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Die vorliegende Erfindung bezieht
sich auf ein Verfahren zum Ätzen
von Polycidstrukturen auf Halbleitersubstraten.
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Bei der Herstellung von integrierten
Schaltungen werden Silicide von hochschmelzenden Metallen, wie beispielsweise
Wolfram, Tantal, Titan sowie Molybdänsilicide zur Bildung von Zwischenverbindungsformen
und -leitungen mit hoher Dichte, hoher Geschwindigkeit und hoher
elektrischer Leitfähigkeit
für ein
elektrisches Verbinden von Vorrichtungen verwendet, die auf Halbleitersubstraten
ausgebildet werden. Beispielsweise können WSix-Schichten auf Siliciumdioxidschichten
abgeschieden werden, um als Gate-Elektrode für integrierte Schaltungen zu
dienen. An der Silicid- und Oxidtrennfläche führt jedoch die Diffusion von
Silicium aus der SiO2-Schicht in die Hochschmelz-Metallsilicidschicht
dazu, dass die Metallsilicidschicht einen nicht akzeptabel hohen
elektrischen Widerstand hat. Zur Reduzierung der Diffusionsprobleme
mit Metallsilicidschichten hat man "Polycid"-Schichtungen entwickelt. Gemäß 1a bis 1d haben typische Polycidstrukturen auf
einem Halbleitersubstrat 20 Hochschmelz-Metallsilicidschichten 22 oder 22a, 22b (die
hier austauschbar zur Bezeichnung von Metallsilicidschichten verwendet
werden), die über
dotierten oder undotierten Polysiliciumschichten 24 oder 24a, 24b (die
hier austauschbar zur Bezeichnung von Polysiliciumschichten verwendet
werden) abgeschieden. Die Polycidstrukturen werden über Siliciumdioxidschichten 26 oder 26a, 26b (die
hier austauschbar zur Bezeichnung von Siliciumdioxidschichten verwendet
werden) auf dem Substrat 20 ausgebildet und stellen eine
Zwischenverbindung mit geringem elektrischen Widerstand und ausgezeichneten
Trennflächeneigenschaften bereit.
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Bei herkömmlichen Verfahren zur Herstellung
der Polycid-Zwischenverbindungsstrukturen werden
die Metallsilicidschichten 22 über Polysiliciumschichten 24 abgeschieden.
Beispielsweise beschreibt das gemeinsam übertragene US-Patent 5,500,249
für Telford
et al. einen chemischen Gasphasenabscheidungsprozess zur Abscheidung
von WSix-Filmen auf Polysilicium über plasmaverstärkte chemische
Gasphasenabscheidung von Wolframhexafluorid und Dichlorsilan. Nach
dem Abscheiden der Metallsilicidschicht 22 wird auf die
Polycidschichten ein Photoresistmaterial aufgebracht und Licht ausgesetzt,
um ein gewünschtes
Muster von Zwischenverbindungs-Strukturelementen
unter Verwendung herkömmlicher
photolithographischer Prozesse unter Verwendung herkömmlicher
photolithographischer Prozesse auszubilden. Das mit dem Muster versehene
Resist 30 dient als Maske zum Ätzen der Polycidstruktur unter
Verwendung herkömmlicher Ätzprozesse,
um die Form des geätzten
Strukturelements 40 zu schaffen, wie es in 1b gezeigt ist. Danach können der
Abscheidungs- und Ätzprozess
zur Bildung zusätzlicher
Schichten der Polycidschichtkörper
wiederholt werden, wie sie in 1c und 1d gezeigt sind.
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Herkömmliche Ätzprozesse verwenden ein Mikrowellen-
oder kapazitives Plasma von Halogen-enthaltenden Gasen, um den Polycidschichtkörper der
Schichten zu ätzen.
Zu üblicherweise
verwendeten, fluorierten Ätzmittelgasen
gehören
CF4, SF6 und NF3; zu Chlorenthaltenden Ätzgasen gehören Cl2 und
BCl3; und zu Brom-enthaltenden Ätzgasen
gehört
HBr. Ein Problem der herkömmlichen Ätzprozesse
besteht in ihrer relativen Unfähigkeit,
hohe Ätzselektivverhältnisse
zum Ätzen
von Metallsilicid bezogen auf Polysilicium bereitzustellen, während gleichzeitig
anisotrop geätzte
Strukturelemente mit guter Profilmikrobeladung gebildet werden.
Eine große
Profilmikrobeladung ergibt sich, wenn das Querschnittsprofil des
geätzten
Strukturelements 40 sich als Funktion des Abstands zwischen
den geätzten Strukturelementen 40 ändert. Dies
ist der Fall, wenn die passivierenden Abscheidungen (beispielsweise komplexe
polymere Nebenprodukte, die sich an den Seitenwänden der Strukturelemente abscheiden
und die Ätzung
der Seitenwände
verringern), die an nahe beabstandeten oder "dicht gelagerten" Strukturelementen gebildet werden,
mit höheren
Raten als an den Strukturelementen entfernt werden, die durch relativ
große
Distanzen getrennt sind. Dies ergibt sich dadurch, dass Plasmaionen
dazwischen kanneliert werden und von den Seitenwänden der nahe beabstandeten
Strukturelemente abspringen und die passivierende Schicht darauf übermäßig ätzen. Im
Gegensatz dazu ist die Ätzung
der passivierenden Abscheidungen an den Seitenwänden von beabstandeten Strukturelementen
aufgrund der reduzierten Kannelierungseffekte nicht so hoch. Dies
ergibt bei der Querschnittsform der Strukturelemente 40 eine
große
Profilmikrobeladung, die sich als Funktion des Abstands zwischen
den Strukturelementen ändert.
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Das Ätzselektivitätsverhältnis ist
das Verhältnis
der Ätzrate
der Metallsilicidschicht zur Ätzrate
der darunter liegenden Polysiliciumschicht. Es ist insbesondere
erwünscht,
dass man hohe Ätzselektivitätsverhältnisse
für Polycidstrukturen
hat, die eine nicht Planare und stark gewellte Topographie aufweisen, wie
sie schematisch in 1c gezeigt
ist. Bei diesen Strukturen ist der Abschnitt der konformen Metallsilicidschicht 22b zwischen
den geätzten
Strukturelementen, wie es durch den Pfeil A gezeigt ist, dicker als
der Abschnitt der Metallsilicidschicht 22b auf der Oberseite
der geätzten
Strukturelemente, wie es durch den Pfeil B gezeigt ist. Deshalb
ist zu einer bestimmten Zeit während
des Ätzprozesses
an dem Abschnitt B die Metallsilicidschicht durchgeätzt, und
es beginnt das Ätzen
der darunter liegenden Polysiliciumschicht, während am Abschnitt A noch die
dickere Metallsilicidschicht 22b der Ätzung unterliegt. Dieser Effekt
macht es erforderlich, dass die Polysiliciumschicht 24b am
Abschnitt B bezüglich
der Ätzrate
der Siliciumschicht ausreichend langsam geätzt wird, damit die gesamte
Polysiliciumschicht 24b am Abschnitt B nicht durchgeätzt wird,
bevor die Ätzung
des dickeren Abschnitts der gewellten Metallsilicidschicht 22b am
Abschnitt A abgeschlossen ist. Deshalb möchte man die Metallsilicidschicht 22b bezogen
auf die Ätzrate
der Polysiliciumschicht 24b schneller ätzen.
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Man erhält hohe Ätzselektivitätsverhältnisse durch
Verwendung von Prozessgaszusammensetzungen, die unterschiedliche
Materialien mit verschiedenen Ätzraten ätzen, was
von der chemischen Reaktivität
des Prozessgases mit den unterschiedlichen Materialien abhängt. Jedoch
ist das Ätzen
von Metallsilicid mit hoher Selektivität für Polysilicium besonders schwierig,
da beide Materialien elementares Silicium enthalten und die meisten
herkömmlichen Ätzplasmen
den Siliciumteil ätzen
und gasförmige SiClx- oder SiFx-Spezies
bilden. Deshalb ist es für das Ätzplasma
schwierig, chemisch zu unterscheiden und vorzugsweise die Metallsilicidschicht 22 schneller
als die Polysiliciumschicht 24 zu ätzen. Ferner stellen die chemisch
stärker
aktiven Plasmaätzprozesse,
wie ECR- und/oder Mikrowellenplasmaprozesse, mehr dissoziierte chemisch
aktive Ätzspezies
bereit und führen
zu einem isotropen Ätzen
der Silicidschichten, wie nachstehend beschrieben ist.
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Man möchte die Polycidschichtung
auch ätzen,
um anisotrope geätzte
Strukturelemente 40 zu bilden, die sich ergeben, wenn die
Metallsilicid- und Polysiliciumschichten im Wesentlichen vertikal
geätzt werden,
um Strukturelemente mit geraden Seitenwänden 48 zu bilden.
Ein übermäßiges Ätzen an
den Seitenwänden 48 der
geätzten
Strukturelemente führt
zu in unerwünschter
Weise nach innen oder nach außen
geneigten Wänden.
Man erhält
ein Ausmaß einer
anisotropen Ätzung,
wenn sich die dissoziierten Spezies in dem Ätzmittelgas zur Bildung komplexer
polymerer Nebenprodukte kombinieren, die sich als Passivierungsschichten
auf den Seitenwänden
von frisch gebildeten geätzten
Strukturelementen 40 ablagern und dazu dienen, die weitere Ätzung der
Seitenwände 48 zu
beschränken. Üblicherweise
erhält
man eine anisotrope Ätzung,
indem eine stark ausgerichtete kinetische Energie auf die geladenen
Spezies in dem Ätzplasma
einwirken gelassen wird (indem das Plasma einem elektrischen Feld senkrecht
zum Substrat 20 ausgesetzt wird), was die Plasmaspezies
dazu bringt, energetisch auf das Substratmaterial in der vertikalen Ätzrichtung
aufzutreffen und es zu entfernen. Jedoch werden verschiedene Materialien
durch hocherregtes Plasma mit der gleichen Ätzrate durch Zerstäubung geätzt, was
nur eine geringe oder keine Kontrolle über die Ätzselektivität ergibt.
Aus diesen Gründen
ist es schwierig, eine anisotrope Ätzung in Verbindung mit hohen Ätzselektivitätsverhältnissen
zum Ätzen
von Metallsilicid auf Polysilicium zu erhalten.
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Zum Ätzen von Polycidstrukturen
werden häufig
auch Ätzgaszusammensetzungen
verwendet, die HBr enthalten. Beispielsweise offenbart das US-Patent
5,192,702, ausgegeben am 9. März
1993, ein Verfahren zum anisotropen Ätzen von Polysilicium unter
Verwendung von HBr, Cl2 und He-O2. Der niedrige Dampfdruck des HBr führt jedoch
dazu, dass Verunreinigungs-HBr oder Br-enthaltende Teilchen auf
dem Substrat 20 kondensieren. Die Verunreinigungsteilchen
absorbieren Umgebungsfeuchte und bilden Bromwasserstoff-Spezies, die die
Leistungsfähigkeit
des Integrierte-Schaltungs-Chips beträchtlich beeinflussen. Außerdem ätzen viele
HBr-Gaszusammensetzungen gewöhnlich
Polysilicium schneller als Metallsilicid. Beispielsweise beträgt das Ätzselektivitätsverhältnis von
WSix bezogen auf Polysilicium gewöhnlich etwa
0,7 : 1.
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Mehrstufen-Ätzprozesse, die unterschiedliche
Prozessgase zum Ätzen
der unterschiedlichen Materialschichten verwenden, welche die Polycidstruktur
bilden, werden ebenfalls bereits verwendet. Beispielsweise offenbart
das US-Patent 5,094,712, ausgegeben am 10. Mai 1992, ein Verfahren
zum Ätzen
eines Polycidaufbaus unter Verwendung (i) eines Oxidätzschritts
unter Einsatz von CHF3, CF4 und
Inertgas, (ii) einen Silicidätzschritt
mit Einsatz von He, O2 und SF6 und
(iii) einen Polysiliciumätzschritt
bei Einsatz von HBr und Cl2. Solche Prozesse
mit mehreren Schritten verringern den Prozessdurchsatz, da die Prozesskammer
vor jedem darauf folgenden Ätzschritt
von restlichem Prozessgas befreit werden muss. Es ist außerdem relativ
aufwändig,
mehrere Gasquellen mit der Prozesskammer zu verbinden. Außerdem erfordern
mehrere Schritte aufweisende Ätzprozesse
eine genaue Steuerung zur Bestimmung des Endpunkts eines jeden Ätzschritts
und insbesondere zwischen den aufeinander folgenden Silicid- und
Polysiliciumätzschritten.
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Deshalb möchte man einen Ätzprozess
zum Ätzen
von Polycidstrukturen mit einer hohen Ätzselektivität und insbesondere
zum Ätzen
von Metallsilicidschichten mit höheren Ätzraten
als Polysilicium haben. Der Ätzprozess
soll ferner ein im Wesentlichen anisotropes Ätzen und gleichförmige Ätzraten über der
Substratoberfläche
bereitstellen. Außerdem möchte man
einen Ätzprozess
haben, der im Wesentlichen kein HBr-Ätzgas hat und der in einem
einzigen Schritt ausgeführt
werden kann.
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Die vorliegende Erfindung richtet
sich auf ein Verfahren zum selektiven Ätzen von Metallsilicid- und Polysiliciumschichten,
die von einem Siliciumwafer oder einem anderen Substrat getragen
werden, wobei das Verfahren die Schritte aufweist, das Substrat in
einer Behandlungskammer anzuordnen, die Behandlungselektroden und
eine Induktorwicklung aufweist, in die Behandlungskammer Prozessgas
einzuführen,
das Chlor, Sauerstoff und Helium aufweist, an die Induktorwicklung
eine Quellenleistung zur Bildung eines Plasmas anzulegen, das Ionen
aufweist und eine Plasmazone mit einen Volumen hat, das von 10.000
bis 50.000 cm3 reicht, und eine Vorspannungsleistung
an die Behandlungskammerelektroden zur Erzeugung eines kapazitiven
elektrischen Feldes anzulegen, das die Plasmaionen auf das Substrat
energetisch schleudert, wobei das Verhältnis der Quellenleistung zur
Vorspannungsleistung so gewählt
wird, dass es wenigstens 2 : 2 ist und sich dadurch auszeichnet,
dass die Durchsätze
von Chlor, Sauerstoff und Helium so gewählt werden, dass die Metallsilicidschicht
mit größerer Geschwindigkeit
als die Polysiliciumschicht geätzt
wird, wobei das Massenstromverhältnis
von Helium zu Sauerstoff im Bereich von 0,25 : 1 bis 15 : 1 und
das Verhältnis
des Chlormassenstroms zum kombinierten Massenstrom von Sauerstoff
und Helium im Bereich von 3 : 1 bis 20 : 1 liegt.
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Aus dem Prozessgas wird ein Plasma
gebildet, um eine hohe Ätztrennschärfe der
Metallsilicidschicht bezogen auf die Polysiliciumschicht zu erreichen,
während
ein im Wesentlichen anisotropes Ätzen
der Metallsilicid- und Polysiliciumschichten vorgesehen wird.
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Das Ätzmittelplasma wird unter Verwendung von
kombinierten induktiven und kapazitiven Plasmaquellen in einer Behandlungskammer
gebildet, die eine Induktorspule und Prozesselektroden aufweist. Das
Behandlungsgas wird in der Kammer zur Bildung von Plasmaionen ionisiert,
die auf das Substrat durch (i) Anlegen eines HF-Stroms mit einem
Quellenleistungspegel an die Induktorspule und (ii) durch Anlegen
einer HF-Spannung mit einem Vorspannleistungspegel an die Prozesselektroden
energiereich aufschlagen. Es wird ein Leistungsverhältnis Pr des Quellenleistungspegels zum Vorspannungsleistungspegel
so gewählt,
dass eine hohe Trennschärfenätzung und
eine im Wesentlichen anisotropische Ätzung vorgesehen werden.
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Vorzugsweise werden die Gaszusammensetzung
und das Leistungsverhältnis
Pr des Plasmas so gewählt, dass die Ätzrate der
Metallsilicidschicht wenigstens das 0,5-fache der Ätzrate der
Polysiliciumschicht beträgt
und die Metallsilicid- und Polysiliciumschicht zur Bildung von Strukturelementen
geätzt werden,
welche Seitenwände
haben, die Winkel von etwa 88° bis
besonders bevorzugt etwa 90° mit
einer Oberfläche
des Substrats bilden. Das Verhältnis
des Chlormassenstroms zum kombinierten Massenstrom aus Sauerstoff
und Helium reicht von etwa 3 : 1 bis etwa 20 : 1.
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Das Leistungsverhältnis Pr des
Quellenleistungspegels zum Vorspannungsleistungspegel beträgt wenigstens
etwa 2 : 1.
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Diese und andere Merkmale, Aspekte
und Vorteile der vorliegenden Erfindung lassen sich besser aus den
folgenden Zeichnungen und der folgenden Beschreibung, die Beispiele
der Erfindung zeigen und beschreiben, und aus den beiliegenden Ansprüchen verstehen,
wobei
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1a ein
schematischer Vertikalschnitt eines Polycidschichtkörpers mit
einer Metallsilicidschicht ist, die über einer Polysiliciumschicht
auf einem Halbleitersubstrat abgeschieden ist,
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1b ein
schematischer Vertikalschnitt des Substrats von 1a nach dem Ätzen der Metallsilicid- und
Polysiliciumschicht ist, die im Wesentlichen anisotrop geätzte Strukturelemente
zeigen,
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1c ein
schematischer Vertikalschnitt einer nicht planaren und stark gewellten
Topographie einer Metallsilicidschicht ist, die über einer Polysiliciumschicht
auf einem Substrat abgeschieden ist,
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1d ein
schematischer Vertikalschnitt des Substrats von 1c nach dem Ätzen der Metallsilicid- und
Polysiliciumschicht ist, die im Wesentlichen anisotrop geätzte Strukturelemente
zeigen,
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2 eine
schematische Vertikalschnittansicht einer Behandlungskammer ist,
die für
die Ausführung
des Ätzprozesses
der vorliegenden Erfindung geeignet ist,
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3a bis 3c Diagramme sind, die die WSix-Ätzrate,
die Polysiliciumätzrate
bzw. die WSix-zu-Polysilicium-Ätztrennschärfe mit zunehmender Vorspannungsleistung
und He-O2-Durchsätzen zeigen,
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4a bis 4c Diagramme sind, die die WSix-Ätzrate,
die Polysilicium-Ätzrate
bzw. die WSix-zu-Polysilicium-Ätztrennschärfe für zunehmenden Druck und Quellenleistung
zeigen,
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5a und 5b Diagramme sind, die die
Siliciumdioxid-Ätzrate
bzw. die Polysilicium-zu-Silciumdioxid-Ätztrennschärfe für zunehmende
Vorspannleistung und He-O2-Durchsätze zeigen,
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6a und 6b Diagramme sind, die die
Siliciumdioxid-Ätzrate
bzw. die Polysilicium-zu-Siliciumdioxid-Ätztrennschärfe für zunehmenden
Druck und Quellenleistung zeigen,
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7a und 7b Diagramme sind, die die
Photoresist-Ätzrate
bzw. die Polysilicium-zu-Photoresist-Ätztrennschärfe für zunehmende
Vorspannungsleistung und He-O2-Durchsätze zeigen,
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8a und 8b Diagramme sind, die die
Photoresist-Ätzrate
bzw. die Polysilicium-zu Photoresist-Ätztrennschärfe für zunehmenden Druck und Quellenleistung
zeigen,
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9 ein
Diagramm ist, das die WSix-zu-dotierter
Polysilicium-Ätztrennschärfe für ein zunehmendes
Si : W-Verhältnis
in dem WSix-Film zeigt, und
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10 ein
Diagramm ist, das die WSix bezogen auf die
undotierte Polysilicium-Ätztrennschärfe bei
zunehmendem Si : W-Verhältnis
in dem WSix-Film zeigt.
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Der Ätzprozess der vorliegenden
Erfindung ist für
das Ätzen
eines Substrats 20, das Polycidschichtkörper mit Metallsilicidschichten 22a, 22b auf darunter
liegenden Polysiliciumschichten 24a, 24b umfasst,
wie in 1a bis 1d gezeigt ist, bei hoher Ätztrennschärfe, guten Ätzraten
und anisotropem Ätzen
zweckmäßig. Das
Substrat 20 kann aus irgendeinem Material, wie Glas, Keramik,
Metall, Polymer oder aus Halbleitersubstraten, wie Silicium- oder Galliumarsenidwafern
bestehen. Die Metallsilicidschicht 22 auf dem Substrat 20 weist
gewöhnlich
Wolfram-, Tantal-, Titan- oder Molybdänsilicide auf, die eine Dicke
von etwa 50 nm bis etwa 1000 nm haben. Die Polysiliciumschicht 24 unter
der Metallsilicidschicht 22 weist gewöhnlich auch eine Dicke von
etwa 50 nm bis etwa 1000 nm auf. Der Polycidschichtkörper ist
auf einer Siliciumdioxidschicht 26 abgeschieden, die eine
Dicke von etwa 100 nm hat.
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Die Metallsilicid- und Polysiliciumschichten 22, 24 werden
zur Bildung von elektrischen Zwischenverbindungsleitungen auf dem
Substrat 20 geätzt.
Gewöhnlich
wird ein Photoresist 30, wie "RISTON", hergestellt von DuPont de Nemours
Chemical Company, auf die Metallsilicidschicht 22 bis zu
einer Dicke von etwa 0,4 bis etwa 1,3 μm aufgebracht, während die
in die Metallsilicid- und Polysiliciumschichten zu ätzenden
Strukturelemente 40 unter Verwendung herkömmlicher
Lithographieverfahren gebildet werden, bei denen das Resist 30 einem Lichtmuster
durch eine Maske ausgesetzt wird, das der gewünschten Gestalt der Strukturelemente 40 entspricht.
Die geätzten
Strukturelemente 40 haben gewöhnlich eine Größe von etwa
0,1 bis etwa 10 μm, und
speziell von etwa 0,2 bis 1 μm,
während
der Ab stand zwischen den Strukturelementen gewöhnlich von 0,1 bis 10 μm reicht.
Während
des Ätzprozesses bilden
sich an den Seitenwänden 48 der
geätzten Strukturelemente 40,
wie nachstehend erläutert,
polymere Passivierungsabscheidungen 44.
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Die Metallsilicidschicht 22 und
die Polysiliciumschicht 24 werden in einer Behandlungskammer 50 geätzt, beispielsweise
einer Kammer mit doppelter Plasmaquelle (DPS), die schematisch in 2 gezeigt ist und im Handel
von Applied Materials Inc., Santa Clara, Kalifornien, geliefert
wird. Die Behandlungskammer 50 ist auch in der EP-A-0 788
138 mit dem Titel "RF
Plasma Reactor with Hybrid Conductor and Multi-Radius Dome Ceiling"
und
der EP-A-0 727807 beschrieben. Die spezielle Ausgestaltung der hier
gezeigten Behandlungskammer 50 eignet sich zur Behandlung
von Halbleitersubstraten 20 und wird nur zur Veranschaulichung
der Erfindung angegeben, sollte jedoch nicht zur Begrenzung des Rahmens
der Erfindung verwendet werden. Beispielsweise kann der Ätzprozess
der vorliegenden Erfindung zum Ätzen
irgendeines Substrats und für andere
Herstellungsprozesse als die Halbleiterfertigung verwendet werden.
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Zur Durchführung des Verfahrens wird die Kammer 50 auf
einen Druck von weniger als 0,013 Pa (0,1 mTorr) evakuiert, während ein
Substrat 20 auf einem Träger 52 in einer Plasmazone 55 in
der Kammer platziert wird. Das Substrat 20 kann während des Ätzprozesses
unter Verwendung eines mechanischen oder elektrostatischen Halters
mit Nuten an Ort und Stelle gehalten werden, in denen ein Kühlmittelgas,
wie Helium, zur Steuerung der Temperatur des Substrats 20 gehalten
wird. Die Temperatur des Substrats 20 wird auf etwa 20°C bis 80°C gehalten. Wenigstens
ein Teil des Trägers 52 ist
elektrisch leitfähig
und dient als Prozesskathodenelektrode 60. Die Kathodenelektrode 60 bildet
in Verbindung mit den Seitenwänden
der Kammer 50, die elektrisch geerdet sind, um als eine
Anodenelektrode 65 zu dienen, Prozesselektroden in der
Plasmazone 55.
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In die Kammer 50 wird durch
einen Gasverteiler 70, der am Umfang um das Substrat 20
herum angeordnet ist, Behandlungsgas eingeführt, während die Kammer auf einem
Druck im Bereich von etwa 0,013 bis etwa 13,3 Pa (0,1 bis etwa 100
mTorr), und speziell von 0,13 bis 6,7 Pa (1 bis 50 mTorr) gehalten wird.
Unter Verwendung eines Plasmagenerators, der ein elektrisches Feld
in die Plasmazone 55 einkoppelt, wird aus dem Behandlungsgas
ein Plasma gebildet. Der Plasmagenerator kann angrenzend an die
Behandlungskammer 50 eine Induktorspule 75 aufweisen,
die in der Lage ist, ein induktives elektrisches Feld in der Kammer
zu schaffen, wenn von einer Spuleleistungseinspeisung 76 ein
Strom mit Quellen leistungspegel eingespeist wird. Vorzugsweise wird
ein HF-Strom an die Induktorspule 75 mit einem Quellenleistungspegel
von vorzugsweise etwa 400 W bis etwa 3000 W angelegt.
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Zusätzlich zu der Induktorspule
werden die Kathoden- und Anodenelektroden 60, 65,
die von einer Elektrodenleistungseinspeisung 78 mit Leistung versorgt
werden, zur Erzeugung eines kapazitiven elektrischen Feldes in der
Behandlungskammer 50 verwendet. Gewöhnlich wird an die Kathodenelektrode 60 eine
HF-Spannung mit einen Vorspannungsleistungspegel von etwa 20 bis
etwa 1000 W angelegt, während
die Anodenelektrode 65 elektrisch geerdet wird. Das kapazitive
elektrische Feld ist senkrecht zur Ebene des Substrats 20 und
beschleunigt induktiv gebildete Plasmaspezies zu dem Substrat 20 hin,
um für
ein stärker
vertikal ausgerichtetes anisotropes Ätzen des Substrats zu sorgen.
Die Frequenz der an die Prozesselektroden 60, 65 und/oder an
die Induktorspule 75 angelegten HF-Spannung beträgt gewöhnlich etwa
50 KHz bis etwa 60 MHz und liegt bevorzugt bei etwa 13,54 MHz.
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Die Plasmazone 55 der Behandlungskammer 50 hat
eine Mitte 88 und ein Volumen von etwa 10.000 bis etwa
50.000 cm3, welches die Mitte 88 unmittelbar
umgibt. Die Decke 85 der Kammer 50 kann flach
oder rechteckig geformt, gekrümmt,
konisch, dornförmig
oder dornförmig
mit Mehrfachradius sein. Vorzugsweise hat die Behandlungskammer 50 eine Decke 85 über dem
Substrat 20 in Dornform mit Mehrfachradius, um eine gleichförmige Verteilung der
Plasmaquellenleistung quer über
das gesamte Volumen der Plasmazone 55 bereitzustellen,
damit die Dissoziation des Ätzmittelgases
erhöht
wird, wie es beispielsweise in der EP-A-0 788 147 mit dem Titel "Plasma Process for
Etching Multicomponent Alloys"
beschrieben ist. Die dornförmige Abdeckung 85 verringert
die dissoziierten Ionenrekombinationsverluste nahe an dem Substrat 20 weniger
als diejenigen, die man bei einer dünnen Decke erhält, so dass
die Plasmaionendicke quer über
dem Substrat 20 gleichförmiger
ist. Der Grund dafür
besteht darin, dass Ionenrekombinationsverluste durch die Nähe der Decke 85 beeinflusst
werden und sich die dornförmige
Decke weiter entfernt von dem Substratzentrum als eine flache Decke
befindet.
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Vorzugsweise ist die Induktorspule 75,
die um die Seitenwand 80 der Behandlungskammer 50 gewickelt
ist, eine Multiradius-Dornform-Induktorspule, die eine "abgeflachte" Dornform hat, die
für einen wirksameren
Einsatz der Plasmaquellenleistung und eine erhöhte Plasmaionendichte direkt über dem Substratzentrum
sorgt. Der Grund dafür
besteht darin, dass die Ionendichte von der lokalen Ionisierung nahe
an der Induktorspule 75 beeinflusst wird, wobei eine Multiradius-Induktorspule
sich näher
an dem Substratzentrum als eine halbkugelige Spule befindet. Bei
einer anderen bevorzugten Ausgestaltung hat die Decke 85 einen
Multiradiusdorn mit wenigstens einem Mittelradius R und einem Eckenradius
r, der kleiner als der Mittenradius R ist, wobei R/r von etwa 2
bis etwa 10 reicht.
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Das in der Plasmazone 55 gebildete
Plasma kann durch Verwendung magnetisch verstärkter Reaktoren verstärkt werden,
in denen ein Magnetfeldgenerator, beispielsweise ein Permanentmagnet oder
elektromagnetische Spulen, verwendet werden, um ein Magnetfeld in
die Plasmazone 55 einzubringen, um die Dichte und Gleichförmigkeit
des Plasmas zu erhöhen.
Vorzugsweise weist das Magnetfeld ein drehendes Magnetfeld auf,
wobei die Achse des Felds parallel zur Ebene des Substrats 20 dreht,
wie es in dem US-Patent 4,842,683, ausgegeben am 27. Juni 1989,
beschrieben ist. Das Magnetfeld in der Kammer 50 sollte
ausreichend stark für
eine Erhöhung
der Dichte der in dem Plasma gebildeten Ionen und ausreichend gleichförmig für die Reduzierung
eines Aufladungsschadens an den Strukturelementen sein, wie CMOS-Gates.
Insgesamt ist das Magnetfeld gemessen an einer Oberfläche des
Substrats kleiner als etwa 50 mT (500 Gauß) und reicht gewöhnlich von
etwa 1 bis etwa 10 mT (etwa 10 bis etwa 100 Gauß) und speziell von etwa 1
bis etwa 3 mT (etwa 10 Gauß bis
etwa 30 Gauß).
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Verbrauchtes Prozessgas und verbrauchte Ätzmittelnebenprodukte
werden aus der Behandlungskammer 50 durch ein Abführsystem 58 abgeführt, das
in der Lage ist, einen Minimaldruck von etwa 1,3·10–4 Pa
(10–3 mTorr)
in der Behandlungskammer 50 zu erreichen. Zur Steuerung
des Drucks in der Kammer 50 ist in der Abführung ein
Drosselventil 100 vorgesehen. Häufig wird auch ein optisches
Endpunktmessverfahren verwendet, um den Abschluss des Ätzprozesses
für eine
spezifische Schicht zu bestimmen, indem die Änderung der Lichtemission einer
speziellen Wellenlänge
entsprechend einer erfassbaren gasförmigen Spezies gemessen wird.
Ein plötzlicher
Anstieg oder Abfall in der Menge der feststellbaren Spezies, beispielsweise der
Siliciumspezies, der sich aus einer chemischen Reaktion des Behandlungsgases
mit der Siliciumdioxidschicht 26 ergibt, zeigt den Abschluss
des Ätzens der
Metallsilicidschicht 22 und den Beginn des Ätzens der
darunter liegenden Schicht an.
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Das Ätzverfahren der vorliegenden
Erfindung hat hohe Ätzraten
und eine Ätzung
des Metallsilicids bezüglich
Polysilicium mit hoher Trennschärfe.
Das in dem Ätzprozess
verwendete Behandlungsgas weist auf und besteht bevorzugt aus im
Wesentlichen (i) Chlor, (ii) Sauerstoff und (iii) Helium. Das Chlorgas
wird zur Bildung von atomarem Chlor und Chlorenthaltenden Spezies
ionisiert, die die Metallsilicidschicht 22 und die Polysiliciumschicht 24 auf
dem Substrat 20 ätzen.
Beispielsweise kann das Silicium in der Metallsilicid- und Polysiliciumschicht 22, 24 durch
Chlor-enthaltende Ionen und neutrales Chlor zur Bildung von flüchtigen
SiCl-Spezies geätzt
werden, die aus der Kammer 50 abgezogen werden. Das Chlorgas
kann Cl2 oder andere Chlor-enthaltende Gase,
die zu Chlor äquivalent
sind, aufweisen, beispielsweise HCl, BCl3 und
Mischungen davon. Das Sauerstoffgas ionisiert und bilden Ionen und
erregte Radiale von atomarem Sauerstoff sowie Sauerstoff-enthaltende
Spezies, die die Ätzrate
der Metallsilicidschicht 22 erhöhen, während gleichzeitig die Ätzrate der
Polysiliciumschicht 24 und der Resistschicht 30 verringert
wird. Dies dient zur Erhöhung der Ätztrennschärfeverhältnisse
für das Ätzen von Metallsilicid
bezogen auf Polysilicium oder Resist. Übliche Sauerstoffgase schließen beispielsweise
O2, O3 und andere äquivalente
Sauerstoff-enthaltende Gase ein.
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Zusätzlich zu Sauerstoff wird dem
Behandlungsgas Helium zugesetzt. Insbesondere hat man festgestellt,
dass die Zugabe von Helium die Metallsilicid-zu-Polysilicium-Ätztrennschärfe nicht
zu verändern
scheint. Jedoch sorgt das höhere
Ionisierungspotenzial von Helium, verglichen mit Sauerstoff, für hochenergetische
atomare Spezies, die die Ätzraten
steigern und verbesserte anisotrope Ätzeigenschaften ergeben. Das
Heliumgas kann auch als Verdünnungsgas
dienen, welches die Verweilzeit der Prozessgase in der Kammer verringert,
um die Profilmikrobelastungseffekte merklich zu verbessern.
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Man fand, dass aufgrund der Kombination von
gasförmigem
Chlor, Sauerstoff und Helium die Ätzrate der Metallsilicidschicht 22 unerwartet
ansteigt und die Ätzraten
der Silicium-enthaltenden darunter liegenden Schichten, wie der
Polysiliciumschicht 24, insbesondere bei niedrigen Plasmavorspannungsleistungspegeln
und hohen Plasmaquellenleistungspegeln abnehmen. Übermäßig hohe
Durchsätze
von gasförmigem
Sauerstoff und Helium bei niedrigen Hochspannungsleistungspegeln
(oder niedrigen Quellenleistungspegeln) können jedoch ein stärkeres isotropes Ätzen des
Substrats verursachen, indem die passivierenden Abscheidungen 44 entfernt
werden, die auf den geätzten
Strukturelementen ausgebildet sind, und können auch zu äußerst niedrigen Polysiliciumätzraten
führen.
Man nimmt an, dass ein kombiniertes induktives und kapazitives Plasma,
das aus gasförmigem
Chlor, Sauerstoff und Helium gebildet wird, die Gasmischung dazu
bringt, die Metallsilicid- und Polysiliciumschicht gleichzeitig
chemisch und durch Zerstäubung
zu ätzen,
um Material mit unterschiedlichen Raten von den unterschiedlichen
Materialien zu entfernen. Dies dient zur Reduzierung der Ätzrate der
Polysiliciumschicht 24 bezogen auf die Ätzrate der Metallsilicidschicht 22.
Aus diesen Gründen
wird der kombinierte Durchsatz von gasförmigem Sauerstoff und Helium
geringer als der Durchsatz des gasförmigen Chlors gehalten, um
eine ausreichende Chlor-enthaltende Spezies für ein schnelles Ätzen des
Substrats 20 bereitzustellen, während eine hohe Silicid-zu-Silicium-Ätztrennschärfe und
ein anisotropes Ätzen
vorgesehen werden.
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Die unerwarteten Ergebnisse aufgrund
des Cl2-O2-He-Prozessgases
sind in 3 bis 8 dargestellt, die die Wirkung
von zunehmendem Sauerstoff und Heliumdurchsätzen, ansteigenden Vorspann- und
Quellenleistungspegeln sowie von zunehmendem Druck auf die Ätzrate einer
Metallsilicidschicht zeigen, die WSix, Polysilicium
und Siliciumdioxid aufweist. 3a bis 3c zeigen die WSix-Ätzrate,
die Polysiliciumätzrate
und die WSix-zu-Polysilicium-Ätztrennschärfe jeweils für zunehmende
Plasmavorspannleistungspegel und He-O2-Durchsätze. Man sieht,
dass zunehmende Sauerstoff- und Heliumdurchsätze die Ätztrennschärfe von WSix zu
Polysilicium bei niedrigen Plasmavorspannleistungspegels beträchtlich
erhöht
und die Ätztrennschärfe bei
hohen Plasmavorspannleistungspegeln verringert. 4a bis 4c zeigen
die WSix-Ätzrate, die Polysiliciumätzrate und
die WSix-zu-Polysilicium-Ätztrennschärfe jeweils
für zunehmenden
Druck und steigende Quellenleistung. Im Gegensatz zum Einfluss von Vorspannleistungspegeln
sieht man, dass ein zunehmender Gasdruck die Ätztrennschärfe von WSix zu Polysilicium
bei niedrigen Plasmaquellenleistungspegeln verringert. Überraschend
ist auch, dass die Silicid-zu-Polysilicium-Ätztrennschärfe zunimmt oder konstant bleibt
für zunehmenden
Druck bei höheren Quellenleistungspegeln.
Deshalb kann die Zugabe von Sauerstoff und Helium zu Chlor die WSix-Ätzraten
erhöhen,
während
gleichzeitig die Polysiliciumätzraten
verringert werden, auch wenn beide Materialien elementares Silicium
enthalten. Dieses Ergebnis sorgt für erhöhte Ätztrennschärfenwerte für das Ätzen von WSix bezüglich Polysilicium,
während gleichzeitig
höhere
WSix-Ätzraten
bereitgestellt werden, was eine in hohem Maße erwünschte Kombination ist.
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5a bis 6b zeigen die Siliciumdioxid-Ätzrate bzw.
die Polysilicium-zu-Siliciumdioxid-Ätztrennschärfe bei
zunehmender Vorspannungsleistung und steigenden He-O2-Durchsätzen (5a, 5b) oder bei zunehmendem Druck und steigender
Quellenleistung (6a, 6b). Insgesamt verringert
sich die Siliciumdioxid-Ätzrate
mit zunehmenden Plasmavorspannleistungspegeln. Die Siliciumdioxid-Ätzrate nimmt
ferner bei steigenden Plasmaquellenleistungspegeln bei niedrigen
Drucken zu und bei steigenden Plasmaquellenleistungspegeln bei hohen
Drucken ab. Eine mittlere Ätztrennschärfe von
Polysilicium zu Siliciumdioxid liegt im Bereich von etwa 5 : 1 bis
etwa 160 : 1.
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7a bis 8b zeigen die Photoresist-Ätzrate bzw.
die Polysilicium-zu-Photoresist-Ätztrennschärfe bei
zunehmender Vorspannungsleistung und steigenden He-O2-Durchsätzen (7a, 7b) sowie bei zunehmendem Druck und steigender
Quellenleistung (8a, 8b). Die Polysilicium-zu-Photoresist-Ätztrennschärfe nimmt
bei zunehmenden Plasmavorspannleistungspegeln ab und erhöht sich
bei zunehmenden Plasmaquellenpegeln. Man nimmt an, dass dieses Phänomen sich
dadurch ergibt, dass erhöhte
Zerstäubungs-Ätz-Effekte
bei hohen Plasmavorspannleistungspegeln die Entfernungsrate von Pho toresist
steigern, während
erhöhte
chemische Ätzeffekte
bei hohen Plasmaquellenleistungspegeln stärkere chemische Ätzeffekte
und eine erhöhte Ätztrennschärfe erzeugen.
Man hat mittlere Polysilicium-zu-Photoresist-Ätztrennschärfen von etwa 1 : 1 bis etwa
3 : 1 beobachtet.
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Deshalb wurden die Zusammensetzung
und die Massenstromverhältnisse
der unterschiedlichen Bestandteile des Prozessgases für ein schnelleres Ätzen der
Silicidschicht 22 als der Polysiliciumschicht 24 ausgewählt, vorzugsweise
bei einem Ätztrennschärfenverhältnis von
wenigstens etwa 1,1, und besonderes bevorzugt von wenigstens etwa
1,2. Das Massenstromverhältnis
des Prozessgases wird ferner so gewählt, dass sich anisotrop geätzte Strukturelemente
mit Seitenwänden 48 mit
glatter Oberfläche ergeben,
die einen Winkel (a) von wenigstens etwa 88° mit einer Ebene des Substrats 20,
und besonders bevorzugt Winkel von etwa 88° bis etwa 90° bilden. Ein übermäßiger Sauerstoff-
und Heliumgehalt in dem Behandlungsgas erzeugte eine stärkere isotrope Ätzung mit
Hinterschneidungen der geätzten Strukturelemente,
während
ein niedriger Sauerstoff- und Heliumgehalt sowie niedrige Drucke
für geätzte Strukturelemente
ein verjüngtes
Profil ergaben. Das Verhältnis
des Massenstroms von Chlor zu dem kombinierten Massenstrom aus Sauerstoff
und Helium reicht von etwa 3 : 1 bis etwa 20 : 1, und besonders bevorzugt
von etwa 7 : 1 bis etwa 13 : 1. Die Massenstromverhältnisse
von Helium zu Sauerstoff reichen von etwa 0,25 : 1 bis etwa 15 :
1, besonders bevorzugt von etwa 1 : 1 bis etwa 5 : 1. Vorzugsweise
wird eine vorgemischte, im Handel erhältliche Mischung aus Helium
und Sauerstoff (das Verhältnis
von Helium zu Sauerstoff beträgt
etwa 3 : 1) verwendet.
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Für
die hier beschriebene Größe der Behandlungskammer
reicht der Gesamtdurchsatz des Prozessgases gewöhnlich von etwa 1 bis etwa
1000 sccm, und bevorzugt von etwa 25 bis etwa 300 sccm. Der Durchsatz
von Cl2 reicht vorzugsweise von etwa 20
bis etwa 500 sccm, der Durchsatz von O2 von etwa
2 bis etwa 100 sccm, während
der Durchsatz von He von etwa 2 bis etwa 100 sccm reicht. Vorzugsweise
wird ein vorgemischtes Sauerstoff-Helium-Gas mit einem Durchsatz von etwa
2 sccm bis 60 sccm verwendet. Natürlich sind die Durchsätze abhängig von
der Größe der Behandlungskammer,
so dass äquivalente
Durchsätze
für unterschiedlich
groß bemessene
Kammern innerhalb des Rahmens der vorliegenden Erfindung liegen.
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Das Leistungsverhältnis Pr des
Quellenstromleistungspegels (zur Induktorspule 75) zu dem Vorspannungsleistungspegel
(an den Prozesselektroden 60, 65) ist auch so
gewählt,
dass die Fähigkeit des Ätzmittelsplasmas
gesteigert wird, die Metallsilicidschicht 22 mit höherer Trennschärfe bezogen
auf die Polysiliciumschicht 24, die Siliciumdioxidschicht 26 und die
Resistschicht 30 anisotrop zu ätzen. Eine Erhöhung des
Quellenleistungspegels des an die Induktorspule 75 angelegten
Stroms erhöht
die Menge der dissoziierten Ätzmittelspezies,
wodurch stärker isotrop
geätzt
wird. Im Gegensatz dazu erhöht
eine Steigerung des Vorspannleistungspegels der HF-Spannung angelegt
an die Prozesselektroden 60, 65 den Grad der anisotropen Ätzung, indem
eine Komponente mit höherer
kinetischer Bombardementenergie für das Plasma bereitgestellt
wird. Außerdem
kann ein übermäßig hohes
Leistungsverhältnis Pr zu einem Zerstäuben des Substrats 20 und
zu einer nicht-gleichförmigen Ätzung des
Substrats führen.
Im Gegensatz dazu kann ein niedriges Leistungsverhältnis Pr eine unzureichende Dissoziation des Ätzmittelgases
in dissoziierte Ionen verursachen, was niedrige Ätzraten und niedrige Ätztrennschärfe ergibt.
Das Leistungsverhältnis
Pr liegt bei etwa 2 : 1 und reicht bevorzugt
von etwa 2 : 1 bis etwa 20 : 1. Insbesondere wird das Plasma durch
Anlegen eines Stroms mit einem Quellenleistungspegel von etwa 400
bis 3000 W an die Induktorspule 75, die die Plasmazone 55 umgibt,
gebildet. Das Plasma wird an das Substrat 20 angezogen,
indem eine Spannung mit einem Leistungspegel von etwa 20 bis 1000
W an die Prozesselektroden 60, 65 in der Plasmazone
angelegt wird.
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Die Temperatur des Substrats 20 beeinflusst die Ätztrennschärfe der
Metallsilicid-zu-Polysilicium-Schichten
ebenfalls, wobei hohe Temperaturen für eine verstärkte Ätztrennschärfe sorgen.
Deshalb wird der das Substrat haltende Träger vorzugsweise auf einer
Temperatur im Bereich von etwa 20°C
bis 80°C
gehalten.
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Die folgenden Beispiele veranschaulichen den
Einsatz der vorliegenden Erfindung beim Ätzen von Metallsilicidschichten
auf Halbleitersubstraten. Die Vorrichtung und das Verfahren können jedoch auch
bei anderen Anwendungen zum Einsatz kommen, wie sie für den Fachmann
offensichtlich sind, wobei der Rahmen der vorliegenden Erfindung
nicht auf die hier wiedergegebenen erläuterten Beispiele beschränkt sein
soll.
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Bei diesen Beispielen wurde der Ätzprozess auf
Siliciumsubstraten ausgeführt,
die einen Durchmesser von 200 mm (8 Zoll) haben. Jedes Substrat hat
(i) eine obere, 200 nm dicke Schicht aus WSix,
(ii) eine mittlere, 200 nm dicke Schicht aus mit Phosphor dotiertem
Polysilicium und (iii) eine untere Schicht mit 100 nm Gate-Oxid
SiO2, das auf monokristallinem Siliciumsubstrat
abgeschieden ist. Die WSix-Schicht auf dem
Substrat hat entweder zwei unterschiedliche Si : W-Verhältnisse
von etwa 2,1 : 1 bis etwa 2,96 : 1 und hat entweder eine dotierte
Polysiliciumschicht oder eine nicht dotierte Polysiliciumschicht.
Die unterschiedlichen Si : W-Verhältnisse wurden zur Bestimmung
der Veränderung
der Ätzraten
von WSix-Schichten
mit unterschiedlichen Verhältnissen von
Si : W verwendet. Die Substrate wurden in einer "DPS"-Behandlungskammer
geätzt
und haben die oben beschriebene Gestalt, während der Träger 52 in der
Kammer auf einer Temperatur von 65°C gehalten wurde.
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Zum Messen der (i) Metallsilicid-
oder Polysiliciumätzrate,
des (ii) Ätztrennschärfenverhältnisses von ätzendem
Metallsilicid bezogen auf Polysilicium und (iii) des Profilwinkels
der Seitenwand 48 wurden SEM-Photos von geätzten Wafern
verwendet. Jede Ätzrate
wurde berechnet, indem die Stufenhöhe oder -tiefe der geätzten Strukturelemente 40 gemessen wurde,
die in den SEM-Photographien beobachtet sind. Das Ätztrennschärfenverhältnis wurde
aus dem Verhältnis
der Ätzrate
der Metallsilicidschichten zu der Ätzrate der Polysiliciumschicht 24 berechnet.
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Beispiele 1 und 2 verwendeten ein
Prozessgas mit 128 sccm Cl2 und 13 sccm
He-O2, um die Ätzleistung von herkömmlichen Ätzprozessen
zu demonstrieren. In beiden Beispielen betrug der Leistungspegel
des an die Induktorspule angelegten Stroms 685W, während der
Leistungspegel der Vorspannungsspannung, die an den Prozesselektroden angelegt
wurde, 80 W betrug, um ein Leistungsverhältnis Pr von
wenigstens etwa 8 : 1 bereitzustellen. In Beispiel 1 wurde der Druck
bei 1,2 Pa (9 mTorr) und in Beispiel 2 auf 0,53 Pa (4 mTorr) gehalten.
In Beispiel 1 hatte die WSix-Schicht auf
dem Substrat ein Si : W-Verhältnis
von etwa 1,2 : 1, während
in Beispiel 2 die WSix-Schicht auf dem Substrat
ein Si : W-Verhältnis
von etwa 2,98 : 1 hatte.
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9 zeigt
das Ätztrennschärfenverhältnis für ein Ätzen von
WSix-Filmen bezogen auf dotiertes Polysilicium
für das
zunehmende Si : W-Verhältnis der
WSix-Filme von Beispiel 1 und 2. Man sieht,
dass das Cl2/O2/He-Behandlungsgas
relativ gleichförmige Ätztrennschärfenverhältnisse
von etwa 0,5 bis etwa 0,7 über
dem gesamten Bereich der Si : W-stöchiometrischen
Verhältnisse
ergibt. 10 zeigt das Ätztrennschärfenverhältnis für das Ätzen von
WSix-Filmen bezogen auf undotiertes Polysilicium
bei zunehmendem Si : W-Verhältnis in
dem WSix-Film für Beispiel 1 und 2. Man sieht,
dass das Cl2/O2/He-Behandlungsgas
relativ gleichförmige Ätztrennschärfenverhältnisse
im Bereich zwischen etwa 1 und 2 für den gesamten Bereich von
Si : W-stöchiometrischen
Verhältnissen
ergibt. Die Gleichförmigkeit
der Ätztrennschärfenverhältnisse über einem
weiten Bereich von Si:W-Verhältnisses
sowohl bei dotiertem als auch undotiertem Polysilicium ergibt eine
Prozessreproduzierbarkeit zum Ätzen
von WSix-Schichten, die sich ändernde
Si : W-Verhältnisse
haben.