DE70888C - Verfahren zur Herstellung von Glasflaschen und ähnlichen Gegenständen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Glasflaschen und ähnlichen GegenständenInfo
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- DE70888C DE70888C DENDAT70888D DE70888DA DE70888C DE 70888 C DE70888 C DE 70888C DE NDAT70888 D DENDAT70888 D DE NDAT70888D DE 70888D A DE70888D A DE 70888DA DE 70888 C DE70888 C DE 70888C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B9/00—Blowing glass; Production of hollow glass articles
- C03B9/13—Blowing glass; Production of hollow glass articles in gob feeder machines
- C03B9/14—Blowing glass; Production of hollow glass articles in gob feeder machines in "blow" machines or in "blow-and-blow" machines
- C03B9/16—Blowing glass; Production of hollow glass articles in gob feeder machines in "blow" machines or in "blow-and-blow" machines in machines with turn-over moulds
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bisher bekannten Apparate zur Herstellung von Glaswaaren auf mechanischem
Wege entsprechen ihrem Zweck nicht in dem gewünschten Mafse. Wenngleich man wohl
schon vielfach die Ueberzeugung gewonnen hat, dafs das alte Verfahren, die Glaswaaren
von Hand herzustellen, das beste ist, so ist doch bisher noch kein Apparat bekannt geworden,
in welchem die Glasbläserei in ihren wesentlichen Merkmalen nachgeahmt wird.
. Dies kann nur geschehen, wenn die das Glas aufnehmende Vorform in -annähernd horizontaler Lage in Drehung versetzt und gleichzeitig Luft in die vorzuformende Glasmasse eingetrieben wird. Die auf diese Weise hergestellte Glasbirne kann dann durch Auftreiben innerhalb einer Fertigform in ihre endgültige Gestalt gebracht werden.
. Dies kann nur geschehen, wenn die das Glas aufnehmende Vorform in -annähernd horizontaler Lage in Drehung versetzt und gleichzeitig Luft in die vorzuformende Glasmasse eingetrieben wird. Die auf diese Weise hergestellte Glasbirne kann dann durch Auftreiben innerhalb einer Fertigform in ihre endgültige Gestalt gebracht werden.
Die in den Zeichnungen dargestellte Maschine erfüllt die ihr gestellte Aufgabe vollkommen.
Fig. ι ist eine Vorderansicht der Maschine, Fig. 2 eine Seitenansicht derselben. Fig. 3 ist
ein Längsschnitt in vergrößertem Mafsstabe durch die Vorform und die mit derselben zusammenhängenden
Theile. Fig. 4 ist ein Schnitt ähnlich dem der Fig. 3, jedoch nach einer zu dieser rechtwinkligen Ebene. Fig. 5 ist ein
Schnitt in demselben Mafsstabe wie Fig. 3 und 4 nach der Linie 5-5 der Fig. 2. Fig. 6 ist ein
Schnitt in der Linie 6-6 der Fig. 3. Die Fig. 7 bis 12 zeigen Einzelheiten des Apparates.
Fig. 13 zeigt einen Höhenschnitt, nach welchem die Fertigform mit den dazugehörigen Theilen
geöffnet dargestellt ist, während die Vorform in der Lage gezeigt ist, welche sie unmittelbar
vor ihrer Oeffnung zur Herausnahme des Halbfabrikates einnimmt. Fig. 14 ist eine Ober-
und Fig. 15 eine Seitenansicht, theilweise im Schnitt der Fertigform. Fig. 16 ist eine Einzelheit des Apparates und dient zur Veranschaulichung
seiner Wirkungsweise.
Die cylindrische Vorform b ist, wie in den Fig. 3 und 4 dargestellt ist, in der gröfsten
Ausdehnung parallel ausgebohrt und mit einer konischen Verengung behufs Bildung des
Halses und Kopfes der Flasche ausgestattet. Diese Vorform besteht aus zwei Längstheilen bl
und b'2, von welchen jeder einen vorstehenden Ansatz b3 mit einem Schlitz bl zur Aufnahme
eines viereckigen Zapfens b5 besitzt. Diese
Anordnung der Theile der Vorform auf ihren Zapfen gestattet die Herstellung derselben in
mehreren Gröfsen, welche in Verbindung mit der Maschine ausgewechselt werden können.
Die beiden Theile der Vorform sind auf den Zapfen mittelst der Stifte be. befestigt, so dafs
sie sich mit denselben beim Oeffhen und Schliefsen der Form drehen können. Die
Zapfen b5 sind in einem Gufsstück c gelagert
(wie in Fig. 6). Letzteres ist in einem Rahmen d drehbar angeordnet, der auf der Achse c sitzt,
welche in den Lagern dl am oberen Ende des Gestelles α gelagert ist. Am unteren Ende des
Gufsstückes c befindet sich ein konisches Rad c1, welches in das Rad c2 auf der Achse e
eingreift, so dafs, wenn diese Achse gedreht wird, z. B. mittelst des Griffes el, das Gufsstück
c und mit ihm die Vorform b drehende Bewegung erhält (Fig. 1).
Auf den Zapfen bs, Fig. 2, sind Schneckenräder
b1 angebracht, welche im Eingriff mit der zwischen denselben befindlichen Schnecke bs
stehen. Diese Schnecke wird von einer im oberen Theil des Gestelles α gelagerten Achse b*
bethätigt, welche mittels Riemscheibe und Riemens von irgend einer geeigneten Antriebskraft
gedreht wird. Die Achse b% trägt an ihrem inneren Ende ein Kegelrad b10, welches
im Eingriff mit dem Rad bn, Fig. i, steht,
das lose auf der Achse e läuft und mit einem dritten Kegelrad b12, Fig. ι und 3, fest verbunden
ist. Letztgenanntes Rad ist am Ende einer röhrenförmigen Achse bn angebracht, die
an ihrem anderen Ende ein Zahnrad bu trägt. Das Rad bu steht mit dem Trieb 615 im Eingriff,
welcher auf der Achse b* der Schnecke b8 lose sitzt. Diese Achse trägt aufserdem zwei
lose Kegelräder bie b17, von denen das erstere
mit dem Rad bls fest verbunden ist, während
das letztere durch das Kegelrad ble mittels des
losen Kegelrades bis in Drehung versetzt werden
kann.
An den einander zugewendeten Flächen der Räder ble b17 sind Kupplungszähne bw angebracht,
vorzugsweise in der Form, wie in den Fig. 3 und 7 dargestellt ist (Fig. 7 ist ein
Schnitt in vergröfsertem Mafsstabe des Rades blT).
Zwischen diesen Kupplungszähnen sitzt eine Kupplungshälfte b20 verschiebbar, aber nicht
drehbar auf der Welle b* der Schnecke bs.
Die Zähne b19 können auch auf besonderen
Ringen angeordnet und mit dem betreffenden Rade mittels eines Splintes in Verbindung gebracht
sein. Der Ring kann mit einer Feder versehen werden, so dafs derselbe, wenn die Kupplungshälfte mit ihm in Eingriff steht,
nachgeben kann und ein Bruch der Kupplungszä'hne vermieden wird, im Falle die Vorform
vollständig geöffnet oder geschlossen ist, ehe die Kupplungshälfte aufser Eingriff gebracht
wird, wie weiter unten näher beschrieben werden soll.
Bei dieser Anordnung ist es ersichtlich, dafs, wenn die Kupplungshälfte mit den Kupplungszähnen 619 des Rades Z>16 in Eingriff steht,
die Schnecke in der einen Richtung, und wenn sie mit den Kupplungszähnen b19 des Rades b17
in Eingriff steht, in entgegengesetzter Richtung gedreht wird. Die Verschiebung der Kupplungshälfte
wird mittels des Winkelhebels b21, Fig. 2, bewirkt, der in Verbindung mit einer
Feder b22 steht (Fig. 8), welche den freien Arm des Hebels b21 für gewöhnlich in einer bestimmten
Lage hält. Um während der Zeit, in welcher die Vorform geöffnet wird, den Glasgegenstand so lange zu unterstützen, bis er
in die Fertigform übergeführt worden ist, sind zwei Greifer //, Fig. 4, angeordnet, die mit
ihren freien Enden den Hals der Flasche im Innern der Vorform erfassen. Diese Greifer f
sind im Gufsstück c bei fl gelagert und werden
während der Bildung der Flasche von den Theileni»1^2 der Vorform selbst gehalten, wobei
geeignete Vertiefungen f2 in der Vorform zur Aufnahme der Enden der Zange, wie in
Fig. 4 und 9 dargestellt ist, vorgesehen sind. Fig. 9 stellt einen Schnitt nach der Linie 9-9
der Fig. 3 dar. Federn /3, verbunden einerseits mit dem Gufsstück c und andererseits mit
den Greifern ff dienen dazu, die Greifer beständig gegen einander zu drücken. Damit die
Greifer den zu bildenden Glasgegenstand während der Zeitdauer, in der derselbe frei hängt
und von der Fertigform aufgenommen werden soll, festhalten, ist eine Gabel h angeordnet,
die in einem geeigneten Schlitz in dem Gufsstück c gleiten kann und mit ihren Gabelenden
die beiden Theile der Zange umschliefst (wie in Fig. 6). ■
Die Gabel h steht mit einem Hebel h1 in
Verbindung, welcher an einem Arm des Gufsstückes c bei h2 gelagert ist und unter dem
Einflufs einer Feder h3 steht, welche das Bestreben
hat, die Gabel an die Zange anzudrücken. Wie oben beschrieben, wird das
Gufsstück vom Rahmen d auf Achse e drehbar getragen. Um die Drehung des Gufsstückes
um die Achse e zu bewerkstelligen, so dafs die Vorform in die verschiedenen Stellungen
gebracht und in denselben festgelegt werden kann, ist ein Hebelgriff z, Fig. 1 und 3, in i1
am Rahmen d angeordnet, welcher Griff mit einer Federklinke i2 verbunden ist. Die Klinke i2
greift in Einschnitte Jj1J'2 in einem der Lager d]
des Gestelles α ein, wobei die Lage der Einschnitte
den verschiedenen Stellungen entspricht, in welche die Vorform gebracht werden soll.
Der Hebelgriff i ist mit der Federklinke i2 mittels des Stiftes z3 in der Weise verbunden,
dafs letzterer in eine am Griff vorgesehene Schlitzführung ζ'4 eingreift, wie in Fig. 10. In
dieser Schlitzführung ist eine zum Zapfen z'1 excentrisch angeordnete Fläche z5, Fig. 10, so
dafs, wenn der Hebel bewegt wird, zunächst die Federklinke aufser Eingriff mit dem Einschnitt j gebracht wird, in welchem sie sich
bisher befand, und dann der Rahmen d in die geeignete Stellung gelangt. Da es schwer
halten dürfte, die Vorform, während sie aus der in Fig. 2 mit vollen Linien gezeigten Stellung
in die mit punktirten Linien angedeutete mit Hülfe der oben beschriebenen Einrichtung
gebracht wird, zu drehen, ist eine besondere Anordnung getroffen, mit Hülfe welcher die
Niederlegung der Vorform um die Achse e bewirkt wird.
Dies wird dadurch erreicht, dafs auf dem Kegelrad c'2, Fig. 1 und 3, Sperrzähne k angebracht
sind, in welche Klinke Jc1, Fig. 2, eingreift, die am Gestell α vorgesehen ist
Sperrrad und Klinke sind so angeordnet, dafs, wenn die Vorform, wie oben erwähnt, herumgeschwungen
wird, die Achse e mit Zahnrad c2 festgehalten und der Vorform eine drehende
Bewegung mittels des feststehenden Kegelrades c2 und des mit demselben im Eingriff
stehenden Kegelrades c1 ertheilt wird;
Wenn die Vorform in der Stellung ist, wie dies durch punktirte Linien in Fig. 2 angedeutet
ist, in welcher Stellung das Gewicht des Glases verlängernd auf dasselbe einwirkt,
so wird der Vorform mittels des Handgriffes e1 eine drehende Bewegung, und zwar in derselben
Richtung ertheilt, welche die Vorform bis zu diesem Augenblick beim Niederlegen erhielt, wobei die Klinke nunmehr dieser Bewegung
keinen Widerstand bietet. Um eine zu grofse Verlängerung der Flasche in der
Vorform zu verhindern, ist in dem oberen Theil derselben ein Einsatz e2 angeordnet
(Fig. 3 und 4), der das obere Ende der Flasche begrenzt und einstellbar macht, z. B. durch ein
Schraubengewinde. Der Einsatz ist ferner mit einer Aushöhlung e3 behufs Einführung des
Glases in die Vorform ausgestattet.
Vorzugsweise wird die Luft zum Aufblasen des Glases in die Vorform dann eingeführt,
wenn letztere die in punktirten Linien gezeigte Stellung einnimmt (Fig. 2). Die Luft wird aus
einem geeigneten Behälter durch Rohr / zugeführt, das in der hohlen Achse £>13 verschiebbar
angeordnet ist. Das Rohr Z ist mit einer Düse Z1 versehen, welche, wenn das Rohr bewegt
wird, in das Mundstück der Vorform eingreift, behufs Austreibung des überflüssigen
Glases von dem Halstheil der Flasche und zu gleicher Zeit zum Einlafs der Luft behufs Bildung
der Flasche. Vortheilhaft erscheint es, dieser Düse Z1 einen viereckigen Querschnitt
zu geben, wie in den Fig. 11 und 12 dargestellt,
welche Figuren eine Seitenansicht bezw. Oberansicht der Düse zeigen. Die obere Fläche der Düse, welche in unmittelbare Berührung
mit dem Glase kommt, ist schraubenförmig gestaltet, so dafs, wenn die Vorform sich dreht, in Wirklichkeit nur der höchste
Theil der Düse in Berührung mit dem Glase kommt, wodurch ein freier Raum gebildet wird,
durch welchen die Luft eintreten kann, wobei das Glas verhindert wird, in die Oeffnungen
einzutreten, durch welche die Luft durchdringt. Die Längsbewegung des Rohres Z, welche zur
Einführung der Düse in den den Hals bildenden Theil der Vorform erforderlich ist, wird
mittels eines Daumens Z2, Fig.. 4, und die rückläufige Bewegung des Rohres mittels Feder /*,
Fig. 3, bewerkstelligt. Der Daumen ist an der Hülse Z3 befestigt, welche die Welle e umgiebt,
und wird an der drehenden Bewegung mittels eines Stiftes Z* in einem der Lager dl
theilzunehmen verhindert. Am unteren Ende des Rohres Z ist ein Knierohr Z5 angeordnet,
das einen flachen Längsflantsch hat, gegen welchen der Daumen Z2 wirken kann. Der
stehende Schenkel des Knierohres Z5 ist mit einer Stopfbüchse Z6 versehen, in die das
Rohr P verschiebbar eingreift. Mit seinem waagrecht abgebogenen Ende steht das Rohr V
mit einem hohlen Ring Z8 in Verbindung, der in einer entsprechend geformten Büchse Z9
sich dreht. Diese Büchse Z9 ist an einem der Lager i1 befestigt (Fig. 3) und unmittelbar mit
dem Luftzuführungsrohr Z10J Fig. 2, 'verbunden.
Zwischen der feststehenden Büchse Z9 und dem hohlen Ring Z8, der sich in derselben dreht,
ist durch Anbringung eines Schlitzes oder einer Reihe von Schlitzen Z'1 in einer der Seitenwände
des Ringes eine untrennbare Verbindung geschaffen. Durch diese Anordnung ist es ermöglicht,
dafs Luft nach der Vorform geführt werden kann, unabhängig von ihrer Stellung, während der Ring Z8 die drehende, sowie die
auf- und abgehende Bewegung der Stopfbüchse Z6 auf dem Rohr Z unter der Einwirkung
des Daumens bewirkt. In dem Luftrohr Z10 ist ein Hahn oder Ventil Z12, Fig. 1
und 2, angeordnet, welches durch einen Hebel Z13 bethätigt wird, der von dem Arbeiter
gehandhabt werden kann. Der Hebel steht unter der Einwirkung einer Feder Z14, die ihn
in Schlufsstellung hält.
Die Fertigform (Fig. 13 bis 16) besteht aus
zwei Hälften m, welche auf Schlitten ml angeordnet
sind, mit welchen sie auf dem Tisch Ot2 mittels Schrauben m* und m5 hin-
und herbewegt werden können. Der Tisch ist auf einer Console m3 des Gestelles α angeordnet.
Die Schraube m4 wird durch eine Kurbel unmittelbar bethätigt, während die
Schraube wz5, die ein entgegengesetztes Gewinde zu dem der Schraube m4 besitzt, ihre
Bewegung durch Vermittelung der Zahnräder m7 vis m1 erhält. Das Rad m8 ist in seiner
Ausbohrung mit Gewinde versehen und läuft auf der mit äufserem Gewinde versehenen
Fufsspindel des Stempels m9, welcher zur Unterstützung der zu bildenden Flasche dient,
während der Zeit, in welcher letztere aus der Vorform herausgenommen und in die Fertigform
eingebracht wird. Die Steigung des Gewindes an der Fufsspindel ist derart gewählt,
dafs zu derselben Zeit, innerhalb welcher die Fertigform mittels der Schrauben m4 m5 geschlossen
wird, der Stempel in eine solche Lage gehoben wird, dafs er den Boden der Flasche bilden kann.
Eine Vorkehrung zur Verhinderung der Drehung des Stempels m9 durch das Rad m8
ist dadurch getroffen, dafs der untere Theil der Schraube, der unterhalb des Rades vorsteht,
mit einem Längsschlitz versehen ist, in welchen ein Stift mw eingreift, der durch den
Tischfufs mu hindurchgeht. Dieser Fufs ist
mit Zähnen mn versehen, in welche die Zähne eines Triebes m13 eingreifen, der an der Console
Ot3 gelagert ist. Hierdurch kann der
Tisch gehoben und gesenkt werden. Mittels einer Schraube m14 kann der Tisch in beliebiger
Lage festgelegt werden.
Mit einem der Schlitten ηιλ ist ein hoher
Sockel n2 verbunden, welcher eine lothrechte Stange nl trägt, die oben mit einem Querarm η
versehen ist. Am Ende dieses feststehenden Armes η befindet sich eine Einkerbung n3. An
dem die Vorform tragenden Gufsstück c ist in den Führungen n5 verschiebbar eine Schiene n4
angeordnet, die mit einem Nocken rc6 ausgestattet ist, der bei der Längsverschiebung der
Schiene gegen den freien Arm des Winkelhebels b21 stöfst. Die Schiene ist an ihrer
Unterseite mit schiefen Flächen n1 ns versehen,
die gegen die schiefen Flächen ?2° »10 der Führungen
Ti5 anzulaufen bestimmt sind.
Federn w11«11 pressen die Schiene gegen
ihre Führungen und unterstützen zugleich die Vorform, wenn dieselbe sich in der umgelegten
Stellung, wie Fig. 13, befindet. An einem Ende der Schiene κ4 ist ein Daumen n1- angebracht,
der. sich in die Einkerbung n3 einlegen kann.
Vor Inbetriebsetzung der Maschine wird eine zur Bildung einer Flasche entsprechende Menge
geschmolzenen Glases in die Vorform durch die obere Oeffnung derselben eingeführt, wobei
sie sich in der Stellung befinden mufs, wie in Fig. 1 und 2 gezeigt ist. Das Glas
fliefst in den unteren Theil der Vorform, wie
in Fig. 3 bei 0. Die Vorform wird hierauf in die Stellung gebracht, die in Fig. 2 in punktirten
Linien angedeutet ist, und während dieser Bewegung wird die Düse Z1 des Luftrohres
in das Glas eingestofsen, und zwar mittels des Daumens Z2, wie in Fig. 3 in punktirten
Linien angedeutet ist. Jetzt wird die Vorform mittels der Handkurbel el in Drehung
versetzt und gleichzeitig Luft durch das Rohr Z eingelassen, indem der Hebel Z13 behufs Oeffnung
des Lufteinlafshahnes Z12 herabgedrückt wird. Nachdem die Flasche so weit fertiggestellt
ist, wird die Vorform in ihre niedrigste Stellung gebracht, so dafs das Glas unmittelbar
über dem Stempel m9 hängt (Fig. 13), wobei
die Vorform mittels der Kurbel e1 in eine solche Stellung gedreht wird, dafs ihre beiden
Theile sich nach aufsen öffnen können, d. h. nach der Richtung, die in rechtem Winkel zu
der Bewegungsrichtung der Fertigformhälften steht. Ist diese Stellung erreicht, so werden die
Fertigformtheile gegen einander bewegt, wobei die Einkerbung n3 des Armes η mit dem
Daumen n12 der Schiene n4 in Eingriff kommt.
Hierdurch wird die Schiene n* veranlafst, den Nocken ne gegen den freien Arm des Winkelhebels
b-1 zu stofsen und die Kupplungshälfte b20 mit den Kupplungszähnen des Kegelrades
bw in Eingriff zu bringen, wodurch die
Welle b* der Schnecke b8 in Drehung versetzt
wird, so dafs sich die Vorform öffnet. Bei der fortgesetzten Weiterbewegung der Schiene n4
stofsen die schiefen Flächen ri1 gegen die
schiefen Flächen n9 der Führungen nb, die
Schiene drückt gegen die Federn n11 und löst
den Daumen nl- aus der Einkerbung κ3 des
Armes η aus. Die Bewegung der Fertigformtheile nach innen wird fortgesetzt, bis das Glas
von denselben vollständig umschlossen ist. Jetzt wird wieder Luft durch das Rohr in die
Flasche geblasen und diese somit endgültig fertiggestellt, wie in Fig. 16. Der Arbeiter
dreht nunmehr die Kurbel we, so dafs die Fertigform genügend geöffnet wird, um die
Flasche freizulegen, welche dann, von der Zange oder den Greifern ff noch so lange
gehalten wird, bis sie von irgend einem geeigneten Werkzeug ergriffen werden kann. Dann
wird der Hebel hl mittels des Vorsprunges h*
zurückgedrückt und hierdurch die Gabel h von den Greifern entfernt. Die Flasche kann
jetzt von letzteren abgenommen werden, wobei die Federn f3 genügende Nachgiebigkeit besitzen,
um die Flasche freizuhängen. Der Arbeiter führt dann die Fertigform noch weiter zurück, bis die Einkerbung n3 wieder in Eingriff
mit dem Daumen n12 kommt, die Schiene n*
den Nocken ne gegen den Winkelhebel i>21
drückt und den Eingriff der Kupplungshälfte mit den Zähnen des Rades b17 bewirkt, wodurch
die Vorform wieder geschlossen wird. Eine weitere Rückwärtsbewegung der Fertigform
bringt die schiefen Flächen ns der Schiene w4 gegen die schiefen Flächen nm der
Führungen, wobei die Schiene die Auslösung des Daumens aus der Einkerbung na bewirkt.
Ist dieser Vorgang beendet, so ergreift der Arbeiter den Handgriff i, löst durch Drehen desselben
die Federklinke z2 aus dem Einschnitt j2
aus und schwingt die Vorform in ihre aufrechte Stellung zurück, so dafs dieselbe nunmehr
von neuem beschickt werden kann.
Um die schwingende Bewegung der Vorform und ihrer angeschlossenen Theile zu erleichtern,
sind an dem Rahmen d Arme ρ ρ vorgesehen, welche mit Gegengewichten q ausgerüstet sind.
Um zu verhindern, dafs während des Betriebes der Maschine deren einzelne Theile zu
heifs werden, ist der die Vorform tragende Körper c in zwei Theilen hergestellt, welche
durch eine schlecht leitende Platte r aus Isolirmaterial, wie z. B. Asbest, von einander getrennt
sind, so dafs die Wärme so viel als möglich nur auf die Theile beschränkt wird, die unmittelbar
mit der Vorform in Berührung stehen.
In Obigem ist die Vorform in Verbindung mit einer Fertigform beschrieben. Gewünschtenfalls
kann auch letztere weggelassen und die Flasche unmittelbar in der Vorform allein geblasen werden. In diesem Falle ist die Oeff-
nung der Vorform entweder ganz oder theilweise geschlossen.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Apparat zur Herstellung von Glasfiaschen und ähnlichen Gegenständen, gekennzeichnet durch die Verbindung einer Fertigform und einer um ihre Längsachse drehbaren Vorform, in welcher während deren ununterbrochenen Drehung das Glas durch Eintreiben von Luft aufgeblasen wird, während in der Fertigform das aufgeblasene Glas seine endgültige Gestalt erhält.Eine Ausführungsart des durch Anspruch ι. geschützten Apparates, bei welcher die Vorform aus zwei am Apparat gelenkig angeschlossenen Theilen besteht, welche bei Annäherung der Fertigform selbstthätig behufs Freigabe des Halbfabrikates geöffnet werden.An einem Apparat der unter i. gekennzeichneten Art ein aus zwei Zangenhälften ff) bestehender Greifer, welcher, ohne selbst einen wesentlichen Bestandtheil der Form zu bilden, das Halbfabrikat während der Ueberführung in die Fertigform festhält.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE70888C true DE70888C (de) |
Family
ID=344235
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT70888D Expired - Lifetime DE70888C (de) | Verfahren zur Herstellung von Glasflaschen und ähnlichen Gegenständen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE70888C (de) |
-
0
- DE DENDAT70888D patent/DE70888C/de not_active Expired - Lifetime
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