DE69466C - Verfahren und Apparat zur Conservirung von Hülsenfrüchten - Google Patents
Verfahren und Apparat zur Conservirung von HülsenfrüchtenInfo
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Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
- A23B—PRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
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- A23B7/10—Preserving with acids; Acid fermentation
- A23B7/12—Apparatus for compressing sauerkraut
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT. \S
Vorliegende Erfindung betrifft die Conservirung von abgekochten Hülsenfrüchten und
besteht in einem Verfahren zur Behandlung derselben nebst den hierfür geeigneten Apparaten,
welche auf beiliegender Zeichnung veranschaulicht sind, von denen Fig. 1 und 2
einen zur Behandlung der Hülsenfrüchte dienenden Behälter in Ansicht und Grundrifs darstellen
, während Fig. 3, 4 und 5 eine zur weiteren Zubereitung der Hülsenfrüchte bestimmte
Büchse in Ansicht, im senkrechten Schnitt und Grundrifs,zeigen, Fig. 6 dagegen
ein in diese Büchse. eingelegtes Drahtsieb veranschaulicht. Fig. 7 und 8 zeigen ein Gestell
zur Aufnahme mehrerer solcher Büchsen in Ansicht und Grundrifs und Fig. 9 dasselbe im
senkrechten Schnitt im gefüllten Zustande. Fig. 10 stellt im Grundrifs einen Deckel für
solche Büchsen dar und Fig. 11 ein Sieb,
welches bei diesem Verfahren ebenfalls zur Anwendung gelangt.
Zur näheren Veranschaulichung der vorliegenden Erfindung mag im Nachfolgenden
die Behandlung für die Conservirung von Bohnen als Beispiel näher beschrieben werden.
Die getrockneten Bohnen werden zunächst in den mit siebartigen Wandungen α versehenen
Aufnahmebehälter (Fig. 1 und 2) gebracht, welcher alsdann mittels Ketten und
Kranes in einen mit kaltem Wasser angefüllten Bottich eingetaucht wird. Nun bringt man die
Temperatur des Wassers auf 30° C. und steigert dieselbe innerhalb 2 Y2 Stunden von
einer halben Stunde zur anderen, bis zuletzt auf 500 C. Nach Verlauf dieser Zeit entfernt
man den Aufnahmebehälter wiederum mittels des Kranes und der Kette aus dem Wasser
und bringt die Hülsenfrüchte in mit Kochsalz gesättigtes Wasser von 50° C, worauf sie in
geeigneten Büchsen abgekocht werden. Eine solche Büchse (Fig. 3, 4 und 5) hat die Form
einer Schale mit luftdicht abgeschlossenem Boden b, oberhalb dessen in 2 cm Entfernung
ein starkes siebartiges Drahtnetz c, Fig. 6, in der Büchse angeordnet ist, damit die Bohnen
das Bodenblech nicht direct berühren können. Auf dieses Drahtsieb c wird ein mit Wässer
gut durchzogenes Tuch gelegt, worauf die Hülsenfrüchte aufgebracht werden, welche mit
einem ebenfalls mit Wasser gut durchtränktem Tuch bedeckt werden.. Auf das Ganze wird
nun für je 5 kg Hülsenfrüchte 1 1 Wasser gegossen. Dieses sammelt sich unterhalb der
Hülsenfrüchte zwischen den Böden b und c, was von besonderer Bedeutung für das Conserviren
derselben ist. Danach deckt man die Büchse mit einem Deckel d, Fig. ι ο, aus
Eisenblech zu, welcher durch eine Hanfschnur abgedichtet wird, die auf dem am oberen
Theil der Büchse angenieteten Winkeleisen f angebracht ist (Fig. 4). Von den so vorbereiteten
Büchsen stellt man in einem Gestell ι ο bis 12 über einander, dessen unterer Theil
eine feste Platte g und dessen oberer Theil eine bewegliche Platte h besitzt. Diese letztere
Platte h hat den Zweck, vermittelst der Schraube i die auf einander gestellten Büchsen
zusammenzupressen und dadurch die Deckel d fest an. die Hanfschnüre anzudrücken, um das
Eindringen von Wasser oder Dampf von aufserhalb beim Kochen in die Büchsen zu verhindern. Der unterhalb des Bodens b über-
ragende Theil der Büchsenseitenwand ist mit Löchern j versehen, die dem beim Kochen
benutzen Wasser oder Dampf den Eintritt in den Raum zwischen dem Boden der einen
Büchse und dem Deckel der darunter liegenden gestatten, .wodurch einestheils die Wärme sich
überall gleich mäfsig vertheilen kann und andererseits noch ein Druck auf die Deckel ausgeübt
wird.
Nachdem die Büchsen genügend verschlossen sind, bringt man das Gestell sammt Inhalt
mittels eines Kranes in einen mit Wasser von ι oo ° C. oder mit Dampf gefüllten Kessel,
schliefst letzteren und erhöht die Temperatur auf 102° C, welcher Hitzegrad während
2]/2 Stunden aufrecht erhalten wird, um alsdann
das Ganze wieder aus dem Kessel herauszuziehen und erkalten zu lassen, damit die Körner nicht aufspringen. Selbstverständlich
können die vorstehend angegebenen Zahlen bezüglich des Hitzegrades und der Einwirkungsdauer
je nach der Art der Hülsenfrüchte auch wieder einige Veränderungen erfahren, jedoch
können dieselben, wie es die Erfahrung gelehrt hat, für die am meisten vorkommenden
Fälle genügen.
Das Wesentliche des vorliegenden Verfahrens ist die Abkochung ohne Wasser, nur mit
Dampf in den beschriebenen Apparaten, was für die Conservirung der Hülsenfrüchte nothwendig
ist. Nur ein derartiges Abkochen gestattet die Gewinnung von Bohnen in Körnerform
und veranlafst keinen ranzigen Geschmack.
Will man Hülsen- oder Körnerfrüchte in Mehl- oder Gries-Form herstellen, so trocknet
' man dieselben auf einer Darre und zerstöfst sie. Nur das oben beschriebene Abkochverfahren
gestattet auch, ein nicht verdorbenes bezw. keinen ranzigen Geschmack annehmendes
Bohnenmehl herzustellen.
Handelt es sich aber darum, die Bohnen als Körner zu erhalten, was bis jetzt noch nicht
gelungen ist, so breitet man die nach dem beschriebenen Verfahren abgekochten, aber bereits
erkalteten Bohnen auf einem mit einem groben Seihtuch überzogenen weitmaschigen Drahtsieb aus (Fig. ii) und bedeckt sie mit
einem gleichen Tuch. Dadurch wird ein Aufspringen oder Zerfallen der Bohnenkörner
verhütet, denn schon der leiseste Wind während des Austrocknens genügt, um sie zum
Zerspringen zu bringen, so dafs sie ihren Handelswerth einbüfsen.
Es mufs ferner darauf geachtet werden, dafs die Bohnen neben einander und nicht auf einander
liegend ausgebreitet werden, da sie sonst leicht ölig bezw. schmierig werden und einer
erneuten Trocknung bei höherer Temperatur bedürfen.
Die auf die genannte Weise ausgebreiteten und gut bedeckten Bohnen bringt man nun
auf ihren Drahtsiebunterlagen in eine Trockenkammer mit einer Temperatur von 15° bis i8°,
welche entsprechend dem fortschreitenden Trocknen der Bohnen nach und nach erhöht
wird, wobei man darauf zu achten hat, dafs die Temperatur nicht zu plötzlich steige, um
ein Zerspringen der Körner nicht eintreten zu lassen. Das Salzwasser, ,welches die aus dem
Wasserbad kommenden Hülsen- oder Körnerfrüchte aufnimmt, bezweckt, die Entstehung von
Schimmelpilzen zu verhindern, welche sich sonst während deren Trocknung bei niedriger
Temperatur sehr schnell auf den Hülsenfrüchten bilden würden. In 2 bis 3 Tagen ist das Trocknen beendet und kann man dann
die Hülsenfrüchte auf dem Boden einer gut trocknenden Vorrathskammer ausbreiten.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:ι . Verfahren zur Conservirung von Hülsenfrüchten, dadurch gekennzeichnet, dafs man sie in Wasser kalt einweicht, darauf in diesem Wasser auf eine unterhalb der Siedehitze bleibende Temperatur erhitzt, sie alsdann in Kochsalzlösung taucht und sie schliefslich zwischen feuchten Tüchern in dicht geschlossenen Gefäfsen mittels letztere umgebenden Wassers oder Dampfes abkocht.
- 2. Ein zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1. geeigneter Apparat, gekennzeichnet durch die Anordnung von mit durchbrochenen Einlagen (c) und dichtschliefsenden Deckeln (d) ausgestatteten Behältern oder Büchsen derart, dafs diese Behälter über einander gestellt sind und . zusammengehalten werden können, zugleich aber zwischen einander freie Räume lassen, so dafs bei Anordnung eines solchen Apparates in einem Heizraum die Wärme nicht nur auf die Seitenwände, sondern auch auf Boden und Decke der einzelnen Behälter direkt einwirken kann.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE69466C true DE69466C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Country Status (1)
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