-
Dampfumsteuerungseinrichtung Bei den bekannten dampfbetätigten UmsteuerungseinrIchtungen,
die sowohl. für Lokomotiven als auch für Schiffsdampfmaschinen gebräuchlich sind,
wird entweder eine besondere kleine Kolbendampfmaschine für die Umsteuerung vorgesehen
oder aber ein Dampfzylinder unmittelbar zur Verstellung der Umsteuerungseinrichtung
verwendet. In Verbindung mit dem Dampfzylinder hat man auch eine Ölhemmung angeordnet,
um eine genaue Einstellung der Steuerungseinrichtung zu ermöglichen und insbesondere
ohne Kraftverbrauch die jeweils eingestellte Steuerungslage festzuhalten. Beide
Umsteuerungsarten erfordern verhältnismäßig umfangreiche Einrichtungen und sind
für kleinere Maschinen nicht geeignet.
-
Mit der Einführung des hochgespannten Dampfes, insbesondere in der
Schiffahrt, ergibt sich die Notwendigkeit, die, Antriebsmaschine von einer entfernt
liegenden Stelle, beispielsweise von der Kommandobrücke, aus umzusteuern, um so,
wie dies bei Motorschiffen längst üblich ist, einen eigenen B;edienungsinann für
die Maschine zu ersparen. Dies setzt aber voraus, da:ß die Umsteuerungseinrichtung
leicht geht und der Umsteuervorgang wenig Zeit in Anspruch nimmt. Eine unmittelbare
Betätigung der Ums.teuerungseinrichtung ist bei Maschinenleistungein von über
300 PS in der Regel schon nicht mehr zweckmäßig. Es ergibt sich daher die
Aufgabe, eine möglichst einfach gebaute Kraftumsteuerungseinrichtung zu schaffen,
die leicht bedient werden kann und wenig Energie verbraucht.
-
Die Erfindung geht davon aus, -den Dampfdruck zwar als Kraftquelle
zu verwenden, die Kraftübertragung aber durch Kondensat vorzunehmen. Zu diesem Zwecke
wird in
die zur Um.steuereinrichtung führende Dampfleitung ein Druckbehälter
eingeschaltet, in dem der Dampf niedergeschlagen wird. Das Steuerungsgetriebe wird
dadurch einfach, und die Verwendung von Druckwasser bringt die bekannten Vorteile
mit sich, daß die jeweils eingestellte Steuerungslage beliebig lange genau eingehalten
-werden kann und die Bewegung des Steuergetriebes ruhig und gleichmäßig erfolgt.
Außerdem treten in dem Steuerapparat nur geringe Temperaturen ,auf, was seine Bauart
vereinfacht, vor allem auch die Ausbildung der Stopfbüchsen.
-
Es ist bereits vorgeschlagen worden, das unter Druck stehende Kesselwasser
zum Betrieb der Umsteuerungseinrichtung von Dampfmaschinen zu verwenden. Eine solche
Einrichtung hat jedoch den Nachteil, daß das Kesselwasser stets Kesselstein absetzt
und durch die Ablagerungen von Kesselstein die Durchtrittsöftnungen der Steuerung
verstopft und die Bewegungen der verstellbaren Teile gehemmt -werden. Dieser Nachteil
ist bei der Erfindung vollständig vermieden, da mit der Steuerungseinrichtung nur
kesselsteinfreies Kondensat in Berührung kommt.
-
Auf der Zeichnung ist ein Au3führungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
-
In die vom Kessel kommende Dampfleitung i ist ein Druckbehälter 2
eingeschaltet, der beispielsweise durch eine von Wasser durchflossene Kühlschlange
3 gekühlt wird. In dem Behälter schlägt sich so lange Kondensat nieder, bis er damit
angefüllt ist. Den Inhalt des Behälters -wird man so -wählen, daß er et-va für 2o
bis 3o Umsteuerungen ausreicht. Von dem Behälter 2 geht eine Leitung 4., die im
Betriebszustand ständig mit Kandensat gefüllt ist, zu einem Steuerschieberkasten
5 der Umsteuereinrichtung. Der Kolbenschieber ist mit 6 bezeichnet. Von dem Steuergehäuse
führen zwei Kanäle 7, 8 zu dem Arbeitszylinder g, in dem sich der Kolben io mit
seiner Kolbenstange i i bewegt. Die Räume unterhalb und oberhalb des Kolbenschiebers
6 sind durch Kanäle 12, 13 mit einem Auslaß 14. verbunden. Mit der Stange
i i des Arbeitskolbens i o ist ein auf der Umsteuene-elle i 5 sitzender Hebel 16
in geeigneter Weise verbunden. An der Stange 17 des Steuerschiebers 6 ist ein zweiarmiger
Hebel i 8 gelagert. Der eine Arm dieses Hebels ist durch einen Lenker icg mit dem
Hebel 16 der Umsteuerwelle 15 verbunden. An dem anderen Arm des Hebels 18 greift
eine Verbindungsstange 2o zum Umsteuerhebel 2 i an.
-
Die Wirkungsweise der Steuerungseinrichtung ist folgende: Wenn der
Kessel Dampf erzeugt, wird sich in dem Behälter 2 Kondensat bilden und den Behälter
allmählich anfüllen. Sobald die Dampfmaschine selbst betriebsbereit ist, stelzt
infolgedessen auch genügend unter Druck stehendes Kondensat zur Verfügung, so daß
die Umsteuerung der Maschine erfolgen kann. Durch Bewegen des Umsteuerhebels 21
wird mittels des Gestänges 20, 18 der Steuerschieber 17, welcher in der Ruhestellung
die Mündungen der Kanäle 7, 8 abdeckt, verschoben. Infolgedessen gelangt Druckwasser
auf die entsprechende Kolbenseite des Arbeitskolbens i o, so daß dieser bewegt wird
und mittels der Kolbenstange i i und des Hebels 16 die Umsteuerwelle 15
dreht.
Durch die Bewegung der Kolbenstange i i und des Hebels 16 wird aber der Hebel
i 8 ebenfalls verstellt und der Steuerschieber 6 in seine Ruhelage zurückgeführt.
In an sich bekannter Weise wird dadurch eine genaue Übertragung der Bewegung des
Steuerhebels 21 auf die Steuerwelle 15 gewährleistet. Ein Kraftverbrauch
tritt nur -während des eigentlichen Umsteuervorganges auf. Bei Stillstand schließt
der Steuerkolben die zum Arbeitszylinder führenden Kanäle ab, so daß die eingeschlossene
Wassermenge den Arbeitskolben jederzeit in seiner jeweiligen Lage festhält.
-
Im übrigen ist die Ausbildung des Steuergetriebes für die Erfindung
unwesentlich. Es könnte z. B. vor die eigentliche Steuerungseinrichtung eine sog.
Vorsteuerungseinrichtung geschaltet werden, wie dies bei Kraftmaschinenreglern üblich
ist.