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Die Erfindung bezieht sich auf eine
Bandschneidevorrichtung und betrifft insbesondere, jedoch nicht
ausschließlich, das Schneiden von in Thermodruckgeräten verwendetem
Band.
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Thermodruckgeräte der Art, mit denen sich die vorliegende
Erfindung in erster Linie befaßt, arbeiten mit einem ein
Bild aufzunehmenden Bandvorrat und einem Mittel zur
übertragung des Bildes auf das Band. Bei einer
Ausführungsform enthält ein Bandaufnahmegehäuse einen Vorrat an
Bildempfangsband sowie einen Vorrat an
Bildübertragungsband, wobei Bildempfangsband und Bildübertragungsband in
gegenseitiger Überdeckung durch eine Druckzone des
Druckgerätes geführt werden. Ein mit einem
Bandaufnahmegehäuse dieser Art arbeitendes Druckgerät ist zum
Beispiel in der EP-A-0267890 (Varitronics, Inc.)
beschrieben. Weitere Druckgeräte sind hergestellt worden, bei
denen mittels eines Trockenbeschriftungs- oder
Trockenfilmdruckverfahrens Buchstaben auf ein Bildempfangsband
übertragen werden. Bei all diesen Druckgeräten ist der
Aufbau des Bildempfangsbandes im wesentlichen gleich. Das
heißt, es umfaßt eine obere, ein Bild aufnehmende
Schicht, die mittels einer adhäsiven Schicht an einer
lösbaren Rückseitenschicht befestigt ist. Nachdem ein
Bild oder eine Information auf das Band gedruckt ist,
soll dieser bedruckte Abschnitt vom Band abgeschnitten
werden, um ihn als Etikett verwenden zu können. Zu
diesem Zweck muß die lösbare Rückseitenschicht von der
oberen Schicht abgelöst werden, damit die obere Schicht
mittels der adhäsiven Schicht auf einer Fläche angebracht
werden kann. Bei bekannten Druckgeräten erweist es sich
als schwierig, die lösbare Rückseitenschicht von der
oberen Schicht abzuziehen: Zunächst müssen die fest
aneinander haftenden Endabschnitte der lösbaren
Rückseitenschicht und der oberen Schicht voneinander getrennt
werden, zum Beispiel unter Zuhilfenahme eines Fingernagels
oder einer Pinzette, damit der getrennte Endabschnitt der
lösbaren Rückseitenschicht mit den Fingern erfaßt werden
kann, um ihn von der adhäsiven Schicht abzuziehen. Dies
ist ein verhältnismäßig schwieriger Vorgang, der außerdem
noch zu einer Beschädigung der Enden des Etiketts führen
kann.
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Zur Lösung dieses Problems hat es bereits verschiedene
Versuche gegeben. In den meisten Fällen wurde dabei ein
sogenannter Tabenschnitt eingesetzt. Bei diesen
Vorrichtungen erfolgt ein erster Vollschnitt durch sämtliche
Schichten des Bandes, um einen Abschnitt vom Band
abzuschneiden, wobei gleichzeitig ein weiterer Schnitt durch
lediglich eine Schicht des Bandes durchgeführt wird.
Dadurch entsteht eine sogenannte "Tabe", die sich
theoretisch recht leicht abziehen läßt. Während sich ein
Tabenschnitt bei relativ dicken, steifen oberen Schichten
bereits mit Erfolg durchführen ließ, bestehen noch
erhebliche Schwierigkeiten bei der Anwendung sogenannter
Tabenschneidevorrichtungen bei Bändern der Art, wie sie in
Thermodruckgeräten verwendet werden, bei denen die obere
Schicht im allgemeinen aus dünnem, elastischem
Polyestermaterial besteht. Zwar sind bereits eine Reihe von
Vorschlägen gemacht worden, doch konnte bei einem
Thermodruckgerät bisher kein derartiger Tabenschnitt mit Erfolg
realisiert werden. Beispielsweise wird auf die EP-A
0319209 verwiesen, in der ein Versuch, eine
Tabenschneidevorrichtung zu schaffen, beschrieben ist.
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Ferner wird auf die EP-0526213 Bezug genommen, die eine
andere Lösung bietet für das Problem, die lösbare
Rückseite leicht abzunehmen, indem sie eine
Schneidevorrichtung vorsieht, bei der die Endabschnitte des Bandes
dadurch voneinander getrennt werden, daß das Band vor dem
Schneidevorgang gekrümmt wird.
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Erfindungsgemäß ist eine Bandschneidevorrichtung zum
Abschneiden eines Abschnittes eines Bandes vorgesehen, das
erste und zweite durch eine adhäsive Schicht aneinander
befestigte Schichten enthält, wobei die Vorrichtung ein
eine Klinge tragendes Schneideträgerteil aufweist, das
gegenüber einer bogenförmig gekrümmten Bandauflagefläche
bewegbar gelagert ist, auf welcher das Band während des
Schneidevorgangs aufliegt, so daß beim Schneiden des
Bandes die erste und zweite Schicht dahin tendieren, sich an
der Schnittkante voneinander zu trennen.
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Vorzugsweise ist die bogenförmig gekrümmte Auflagefläche
von einem halbkreisförmigen Dorn gebildet. Die
bogenförmig gekrümmte Auflagefläche kann dabei ganz oder auch nur
teilweise vom halbkreisförmigen Dorn gebildet sein.
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Vorzugsweise wird das Band über den halbkreisförmigen
Dorn von einer Klammer gezogen, die das Band nach unten
zieht und es während des Schneidevorgangs in Position
hält.
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In einer bevorzugten Ausführungsform weist der
halbkreisförmige Dorn einen Schlitz auf, in den sich die Klinge
während des Schneidens hineinbewegt.
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Gegenüber der EP-A-0526213 hat die Erfindung den Vorteil,
daß keine bleibenden Verformung des Etiketts stattfindet.
Bei der Verwendung der vorbekannten Vorrichtung kommt es
aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer bleibenden
Biegemarke auf dem Etikettenträger, da die Vorrichtung darauf
beruht, daß im Band eine markante Durchbiegung entsteht.
Außerdem ist es nicht erforderlich, das Band so genau wie
in den Figuren 2 und 3 der EP-A-0526213 angegeben zu
positionieren, da die Schneid- und Biegevorgänge
gleichzeitig stattfinden.
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Zum besseren Verständnis der Erfindung und zur
Veranschaulichung ihrer praktischen Durchführbarkeit werden im
folgenden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der
Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
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Figur 1 eine Draufsicht auf eine Bandkassette zusammen
mit einem Druck- und Transportmechanismus sowie
einer Bandschneidevorrichtung in schematischer
Darstellung;
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Figuren 2 bis 4 einen Querschnitt durch eine
Schneidevorrichtung in unterschiedlichen
Arbeitsstellungen; und
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Figur 5 eine alternative Ausführungsform einer
Schneidevorrichtung.
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In Fig. 1 ist mit der Bezugsziffer 1 ein
Bandaufnahmegehäuse oder eine Kassette bezeichnet. Das
Bandaufnahmegehäuse enthält eine Vorratsspule 2 mit einem
Bildempfangsband 4. Das Bildempfangsband weist eine obere
Schicht 4a zur Aufnahme eines gedruckten Bildes auf. Die
obere Schicht kann zum Beispiel aus Polyester oder Papier
bestehen und ist im allgemeinen aus einem dünnen
flexiblen Material hergestellt. Auf die Unterseite der oberen
Schicht ist eine adhäsive Schicht aufgebracht, auf der
eine lösbare Rückseitenschicht 4b befestigt ist. Der
Aufbau des Bildempfangsbandes 4 wird im folgenden unter
Bezugnahme auf die Bandschneidevorrichtung näher
beschrieben.
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Die Kassette 1 enthält weiterhin ein Bildübertragungsband
6. Dieses Band 6 erstreckt sich von einer Vorratsspule 8
zu einer Aufwickelspule 10. Die Aufwickelspule 10 wird
in der durch den Pfeil 10A dargestellten Richtung so
angetrieben, daß das Bildübertragungsband 6 von der
Vorratsspule 8 über eine insgesamt mit 12 bezeichnete
Druckzone zur Aufwickelspule 10 transportiert wird. Das
Bildempfangsband 4 wird ebenfalls durch die Druckzone 12
geführt, und zwar so, daß es sich mit dem
Bildübertragungsband 6 in überdeckung befindet. Die Bezugsziffern 14 und
16 bezeichnen Führungsstifte zur Führung des
Bildempfangsbandes 4 durch die Kassette 1.
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Die Kassette 1 dient dazu, in Verbindung mit einem
Thermodruckgerät verwendet zu werden. Im Druckgerät sind ein
Druckkopf 20 sowie eine Gegendruckwalze 22 gelagert. Der
Druckkopf ist beweglich zwischen einer in Fig. 1
dargestellten Betriebsstellung, in der er mit der
Gegendruckwalze 22 in Berührkontakt ist und in der das
Bildernpfangsband und das Bildübertragungsband in
gegenseitiger Überdeckung zwischen Druckkopf und Gegendruckwalze
eingeklemmt werden, und einer Außerbetriebsstellung, in
der die Bänder zum Herausnehmen der Kassette freigegeben
sind. Wenn der Druckkopf mit der Gegendruckwalze in
Berührkontakt ist, wird auf das Bildempfangsband ein Bild
übertragen, indem ausgewählte Bildelemente am
Thermodruckkopf erwärmt werden. Thermodruckgeräte dieser Art
sind bereits bekannt, wobei ein Beispiel dafür in der EP-
A-0267890 dargestellt ist. Die Gegendruckwalze 22 ist
drehbar gelagert, um das Bildempfangsband, nachdem es
bedruckt ist, aus der Druckzone und aus der Kassette 1
herauszuziehen. Sobald eine Information gedruckt ist, wird
das Bildempfangsband einer Schneidevorrichtung 26
zugeführt, die in die Kassette integriert sein kann.
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Fig. 2 zeigt im Querschnitt ein Bandträgerteil 30 der
Schneidevorrichtung 26. Das Bandträgerteil 30 weist
einen halbkreisförmigen Dorn 32 auf. Bei Bändern mit
einer Breite von 12 mm beträgt der Querschnittsradius r
vorzugsweise weniger als etwa 2,5 mm. Das
Bildempfangsband 4 ist so dargestellt, daß seine Bildaufnahmeschicht
4a nach oben zeigt, während seine lösbare
Rückseitenschicht 4b dem Dorn zugewandt ist. Im Dorn ist ein
Schlitz 34 ausgebildet, in den sich eine Schneideklinge
während des Schneidevorgangs hineinbewegt, wie im
folgenden noch beschrieben wird.
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In Fig. 3 weist die Schneidevorrichtung 26 weiterhin eine
Klammer 36 auf, die in Schnittrichtung verschiebbar ist,
um das Band 4 über den Dorn nach unten zu ziehen und es
während des Schneidens in Position zu halten, wie in Fig.
3 dargestellt. Mit der Bezugsziffer 38 ist ein
Schneideträgerteil bezeichnet, das eine Klinge 40 trägt. Beim
Schneiden bewegt sich das Schneideträgerteil 38 in
Richtung auf das Band 4, so daß die Klinge 40 in den Schlitz
34 hineinbewegt wird und somit das Band durchschneidet.
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Der Schneidevorgang ist in Fig. 4 dargestellt. Das
heißt, die Klinge 40 hat das Band 4 durchschnitten und
tritt in den Schlitz 34 ein. Aufgrund der
unterschiedlichen Elastizität von Rückseitenschicht 4b und
Bildaufnahmeschicht 4a bleibt die Rückseitenschicht 4b auf der
Dornoberfläche liegen, während die Bildaufnahmeschicht 4a
nach oben federt und somit die Neigung hat, sich gegen
die zwischen Bildaufnahmeschicht und Rückseitenschicht
vorhandene Haftwirkung abzulösen.
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Das Schneideträgerteil weist eine untere Fläche mit einem
flachen Teil 38a und einem kreisförmig gebogenen Teil 38b
auf. Der letztere Teil hält das Band (Fig. 4) rechts von
der Klinge fest und hindert die Schichten daran, sich
bereits an der Vorderkante des nächsten Etiketts zu
trennen.
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Nach dem Schnitt bewegt sich das Schneideträgerteil 38
nach oben, und die Klammer 36 wird gelöst, damit das
fertige Etikett entfernt werden kann.
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Zwar stellen die Figuren 2 bis 4 dar, daß die Klinge in
einen Schlitz 34 eindringt, es wäre jedoch ebenso
möglich, die Erfindung so auszuführen, daß die obere Fläche
des Dorns 32 durchgehend ausgebildet ist und als Amboß
dient, auf den die Klinge einwirkt. Das Schneiden in
einen Schlitz hinein bietet jedoch Vorteile.
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Jedenfalls sollte das Band am Scheitelpunkt des Dorns
geschnitten werden, unabhängig davon, ob der Dorn eine
durchgehende obere Fläche oder einen Schlitz aufweist.
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Auf die Klammer 36 kann verzichtet werden, wenn die auf
das Band ausgeübte Zugkraft genügend groß ist, um es beim
Schneiden mit ausreichender Spannung über den Dorn zu
halten.
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Der Dorn kann als Teil der Kassettenwand, als Teil der
Druckvorrichtung, oder auch als insgesamt separates
Bauteil ausgeführt sein.
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Fig. 5 zeigt eine alternative Ausführungsform, bei der
sich die operativen Teile ausschließlich links von der
Klinge 40 befinden, wodurch Platz eingespart wird. In
dieser Figur sind gleiche Teile mit den gleichen
Bezugsziffern wie in den Figuren 2 bis 4 bezeichnet, erhalten
jedoch zusätzlich einen Strich. Das Schneideträgerteil
38' weist einen ersten flachen Teil 38a' und einen
zweiten flachen Teil 38b' auf, wobei der letztere Teil dazu
dient, das Band gegen eine entsprechende flache
Oberfläche 50 des "Dorns" 32' zu halten. Der "Dorn" hat nur
links von der Klinge eine gekrümmte Fläche, und die
Klammer 36' dient nur dazu, das Band gegen diese Fläche zu
halten. Ansonsten ist die Arbeitsweise zu der zuvor
beschriebenen identisch.