DE6965C - Neuerungen an einem elektrischen Zaum zum Bändigen der Pferde - Google Patents
Neuerungen an einem elektrischen Zaum zum Bändigen der PferdeInfo
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Description
1879.
Klasse 56.
• ADELE ENGSTRÖM in PARIS. Neuerungen an einem elektrischen Zaum zum Bändigen der Pferde.
Zusatz-Patent zu No. 2428 vom 27. Februar 1878.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 27. März 1879 ab.
Längste Dauer: 26. Februar 1893.
Bei dem unter No. 2428 im Deutschen Reich patentirten elektrischen Zaum hat die Erfahrung
gelehrt, dafs durch die Annahme des gebrochenen Gebisses, auf welches die Elektricität
einwirkt, derselbe von Seite derjenigen Personen Anstofs gefunden hat, welche den gewöhnlichen
Zügel nicht ändern wollen.
Aus diesem Grunde wurde versucht, diesen Zügel mit dem Stangengebifs, mit welchem er
gewöhnlich verbunden ist, zur Benutzung zu bringen. Um diese Anordnung aber der elektrischen
Wirkung anpassen zu können, mufste man zur Anwendung vom Kappzaum oder der Kinnkette mit Haken greifen, welche bis jetzt
unter anderen Umständen angewendet worden sind.
Ebenso hat sich beim Gebrauche dieses Zaumes herausgestellt, dafs die angewendete elektrische
Säule, sogar in Verbindung mit der Inductionsspule, keine hinreichend starken Erregungen
hervorzubringen vermochte, um wirklich den erforderlichen Einflufs auf das Thier
auszuüben.
Es wurde deshalb behufs Erlangung einer mächtigen Elektricitätsquelle die Säule durch
eine kleine dynamo-elektrische Maschine, System Clarke, ersetzt, wie sie von gewissen Fabrikanten
zum medicinischen Gebrauch hergestellt werden.
Die Anpassung des erwähnten Zügels mit dem gewöhnlichen Stangengebifs zur Uebertragung
von elektrischen Wirkungen auf das Thier, sowie die Ersetzung der elektrischen Säule durch
die Clarke'sche dynamo-elektrische Maschine bilden die an dem pateiitirten elektrischen
Zaume angebrachten Neuerungen, welche durch ein Zusatz-Patent geschützt werden sollen.
Das in der beiliegenden Zeichnung dargestellte und in diesem Falle zur Anwendung
kommende Gebifs besteht wie gewöhnlich aus einem hohlen Mundstück a, welches von den
zwei Backenstücken b b getragen wird. An den Oesen c c dieser letzteren sind die beiden Zügel
dd, Fig. i, angebracht, welche mit dem Kappzaum h verbunden werden und den Kopf
des Pferdes umschlingen. Die beiden Riemen //, in welchen die Leitungsdrähte eingelegt sind,
gehen durch einen Ring e hindurch, an welchem der von der Elektricitätsquelle herkommende
Draht/ angehängt wird.
In Fig. 2 ist die Combination des Gebisses mit hohlem Mundstück α mit der Kinnkette g
dargestellt.
Der Kappzaum sowie die Kinnkette besitzen an ihrer inneren Seite eine Metallplatte, welche
mit Haken versehen ist, zum Zwecke, in die Haut des Pferdes einzugreifen. Die Haken der
Kinnkette sind jedoch dazu bestimmt, den elektrischen Strom unter dem Kinne des Thieres
hinzuleiten. Aus diesem Grunde ist die Kinnkette g, Fig. 2, mit einem Haken i versehen,
in welchen das Ende von einem der Pole oder Elektroden p und n, die mit dem Clarke'sehen
Apparat in Verbindung stehen, eingehängt wird. Die andere Elektrode ist mit einem der Backenstücke
des Gebisses verbunden.
Der Apparat, welcher in der einen oder anderen der angegebenen Weisen angeordnet sein
kann und auf das Pferd in gewöhnlicher Art einwirkt, läfst leicht erkennen, dafs er als elektrischer
Zaum vollständig unter den gleichen Bedingungen arbeiten und ähnliche Wirkungen hervorbringen wird, wie die in dem Haupt-Patent
angegebenen.
Wenn das Pferd nicht zu wild ist, dürfte schon durch die Anwendung des Kappzaumes
oder der Kinnkette die erforderliche Wirkung auf dasselbe hervorgebracht werden. In diesem
Falle hätte der Reiter oder Wagenführer blos die Leitriemen anzuziehen, wodurch die Haken
in das Fleisch des Pferdes eindringen. Sollte jedoch die dadurch hervorgebrachte Wirkung
auf das Pferd erfolglos sein, so kann der elektrische Apparat in Thätigkeit gesetzt werden.
Der Reiter oder Wagenführer würde zu diesem Zwecke nur die Kurbel des Clarke'sehen Appa-
rates umzudrehen haben, welcher sich in einem Kästchen befindet, dessen Anordnung auf dem
Sattel oder Wagensitz einen leichten Zugang gestattet.
Sobald der durch die Backenstücke des Gebisses um den Kappzaum geleitete Strom durch
den Kopf des Pferdes geht, welcher den Strom schliefst, so erleidet ersterer auch die Wirkung
der Erschütterung. Deren Stärke kann nach Belieben geändert werden, indem man die Lage
der Conductoren in Beziehung auf den im Clarke'sehen Apparat befindlichen festen Magneten
ändert.
Claims (2)
1. Die oben beschriebene Abänderung des unter No. 2428 patentirten Apparates.
2. Die Ersetzung der elektrischen Säule durch eine dynamo-elektrische Maschine bei dem
elektrischen Zaum.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE6965C true DE6965C (de) |
Family
ID=284951
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT6965D Active DE6965C (de) | Neuerungen an einem elektrischen Zaum zum Bändigen der Pferde |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE6965C (de) |
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