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Sandsack Die Erfindung befaßt sich mit der Verwendung von Sandsäcken
für die Errichtung von Mauern, Brustwehren im Schützengraben, für den Einbau von
Maschinengewehren, ,als feldmäßige Deckung für alle Truppengattungen im Gefecht
und ähnlichem. Um die Verbindung zwischen den einzelnen Sandsäcken möglichst fest
zu machen, wird .erfindungs gemäß auf die Formgebung des einzelnen Sackes und auf
die Verbindungsart der Säcke miteinander zum Erzielen eines starken Zusammenhaltes
besonderes Gewicht gelegt.
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Die Erfahrungen haben bewiesen, daß derartige Deckungen oft, auch
wenn sie nicht getroffen wurden, schon durch den Luftdruck allein auseinanderfliegen
und damit ihrem Zweck nicht mehr voll gerecht werden; denn der Sandsack wirkt an
sich durch sein Eigengewicht und kann sich daher, je weiter oben er liegt, um so
mehr aus seiner Verbindung mit dem Nachbarsack lösen, also gerade dort, wo es am
nötigsten ist, besteht am meisten die Gefahr der Lockerung des ganzen Sandsackverbandes.
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Diesen Nachteil vermeidet die Erfindung, Die Größe der Sandsäcke spielt
dabei keine Rolle. Auch lassen sich ungleich große Säcke miteinander verbinden.
Zweckmäßig werden ihnen Erfahrungswerte zugrunde gelegt, die auch eine Massenherstellung
dieser Säcke als empfehlenswert erscheinen lassen. Durch die Einfügung von Klammern
können die Säcke nach Belieben und Bedarf unterteilt werden, ähnlich wie man einen
Ziegelstein verkleinert oder halbiert, indem man ein Stück oder die Hälfte von ihm
abschlägt. In ähnlicher Weise füllt man den Sandsack zu 1/3 oder zur Hälfte und
schließt ihn dann mit den Klammern ab. Der übrigbleibende Teil der Sackleinwand
wird umgeschlagen. Mit
Hilfe der Klammern hat man es in der Hand,
den Sack beliebig zu formen. So stellt man einen Gewölbestein durch Einfügen der
Klam-' mern der Länge nach in der Hälfte des Sandsackes her.
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Man hat schon Säcke in horizontaler Lage aufeinandergeschichtet und
sie durch Hanfschnüre und Drahtseile miteinander verbunden, die in vertikaler Richtung
außen um die Säcke herumgelegt sind und oben und unten durch Pflöcke zusammengehalten
werden. Dabei hat man, um das Gefüge fester zu machen, zwischen je zwei Säcken einen
beweglichen Ring aus Hanfseil eingelegt, durch welchen die Halteschnüre hindurchgezogen
sind.
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Die Verbindung der Säcke untereinander erfolgt erfindungsgemäß durch
Kordeln oder Schnüre, die entweder in einfacher Weise an den Ecken der Säcke befestigt
oder in besonders eingeschlagenen Ösen angebracht sind. Diese Schnüre oder Kordeln
sind die Fortsetzung von Verbindungssträngen, die in Säcke eingenäht sind und die
an den vier Ecken des Sackes heraustreten. Diese Verbindungsstränge können aus Metall
oder Schnur hergestellt sein. Sie durchlaufen den Sack der Länge nach, zweckmäßig
längs seinen Nähten, und sind an diese angenäht. Sie können aber auch in anderer
Form auf der Außenwand oder an der Innenwand des Sackes befestigt sein, z. B. in
einer Schraubenlinie. Jedenfalls treten sie an den Sackenden, aufgeteilt in mehrere
Schnüre, aus dem Sack heraus und dienen als Verbindung zu den Schnüren des Nachbarsackes
durch Verknoten oder auf ähnliche Weise.
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Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung wiedergegeben.
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Fig. i ist die Ansicht eines Sandsackes mit eingesetzten Klammern.
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In Fig.2 sind die Klammern in anderer Richtung eingesetzt. Dadurch
entstehen die Fig.2a und 2b als Schnitte nach den Schnittlinien A-B, C-D der F ig.
2.
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Die F ig. 3, 3 a und 3 b zeigen die Klammern in den drei Rissen.
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Fig. q. ist ein Seitenriß des Sackes mit Anordnung der Klammern in
der gestrichelten Lage 8 der Fig. 2.
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Fig.5 zeigt eine Öse mit Schnüren, die in ein Sackende eingeschlagen
ist.
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Der Sack i besteht "aus Leinwand, Jute oder sonst einem Stoff, der
haltbar genug ist, um Sand, Kies, Steine; Erde oder anderes Füllmaterial aufzunehmen
und den Druck der darüber geschichteten Säcke oder auch anderer Baustoffe auszuhalten.
Die Stoffe, aus denen der Sack besteht, können durch Metall oder sonstige Gewebe
netzartig verstärkt sein oder ganz aus grobmaschigem Gewebe in Metall oder anderen
Stoffen bestehen, wenn gröberes Füllmaterial, wie grobkörniger Schotter, zur Verwendung
kommt.
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_:. -Die Form der Säcke ist meist rechteckig _öquaderförmig, wobei
die zwei LängsseWen und eine Schmalseite zur Aufnahme des Füllmaterials offen ist
und nach erfolgter Einfüllung mittels einer Leine zugebunden wird. Der Sack kann
auch quadratisch begrenzt sein oder oval oder rund.
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Um die Außenkante des Sackes laufen doppelte Stränge 2, die bei rechteckigen
und quadratischen Säcken an den Ecken, bei anderer Sackform an ungefähr gleichen
Stellen als kurze Bindestränge 3 heraustreten. Als Ersatz für diese durchlaufenden
Stränge dienen Ösen ¢ (Fig. 5), die in die Ecken der Säcke eingepreßt werden und
durch welche die Verbindungsstränge oder Kordeln 3 gezogen werden. Den gleichen
Zweck erfüllen in Ermangelung von Ösen und durchlaufenden Strängen auch Bindestränge,
die mit oder ohne Einfügung eines Steinchens oder eines sonstigen geeigneten Gegenstandes
mit einer Knopfwirkung in der Ecke )oder an einer sonstigen passenden Stelle des
Sackes an den Sack geknüpft werden; doch wird man zu solch einem Ersatz nur im Ernstfalle
greifen, weil naturgemäß der Halt sehr viel größer ist, wenn der Strang 2 durchläuft
und an der ganzen Sackumhüllung seinen Halt findet. Der durchlaufende Strang 2 hindert
nicht daran, den Sack nur teilweise zu füllen und ihn mittels einer Leine abzubinden.
Auch in diesem Fall dienen die heraustretenden Stränge 2 zur Verbindung mit den
Nachbarsäcken.
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Zur Formgebung und zum Abteilen der Säcke finden die Klammern 5 nach
Fig. 2, 2a und 2 b Verwendung. Sie bestehen am einfachsten aus Weißblech oder einem
anderen weichen geglühten Blech, das leicht biegsam und womöglich mit einem Rostüberzug
versehen ist. An den Rändern sind diese Klammern mit Zähnen 6 versehen. Diese Zähne
werden rechtwinklig umgebogen und durch die beiden Wände des Sackes, die mitein-.
ander verklammert werden sollen, hindurchgeschlagen. Das gleiche geschieht von der
anderen Seite her, so daß die beiden Sackwände zwischen den Klammerplatten 7 eingeklemmt
sind, die selbst durch ihre umgeschlagenen Zähnespitzen, die sich gegenseitig umfassen,
zusammengehalten werden. Die Klammern können in verschiedener Weise in die Säcke
eingesetzt werden und diese unterteilen. Gibt man ihnen die Lage nach Fig. 2, so
entstehen verschiedene Querschnittsformen durch den Sack. So ist die Fig. 2a ein
Schnitt nach der Linie A-B und hat die Eiform. Die Fig.2b aber ist ein Schnitt nach
der Linie C-D und läßt eine 8-Form entstehen, in deren
Mitte die
Einschnürung durch die Anordnung der Klammern 5 entstanden ist.
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Ordnet man in Fig. 2 die Klammern nicht in der Mitte, sondern nahe
am Rand des Sackes an, wie die Strichelung 8erkennen läßt, so entsteht ein SeitenriB
der Form des Sackes nach Fig. q..
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So sind in Fig. i die Klammern 5 parallel zum Boden des Sackes angeordnet,
so da.ß die rechteckige Form 9, i o, i I, 12 entsteht, welche die Füllung .aufzunehmen
hat, während der nichtgefüllte Teil 13 durch einen Knoten i ¢ an geeigneter
Stelle abgebunden wird. Die Stränge 2 laufen durch diesen Teil ebenfalls hindurch
und treten als lose Schnüre 3 jenseits des Knotens 14- ins Freie.
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Jedenfalls hat man in den Klammern ein Mittel, um den Sack je nach
der Anzahl der verwendeten Klammern und ihrer Lage eine bestimmte gewünschte Form
zu geben, weil die gegenüberliegenden Nahtseiten zwischen zwei Klammern immer stark
zusammengepreßt und zusammengehalten werden. Jedenfalls ersetzen die Klammern das
Abnähen oder Absteppen der Säcke, das nur dort stattfinden kann, wo Zeit und Gelegenheit
dazugegeben ist.
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Die Herstellung von splittersicheren Matten durch Aneinanderreihen
von Sandsäcken, die entweder ganz oder unter Verwendung von Klammern nur teilweise
mit Erdreich gefüllt sind, ist ebenfalls möglich und von Vorteil. So bieten sich
diesem Sackviele Anwendungsmöglichkeiten. Es muß auch nicht unbedingt Sand oder
Erdreich zur Füllung genommen werden, es kann z. B. auch Pulverschnee sein, den
man auf diese Weise zu Schutzbauten aller Art verwenden kann.
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Ein besonders umfangreiches Anwendungsgebiet eröffnet sich dem Sandsack
bei Wasserbauten. Man hängt eine Anzahl Sandsäcke, die in der geschilderten Weise
miteinander verbunden sind, traubenförmig an ein - Seil und versenkt dieses mitsamt
den daranhängenden Säcken, um das Wasser zu stauen. An dieses Seil knüpft man die
nächste Traube. Dazwischen wirft man irgendwelches Füllmaterial.
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Es wird noch bemerkt, daß ein solcher Sandsackbau durch Einfügen von
weiteren Drähten oder Rundeisen über größere Flächen noch besonders bewehrt werden
kann.