DE69719451T2 - Zahnriemen - Google Patents

Zahnriemen

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DE69719451T2
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    • F16G1/00Driving-belts
    • F16G1/28Driving-belts with a contact surface of special shape, e.g. toothed
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    • B29WORKING OF PLASTICS; WORKING OF SUBSTANCES IN A PLASTIC STATE IN GENERAL
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    • F16ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
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Description

    Hintergrund der Erfindung
  • Die Erfindung betrifft Kraftübertragungsriemen, insbesondere betrifft die Erfindung Textilcord und dessen Behandlung als in einem Urethankörper eines Kraftübertragungsriemens eingebettetes Zugteil und vorzugsweise einen Kraftübertragungszahnriemen.
  • Textilcord wird seit langer Zeit als Zugbewehrung in Kraftübertragungsriemen verwendet. Der Cord ist in einem Körper aus elastomerem Riemenmaterial, der den Riemen bildet, eingebettet und weist eine Bearbeitung auf, welche das Haften am Riemenmaterial fördert und die Verschlechterung von den Cord bildenden Textilfilamenten verhindert. Jedoch kann die Behandlung den Cord zu steif machen, so daß der Biegemodul entweder des Cords oder des Riemens erheblich beeinträchtigt wird. Infolgedessen existiert keine einzelne Riemenbehandlung, die für alle Riemen gleich gut geeignet ist. Allgemein gesagt muß eine neue Behandlung erstellt werden, wenn das Cordmaterial oder das Riemenmaterial erheblich verändert wird.
  • Wenn es sich bei dem Cordmaterial beispielsweise um Baumwolle, Rayon oder Nylon und bei dem Riemenmaterial um ein Gummi wie Neopren handelt, kann die Gummibehandlung das Tauchen des Cords in Resorcinol-Formaldehyd-Latex (RFL) und das anschließende Tauchen in einen Klebrigmacher aus Gummi und einem Lösungsmittel umfassen.
  • Falls das Cordmaterial Polyester und das Riemenmaterial Gummi ist, kann die Cordbehandlung das Tauchen des Cords in Methylen-Diphenylen-Isocyanat (MDI) umfassen.
  • Handelt es sich bei dem Cordmaterial um Fiberglas und das Riemenmaterial ist Gummi, kann die Behandlung das Tauchen des Cords in ein Epoxid, anschließend das Tauchen in RFL und ein darauffolgendes Tauchen in einen Klebrigmacher aus in einem Lösemittel gelöstem Gummi umfassen.
  • Eine Veränderung des Riemenmaterials kann ebenfalls eine wesentliche Auswirkung auf die Cordbehandlung oder die Cordauswahl. Beispielsweise kann gießbares Urethan als Riemenmaterial einen bedeutenden Teil der Cordbehandlung bilden. Befindet sich das Urethan im flüssigen Zustand, kann es Zwischenräume des Cords durchdringen. Jedoch kann Urethan im ausgehärteten Zustand als Riemenmaterial mit großem Modul ein bestimmtes Cordmaterial inakzeptabel machen, wenn es die Zwischenräume des Cords durchdringt, da der derart durchdrungene Cord einen inakzeptablen Biegemodul haben kann. Ferner kann das durchdringende Urethan eine zu hohe Belastung auf Filamente des Cords aufbringen, so daß ein inakzeptables Reißen der Filamente bewirkt wird, das zu Cordversagen führt. In einigen Fällen sind daher Baumwoll- und Fiberglascordmaterialien zur Verwendung mit Urethanriemenmaterial inakzeptabel.
  • Wegen unvorhergesehener Probleme, die mit dem Cordmaterial einhergehen, hat die Cordbehandlung über die letzten dreißig Jahre und mehr seit der ersten Einführung und effektiven Verwendung von Cordmaterial als Riemenmaterial im Jahre 1964 eine unvorhersehbar unstetige Entwicklung durchgemacht. Das US-Patent 3 136 962 (Haines et al.) aus dem Jahr 1964 beschreibt einen Kraftübertragungsriemen mit in einem Riemenkörper aus Urethanriemenmaterial eingebettetem textilem Cord als Zugbewehrung. Die genannten Cordmaterialien sind Dacron (Polyester), Baumwolle, Nylon, Rayon und Fortisoin, während das damals bevorzugte Cordmaterial Polyester war. Das Merkmal der Erfindung von Haines et al. ist die Cordbehandlung, bei der nicht gehärtetes gießfähiges Urethan den Cord vollständig durchdringt und die von den Fasern des Cords gebildeten Zwischenräume vollständig füllt. Anders ausgedrückt: 1964 sah die Cordbehandlung nach dem Stand der Technik das vollständige Füllen der Cordzwischenräume zu 100 Prozent mit Urethanriemenmaterial vor. Eine derartige Behandlung des Füllens des Cords zu 100 Prozent war kurzlebig, da der Cordbiegemodul zu groß war, was zu weiteren Entwicklungen der Cordbehandlung führte.
  • In dem US-Patent 3 349 634 (Terhune et al.) aus dem Jahre 1967 ist ein Kraftübertragungsriemen mit einem textilen Cord beschrieben, das als textile Zugbewehrung in einem Riemenkörper aus Urethanriemenmaterial eingebettet ist. Das genannte Cordmaterial ist Nylon, Rayon, oder Polyester, wobei das damals bevorzugte Material Polyester war. Terhune er al. erkannte, daß die Behandlung mit vollständiger Durchdringung der Cordzwischenräume mit Urethan zu einer festen Masse aus Cord und Riemen führt und dadurch die Elastizität verringert. Das Merkmal von Terhune et al. ist eine Cord-Vorbehandlung, bei der der Cord in ein Material getaucht wird, das die Fasern des Cords gründlich imprägniert. Das Tauchmaterial zur Zeit von Terhune et al. war Isocyanat. Bei der Riemenherstellung durchdringt flüssiges Urethanriemenmaterial den Cord bis in eine Tiefe von nicht mehr als 10 Prozent des Durchmessers des Cords, um dadurch die In-Situ-Cordbehandlung abzuschließen. Die Vorbehandlung des Füllens des Cordkerns auf bis zu 90 Prozent des Durchmessers mit Isocynat und des Abschließens der Behandlung durch Füllen der restlichen 10 Prozent des Durchmessers mit Urethan ist für Polyestercordmaterial noch heute in Gebrauch.
  • Das US-Patent 3 894 900 (Redmond) beschreibt einen Kraftübertragungsriemen mit einem Cordverstärkung aus Aramidmaterial, die in einem Riemenkörper aus Urethanriemenmaterial eingebettet ist. Das Merkmal der Erfindung nach Redmond betrifft eine elastomerfreie Oberfläche für einen Kraftübertragungsriemen aus gießfähigem Urethan als Riemenmaterial. Textiler Cord aus Aramid material (unter anderen genannten Materialien) ist im Riemenkörper als Zugbewehrung eingebettet. Redmond erwähnt eine Cordbehandlung in dem Maße, daß der Cord mit einem geeigneten Material imprägniert werden kann.
  • Redmond nennt jedoch keine Arten geeigneten Materials für Aramidcord oder beschreibt wie der Cord imprägniert wird.
  • Die Kombination von Aramidcordmaterial, das unter dem Warenzeichen Kevlar (unter anderen genannten Materialien) verkauft wird, und Urethanriemenmaterial ist im US-Patent 4 838 843 (Westhoff) aus dem Jahre 1989 offenbart. Die von Westhoff offenbarte Cordbehandlung besteht darin, daß der Cord in Urethan eingebettet und im wesentlichen von diesem umschlossen wird, so daß der Cord eine Bindung mit dem Urethan mit einem Bindewert von 600 psi eingeht. Die Cordbehandlung sieht vor, daß flüssiges Urethan des Riemenmaterials in einen Teil der von den Fasern des Cords gebildeten Zwischenräume eindringt.
  • Sämtliche genannten Patente außer Westhoff führen eine weit gefaßte "Waschzettel"-Angabe von Cordmaterialien an, die wenig mit der jeweiligen offenbarten Erfindung zu tun hat, und gleichermaßen geben viele eine weit gefaßte "Waschzettel"-Angabe von Riemenmaterialien an. Cordmaterialien und Riemenmaterialien werden dem "Waschzettel" chronologisch so hinzugefügt, wie neue Materialien entwickelt werden.
  • Das US-Patent 5 209 705 (Gregg) verwendet ebenfalls einen "Waschzettel"- Ansatz zur Benennung der Cordmaterialien und der Riemenmaterialien. Für eine die Ausrichtung der Riemenzähne eines Kraftübertragungsriemens betreffende Erfindung wird eine weit gefaßte Liste von Cordmaterielien wie Galsfaser, Kohlefaser, Stahl, Polyester, hochfestes Rayon, oder vorzugsweise Polyaramid angegeben. Ähnlich wird eine weit gefaßte Liste von Riemenmaterialien wie Polychloropren, Polyurethan, NBR, IIR, IR, SBR, SCM, EPDM und andere angegeben. Gregg impliziert, daß die Riemenmaterialien und Cordmaterialien in sämtlichen möglichen Kombinationen verwendbar sind, jedoch ist aus industrieller Erfahrung bekannt, daß nicht alle der Kombinationen von Riemen- und Cordmaterialien effizient arbeiten.
  • Eine der möglichen Kombinationen nach Gregg ist ein Cordmaterial aus Kohlenfaser und ein Riemenmaterial aus Urethan. Das Problem ist, daß Gregg keine Riemenbehandlung für eine der möglichen Cord- und Riemenmaterialkombinationen angibt. Insbesondere offenbart Gregg nicht, welche Art von Cordbehandlung zum Schützen extrem brüchiger Kohlenfasern und zum Verhindern eines vorzeitigen Zerbrechens derselben erforderlich ist, wenn diese zyklischem Biegen in einem Urethankörper eines Zahnriemens ausgesetzt sind. Die vorliegende Erfindung betrifft die Lösung des Problems für ein Cordmaterial aus Kohlenfaser, das in einem Riemenkörper aus Urethanriemenmaterial eingebettet ist. Das Problem wird durch eine Behandlung des Cords beim Einbetten in einen Riemenkörper aus Urethanmaterial gelöst.
  • US-A-5 209 705 (Gregg) offenbart einen Synchron-Kraftübertragungsriemen mit einem Riemenkörper aus gegossenem Urethan-Riemenmaterial, aus dem Körper gebildeten und in einem Teilungsmaß beabstandeten Riemenzähnen, einer entlang Umfangsflächen der Zähne angeordneten verschleißfesten Gewebeverstärkung, einem Zugteil aus schraubenlinienförmig gewickeltem Cord, das im Riemenkörper eingebettet ist, und aus einem Kohlenstofffasergarn. Eine wesentliche Cordbehandlung der Erfindung sieht vor, daß der Cord beim Gießen des Riemens eine Mindestmenge an Riemenmaterial aufnimmt, nämlich ungefähr 0,20 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen, vorzugsweise ungefähr 0,24 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen, höchst vorzugsweise ungefähr 0,28 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen. Derart erfindungsgemäß aufgebaute Riemen weisen eine unerwartete Verbesserung gegenüber bekannten Riemen auf, insbesondere diejenigen, welche mit einem Zugteil aus Aramidfasern gebildet sind.
  • Andere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Betrachtung der Zeichnungen und der Beschreibung derselben, welche zeigen:
  • Fig. 1 - eine partielle Längsschnittdarstellung, die teilweise im Querschnitt weggeschnitten ist, welche einen erfindungsgemäßen Riemen mit eingebettetem Cord und Riemenzähnen zeigt;
  • Fig. 2 - eine vergrößerte, partielle Querschnittsdarstellung entlang der Linie 2-2 der Fig. 1 zur Darstellung eines eingebetteten Cords;
  • Fig. 3 - eine Ansicht ähnlich der Fig. 2, jedoch einen bekannten eingebetteten Cord darstellend; und
  • Fig. 4 - eine Grafik zur Darstellung der Riemenleistung als Funktion der Cordbehandlung erfindungsgemäßer und bekannter Riemen.
  • Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
  • Wie in den Fig. 1-2 dargestellt, weist der erfindungsgemäße Riemen 10 einen Körper 12 aus gegossenem Urethanriemenmaterial mit aus dem Körper gebildeten und in einem Teilungsmaß P beabstandeten Riemenzähnen. Die Zähne 14 sind mit einem verschleißfesten Gewebe 16 bedeckt, das entlang Umfangsflächen der Riemenzähne angeordnet ist. Ein Zugteil 18 aus schraubenlinienförmig gewickeltem Cord ist im Riemenkörper eingebettet.
  • Der Riemen wird unter Verwendung bekannter Verarbeitungsverfahren hergestellt. Der Riemen wird aus einem flüssigen Urethanriemenmaterial gegossen, daß im gehärteten Zustand die erforderlichen physikalischen Eigenschaften eines Kraftübertragungsriemens hat. Beispielsweise kann das Urethan die im US-Patent 4 838 843 an Westhoff genannten Eigenschaften aufweisen, wobei das Urethanriemenmaterial einen Zugmodul von wenigstens ungefähr 1500 psi bei einer Streckung von 100 Prozent bei einem Standard-ASTM-Test aufweist. Das Urethanmaterial kann einen Zugmodul von wenigstens 1700 psi bei einem Streckung von 100 Prozent aufweisen. Ein anderes Beispiel eines verwendbaren Urethans, ist im US-Patent 5 112 282 an Patterson et al. offenbart. Ein Urethan, das Hochtemperatureigenschaften aufweist, ist in WO 96/02584 (1. Februar 1996) an Wu et al. beschrieben. Welches Urethan auch gewählt wird, es muß die erforderliche Eigenschaft haben, während es beim Gießen flüssig ist, zu fließen und Zwischenräume des Cords zu durchdringen, wie im folgenden noch erläutert.
  • Mehrere quergerichtete Rillen 20 können optional in der Außenschicht des Riemens ausgebildet sein. Zwar ist dies nicht erforderlich, verringern die Nuten 20 das Riemengewicht und verbessern die Riemenflexibilität geringfügig.
  • Die aus dem Körper geformten beabstandeten Zähne 14 können jede gewünschte Querschnittsform wie trapezförmig, gebogen, oder gebogen kegelstumpfförmig haben. Beispiele von gebogenen Zahnformen erscheinen in den US- Patenten 3 756 091 an Miller, 4 515 577 and Cathey et al. und 4 605 389 an Westhoff.
  • Gehärtetes Urethan hat einen hohen Reibungskoeffizienten (beispielsweise ungefähr 0,65) bezüglich der meisten Riemenscheibenmaterialien. Es ist daher erforderlich, diesen Reibungskoeffizienten so zu verringern, daß er entlang der Riemenzähne "nicht aggressiv" ist (beispielsweise unter ungefähr 0,45), so daß die Riemenzähne leicht in Rillen einer Riemenscheibe eintreten und diese verlassen können. Das an der Umfangsfläche der Riemenzähne vorgesehene verschleißfeste Gewebe 16 schafft nicht nur Verschleißfestigkeit, sondern erhöht auch die Zahnscherfestigkeit und verringert die Aggressivität der Riemenzähne beim Eintreten in die Rillen einer Riemenscheibe. Vorzugsweise hat das Gewebe einen geringen Reibungskoeffizienten wie im US-Patent 3 964 328 and Redmond offenbart. Das Gewebe muß auch eine gewisse Streckbarkeit aufweisen, um Riemenumlenkung im Gebrauch des Riemens aufnehmen zu können. Gekräuseltes Nylongewebe 15 hat sich als zufriedenstellendes verschleißfestes Gewebe erwiesen.
  • Das Zugteil 18 in Form eines Cords wird schraubenlinienförmig über die Breite des Riemens nebeneinander mit gegenseitigem Abstand der Windungen gewickelt. Der Cord nimmt vorzugsweise zwischen ungefähr 56 und ungefähr 80 Prozent der Riemenbreite ein, höchst vorzugsweise von ungefähr 64 bis ungefähr 81 Prozent der Riemenbreite. Es ist notwendig, daß der Cord in dem Urethan des Körpers eingebettet und von diesem im wesentlichen umschlossen werden kann, so daß der Cord eine Bindung mit dem Urethankörper eingeht.
  • Der das Zugteil aufweisende Cord besteht aus Kohlenfasern, zum Beispiel die von Amoco verkaufte Kohlenfaser. Kohlenfaser wird üblicherweise durch Karbonisieren einer anderen Faser wie Polyacrylnitril-Fasern hergestellt, wobei während des Karbonisierungsvorgangs der Faserdurchmesser erheblich verringert wird. Kohlenstoffgarn ist durch die Anzahl der enthaltenen Fasern anstatt durch Denier oder Detex gekennzeichnet. Eine Nomenklatur von Zahlen und der Buchstabe "K" dienen der Angabe der Anzahl der Kohlenstofffasern in einem Garn. Selbstverständlich kann die Kohlenstofffaser gegebenenfalls durch derartige Ausdrücke gekennzeichnet werden. Bei einem "3K" Kohlenstofffasergarn bezeichnet "K" eine Abkürzung für "1000 Fasern" und "3" gibt den Multiplikator an. Somit bezeichnet ein "3K" Kohlenstoffgarn ein Garn mit 3000 Fasern oder Filamenten.
  • Wie bei anderen Textilmaterialien wird eine Anzahl von Kohlenstofffasern zur Bildung eines Garns kombiniert. Ein Garn kann mit einem anderen Garn zur Bildung eines stärkeren Garns kombiniert werden, und das Garn oder Garnbündel können verdrillt werden, um einen Cord zu bilden.
  • Kohlenstofffasern haben einen extrem geringen Durchmesser, der 6,5 Mikron betragen kann. Einzelne Fasern werden leicht zerbrochen, wenn ein Garn zu einem Cord verarbeitet wird. Aus diesem Grund ist es erwünscht, die Anzahl der mechanischen Vorgänge, welchen das Garn beim Bilden eines Cords ausgesetzt ist, zu verringern. Beispielsweise sind das Verdrillen mehrerer Garne zur Bildung eines Garnbündels und das umgekehrte Verdrillen der derart gefalteten Garnbündel zur Bildung eines Cords mechanische Operationen, welche die einzelnen Fasern zerbrechen. Die Anzahl der Brüche wird verringert, indem die Anzahl der Verdrilloperationen verringert wird.
  • Faserhersteller beschichten oft Fasern mit einer Schlichte, die einer Schmierung der Faser und einem Verhindern des Brechens der Faser beim Verarbeiten zu Garnen und beim Aufwickeln auf Spulen dient. In einigen Fällen kann die Schlichte eine chemische Struktur aufweisen, die mit einem Kleber kompatibel ist, der zum Behandeln eines in einen Kraftübertragungsriemen einzuschließenden Cords verwendet wird.
  • Fig. 2 zeigt einen 6K-3 Cord, bei dem drei Lagen 22, 24, 26 aus 6K Kohlenstofffasergarn miteinander verdrillt sind (mit einem Verdrillungsmultiplikator von 2,1), um den Cord 18 zu bilden. Nur die Garnlage 22 zeigt schematisch Enden von Garnen in der Lage und Garnbündel 24, 26 sind aus Gründen der Klarheit zum besseren Verständnis eines Merkmals der Erfindung in Phantomlinien dargestellt.
  • Urethan in gießfähiger flüssiger Form weist polare Carboxylgruppen auf. Während des Gießens beim Formen des Riemens ist es wichtig, daß das flüssige Urethan den Cord in einem Maße netzt, daß dieser Urethan in Zwischenräumen 28 aufnimmt, welche zwischen Faserfilamenten des Cords gebildet sind. Eine auf Wasser basierende Epoxidschlichte, wie von Amoco geliefert, hat ein UC309- Finish, das polar ist. Ein derartiges polares Material wird bevorzugt, da es ein Netzen des Cords durch das Epoxid beim Gießen ermöglicht.
  • Eine Möglichkeit, die Fähigkeit der Kohlenstofffaser zum Netzen durch Urethan anzugeben, ist das Messen des Kontaktwinkels von Kohlenstofffasern mit deionisiertem Wasser unter Verwendung eines dynamischen Kontaktwinkelmessinstruments, da deionisiertes Wasser ebenfalls polar ist. Es wurde festgestellt, daß ein Kohlenstofffaserkontaktwinkel mit deionisiertem Wasser von weniger als 60 Grad und vorzugsweise weniger als 45 Grad eine erforderliche Durchdringung der Cordzwischenräume zum Aufnehmen von Riemenmaterial beim Gießen des Riemens bewirkt. Die Menge an Riemenmaterial, die ein Cord beim Gießen aufnimmt, kann durch Wiegen eines Stücks Grège-Cord und Vergleichen desselben mit einem aus einem fertigen Riemen entnommenen Cord und Messen der Gewichtsdifferenz. Auf diese Weise wird die Menge des vom Cord aufgenommenen Riemenmaterials in mg pro mm³ Cordvolumen gemessen.
  • Es existiert eine Mindesteindringmenge bis zu einem Punkt 30 (schematisch durch eine Phantomlinie dargestellt), an dem der Cord eine ausreichende Menge an Urethan aufnimmt, wobei der erfindungsgemäße Riemen eine verbesserte Leistung gegenüber bekannten vergleichbaren Riemen, wie den mit einem Zugteil aus Aramidfaser, aufweist. Das Eindringen kann vollständiger sein und bis zu einem Punkt 32 (in Phantomlinien dargestellt) erfolgen, wodurch der Cord mehr Riemenmaterial aufnimmt und der Riemen eine erhebliche Verbesserung der Leistung gegenüber genannten bekannten Riemen zeigt.
  • Fig. 3 zeigt einen bekannten Riemenzugteilcord aus Aramid. Der Cord weist fünf Garnbündel 36, 38, 40, 42, 44 auf, wobei jedes Garnbündel zunächst in eine Richtung verdrillt wird, um eine Lage zu bilden, und anschließend die Lagen in entgegengesetzter Richtung miteinander verdrillt werden, um einen Cord 34 zu bilden. Nur die Lage 36 zeigt schematisch Enden einzelner Garne in einer Garnlage. Die Garnlagen 36-42 sind zur Verdeutlichung in Phantomlinien dargestellt.
  • Aramidfaser ist bei Kompression zerbrechlich, jedoch in geringerem Maße als Kohlenstofffaser. Aramidfaser kann mit einer Schlichte durch die Garnherstellung versehen und anschließend mit einem Epoxid beschichtet werden, um das Brechen der Faser zu verhindern, wenn die Garne zur Bildung eines Cords zuerst in die eine Richtung und anschließend in die entgegengesetzte Richtung verdrillt werden. Die Epoxidbeschichtung versiegelt den Cord 34 nicht vollständig, sondern läßt vielmehr Zwischenräume 44 frei, durch welche flüssiges Urethan in den Cord während des Riemenherstellungsverfahrens eindringen kann. Es muß darauf geachtet werden, das Durchdringen des Cords über einen Punkt 46 hinaus zu verhindern, da zu viel Urethanaufnahme zu einer Verringerung der Riemenlebensdauer führt. Die Verringerung der Riemenlebensdauer kann dem in dem genannten Stand der Technik Gesagten (beispielsweise Terhune) zugeschrieben werden, nämlich, daß eine vollständige Durchdringung der Cordzwischenräume mit Urethan zu einer festen Masse aus Cord und Riemen führt und die Elastizität verringert. Die Riemen sind schwerer zu biegen (d. h. der Biegemodul nimmt zu oder, umgekehrt, die Riemenflexibilität für das Biegen um Riemenscheiben wird verringert, wenn der Cord mit Urethan gefüllt ist).
  • Erfindungsgemäß aufgebaute Riemen können einen Cordaufbau beliebiger Art haben, einschließlich der in den Fig. 2 und 3 dargestellten Arten. Derartige Riemen sind anfänglich biegesteif im Vergleich zu ähnlichen Riemen mit Aramidcord. Wie durch den Stand der Technik vorhergesagt, sind Riemen biegesteif, da das Urethan derart in die Zwischenräume des Cords eindringt, daß aus dem Cord eine nahezu feste Masse wird. Anfänglich sind die Riemen so steif, daß oft ein Schnappen/Knacken zu hören ist, wenn die Riemen manuell gebogen weiden. Das Schnappen/Knacken ist vermutlich die Folge des Brechens einzelner Fasern des Cords. Wenn die Riemen um Riemenscheiben herum betrieben werden, erfolgt ein merklich schneller Zugfestigkeitsverlust des Riemens (beispielsweise eine Verringerung auf 27 bis 40 Prozent in 500 Stunden), was ein Hinweis auf die Untauglichkeit der Riemen für den Gebrauch ist. Bekannte Riemen mit Aramidcords zeigen weniger Zugfestigkeitsverlust, der sich auf 50 bis 53 Prozent in 500 Stunden beläuft. Zusammenfassend läßt das Schnappen/Knacken und der Zugfestigkeitsverlust (basierend auch auf dem Stand der Technik) zu der Vermutung, daß derartige Riemen nicht zufriedenstellend sind. Im Gegensatz dazu, zeigen die erfindungsgemäßen Riemen sich als erhebliche Verbesserung gegenüber bekannten Riemen ähnlichen Aufbaus, wobei der einzige erhebliche Unterschied im Cordmaterial und in der Cordbehandlung liegt.
  • Um die Merkmale der Erfindung zu kennzeichnen, wurden Riemen mit 8 und 14 mm Teilung hergestellt und getestet. Erfindungsgemäß aufgebaute Riemen wiesen Kohlenstoffasercord mit einer Cordbearbeitung auf, bei der der Cord verschiedene Riemenmaterialmengen aufnahm. Erfindungsgemäße Riemen wurden mit ähnlich aufgebauten Riemen verglichen, bei denen der Cord aus Aramidmaterial bestand, wobei der Aramidcord verschiedene Mengen Riemenmaterial aufnahm. Der derart aufgebaute Riemen wies Cordaufbauten entsprechend der Tabelle 1 auf. Tabelle 1
  • Die derart aufgebauten Riemen wurden mit Krafteinwirkung getestet und miteinander verglichen. Das Testen unter Krafteinwirkung umfaßte das Betreiben von 8 mm Riemen mit 17,2 bis 25,6 PS über Riemenscheiben mit 24v Rillen bei 200 U/min bis zum Riemenversagen und das Betreiben von 14 mm Riemen über Riemenscheiben mit 32 Rillen mit 60 bis 92,3 PS bei 1750 U/min bis zum Riemenversagen. Wie in Fig. 4 erkennbar erreichen 8 mm Riemen mit Aramidcord eine maximale Riemenlebensdauer von ungefähr 400 Stunden und verschlechtern ihre Leistung auf eine Riemenlebensdauer von ungefähr 160 Stunden, wenn die Urethanaufnahme erhöht wurde. Ähnlich arbeiteten 14 mm Aramidcordriemen bis 400 Stunden Riemenlebensdauer gut, bis die Urethanaufnahme 0,26 mg/mm³ überstieg, und die Riemenlebensdauer bei ungefähr 380 Stunden zu fallen beginnt.
  • Im Gegensatz zu den Aramidcordriemen zeigten sowohl die 8 mm Riemen, als auch die 14 mm Riemen mit Kohlenstofffasercord und erfindungsgemäßem Aufbau eine unerwartete Verbesserung hinsichtlich der Riemenlebensdauer von ungefähr 480 Stunden, wenn die Cordzwischenräumen des Riemens ein Minimum von ungefähr 0,20 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen aufnahmen. Eine noch erheblichere Verbesserung der Riemenleistung mit Riemenlebenszeiten von ungefähr 800 Stunden wurde erreicht, wenn der Kohlenstoffcord ein Minimum von ungefähr 0,24 g/mm³ aufnahm. Bei einer Zunahme der Urethanaufnahme auf 0,26 g/mm³ verbesserte sich die Riemenleistung auf ungefähr 1-900 Stunden. Eine zufriedenstellende Durchdringung des Cords mit Riemenmaterial während des Gießens der Riemen wurde erreicht, wenn die Kohlenstoffasern einen Kontaktwinkel mit deionisiertem Wasser von ungefähr 60 Grad oder weniger bildeten. Riemen mit einer Teilung von 9,53 mm (3/8") und einem Aufbau aus einem Kohlenstofffasercord mit 6K-2 (12000 Fasern) wurden ebenfalls hergestellt.
  • Die vorangehende detaillierte Beschreibung dient lediglich der Illustration und stellt keine Eingrenzung des Umfangs der Ansprüche dar.

Claims (7)

1. Synchron-Kraftübertragungsriemen (10) mit einem Riemenkörper(12) aus gegossenem Urethan-Riemenmaterial, aus dem Körper gebildeten und in einem Teilungsmaß P beabstandeten Riemenzähnen (14), einer entlang Umfangsflächen der Zähne angeordneten verschleißfesten Gewebeverstärkung (16), einem Zugteil (18) aus schraubenlinienförmig gewickeltem Cord, dessen Länge und Volumen im Riemenkörper eingebettet ist, und aus einem Fasergarn, und wobei die Fasern Kohlenstofffasern mit Zwischenräumen (28) zwischen den Fasern sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Riemen einer Cordbearbeitung unterzogen ist, die Riemenmaterial aufweist, das beim Gießen des Riemens nur einen Teil der Cordzwischenräume durchdringt (30,32), wobei der Cord ein Minimum von ungefähr 0,20 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen aufnimmt.
2. Riemen nach Anspruch 1, bei dem der Cord ein Minimum von ungefähr 0,24 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen aufnimmt.
3. Riemen nach Anspruch 1, bei dem der Cord ein Minimum von ungefähr 0,28 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen aufnimmt.
4. Synchron-Kraftübertragungsriemen (10) mit einem Riemenkörper (12) aus gegossenem Urethan-Riemenmaterial, aus dem Körper gebildeten und in einem Teilungsmaß P beabstandeten Riemenzähnen (14), einer entlang Umfangsflächen der Zähne angeordneten verschleißfesten Gewebeverstärkung (16), einem Zugteil (18) aus schraubenlinienförmig gewickeltem Cord, dessen Länge und Volumen im Riemenkörper eingebettet ist, und aus einem Fasergarn, und wobei die Fasern Kohlenstofffasern mit Zwischenräumen (28) zwischen den Fasern sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Riemen einer Cordbearbeitung unterzogen ist, die Riemenmaterial aufweist, das beim Gießen des Riemens nur einen Teil der Cordzwischenräume durchdringt, was zu einem Bereich von ungefähr 0,20 mg bis ungefähr 0,28 mg Riemenmaterial pro mm³ Cordvolumen führt.
5. Riemen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die Kohlenstoffasern mit einer Schlichte behandelt sind, wodurch die solchermaßen behandelten Fasern einen Kontaktwinkel von im wesentlichen gleich oder weniger als 60 Grad mit deionisiertem Wasser bilden.
6. Riemen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, beidem der Cord zwischen ungefähr 12000 und 54000 Kohlenstoffasern aufweist.
7. Riemen nach Anspruch 5, bei dem das Riemenmaterial und die Schlichte polar sind.
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