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Formkörper aus durch thermische Zersetzung Sauerstoff abgebender Masse
Die Erfindung betrifft einen insbesondere für Atemschutzgeräte dienenden Formkörper
aus durch thermische Zersetzung Sauerstoff abgebender Masse, die in einem Behälter
untergebracht ist, an dessen Bodeninnern ein Zündsatz, beispielsweise Zündhütchen,
angeordnet ist, dessen Zündung mechanisch erfolgt.
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Bei der Sauerstofferzeugung für Atemzwecke durch Verglühen Sauerstoff
abgebender Chemikalien muß die Sauerstoffentwicklung in den für diesen Zweck hergestellten
Chemikalpatronen durch eine Zündung eingeleitet werden. Die Patronen sind daher
mit einem Zündsatz versehen, der entweder elektrisch durch Erhitzen oder mechanisch
durch einen Schlag o. dgl. zur Entzündung gebracht wird. Bei Patronen für mechanische
Zündung durch Schlag wird als Zündsatz ein Zündhütchen verwendet, das innerhalb
der Patrone unter dem Boden derselben angebracht ist. Um den Zündsatz durch Schlag
zur Explosion zu bringen, muß aber der Boden der Patrone bis zu einem gewissen Grade
verformt werden. Da der Patronenmantel aus einem kräftigen Werkstoff hergestellt
ist, weil die Patronen bei der Gasentwicklung einen gewissen Druck auszuhalten haben,
ist ein verhältnismäßig starker Schlag notwendig, um die Zündung einzuleiten. Eine
solche Patrone ist zwar gegen leichte Stöße, wie sie beim Transport auftreten, unempfindlich,
und es ist im Interesse der Sicherheit nicht ratsam, die Zündung empfindlicher zu
machen. Dagegen sind verhältnismäßig große und schwere Schlageinrichtungen erforderlich,
da schon eine erhebliche Kraft und Masse dazu gehört, den Boden der Patrone zu verformen
und den Zündsatz zur Explosion zu bringen. Bei den
i>islier bekannten
Zündeinrichtungen ist deshalb entweder ein :iiit Schlagstift versehener Knopf angeordnet,
auf den mit der Hand aufgesclilagen wir 1, o ler es werden Schlagbolzen o ler hammerähnliche
Vorrichtungen benutzt, bei denen durch Auslösung einer Federkraft 1Lr Schlag für
die Zündung ausgeführt wird.
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Die Federschlageinrichtungen sind aber, da, wie schon erwähnt, der
Schlag sehr kräftig sein mttß. verliältnisinäßig groß, und schwer und auch in der
Herstellung teuer. Für frei tragbare Ateinschutz-eräte bilden sie eine "tnerwünschte
Z-er"rölierung des ganzen Geräts und eine Vermehrung des Gewichts, ganz al"geselien
von einer Verteaerung des Ger:its.
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Die Erfindung besteht nun darin. daß vor der dem Zün(Isatz gegenüberliegenden
Stelle rles Behälterbodens ein Röhrchen zum Einetzen einer Geschoßpatrone. z. B.
einer Teschingpatrone, sowie ein Hahn, Schlag-1)olzen o. dgl., zum Abschuß der Patrone
<in-_eor:Inet sind.
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In dein Aufhewahrungskasten ist eine ausl,1sbare Sperrung angeordnet,
die beim Heraus1iehinen (les Geräts die Feder des Schlag-?>olzens spannt und den
Schlagbolzen freigibt.
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Auch lc;innen Bowrtenziige oller Elektroriagnete zur Fei-natislösun-
des Halins oder Schlagbolzens verwendet werden.
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In `der Zeichnung sind zwei Ausführungsl@ei:piele der Erfindung dargestellt.
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Die Abb. i zeit rlie Sauerstoffquelle eines Schutzgeräts, die aus
einer Cheniikalpatrone i mit dein Preßkörper -2 und den Zündsätzen 3, 4. hesteht.
Die vor dem Boden 5 und den Zündsätzen 3, 4 angeordnete Zündvorrichtung be-,teht
aus dein kurzen Lauf;, in der eine Geschol1patrone (i, z. B. Teschingpatrone, gelagert
ist. Der Schlagbolzen 8 mit seiner Spitze g kann zur Einwirkung auf die Patrone
cbracht werden.
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Bei (fieser Ausführung ist es auf v erschie-@!une Weise ni@@@lieh,
den Schlagbolzen 8 mit :einer Spitze d durch die Federkraft io gegen lie Geschoßpatrone
6 schnellen zti lassen. Man kann auch die Ausl;isung mittels eines Griffs, @ler
am Schlagbolzen befestigt ist, den man nach dem Anziehen losläßt oder durch Bow(lenzug
o. dgl. herbeiführen. Hierdurch wird die Geschoßpatrone 6 in üblicher Weise gezündet.
Das Geschoß trifft den Boden 5 der Chemikalpatrone i und löst den Zündsatz 4, 3
aus.
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Die Abb.2 zeigt einen Teil eines Fluchtger:its, welches in einem Aufbewahrungskasten
1 i untergebracht ist. Auf einer Platte 16 sind (furch Schellen 17 die Chemikalpatrotie
i sowie auch die Schießvorrichtung, wie diese schon in den Ausführungen zti Abb.
i bis auf den kugelförmigen Ansatz 14 l-esclirieben ist, befestigt. Die Federklemme
13 hat einen unten mit einem Gewinde verseltenen Bolzen 12, auf (]en eine -Mutter
15 aufgeschraubt ist.
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Soll das Gerät in den Aufbewahrungskasten eingesetzt «-erden, wird
die Gewindemutter 13 von dein Bolzen 1 2 ahgabgeschraubt. Die von 13 mit dein Bolzen
12 wird aus dein Kasten herausgenommen und der kugelförmige Ansatz 14. zwischen
die beiden Schenkel der Klemme 13 geschoben. Jetzt wird das ganze Gerät in den Aufbewahrungskasten
so eingesetzt, daß der Bolzen der Federklemme in (las am Boden des Aufbewahrungskastens
für den Bolzen vorgesehene Loch gleitet und finit seinem unteren Ende Herausragt.
Die Gewindemutter wird nun aufgeschraubt und angezogen. Das Gerät ist nun gebrauchsfertig.
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Ini Falle einer Gefahr wird (las Gerät aus dem Aufbewahrungskasten
i i herausgerissen. Hierbei spannt sich die Feder io des Schlagbolzens B. Der kugelförmige
Ansatz 14 wird durch Nachgeben der Federspannung frei. Dadurch wird der Schlagbolzen
8 durch die Spannkraft der Fe(ler io mit seiner Spitze 9 gegen den Bollen der Geschoßpatrone
6 geschleudert und bringt diese zur Entzündung.
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Statt der vorstehend beschriebenen Anordnung zum Spannen der Schlagbolzenfeder
io kann auch ein Faden bestimmter Reißfestigkeit an dem Boden des Aufbewahrungskastens
l;ef(stigt werden. Auch lassen sich noch an-@'ere Anordnungen treffen, z. B. Verwendung
von Federklerninen, die sich bei Lockerung der Schraube auseinanderbiegen, nach
dem Einsetzen des Geräts finit seinem unten an der Schießvorrichtung vorgesehenen
kugelförmigen Ansatz in die offene J#ederkletnnie durch Anziehen der Schraube aneinanderpressen
und so den Ansatz festhalten.
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Bei den vorgeschlagenen Anordnungen unter Verwendung einer Geschoßpatrone
ist der schwache Knall der Patrone ein erwünschtes Anzeichen dafür, daß die Zündung
erfolgt ist. Die besclirieltene Zündeinrichtung ist für alle Vorrichtungen verwendbar,
bei denen Sauerstoff abgebende Cheinikalpatronen der eingangs beschriebenen Bauart
verwendet werden. Da die Kraft, die zum Auslösen der kleinen Schlagbolzeneinrichtung
für die Teschingpatrone erforderlich ist, nur ganz gering ist, ist auch eine Fernzündung
der Clieinikalpatronen entweder mechanisch durch Bow(lenzug oder ancli elektromagnetisch
nie )glich.