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Verfahren zur Erzeugung von Bildern mittels örtlicher Belichtung einer
mit einer Diazoniumverbindung lichtempfindlich gemachten Schicht Es ist bekannt,
Bilder zu erzeugen durch Belichtung einer mit einer Diazoniumverbindung lichtempfindlich
gemachten Schicht unter Verwendung von Metallsalzen, wie solche des Kupfers, Nickels,
Eisens, Mangans oder Quecksilbers, um das durch Kupplung entstandene Bild in verschiedenen
Tönen erhalten zu können.
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Ferner hat man vorgeschlagen, Bilder mittels einer lichtempfindlichen
Schicht zu erzeugen, die ein Gemisch einer Diazoniumverbindung und eines Silbersalzes
enthält, bei der durch die Belichtung ein Silberbild erhalten wird, worauf mit einer
alkalischen Lösung und dann mit einem Fixiermittel behandelt wird.
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Gemäß der Erfindung werden auf photochemischem Wege Bilder unter Verwendung
einer Diazoniumverbindung und eines Merkurosalzes derart erzeugt, daß ein Metallbild
entsteht und keine Kupplungsreaktion stattfindet. Zu diesem Zwecke wird vorzugsweise
das -Merkurosalz der mit einer Diazoniumverbindung versehenen Schicht einverleibt;
aber es ist auch möglich, das ZIerkurosalz erst dann anzuwenden, nachdem die eine
Diazoniumv erbindung enthaltende Schicht belichtet worden ist. Es hat sich gezeigt,
daß die Verwendung eines Merkurosalzes statt eines Silbersalzes zusammen mit einer
Diazoniumverbindung zu viel besseren Kontrasten führt.
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Wahrscheinlich beruht die Bildung des entstehenden Ouecksilberbildes
auf einer Reduktion des Merlurosalzes durch das Lichtzersetzungspodukt der Diazoniumverbindung.
Es sei aber bemerkt, daß in dieser Beziehung nicht eine bestimmte wissenschaftliche
Erklärung der Erfindung gegeben werden soll.
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Die Bildfixierung kann einfach durch Waschen mit Wasser erfolgen.
Im Gegensatz zu anderen bekannten Verfahren, bei denen Silbernitrat Anwendung findet,
kann bei Verwendung einer mit einer Diazoniumverbindung und einem Merkurosalz versehenen
Schicht unmittelbar nach der Belichtung in Wasser gespült werden, wobei keine für
die Bildentstehung erforderlichen Bestandteile ausgewaschen werden und also keine
Abschwächungder Bildformung eintritt.
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Zur Erzielung scharfer und kontrastreicher Bilder ist es vorteilhaft,
die letztgenannte Schicht nach der Belichtung in eine vom Licht abgeschlossene Umgebung
mit hohem Wasserdampfgehalt zu bringen und dann erst nach einiger Zeit auszuwaschen,
Je
mehr Feuchtigkeit diese Schicht bereits während der Belichtung enthält, desto besser
ist das Bild gleich nach der Belichtung sichtbar. Wird dagegen eine sehr wenig Feuchtigkeit
enthaltende Schicht nach der Belichtung in einer sehr trocknen, vom Licht abgeschlos=
senen Umgebung aufbewahrt, so entsteht praktisch kein Bild. Wenn diese lichtempfindliche
Schicht den Feuchtigkeitsgehalt besitzt, den man im allgemeinen durch Trocknen an
der Luft erhält, so ist häufig unmittelbar nach der Belichtung ein schwaches Bild
sichtbar. Die Geschwindigkeit der Bildformung nach der Belichtung kann sowohl durch
Anwendung eines hohen Feuchtigkeitsgehaltes als auch durch Wärme erheblich gesteigert
werden. Dies kann durch Baden in warmem Wasser oder durch Behandlung mit warmem
Wasserdampf erfolgen.
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Im allgemeinen ist die Bildfarbe von der Belichtungszeit und auch
von der Menge Merkurosalz abhängig.
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Gegenüber den nützlichen Eigenschaften des vorgenannten lichtempfindlichen.Nlaterials
steht der Nachteil, daß bei manchen Trägerstoffen, z. B. Papier und Leinwand, das
gemäß der Erfindung erzeugte Bild nach einiger Zeit wieder verschwindet. Wahrscheinlich
ist dies auf Oxvdation zu Merkuro- und schließlich zu Merkuriverbindungen zurückzuführen.
Dieser Nachteil kann aber auf einfache Weise durch Verwendung eines Salzes eines
in der Spannungsreihe oberhalb Ouecksilber stehenden MetalIes, z. B. Silber. Gold
oder Platin, in Kombination mit dem 1lerkttrosalz beseitigt werden. Dies läßt sich
in verschiedener Weise verwirklichen. So kann man das gemäß der Erfindung erzeugte
Bild finit einer Silbernitratlösung behandeln, wonach der Silbernitratüberschuß
und das gegebenenfalls gebildete Quecksilbernitrat durch Baden in einer Lösung von
Natriumsulfit entfernt werden. Auch ist es möglich, das gemäß der Erfindung erzeugte
Bild während einer sehr kurzen Zeit mit einer Silbernitratlösung zu behandeln, worauf
kurz mit destilliertem Wasser gespült und dann das Bild mit Hilfe einer Lösung von
Metol und Citronensäure oder von 1Zetol und Weinsteinsäure entwickelt wird, was
unmittelbar nach der Belichtung erfolgen kann, d. h. in einem Augenblick, in dem
das Bild noch ganz unsichtbar ist. Gemäß dieser Ausführungsform der Erfindung werden
sehr haltbare Bilder erhalten, was durch das Baden in schwachsauren Lösungen erreicht
worden ist. Wenn man mit schwachsauren Lösungen spült, z. B. o,oi n-Salpetersäure
oder o,1 n-Essigsäure, falls ausschließlich eine Diazoniumv erbindung und ein Merkurosalz
benutzt wor-
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haftes Bild, erhält aber im Vergleich zum Fall, in dem ausschließlich mit Wasser
ausgewaschen wird, eine Verlängerung der Lebensdauer des Bildes.
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Es ist sehr bemerkenswert, daß das durch Verwendung eines Silbersalzes
zusammen mit einem Merkurosalz und einer Diazoniumverbindung gemäß der Erfindung
erzeugte Bild viel schärfer und kontrastreicher als das Silberbild ist, das mit
einer Diazoniumverbindung, aber ohne Merkurosalz erhalten wird.
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Deshalb wird der bereits früher erwähnte Vorteil einer viel besseren
Kontrastbildung durch Verwendung von N'ferkurosalz statt Silbersalz zusammen mit
einer Diazoniumverbindung, gleichfalls bei Anwendung der Kombination D:azoniumverbindung,
-Merkur rosalz und Silbersalz.. erhalten, wobei außerdem der Nachteil des Verschwindens
des Bildes beseitigt wird. Ferner ist die schwarzbraune Farbe der gemäß der Erfindung
mit OOuecksilber und S:Ibersalzen erhaltenen Bilder schöner als der gelbbraune Farbton
der mit einer Diazoniumverbindung und Silbersalz allein erhaltenen Bilder.
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Als Beispiel eines anderen Salzes, dessen Metalle höher als Ouecksilber
in der Spannungsreihe steht, sei Gold erwähnt. Wenn z. B. ein erfindungsgemäß erzeugtes
Quecksilberbild mit einer Aurichloridlösung stabilisiert werden soll, so ist nach
der Belichtung und Entwicklung vor der Behandlung m't Aurichlorid zunächst sorgfältig
zu spülen.
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Ferner hat es sich erwiesen, daß die Geschwindigkeit der Bildentstehung
bei mit einer Diazoniumverbindun- und einem Merkurosalz versehenen Schichten viel
größer als bei mit einer Diazoniumverl)indung und einem Silbersalz ohne Merkurosalz
versehenen Schichten ist.
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Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung kann dies durch
Anwendung einer lichtempfindlichen Schicht ausgenutzt werden, die eine Diazoniumverbindung,
ein Merkurosalz und ein Silbersalz enthält.
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Mit einer derart zusammengesetzten lichtempfindlichen Schicht erhält
man ein schönes und sehr beständiges Bild. Außerdem zeigt es sich, daß die Haltbarkeit
einer solchen lichtempfindlichen Schicht beim Aufbewahren vor der Verwendung gleichzeitig
erheblich zugenommen hat.
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Sehr haltbare Bilder können auch ohne Verwendung von Silbernitrat
erhalten werden, wenn man die Diazoniumverbindung und das Merkurosalz in regenerierte
Cellulose einführt. Vorzügliche Ergebnisse können mit oberflächlich verseifter Acetvlcellulose
als Träger erzielt werden. Das mit Hilfe einer auf diese Weise lichtempfindlich
gemachten
und oberflächlich verseiften AcetvlceIlulose erhaltene
Bild eignet sich vorzüglich als Kopiervorlage zur Herstellung von Abdrücken auf
sogenanntem Lichtpauspapier. Auf diesem Wege können besonders positive Bilder mit
photographischen Halbtönen ausgezeichnet auf dem genannten Lichtpauspapier wiedergegeben
werden. s Wenn man das lichtempfindliche System gemäß der Erfindung auf einen durchsichtigen
Träger, z. B. regenerierte Cellulose, wie die vorgenannte oberflächlich verseifte
Acetylcellulose aufbringt, so erweist sich dasselbe sehr geeignet zur Anwendung
bei der sogenannten Reflexphotographie. Es können nämlich mit dem derart erhaltenen
durchsichtigen lichtempfindlichen Material auf diese Weise besonders schöne und
scharfe Bilder erhalten werden, wobei man die lichtempfindliche Seite auf das zu
reproduzierende Original legt und durch den durchsichtigen Schichtträger und die
lichtempfindliche Schicht hindurch belichtet, so daß das durch das Original reflektierte
Licht die Bilderzeugung herbeiführt.
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Die Erfindung wird an Hand einiger Beispiele näher erläutert. Beispiel
i Papier wird mit einer 2prozentigen Lösung von Merkuronitrat in Wasser getränkt
und dann an der Luft getrocknet. Darauf wird es mit einer einprozentigen Lösung
von Benzoldiazoniuniborfluorid in Alkohol behandelt und wieder an der Luft getrocknet.
Man belichtet 5 Minuten lang hinter e:iier Kopiervorlage in einer Entfernung von
25 cm von einer Glühlampe größerer Abmessung, die 51:W Energie verarbeiten
kann und mit Rücksicht auf die damit verbundene Wärmeentwicklung mit Hilfe eines
Kühlmantels mit Wasser gekühlt wird. Das belichtete Papier, auf dein noch kein Bild
sichtbar ist, wird i Stunde in Wasser gewaschen. Das Ergebnis ist ein graufarbiges
1\egativbild.
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Auch können Diazoniumverbindungen, in denen ein Substituent vorhanden
ist, z. B.: i -L) i azon iumbenzol-4-sulfonsäure,Anwendung finden. , Vorzüglich
geeignet sind Diazoniumverbindungen, in denen als Substituent eine Hy-(Iroxvlgruppe
z. B. in Parastellung vorhanden ist, von denen als Beispiele erwähnt seien: i-Hydr
oicybenzol-¢-diazoniumborfluorid, i-Hydroxy-benzol-4-diazoniumfluorsulfonat, i-Hydroxybenzol-4-diazonium-2-sulfonsäure,
i-Hydroxvbenzol-4,diazonium-2-carbon- . säure, i-Hydroxy-2-nitrobenzol-4-diazonitim-(1-sulfonsäure.
Beispiel: Papier wird mit einer i/_ prozentigen Lösung eines Gemisches von i-Hydroxybenzol-4-kaliumdiazosulfonat
und Merkuronitrat im Verhältnis von i Mol Kaliumdiazosulfonat zu 2 Mol Merkuronitrat
getränkt und an der Luft getrocknet. Das derart erhaltene lichtempfindliche Material
wird für i Minute hinter einer Kopiervorlage dem Sonnenlicht ausgesetzt. Nach der
Belichtung ist ein negatives braunes Bild entstanden, das nach 2o stündigem Waschen
in Wasser grauschwarz gefärbt ist. Es weist einen scharfen Kontrast auf.
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Auch können Benzoldiazoniumverbindungen Anwendung finden, bei denen
der aus der Hydroxylgruppe bestehende Substituent in Metastellung vorhanden ist
und von denen als Beispiele erwähnt seien: i-Hydroxybenzol-3-kaliumdiazosulfonat,
i-Hydroxybenzol-5-diazonium-2-carbonsäure, i-Hy droxybenzol-5-diazonium-4-sulfonsäure-6-carbonsäure.
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Noch bessere Ergebnisse werden erhalten, wenn die Hydroxylgruppe in
Orthostellung in bezug auf die Diazoniumgruppe vorhanden ist, wie z. B.
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i-Hydroxvbenzol-2-kaliumdiazosulfonat, i-Hydroxybenzol-2-diazoniumfluorsulfonat.
Beispiel 3 Einer Lösung von Merkuronitrat in Wasser wird eine Sodalösung zugesetzt,
so daß Merkurocarbonat niedergeschlagen wird; dann wird abfiltriert und ausgewaschen.
Das derart gewonnene Merkurocarbonat wird einer Lösung von Borfluoii@-asserstoffsäure
zugesetzt, auf 2 Prozent verdünnt und der Lösung noch i Prozent i-Hydroxy-2-diazoniumbenzol-¢-sulfonsäure
zugegeben. Mit dieser Lösung wird Papier lichtempfindlich gemacht und dann an der
Luft getrocknet. Wenn man 2 Minuten lang dieses lichtempfindliche Material hinter
einer Kopiervorlage in einer Entfernung von 25 cm von einer Glühlampe größerer Abmessungen
belichtet, die 5 kW Energie verarbeiten kann und mit Rücksicht auf die damit verbundene
Wärmeentwicklung mit Hilfe eines Kühlmantels mit Wasser gekühlt wird, ist ein Bild
noch nicht sichtbar; erst nächdem in Wasser gewaschen worden ist, entsteht ein braungraues
7egativbild.
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Beispiel Mit einer Gelatineschicht versehenes Papier wird mit einer
iprozentigen Lösung von i-Hydroxy-2-diazoniumbenzol-4- sulfonsäure
und
einer 211=prozentigen Lösung von 'Merkuronitrat in Wasser getränkt und an der Luft
getrocknet. Das Material wird während einer Minute hinter einem Filmnegativ dem
Sonnenlicht ausgesetzt. Das teilweise sichtbare Positivbild wird in einer wässerigen
iprozentigen Silbernitratlösung entwickelt. Der Überschuß an Diazoniumverhindung,
'Merkufo- und Silbersalzen wird durch einstündiges Waschen mit Wasser entfernt.
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Der erhaltene Abdruck ist braunschwarz gefärbt und weist gute scharfe
Kontraste auf. Beispiel 5 Papier oder Leinwand wird mit einer wässerigen 11=prozentigen
Lösung von 2-Diazonium-i-hydroxy-6-methylbenzol-4-sulfonsäure 2,5 Prozent
Merkuronitrat getränkt und dann an der Luft getrocknet. Das lichtempfindliche Material
wird 15 Sekunden lang in der Sonne oder 25 Sekunden in einer Entfernung von 25 cm
von einer Kohlenbogenlampe hinter einem photographischen Negativ belichtet. Die
Entwicklung des nicht sichtbaren Bildes erfolgt durch Wasser. Nach 24stündigem Waschen
ist das Positivbild braungrau gefärbt. Wenn man dann an der Luft trocknet, so wird
die Farbe des Bildes nach einigen Tagen dunkler und geht in schwarzbraun über.
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Beim `raschen mit Wasser von Zimmertemperatur entsteht das Bild in
ungefähr 1/2 Stunde. Wenn man mit warmem Wasser, z. B. von 5o bis 6o° C, spült,
so wird das Bild in :2 bis 5 Minuten entwickelt. Zum Fixieren ist es nötig, längere
Zeit mit Wasser nachzuspülen. Durch Behandlung mit o,oi n-Salpetersäure oder o.i
n-Essigsäure kann das Fixieren in ungefähr i Stunde bewirkt werden. Beispiel 6 Durchsichtiges
Papier wird mit einer iprozentigen Lösung von i-Hydroxy-2-diazonium-6-methylbenzol-4-sulfonsäure
getränkt, die außerdem 2,5 Prozent Merkuronitrat enthält, und dann über Phosphorpentoxyd
im geschlossenen Raum i Stunde lang getrocknet. Dann wird es 75 Sekunden lang hinter
einer Kopiervorlage in 4o cm Entfernung von einer OOuarzlampe belichtet. Das schwach
sichtbare Bild wird durch Wasser entwickelt und dann in einer iprozentigen Lösung
von Silbernitrat in ein Silberbild umgewandelt.
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Das positive Bild, das einen tiefbraunen Farbton aufweist, wird in
einer Sulfitlösung fixiert und kann dann erfolgreich als Diapositiv für das Lichtpausv
erfahren verwendet werden. Würde das O_uecksilberbild nicht in der Silbernitratlösung
in ein Silberbild verwandelt werden, so tritt der Nachteil auf, daß es im Laufe
eines Jahres verschwindet. Beispiel 7 Regenerierte Cellulose wird mit einer 5oprozentigen
wässerigen Alkohollösung getränkt, die außerdem o,75 Prozent 2-Hydroxy-2-diazonium-6-methylbenzol-q.-sulfonsäure
und t,2 Prozent Merkuronitrat enthält, und dann an der Luft getrocknet. Das derart
erhaltene lichtempfindliche Material wird 21/2 Minuten lang hinter einem Glasnegativ
in einer Entfernung von q.o cm von einer Ouarzlampe belichtet, dann während 1/2
Stunde einer Atmosphäre mit hohem Wasserdampfgehalt ausgesetzt und schließlich in
Wasser gewaschen, wodurch ein positives Bild entwickelt und sichtbar wird. Dieses
wird durch Behandlung mit Silbernitrat und darauffolgendes Wässern stabilisiert.
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Beispiel 8 Eine im Handel erhältliche Acetylcellulose wird in einer
Schüttelmaschine 2 Minuten lang mit einer 2 n-alkoholischen Kalilaugelösung behandelt,
wodurch sie oberflächlich verseift wird. Nach gründlichem Spülen mit Wasser wird
zwischen Filtrierpapier getrocknet und dann mit einer 2prozentigen llerkuronitratlösung
getränkt. Mit einem Gummiwischer wird die Schicht auf einer Glasplatte abgestrichen
und dann nochmals zwischen Filtrierpapier getrocknet. Das derart erhaltene Material
wird nun mit einer o.7 5prozentigen Lösung von i-Hydroxy-2-diazonium-6-metlivlbenzol-4-sulfonsäure
getränkt, die außerdem noch 1,2 Prozent Merkuronitrat und 0,75 Prozent Silbernitrat
enthält. Dann wird das nun lichtempfindliche Material Hingere Zeit, z. B. 5 Tage,
an der Luft aufbewahrt, um ein Material zu erzielen, mit dem reproduzierbar gearbeitet
werden kann.
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Wenn man das auf diese Weise erhaltene lichtempfindliche ':Material
hinter einem photographischen Glasnegativ 2 bis 3 Minuten in einerEntfernung von
25 cm von einerKohlenbogenlampe belichtet, entsteht ein einigermaßen sichtbares
positives Bild mit braunem Farbton, das in einer iprozentigen Silbernitratlösung
in io Minuten bei einer Temperatur von 4o bis 5o° C entwickelt wird. Dann wird ungefähr
2 Stunden mit destilliertem Wasser, noch einige Stunden mit Leitungswasser gewaschen
und schließlich kurz, z. B. i Minute, mit einer iprozentigen Natriumsulfitlösung
behandelt und nochmals gewässert. Nach der Belichtung kann auch mit einer Lösung
entwickelt werden, die 2 Prozent Metol und .1. Prozent Citronensäure enthält, wobei
aber die Belichtungszeit bis auf etwa i Minute herabgesetzt werden muß. Nach Behandlung
während i Minute mit dem genannten Entwickler wird noch 1/_ Stunde
mit
destilliertem Wasser gewaschen. Schließlich wird noch einige Stunden mit Leitungswasser
gewaschen, gegebenenfalls nachdem die erwähnte Behandlung mit Natriumsulfit erfolgt
ist. Es ist vorteilhaft, schließlich noch in einer etwa 2oprozentigen Lösung von
Glycerin in Wasser zu baden, damit der Träger eine hinreichende Biegsamkeit beibehält.
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Das mit einem solchen Bild versehene Material eignet sich besonders
als Diapositiv bei Lichtpausverfahren, da dieses Bild einen dazu geeigneten Gammawert
hat und der bräunlich gefärbte Stoff,, aus dem das Bild besteht, das Licht der im
allgemeinen für Lichtpausverfahren verwendeten Kohlenbogenlampe stark absorbiert.
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Mit den verschiedenen vorgenannten Trägermaterialien und Entwicklungsverfahren
können auch gute Ergebnisse bei Verwendung anderer Diazoniumverbindungen erzielt
werden, bei denen sich der aus einer Hydroxylgruppe bestehende Substituent in Orthostellung
in bezug auf die Diazoniumgruppe befindet, z. B.: i -Hydroxy-2-diazoniumbenzol-4-sulfonsäure-6-carbonsäure,
i-Hydroxy-2-diazoniumbenzol-4-carbonsäure, i-Hydroxy-2-diazoniumbenzol-5-carbonsäure,
i-Hydroxy-2-diazoniumbenzol-6-carbonsäure, i-Hydroxy-2-diazoniumbenzol-4-chlor-6-sulfonsäure,
i-Hydroxy-6-acetylamino-2-diazoniumbenzol-4-sulfonsäure. Auch können Diazoniumverbindungen
verwendet werden, bei denen am Benzolkern zwei Hydroxylgruppen vorhanden sind, z.
B. 1,6-Hydroxy-2-diazoniumbenzol-.4-sulfonsäure.
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Statt Hydroxylgruppen können auch am Benzolkern Aminogruppen substituiert
werden, bei denen außerdem ein oder die beiden Wasserstoffatome ihrerseits substituiert
sein können.
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Beispiel 9 Papier wird mit einer Lösung von p-Diphenylaminodiazoniumborfluorid
und Merkuronitrat getränkt. Die weitere Behandlung des Materials und die Bilderzeugung
können in entsprechender Weise erfolgen., z. B. gemäß. Beispiel 3. Es entsteht ein
violett gefärbtes Negativbild, das nach dem Wässern einen braungrauen Farbton aufweist.
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Gute Ergebnisse können ferner durch Verwendung von Dimethylaminobenzoldiazoniumboi-fluorid
und Diäthylaminobenzoldiazoniumborfluorid erhalten werden. StattBenzoldiazoniumverbindungen
können auch zu anderen Ringsystemen gehörige Diazoniumverbindungen benutzt werden.
Beispiel io Papier wird mehrmals, z. B. dreimal, mit einer 2prozentigen Lösung von
Merkuronitrat getränkt, dann in einer 6prozentigen Natriumsulfatlösung gebadet und
schließlich zur Entfernung des gebildeten Natriumnitrats i Stunde lang gewässert.
Nachdem das Papier an der Luft getrocknet worden ist, wird es mit einer iprozentigen
Lösung von i-Diazonium-2-hydroxynaphthalin-4-sulfosäure getränkt und dann wieder
an der Luft getrocknet. Dieses Material kann auf die im Beispiel 3 beschriebene
Weise weiterverarbeitet werden. Nach dem Wässern wird das Bild, das nach der Belichtung
noch nicht sichtbar war, zu einer graufarbigen Negativlichtpause entwickelt. Beispiel
ii Papier wird mit einer 2prozentigen Lösung von Merkuronitrat getränkt und dann
an der Luft getrocknet. Darauf wird es mit einer Soprozentigen alkoholischen Lösung
behandelt, die i Prozent 2-Hydroxy-i-diazoniumnaphthalin-4-sulfosäure und i Prozent
Silbernitrat enthält, und aufs neue an der Luft getrocknet.
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Das lichtempfindliche Material wird 30 Sekunden hinter einem
Filmnegativ in einer Entfernung von 25 cm von einer Glühlampe größerer Abmessung
belichtet, die 5 kW Energie verarbeiten kann und mit Rücksicht auf die damit verbundene
Wärmeentwicklung mit Hilfe eines Kühlmantels mit Wasser gekühlt wird. Das noch nicht
sichtbare Bild wird dadurch entwickelt, daß das Material . Stunden lang einer Atmosphäre
mit hohem Wasserdampfgehalt ausgesetzt wird. Der Ton des Bildes wird in diesem Fall
zunächst braun, später schwarz. Dann wird zur Fixierung mit Wasser gespült, wobei
die Farbe des Bildes keine Änderung mehr erfährt.
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Beispiel 12 Statt Papier können die im Beispiel i i erwähnten Stoffe
auch einem Träger einverleibt werden, der aus oberflächlich verseifter Acetylcellulose
besteht. Zur Herstellung von lichtempfindlichem Material und zur Erzeugung von Bildern
darauf kann man entsprechend Beispiel 8 verfahren.
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Beispiel 13 Papier wird nacheinander mit einer 2prozentigen Lösung
von Merkuronitrat, einer iprozentigen Lösung von i-Diazonium-2-hydroxynaphthalin-q.-sulfosäure
und einer 2-prozentigen Lösung von Merkuronitrat bestrichen.
Nach
jeder Bearbeitung wird die Schicht an der Luft getrocknet. Dann wird kurz hinter
einer Zeichnung (3o Sekunden in einer Entfernung von 25 cm von einer Glühlampe größerer
Abmessungen, die 5 kW Energie verarbeiten kann und mit Rücksicht auf die damit verbundene
Wärmeentwicklung mit Hilfe eines Kühlmantels mit Wasser gekühlt wird) belichtet
und 5 Minuten in einer iprozentigen Lösung von Aurichlorid entwickelt. Es entsteht
ein negatives rotviolettes Bild, das durch Wässern beständig gemacht wird.
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Da Merkuronitrat mit Aurichlorid reagiert, empfiehlt es sich, nach
der Belichtung zu entwickeln, sorgfältig mit Wasser auszuwaschen und erst dann das
derart erhaltene Bild mit der Aurichloridlösung zu behandeln.
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Beispiel 14 Papier wird mit einer iprozentigen Lösung von i-Diazonium-2-hydroxynaphthalin-4-sulfosäure
bestrichen und dann an der Luft getrocknet. Nach kurzer Belichtung hinter einer
Kopiervorlage (3o Sekunden in einer Entfernung von 25 cm von einer 5-kW-Glühlampe)
wird die Schicht mit der 2prozentigen Lösung von Merkuronitrat in Wasser bestrichen,
wodurch sich .das Bild in etwa 5 Minuten entwickelt, worauf mit Wasser gespült und
nachher mit einer Silbernitratlösung behandelt wird.
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Auch ist es möglich, die Schicht nach der Belichtung mit sehr feinem
Pulver von Merkuronitrat einzureiben und dann in einem Raum mit heißem Wasserdampfgehalt
zu entwickeln. 'Nach ungefähr einer halben Stunde entsteht das Bild, das auf die
bereits beschriebene Weise stabilisiert werden kann.