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Briefmarkenfalz Briefmarkenfalze sind schon seit langen Jahren in
vielen Formen bekannt. Hauptbedingung eines Briefmarkenfalzes ist i. dünnes durchsichtiges
Papier, um die Marke beobachten zu können; a. die, Gummierung des Briefmarkenfalzes
darf das Briefmarkenpapier und die Farbe der Marke nicht angreifen; 3. wenn die
Marke mit dem Falz eingeklebt ist, muß man die Marke so aufheben können, daß man
unter die Marke schauen kann, ohne d,aß der Falz sich löst.
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Die meisten Falze sind ein- oder zweiseitig gummiert. Wenn man den
Gummi solcher Falze mit der Zunge oder mit dem Finger anfeuchtet, wird die angefeuchtete
Stelle ziemlich groß, auch `nenn man sich noch so bemüht, dieselbe möglichst klein
zu halten. Insbesondere bei postfrischen Marken soll die anzufeuchtende Stelle auf
dem. Falz möglichst klein gehalten sein, damit der Gummi der Briefmarke nicht zu
sehr verletzt wird, denn hierdurch wird die Briefmarke mehr oder weniger erheblich
entwertet. Auch beim Ankleben gebrauchter Marken soll die Anklebestelle so klein
wie eben möglich gehalten werden; denn auch gebrauchte Briefmarken leiden unter
zu großer Anklebefläche, insbesondere, wenn der Falz häufig gewechselt werden muß,
bei Kauf, Tausch, Umkleben usw.
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Neuerdings verwendet man zum Einkleben von postfrischen Friefmarken
Klebestreifen. Diese Streifen sind mit einem Trockenklebemittel versehen, welches,
ohne daß man den Streifen anzufeuchten braucht, klebt oder haftet. Dieses Trockenklebemittel
hat die Eigenschaft, daß der damit versehene Gegenstand von glatten Flächen, poliertem
Karton, Glas, Porzellan, Wachspapier, Pergaminpapier, Cellulo.id usw., ohne weiteres
wieder abgezogen werden kann. Haftet man z. B. den obenerwähnten Klebestreifen an
eine gebrauchte Briefmarke, also Marke ohne Gummi, so kann man ihn nur mit dem Lösemittel
des Trockenklebemittels, Äther, Benzin o. dgl., von der Marke lösen, wenn man letztere
nicht verletzen will. Klebt man aber den erwähnten Streifen auf die Rückseite einer
ungebrauchten
Marke, also auf die gummierte Seite, so kann man
den Klebestreifen ohne weiteres wieder von der Marke abziehen, und zwar
ohne die Gummierung der Marke im gering'; sten zu verletzen. Das kann man
so oft wie r' holen wie man will; die Marke bleibt in ih-Urgummierung stets unverletzt.
Die @erwälil@' ten Klebestreifen zum Einkleben von Briefmarken haben nun für den
Sammler folgende schwere Nachteile, die den Streifen bei den Sammlern unbeliebt
machen: i. Sie können wegen ihrer starken Klebekraft, sie haften sofort an jedem
Gegenstand, mit dem sie in Berührung kommen, nur als lange Streifen auf Rollen geliefert
werden und nicht, wie beixn Briefmarkensammler üblich, in Falze geschnitten, denn
diese würden unweigerlich alle aneinanderkleben.
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2. Es. ist-unangenehm, diese Klebestreifen, welche auf einer Seite
durchgummiert sind, anzufassen, weil sie sofort an den Händen, an .der Pinzette,
Schere usw., kurz an allem haften, womit sie in Berührung kommen. Dieser Umstand
erschwert das Einkleben der Briefmarken mit diesen Klebestreifen ganz erheblich.
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3. Klebt man die Marken mit diesen Klebestreifen ins Album oder Tauschheft,
so ist der Klebestreifen an der Stelle, an welcher er umgefalzt -wird, das Umfalzen
ist für ein ordnungsmäßiges Kleben unbedingt erforderlich, zu dick. Diese dicke
Stelle drückt sich im Laufe der Zeit durch die Marke durch, oder aber an dieser
Stelle leidet die Farbe des Markenbildes, weil die daraufliegende Albums:eite sich
an dieser Stelle reibt. Die Marke wird also im Laufe der Zeit hier mehr oder weniger
beschädigt.
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4.. Nimmt man eine mit einem solchen Klebstreifen eingeklebte Marke
wieder aus dem Album oder Tauschheft heraus, so verbleiben meist Reste der Gummischicht
des Streifens im Album haften. Schon der kleinste Rest dieses Trockenklebemittels
genügt, um die gegenüberliegende Seite des Albums beim Zuklappen desselben mit der
beklebten Seite an-, einanderzuhaften. Da es sich bei den Albumseiten um keine glattpolierten
Flächen handelt, reißt man, außer den Unannehmlichkeiten, die ein solches Aneinanderkleben
mit sich bringt, auch noch die einzelnen Albumblätter entzwei.
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5. Mit diesem Klebiestreifen :eingeklebte Marken haben den großen
Nachteil, daß der unter der Marke gehaltene Klebestreifen, obwohl die glatten Seiten
aufeinanderliegen, doch noch sehr oft aneinandtrklebt und deshalb a) ein Aufheben
der Marke, um darunterzuschauen, unmöglich macht, und b) kann man aus diesem Grunde'die
Marke, falls erforderlich, kaum ohne Verletzung derselben aus, dem Album entfernen.
Man muß in diesem Falle mit äußerster Vorsicht an der Loslösung der Marke herangehen.
Mahche ,1\Zarke wurde schon durch diesen Umstand -Wertlos gemacht.
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:--Gegenstand der Erfindung ist ein Briefmarkenfalz, welcher die beschriebenen
Mängel auf einfacher Weise beseitigt. So kann die gebräuchliche Falzform beibehalten
und die unbequeme Rollenform vermieden werden. Die einzelnen Falze können nicht
aneinanderhaften, da das stark klebende Trockenklebemittel bei jecdemeinzelnen Falz
geschützt liegt und somit jede Berührung diesTrockenldebemitttels mit anderen Falzen
oder Gegenständen unmöglich macht. Infolgedessen kann der Falz auch an-,gefaßt werden,
ohne daß er an den Händen, Pinzette usw. haftenbleibt. Der an sich dicke
Klebestreifen braucht nicht mehr umgefalzt zu werden, die Umfalzung geschieht durch
das dünne Papier des eigentlichen Falzes. Auf der Albumseite wird nicht mit dem
stark klebenden Trockenklebstoff geklebt, sondern mit der bisher lib,lichen Gummierung
der bekannten Klebefalze. Ein späteres Aneinanderkleben derAlbumblätter ist also
nicht möglich.
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Auf der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele eines solchen
Briefmarkenfalzes in einem der Deutlichkeit halber vergrößerten Maßstab dargestellt,
wobei in allen Fällen mit a der auf das Albumblatt p aufzuklebende und deshalb mit
der üblichen Gummierung, 'punktiert angedeutet, versehene Hauptteil des Falzes und
mit b, c dessen Fortsätze bezeichnet sind.
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Nach Abb. i bis. 3 besitzt der Falzteil a. oben zwei Yortsätze b,
c, zwischen denen eine Trockenklebmasse k angeordnet ist, so daß diese beim ungebrauchten
Falz vollkommen geschützt eingebettet ist. Wenn der Falz aus ganz glattem Papier
besteht, so brauchen die Fortsätze b, c keine Gummierung zu haben; bestehen diese
aus rauhem Papier, dann müssen die beiden gegeneinanderliegenden Teile b und c gummiert
sein, damit der Trokkenklebstoff k sich, wie bereits beschrieben, abziehen läßt
und dann beim Öffnen der Falte entweder an @ b oder c oder an beiden Teilen haftet.'
Zwischen diesen liegt, vor Berührung mit anderen Gegenständen geschützt, das Trockenklebmittel
k, wie Abb. i veranschaulicht. Abb. 2 stellt den Falz in geschlossenem, versandbereitem
Zustande dar. Um den Klebfalz zum Gebrauch fertigzumachen, faßt man denselben am
Teil a. mit der einen Hand und das vorstehende Teil c mit der anderen Hand, zieht
dann die Teile b, c auseinander, und es ergibt sich dann die in Abb. 3 dargestellte
Form des Falzes. Auf die ausgebreitete Klebestelle k wird dann die postfrische Marke
rd mit leichtem Drück aufgelegt und der
Falz kann an.gefaßt werden,
ohne daß er an den Händen oder an einem Werkzeug haftet. Will man den Falz von der
Marke lösen, so zieht man einfach den Falz ab, ohne daß hierdurch der Gummi der
Briefmarke im geringsten verletzt wird.
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Nach den in den Abb. 4 bis 6 gezeichneten Ausführungsformen ist die
Trockenkleb@masse durch einen Klebestreifen h ersetzt, wobei die Ausbildung des
Falzes wieder eine solche ist, daß von dem Klebestreifen nur ein kleiner Teil wirksam
und dieser außerdem bei Nichtgebrauch des. Falzes geschützt bleibt.
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Zu diesem Zweck ist nach Abb. 4 im Fortsatz b eine Öffnung o vorgesehen,
welche durch den Klebestreifen k unterlegt ist. Der Fortsatz b wird bei Nichtgebrauch
des Falzes wieder nach Abb. i zusammengelegt und dadurch der durch die Öffnung o
begrenzte Klebstoff vor Berührung geschützt. Bei Gebrauch des Falzes werden die
Teile b, c ausgebreitet, somit die Klebeöffnung .o frei gemacht und auf diese wieder
die Marke d aufgedrückt, wie in Abb.5 veranschaulicht. Die Zahl und Form der Öffnung
o kann eine mannigfache sein, indem beispielsweise statt einer Öffnung zwei oder
mehrere neben- oder versetzt zueinander vorgesehen sein können; an Stelle eines
runden Loches (Abb.4) können Schlitze treten, ferner ist es möglich, nicht geschlossene,
sondern offeneAussparungen anzuordnen. Ein solches Beispiel ist in Abb. 6 dargestellt.
Hier ist der Fortsatz c weggelassen und im Fortsatz b eine prismatische Kerbe o
eingeschnitten, welche zum Teil von dem Klebestreifen k unterlegt ist und dadurch
wieder eine verhältnismäßig kleine Klebefläche erhält. Bei Nichtgebrauch des Falzes,
also beim Versand desselben, wird der Fortsatz b einfach nach vorn auf die gummierte
Seite des Teiles a gelegt und dadurch die offene Klebestelle wieder geschützt.
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Die Abb. 7 bis i2 zeigen Beispiele, bei denen die Abgrenzung der Klebfläche
des Streifens k nicht durch eine Öffnung, sondern durch Abdeckung am Fortsatz b
erfolgt. Dieser besitzt nach Abb. 7 und 8 einen Schlitz b1, durch den hälftig der
Klebestreifen k gesteckt ist in der Weise, daß beim Umlegen des Teiles
b die Klebmasse des Streifens k nach außen zu liegen kommt, so, daß die Briefmarlce
d aufgeklebt werden kann. Beim. Versand wird der Fortsatz b nach rückwärts auf die
gummierte Fläche des Teiles a gelegt und dadurch die Klebestelle des Streifens k
wieder vor Berührung geschützt. Die in Abb. g und io gezeichnete Ausführungsform
unterscheidet sich von der vorbeschrie!benen nur dadurch, daß im Fortsatz b statt-des
Schlitzes eine Zunge b1 angeordnet ist, in welche der Klebestreifen k gesteckt wird,
so daß auf der Rückseite eine der Zungenfläche entsprechende Klebestelle sich bildet,
auf welche die Marke d nach dem Umlegen der Fortsätze b, c gedrückt wird. Der Fortsatz
c wird wieder als Deckleiste für die Klebestelle benützt.
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Nach Abb. i i und i2 wird der Klebestreifen h vorstehend am.
Fortsatz b befestigt und ist ganz oder, wie in Abb. i i gezeichnet, nur zum
Teil mit dem Trockenklebemittel (punktiert angedeutet) versehen, so daß ein klebstofffreier,
als Griff dienender Ansatz k1 gebildet ist. Nach dem Rückwärtslegen der Teile b,
k, k1 dient die freie Klebestelle wieder als Haftfläche für die Marke d, siehe Abh.
12. Der Klebestreifen k kann auch die Breite des Falzes a besitzen und unmittelbar
an diesem befestigt oder mit diesem aus einem Stück hergestellt sein. Im letzteren
Falle kann der Falz auf einfache und billige Weise fortlaufend hergestellt werden,
indem beispielsweise auf einem einzigen Längsstreifen zwei unterschiedliche Gummierungen,
nämlich die übliche, durch Anfeuchten zum Kleben zu bringende und eine aus Trockenklebstoff
be stehende, aufgebracht werden. Erforderlichenfalls kann der Falz auch aus zwei
getrennten Klebestreifen der geschilderten Art zusammengesetzt sein.
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Die Ausführungsformen nach den Abb. 13 bis 17 sind dadurch gekennzeichnet,
daß das Trockenklebemittel unmittelbar auf dem Teil b aufgetragen und durch den
Teil c derart abgedeckt wird, daß wieder nur kleine Trockenklebestellen entstehen.
So ist nach Abb. 13 und 14 der Fortsatz c etwas schmäler als der Fortsatz
b. Werden nun die beiden Teile b, c
in der: aus Abb. 14 hervorgehenden
Weise gefaltet, so entsteht infolge des schmäleren Fortsatzes c ein schmaler Trockenklebhestreifen,
auf den die Marke d geklebt wird. Bei Nichtgebrauch des Falzes sind die beiden Fortsätze
b, c zusammengefaltet. Die aufeinander zu liegen kommenden Flächen der Teile b,
c sind ganz oder teilweise gummiert, jedoch stets so, daß die überstehende Stelle
des Teiles b mit Trockenklebstoff bedeckt ist. Bei Gebrauch des Falzes kann man
den ganzen Teil b befeuchten, so daß beim Aufeinanderkleben der Falzfortsätze nur
die durch den Teil o frei gelassene kleine Trockenklebestelle für das Aufkleben
der Marke wirksam bleibt.
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Gemäß den Abb. 15 bis 17 können die Teile b, c gleich groß gehalten
sein, und die Trockenklebestellen werden durch entsprechende, im Teil c angeordnete
Aussparungen o erhalten.
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Bei a11 den in den Abb. 13 bis 17 dargestellten Ausführungsbeispielen
ist der Vorteil gegeben, daß trotz Befeuchtens der ganzen Fortsatzfläche stets nur
eine kleine Trockenklebestelle für die Marke übrigbleibt, weil
der
andere Teil durch den anderen Fortsatz c abgedeckt ist. Diese Stelle kann sich nicht
für die Briefmarke nachteilig auswirken. Bei Verwendung eines Trockenklebstoffes
erübrigt sich unter Beibehaltung des letztgenannten Vorzuges ein besonderes Anfeuchten
des Klebstoffes. .