweckmäßigste Rauminhalt für die Wanne beträgt 8 bis 15 1, aber auch größere -Wannen sind verwendbar. Der Boden der Wanne ist mit einem Entleerungsrohr versehen oder an ihn ein Kautschukrohr 132 angeschlossen, welches, um das Auslaufen des Bades zu unterbrechen, nach oben geschwenkt und an der Kante des Troges angehakt wird. Auch andere Formen der elektrolytischen Wanne sind zum Zwecke der Anpassung an besondere Fälle verwendbar.
  • Der Stromverbrauch ist sehr gering. Er beträgt theoretisch 1/1 kW pro i kg niedergeschlagenen S:Ibers und etwa ioo 1 behandelten Bades. Er erhöht sich in der Praxis etwas durch den Leerlauf des Transformators.
  • Die vereinfachte Einrichtung gemäß Fig. 6 besteht aus einem galvanischen I?lement, welches sich aus zwei Metallen zusammensetzt, die miteinander in Kontakt stehen und in das Bad selbst eintauchen. Dieses Element wird beispielsweise von einer Lamelle aus nichtoxvclierbarein Stahl 17 und einem kleinen Kupferblock i8 gebildet, der unter Zwischenschaltung eines Filzbauches ig in ein umgebogenes und gelochtes Ende der Lamelle 17 eingesetzt ist. Es ruht auf dem Boden der Schale unter Zwischenschaltung von Kautschukstückchen auf.
  • Dfe Ausführungsform nach Fig.7 ist für tiefe Behälter verwendbar. Der nichtoxy@ dierende Stahl wird hier in Gestalt einer Lamelle benutzt, deren durchlochte Basis unter Zwischenschaltung einer porösen Masse 23 um einen kleinen Kupferblock 22 herumgebogen ist. Ein eingeschweißter Nickeldraht verbindet das Kupfer mit dem Stahl: Das Ganze ist so aufgehängt, daß es in die Flüssigkeit des Behälters eintaucht.
  • Die beschriebene Einrichtung wird vervollständigt durch einen Dichtmesser, mittels dessen man den Gehalt der Bäder an unterschwefligsauren Salzen kontrollieren kann, und ein Kolorimeter zum Prüfen der für ein gutes Fixieren erforderlichen Azidität. Dieses Kolorimeter besteht aus zwei Tropfenzählerflaschen, von denen die eine eine Lösung eines Farbmittels enthält, welches eine für die Bäder geeignete Färbung ergibt, z. B. Methylrot für d?e Bäder aus Kalialaun oder Bromkresolpurpür für die anderen Bäder, während die andere Flasche das Säuerungsmittel enthält. ' Außerdem ist ein Probierglas von i qcm Querschnitt vorhanden. Das Färbemittel ist Hinreichend konzentriert, etwa o,5%, um die richtige Farbe der Bäder zu verdecken. Man bringt einen Tropfen des Färbemittels in das mit der Badflüssigkeit gefüllte Probierglas. Ist das Bad zu basisch, so fügt man Tropfen des Säuerungsmittels bis zur gewünschten Färbung hinzu (pn=4,8 für Kalialaun, pa=6 für Chloralaun). Das Probierglas und die Tropfenzähler sind so bemessen, daß jeder Tropfen 5 g pro Liter des dem Bad hinzuzufügenden Säuerungsmittels entspricht.

Claims (2)

1'A'r1:NTANSI'ItÜCllli: 1. Verfahren zur elektrolytischen Wiedergewinnung des Silbers aus photographischen Fixierbädern, dadurch gekennzeichnet, da13 man die Elektrolyse bei einer gleichbleibend aufrechterhaltenen Spannung durchführt, deren Wert zwischen 0,30 und o,5o ''olt liegt und genau durch den Punkt bestimmt wird, bei welchem 'das Entstehen e?ner Braunfärbung des Niederschlages in einer Probe des zu behandelnden Fixierbades, dessen Silber- Behalt jedoch auf einen sehr geringen Wert (weniger als o.i g je Liter) lierahgesetzt ist, noch verhindert wird.
2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß unter Anordnung der Iaektroden in dem gleichen Behälter, in welchem das Fixieren erfolgt, das Bad tändig, d. h. sowohl während des Fixierend wie während der Ruhepausen, der Elektrolyse unterworfen wird.
DED71201D 1934-12-20 1935-10-02 Verfahren zur elektrolytischen Wiedergewinnung des Silbers aus photographischen Fixierbaedern Expired DE712003C (de)

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