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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung von 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon.
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Es ist bekannt, daß
4,4'-Dihydroxydiphenylsulfonmonobenzylether erzeugt werden kann, wenn 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon
(im folgenden als BPS abgekürzt) mit einem Benzylhalogenid (X-
CH&sub2;C&sub6;H&sub5;, wobei X für Halogen steht) in Gegenwart eines
alkalischen Katalysators umgesetzt wird. Als Reaktionsmedium sind
sowohl organische Lösungsmittelsysteme als auch wäßrige
Lösungsmittelsysteme verwendet worden.
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Eines der Probleme bei einem derartigen Herstellungsverfahren
für BPS-Monobenzylether, insbesondere als industrielles
Verfahren, besteht in der Selektivität der Reaktion, wobei 4,4'-
Dibenzyloxydiphenylsulfon (im folgenden als BPS-Dibenzylether
abgekürzt) als Nebenprodukt gebildet wird, da BPS als eine
Ausgangssubstanz der Reaktion über zwei phenolische
Hydoxylgruppen verfügt. Diese problematische Selektivität der
Reaktion führt unter anderem zu einer schwierigen Kontrolle der
Reaktionsbedingungen und zur Notwendigkeit eines weiteren
Prozeßschrittes zur Isolierung des Produktes. Ein weiteres
Problem liegt in der Menge des für die Reaktion benötigten
Lösungsmittels; diese sollte z. B. mit Blick auf die
Produktionsanlage, eine einfache Steuerung der
Herstellungsbedingungen und die Herstellungskosten so klein wie möglich gehalten
werden.
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Die japanische Offenlegungsschrift Nr. 58-82788 beschreibt ein
Herstellungsverfahren in einem organischen Lösungsmittel
(Dimethylformamid) unter Verwendung von BPS und Benzylchlorid,
wobei ein Alkalimetallcarbonat als Katalysator verwendet wird.
Diese Reaktion ist bezüglich der Reaktionsselektivität
unzureichend, da sie einen zusätzlichen Reinigungsprozeß mittels
Extraktion oder Umkristallisieren benötigt. Die japanischen
Offenlegungsschriften Nr. 59-225157 und Nr. 4-210955 beschreiben
ein Herstellungsverfahren für BPS-Monobenzylether, welches
das Lösen von BPS zusammen mit einer alkalischen Verbindung
unter Benutzung von Wasser als Reaktionsmedium, weiterhin
dessen Umsetzung mit Benzylchlorid und die Isolierung des
entstandenen Produktes umfaßt. Die japanische Offenlegungsschrift
Nr. 5-117224 beschreibt ein Herstellungsverfahren, bei dem
unter ähnlichen Reaktionsbedingungen eine alkalische
Verbindung der wäßrigen Reaktionslösung zugesetzt wird, wodurch
diese einen pH-Wert von 7,5 bis 8,5 erhält. Bei einem
derartigen wäßrigen Lösungsmittelsystem enthält das
Produktgemisch einen hohen Anteil von nicht umgesetztem BPS, um die
Bildung von BPS-Dibenzylether zu unterdrücken, wodurch ein
aufwendiger Reinigungsprozeß wie eine Extraktion oder eine
Umkristallistion notwendig wird. Ferner wird Wasser als
Lösungsmittel in einem Mengenverhältnis von ca. 10 : 1 bezogen auf
BPS benötigt, wodurch nicht nur Schwierigkeiten betreffend der
geringen Produktionsrate pro Volumeneinheit der
Syntheseanlage, sondern auch bezüglich der Notwendigkeit der Aufbereitung
großer Mengen Lösungsmittelrückstände entstehen.
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Folglich bestand bezüglich eines Herstellungsverfahrens für
BPS-Monobenzylether ein großer Bedarf für ein Verfahren mit
einer hohen Selektivität der Reaktion, das ein hochreines
Produkt ohne die Notwendigkeit eines aufwendigen
Reinigungsprozesses wie eine Extraktion oder eine Umkristallisation
erzeugt, das eine hohe Produktausbeute pro Volumeneinheit des
Reaktionsmediums liefert und das in der Lage ist, die
flüssigen Reaktionsrückstände möglichst gering zu halten.
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Herstellungsverfahren
für 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon (im folgenden als
BPS-Monobenzylether abgekürzt), eine Verbindung, die als
photographischer Koppler oder als Entwickler für Thermopapier
mit einer günstigen Lagerfähigkeit verwendet wird, die die
folgende allgemeine Strukturformel hat (1):
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Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die oben
genannten Probleme der herkömmlichen Herstellungsverfahren für
BPS-Monobenzylether zu überwinden und so ein Verfahren mit
einer hohen Selektivität der Reaktion, das ein hochreines
Produkt ohne die Notwendigkeit eines aufwendigen
Reinigungsprozesses wie eine Extraktion oder eine Umkristallisation
erzeugt, das eine hohe Produktmenge pro Volumeneinheit des
Reaktionsmediums liefert und das in der Lage ist, die
flüssigen Reaktionsrückstände möglichst gering zu halten
bereitzustellen.
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Aufgrund gründlicher Untersuchungen zur Lösung der oben
genannten Probleme erkannte der Erfinder, daß die
Produktionsmenge pro Volumeneinheit gesteigert werden kann, während
gleichzeitig die Selektivität der Reaktion verbessert wird,
wenn Wasser als Lösungsmittel in der Reaktion einer bestimmten
Menge eines niederen Alkohols eingesetzt wird. Auf Basis
dieser Erkenntnis schuf der Erfinder die vorliegende Erfindung.
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Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung von 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon durch
Umsetzen von 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon mit einem
Benzylhalogenid in Gegenwart eines alkalischen Katalysators bereit,
wobei Wasser, das einen niederen Alkohol enthält, als
Lösungsmittel verwendet wird.
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Des weiteren stellt die vorliegende Erfindung das oben
genännte Herstellungsverfahren für 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon
bereit, wobei der oben genannte niedere Alkohol
aus Methanol, Ethanol, n-Propanol und Isopropanol oder einem
Gemisch von zwei oder mehreren daraus gewählt wird.
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Ferner stellt die vorliegende Erfindung das oben genannte
Herstellungsverfahren für 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon
bereit, wobei der oben genannte alkalische Katalysator aus
Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Lithiumhydroxid,
Natriumcarbonat und Kaliumcarbonat oder einem Gemisch von zwei oder
mehreren daraus gewählt wird.
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Des weiteren stellt die vorliegende Erfindung das oben
genannte Verfahren zur Herstellung von
4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon bereit, wobei das oben genannte Benzylhalogenid
aus Benzylchlorid, Benzyljodid und Benzylbromid oder einem
Gemisch von zwei oder mehreren daraus gewählt wird.
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Ferner stellt die vorliegende Erfindung das oben genannte
Herstellungsverfahren für 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon
bereit, wobei das oben genannte Lösungsmittel Wasser, das 5
bis 25 Gew.-% des oben genannte niederen Alkohols enthält,
darstellt.
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Außerdem stellt die vorliegende Erfindung das oben genannte
Herstellungsverfahren für
4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon bereit, wobei 3 bis 5 Gewichtsteile des oben genannten
Lösungsmittels bezogen auf ein Gewichtsteil von
4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon eingesetzt werden.
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Des weiteren stellt die vorliegende Erfindung das oben
genannte Verfahren zur Herstellung von
4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon bereit, wobei 0,9 bis 1, 2 Äquivalente des
Benzylhalogenids und 0,8 bis 1,2 Äquivalente des alkalischen
Katalysators bezogen auf ein Mol 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon
eingesetzt werden.
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Ferner stellt die vorliegende Erfindung das oben genannte
Herstellungsverfahren für 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon
bereit, das einen weiteren Abtrennungsschritt von 4-Hydroxy-
4'-benzyloxydiphenylsulfon durch Abfiltrieren der
Reaktionslösung nach Beendigung der Reaktion umfaßt.
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Im einzelnen stellt die vorliegende Erfindung in einer
speziellen Ausführungsform insbesondere ein Verfahren zur
Herstellung von 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon in hoher
Reinheit bereit, das erhalten wird, indem ein Gewichtsteil
4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon zu 3 bis 5 Gewichtsteilen einer 5
bis 25 Gew.-% enthaltenden wäßrigen Lösung eines niederen
Alkohols hinzugefügt wird; 0,8 bis 1,2 Gewichtsteile eines
Hydroxids und/oder eines Salzes eines Alkalimetalls bezogen
auf ein Mol 4,4'-Dihydroxydiphenylsulfon hinzugefügt werden,
um dieses als Monoalkalimetallsalz des
4,4'-Dihydroxydiphenylsulfons aufzulösen; 0,9 bis 1,2 Äquivalente eines
Benzylhalogenids hinzugefügt werden, um eine Reaktion zu bewirken und
nach der Reaktion der Niederschlag durch Abfiltrieren
abgetrennt wird.
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Zusammenfassend kann gesagt werden, daß aufgrund der
Verwendung eines wäßriges Lösungsmittels, das eine geeignete Menge
eines niederen Alkohols enthält, als Reaktionsmedium eine hohe
Selektivität der Reaktion erzielt werden kann, wobei das
Reaktionsprodukt in hoher Ausbeute und hoher Reinheit auf einfache
Weise durch Abfiltrieren, Waschen und Trocknen gewonnen werden
kann. Ferner konnte die Menge des Reaktionsmediums gesenkt
werden, was eine Verbesserung der Produktionsrate pro
Volumeneinheit (der Syntheseanlage und des Lösungsmittels), eine
Verringerung der erforderlichen Herstellungskosten und eine
Minimierung der erforderlichen Behandlung des flüssigen
Reaktionsrückstandes ermöglicht. Daher ist das
Herstellungsverfahren für BPS-Monobenzylether nach der vorliegenden Erfindung
als industrielles Herstellungsverfahren für 4-Hydroxy-4'-
benzyloxydiphenylsulfon bevorzugt geeignet.
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Im folgenden wird mit Bezug auf die Art und Weise der
Durchführung der vorliegenden Erfindung das Verfahren zur
Herstellung von 4-Hydroxy-4'-benzyloxydiphenylsulfon nach der
vorliegenden Erfindung näher erläutert.
Reaktionsmedium
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Das Herstellungsverfahren für BPS-Monobenzylether nach der
vorliegenden Erfindung verwendet Wasser, das einen niederen
Alkohol enthält, als Reaktionsmedium für ein Verfahren, bei
dem BPS und ein Benzylhalogenid (X-CH&sub2;C&sub6;H&sub5;, wobei X für Halogen
steht), als Ausgangsmaterialien, in Gegenwart eines
alkalischen Katalysators umgesetzt werden.
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Der niedere Alkohol, der zusammen mit Wasser als Lösungsmittel
verwendet wird, ist ein Alkohol, der 1 bis 3 Kohlenstoffatome
aufweist. Als konkrete Beispiele können Methanol, Ethanol,
n-Propanol und Isopropanol aufgeführt werden.
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Obwohl dafür keine besonderen Beschränkungen Vorliegen,
beträgt der Gehalt (die Konzentration) eines solchen niederen
Alkohols bevorzugt 5 bis 25 Gew.-% (insbesondere sind 5 bis
15 Gew.-% zu bevorzugen) bezogen auf Wasser. Wird ein
Lösungsmittel verwendet, in dem die Konzentration des niederen
Alkohols höher als 25 Gew.-% ist, hat die Selektivität der
Reaktion die Tendenz, abzunehmen, wobei wahrscheinlich nicht
umgesetztes BPS oder BPS-Dibenzylether als Nebenprodukte
auftreten. Im Gegensatz hierzu neigt BPS dazu, in großen Mengen
zu verbleiben, wenn die Konzentration des niederen Alkohols
unter 5 Gew.-% liegt.
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Obwohl dafür keine besonderen Beschränkungen vorliegen,
beträgt die Menge des Reaktionsmediums, die in der vorliegenden
Erfindung zu verwenden ist, vorzugsweise 3 bis 5 Gewichtsteile
bezogen auf ein Gewichtsteil BPS. Insbesondere, wenn diese
Menge kleiner als 3 Gewichtsteile bezogen auf BPS ist, so
verbleibt das letztere der Materialien wahrscheinlich im
Reaktionsmedium, ohne sich dabei ausreichend zu lösen, wobei BPS
dazu neigt, auch nach der Reaktion nicht umgesetzt zu
verbleiben und dadurch die Selektivität und die Ausbeute zu
verringern. Im Gegensatz hierzu wird im Fall, in dem mehr als 5
Gewichtsteile des Lösungsmittels bezogen auf 1 Gewichtsteil BPS
eingesetzt werden, die Produktionsrate pro Volumen des
Reaktionsmediums sinken, wodurch die Verwendung des Lösungsmittels
in einer Syntheseanlage im industriellen Maßstab, die
Reaktionsführung, der Abtrennungsprozeß, u. a. mit Nachteilen
behaftet sind. Weiterhin wird die Behandlung der flüssigen
Reaktionsrückstände ungünstig beeinflußt, da große Mengen
flüssiger Reaktionsrückstände anfallen.
Alkalischer Katalysator
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Obwohl dafür keine besonderen Beschränkungen vorliegen, wird
in der vorliegenden Erfindung vorzugsweise ein Hydroxid oder
ein Salz eines Alkalimetalls als alkalischer Katalysator
verwendet.
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Insbesondere können hierfür Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid,
Lithiumhydroxid, Natriumcarbonat und Kaliumcarbonat aufgeführt
werden, von denen Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid
insbesondere zu bevorzugen sind.
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Obwohl dafür keine besonderen Beschränkungen vorliegen, liegt
die Menge des zu verwendenden alkalischen Katalysators im Fall
der o. g. Hydroxide und Salze von Alkalimetallen bevorzugt bei
0,8 bis 1,2 Äquivalenten bezogen auf ein Mol BPS. Hierbei
bezieht sich ein Äquivalent auf ein Mol des alkalischen
Katalysators, berechnet als Hydroxylgruppe bezogen auf ein Mol BPS,
da BPS 2 Hydroxylgruppen aufweist. Bei einer Menge des alkalischen
Katalysators unter 0,8 Äquivalente bezogen auf 1 Mol BPS
ist, hat nicht umgesetztes BPS die Tendenz, in großen Mengen
zu verbleiben, wohingegen bei Verwendung von mehr als 1, 2
Äquivalente bezogen auf 1 Mol BPS wahrscheinlich
BPS-Benzylether gebildet wird und so die Ausbeute der Reaktion
vermindert.
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Obwohl keine besonderen Beschränkungen bezüglich der
Bedingungen, unter denen der alkalische Katalysator hinzugefügt
wird vorliegen, wird dieser bevorzugt nach dem Lösen des BPS
hinzugegeben, so daß das BPS als Monoalkalisalz in Lösung
geht. Bei Verwendung des Reaktionsmediums der vorliegenden
Erfindung liegt das oben genannte BPS im wesentlichen
vollständig als Monoalkalisalz in der Lösung vor.
Benzylhalogenid
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Obwohl dafür keine besonderen Beschränkungen vorliegen, sind
Benzylchlorid (Chlorid), Benzyljodid (Jodid) und Benzylbromid
(Bromid) bevorzugt als Benzylhalogenide in der vorliegenden
Erfindung einsetzbar. Benzylchlorid ist besonders zu
bevorzugen.
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Obwohl dafür keine besonderen Beschränkungen vorliegen, liegt
die zu verwendende Menge an Benzylchlorid bevorzugt bei 0,8
bis 1,2 Äquivalenten bezogen auf ein Mol BPS. Hierbei bezieht
sich 1 Äquivalent auf die Menge an Halogenid, die mit einer
Hydroxylgruppe reagiert, da BPS über 2 Hydroxylgruppen
verfügt. Ist die Menge des Benzylhalogenids geringer als 0,8
Äquivalente bezogen auf 1 Mol BPS, so verbleibt eher eine
große Menge BPS nicht umgesetzt in der Reaktionslösung,
wohingegen bei Verwendung von mehr als 1,2 Äquivalente bezogen auf
1 Mol BPS eher BPS-Dibenzylether als Nebenprodukt auftritt.
Reaktionsbedingungen
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Obwohl dafür keine besonderen Beschränkungen vorliegen,
liegt die Reaktionstemperatur in der vorliegenden Erfindung
bevorzugt im Bereich von 40ºC bis 90ºC, mehr vorzuziehen ist
ein Bereich von 50º bis 70ºC. Im frühen Stadium der Umsetzung
wurde das Ausgangsmaterial bevorzugt aufgelöst, und die
Temperatur ist vorzugsweise für den Lösungsvorgang ausreichend. Im
allgemeinen setzen sich das Ausgangsmaterial oder Teile des
Produktes bei Temperaturen unter 50ºC als Feststoff vor der
Reaktion ab. Sogar in diesem Fall kann die Reaktion aus dem
Niederschlag heraus gestartet werden. Im Gegensatz hierzu hat
die Selektivität der Reaktion die Tendenz, bei Temperaturen
über 90ºC dazu abzunehmen, wobei BPS-Dibenzylether
wahrscheinlich als Nebenprodukt auftritt.
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In der vorliegenden Erfindung gibt es keine besonderen
Beschränkungen bezüglich der bevorzugten Reaktionszeit, die
durch Verfolgen des Fortschrittes der Reaktion optimiert
werden kann. Bevorzugt wird die Reaktion nach dem Hinzufügen
des Benzylhalogenids ausreichend lang bei der dabei
vorliegenden Temperatur fortgesetzt. Beispielsweise können bei
Entnahme eines Teils des Reaktionsgemisches, das solchen
bekannten Methoden wie Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie,
Dünnschichtchromatographie oder der Gaschromatographie
unterworfen wird, das Ausgangsmaterial und das Produkt schnell
verfolgt werden, wodurch die für die Reaktion notwendige Dauer
ermittelt werden kann.
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Unter den Herstellungsbedingungen nach der vorliegenden und
oben erläuterten Erfindung fällt BPS-Monobenzylether, der das
Reaktionsprodukt darstellt, in Kristallen aus, wenn das
flüssige Reaktionsgemisch nach Abschluß der Reaktion auf eine
Temperatur von ca. 20º bis 40ºC abgekühlt wird. In diesem Fall
liegen Nebenprodukte und nicht umgesetztes Ausgangsmaterial
wahrscheinlich gemeinsam mit dem Produkt vor, wenn die
Abkühltemperatur
unter 20ºC liegt. Bei einer höheren Temperatur
hat die Ausbeute die Tendenz abzunehmen, wohingegen die
Reinheit zunimmt. Folglich kann eine geeignete Abkühltemperatur im
Hinblick auf die Ausbeute und Reinheit eingestellt werden. Im
allgemeinen geht beim Abfiltrieren bei einer Temperatur von
20ºC bis 60ºC nicht umgesetztes BPS in das Filtrat über,
wohingegen BPS-Monobenzylether in hoher Reinheit (mindestens
96%) und in hoher Ausbeute (mindestens 80%) erhalten wird.
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Die Reinheit des BPS-Monobenzylethers, der durch Abfiltrieren
unter den oben genannten Bedingungen erhalten wird, kann durch
bekannte Analysemittel bestätigt werden. Insbesondere können
hierfür verschiedene Methoden bevorzugt angewandt werden, bei
denen, während ein Reaktionsprodukt, das durch ein Reaktion
unter üblichen Arbeitsweisen erhalten wurde, mittels
Chloroform als Lösungsmittel unter Verwendung einer Silicagelsäule,
als Standard abgetrennt und gereinigt wurde, der erhaltene
BPS-Monobenzylether z. B. der
Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie (z. B. Typ LC-10 hergestellt von Shimadzu Corp.), der
Gaschromatographie (z. B. Typ GC-16A hergestellt von Shimadzu
Corp.), der Kernspinresonanzspektroskopie (z. B. Typ R-90H
hergestellt von Hitachi Ltd.), der
Infrarotabsorptionsspektroskopie (1600 FTIR hergestellt von Perkin Elmer Corp.), und/oder
einer Elementaranalyse (2400 CHN Elementaranalyse-Gerät
hergestellt von Perkin-Elmer Corp.) unterworfen wird. Ferner kann
der Schmelzpunkt des erhaltenen BPS-Monobenzylethers durch
Kalorimetrie mit Differentialabtastung (z. B. Typ DSC-50
hergestellt von Shimadzu Corp.) gemessen werden.
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Nebenprodukte, die beim Herstellungsverfahren gemäß der
vorliegenden Erfindung gebildet werden oder mitvorliegende
Verunreinigungen, können nicht nur als nicht umgesetztes BPS und
Dibenzylether von BPS, sondern auch als Benzylether, C&sub6;H&sub5;CH&sub2;OR,
der ein Reaktionsprodukt des Benzylhalogenids und des niederen
Alkohols darstellt, nachgewiesen werden. Hierbei ist R die
Alkylgruppe des niederen Alkohols ROH, der für die Umsetzung
verwendet wird. Insbesondere liegt Benzylmethylether vor, wenn
Methylalkohol verwendet wird, wohingegen Isopropylbenzylether
vorliegt, wenn Isopropylalkohol verwendet wird. Ein derartiges
Nebenprodukt ist spezifisch für das Verfahren nach der
vorliegenden Erfindung, und es kann mit verschiedenen bekannten
Methoden der organischen Spurenanalyse nachgewiesen werden.
Insbesondere können z. B. Gaschromatographie, Massenspektrometrie
und Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie eingesetzt
werden.
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Ferner ist das Herstellungsverfahren nach der vorliegenden
Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß der flüssige
Reaktionsrückstand nicht nur Wasser, sondern auch eine vorher
festgelegte Menge eines niederen Alkohls enthält. Demzufolge kann
bestätigt werden, ob eine vorher festgelegte Menge eines
niederen Alkohols vorliegt, indem ein Teil des flüssigen
Reaktionsrückstands gängigen organischen Analysemethoden
unterworfen wird. Insbesondere kann der flüssige Reaktionsrückstand
z. B. mittels Gaschromatographie, Massenspektrometrie und/oder
Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie untersucht werden.
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Im folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand von
Beipielen, die in keiner Weise die vorliegende Erfindung wie
beansprucht einschränken, im einzelnen erläutert.
Beispiel 1
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BPS (250 g, 1,0 Mol) und Natriumhydroxid (40 g, 1,0 Mol)
wurden in 1250 g einer wäßrigen Lösung, die 5 Gew.-% Methanol
enthält, gelöst und Benzylchlorid (126,6 g, 1,0 Mol) im
Verlauf von 4 Stunden bei 60ºC hinzugetropft. Nach Beendigung des
Hinzutropfens wurde die Reaktion bei 60ºC sechs (6) Stunden
lang weitergeführt. Nach Abschluß der Reaktion wurde die
Reaktionslösung auf 35ºC abgekühlt und das sich dabei absetzende
gereinigte Produkt durch Abfiltrieren abgetrennt. Nach mehrmaligem
Waschen mit Wasser wurde das abgetrennte Produkt im
Vakuum getrocknet (Ausbeute nach dem Trocknen: 290,7 g,
Ausbeute bezogen auf BPS: 85,5%).
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Die so erhaltenen Kristalle erwiesen sich in der
Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie als BPS-Monobenzylether mit
einer Reinheit von 97,4% (Säule: CLC-ODS, Laufmittel: 65%ige
wäßrige Acetonitril-Lösung, Standard: BPS-Monobenzylether mit
einer Reinheit von 99,9%, erhalten nach der oben genannten
Methode). Ferner wurde in der oben genannten
Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie BPS-Dibenzylether (0,8%) als
Nebenprodukt gefunden. Der Schmelzpunkt des Produktes betrug 164ºC
(gemessen durch Kalorimetrie mit Differentialabtastung).
Beispiel 2
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BPS (250 g, 1,0 Mol) und Natriumhydroxid (40 g, 1,0 Mol)
wurden in 750 g einer wäßrigen Lösung, die 20 Gew.-% Methanol
enthält, gelöst und Benzylchlorid (126,6 g, 1,0 Mol) im
Verlauf von 4 Stunden bei 75ºC hinzugetropft. Nach Beendigung des
Hinzutropfens wurde die Reaktion bei 75ºC sechs (6) Stunden
lang weitergeführt. Nach Abschluß der Reaktion wurde die
Reaktionslösung auf 35ºC abgekühlt und das sich dabei absetzende
gereinigte Produkt durch Abfiltrieren abgetrennt. Nach
mehrmaligem Waschen mit Wasser wurde das abgetrennte Produkt
im Vakuum getrocknet (Ausbeute nach dem Trocknen: 86,3 g,
Ausbeute bezogen auf BPS: 84,2%)
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Die so erhaltenen Kristalle erwiesen sich gemäß Hochleistungs-
Flüssigkeitschromatographie als BPS-Monobenzylether mit einer
Reinheit von 96,9% (durchgeführt unter den gleichen
Bedingungen wie unter Beispiel 1). Ferner wurde in der oben
genannten Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie
BPS-Dibenzylether (1,0%) als Nebenprodukt gefunden. Der Schmelzpunkt des
Produktes betrug 163ºC (gemessen durch Kalorimetrie mit
Differentialabtastung).
Beispiel 3
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BPS (250 g, 1,0 Mol) und Natriumhydroxid (40 g, 1,0 Mol)
wurden in 1250 g einer wäßrigen Lösung, die 5 Gew.-% Isopropanol
enthält, gelöst und Benzylchlorid (126,6 g, 1,0 Mol) im
Verlauf von 4 Stunden bei 60ºC hinzugetropft. Nach Beendigung des
Hinzutropfens wurde die Reaktion bei 60ºC sechs (6) Stunden
lang weitergeführt. Nach Abschluß der Reaktion wurde die
Reaktionslösung auf 35ºC abgekühlt und das sich dabei absetzende
gereinigte Produkt durch Abfiltrieren abgetrennt. Nach
mehrmaligem Waschen mit Wasser wurde das abgetrennte Produkt im
Vakuum getrocknet (Ausbeute nach dem Trocknen: 273,4 g,
Ausbeute bezogen auf BPS: 80,4%).
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Die so erhaltenen Kristalle erwiesen sich gemäß Hochleistungs-
Flüssigkeitschromatographie als BPS-Monobenzylether mit einer
Reinheit von 96,3% (durchgeführt unter den gleichen
Bedingungen wie unter Beispiel 1). Ferner wurde in der oben genannten
Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie BPS-Dibenzylether
(1, 2%) als Nebenprodukt gefunden. Der Schmelzpunkt des
Produktes betrug 161ºC (gemessen durch Kalorimetrie mit
Differentialabtastung).
Vergleichsbeispiel 1
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BPS (250 g, 1,0 Mol) und Natriumhydroxid (40 g, 1,0 Mol)
wurden in 2500 g Wasser gelöst und Benzylchlorid (126,6 g, 1,0
Mol) im Verlauf von 4 Stunden bei 60ºC hinzugetropft. Nach
Beendigung des Hinzutropfens wurde die Reaktion bei 60ºC sechs
(6) Stunden lang weitergeführt. Nach Abschluß der Reaktion
wurde die Reaktionslösung auf 35ºC abgekühlt und das sich
dabei absetzende gereinigte Produkt durch Abfiltrieren
abgetrennt. Nach mehrmaligem Waschen mit Wasser wurde das
abgetrennte Produkt im Vakuum getrocknet (Ausbeute nach dem
Trocknen: 286,6 g, Ausbeute bezogen auf BPS: 84,3%).
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Die so erhaltenen Kristalle erwiesen sich gemäß Hochleistungs-
Flüssigkeitschromatographie als BPS-Monobenzylether mit einer
Reinheit von 90,9% (durchgeführt unter den gleichen
Bedingungen wie unter Beispiel 1). Ferner wurde in der oben genannten
Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie BPS-Dibenzylether
(5,7%) als Nebenprodukt gefunden. Der Schmelzpunkt des
Produktes betrug 154ºC (gemessen durch Kalorimetrie mit
Differentialabtastung).
Vergleichsbeispiel 2
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BPS (250 g, 1,0 Mol) und Natriumhydroxid (40 g, 1,0 Mol)
wurden in 1250 g Wasser gelöst und Benzylchlorid (126,6 g, 1,0
Mol) im Verlauf von 4 Stunden bei 80ºC hinzugetropft. Nach
Beendigung des Hinzutropfens wurde die Reaktion bei 80ºC sechs
(6) Stunden lang weitergeführt. Nach Abschluß der Reaktion
wurde die Reaktionslösung auf 35ºC abgekühlt und das sich
dabei absetzende gereinigte Produkt durch Abfiltrieren
abgetrennt. Nach mehrmaligem Waschen mit Wasser wurde das
abgetrennte Produkt im Vakuum getrocknet (Ausbeute nach dem
Trocknen: 306,7 g, Ausbeute bezogen auf BPS: 90,2%).
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Die so erhaltenen Kristalle erwiesen sich gemäß Hochleistungs-
Flüssigkeitschromatographie als BPS-Monobenzylether mit einer
Reinheit von 88,4% (durchgeführt unter den gleichen
Bedingungen wie unter Beispiel 1). Ferner wurde in der oben genannten
Hochleistungs-Flüssigkeitschromatographie BPS-Dibenzylether
(6,8%) als Nebenprodukt gefunden. Der Schmelzpunkt des
Produktes betrug 153ºC (gemessen durch Kalorimetrie mit
Differentialabtastung).