-
Drückbank zum Profilieren von Radfelgen Die Erfindung bezieht sich
auf eine Drückbank zum Profilieren von Radfelgen mit umlaufenden, gegeneinander
beweglichen Formscheiben und einer ihr gegenüber radial beweglichen Drückrolle.
- -Bei den bekannten Drückbänken dieser Art sind die gegeneinander beweglichen Formscheiben
parallel zueinander angeordnet, und zwar so, daß ihre Mittelachsen zusammenfallen.
Als Folge dieser Anordnungsweise ergibt sich die Notwendigkeit, den Durchrnesser
des Felgenreifens erheblich größer als den der Formscheiben zu wählen, da sonst
die Gefahr besteht, daß sich der Felgenreifen beim Drückvorgang am ganzen Umfang
der Formscheiben in untragbarer Weise festklemmt. Der erheblich größere Durchmesser
des Felgenreifens führt nun aber zu dem empfindlichen Nachteil, daß der Felgenreifen
während des Drückvorganges nicht hinreichend geführt ist und daher leicht schleudern
kann, wodurch naturgemäß der Drückvorgang selbst beeinträchtigt wird.
-
Gemäß der Erfindung wird eine Verbesserung dadurch erzielt, daß die
Achsen der Formscheiben im Winkel zueinander stehen und die Drückrolle gegenüber
der Stelle des kleinsten gegenseitigen Abstandes der Scheiben angeordnet ist. Auf
diese Weise ist erreicht, daß auch dann, wenn der .Durchmesser des Felgenreifens
kaum größer .ist als der der Formscheiben, ein Festklemmen des Materials des Felgenreifens
am ganzen oder einem größeren Teil des Umfanges der Formscheiben vermieden wird;
vielmehr kann trotz der angenäherten Durchmesser von Felgenreifen und Formscheiben
das Material- des Felgen- , reifens frei nachgeben bzw. fließen, so daß Überbeanspruchungen
und damit schwäche Stellen in der Felge nicht auftreten können. Die Felge selbst
ist aber im Gegensatz zu dem Bekannten trotzdem sicher geführt, so
daß
auch die Genauigkeit der Profilgebung während des Drückvorganges gesichert ist.
-
Es sind zwar Drückbänke bekannt, bei denen der Felgenreifen ungefähr
den gleichen.: Durchmesser hat wie die geteilten Forh1 scheiben; bei diesen bekannten
Drückbän;z;; verlaufen aber die Formscheibenhälften par' allel zueinander, so daß
der Felgenreifen beim'" Drückvorgang auf seinem ganzen Umfange festgeklemmt wird
und daher das Felgenmaterial nicht frei zur Drückstelle fließen kann.
-
Es gibt auch Maschinen mit einer zu der Ebene des Außenrandes eines
Reifens umlaufenden Formscheibe, mittels welcher dieser Außenrand umgebördelt wird:
Diese bekannten Maschinen können aber nicht zum Drücken im-Sinne --der Erfindung
verwendet werden.
-
Auf der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Drückbank nach der
Erfindung dargestellt.
-
Fig. i zeigt die Gesamtansicht der -Drückbank.
-
Fig.2 ist ein Schnitt nach der Linie A-B der Fig. i.
-
Fig. 3 ist der Grundriß der Fig. i, teilweise im Schnitt gezeichnet.
-
Fig. q: bis 7 zeigen Teile der Fig. i in größerem Maßstabe bei verschiedenen
Arbeits--lagen, und Fig.8 zeigt einen Teil der Fig.7 in größerem Maßstabe.
-
Fig.9 bis 16 zeigen Schnitte durch einen Teil der Formscheiben und
veranschaulichen die Herstellung einer Felge- in vier Arbeitsgängen.
-
Bei dem dargestellten Ausführiiiigsbeispiel sind auf dem Bett i einer
Bank, ähnlich wie bei einer Drehbank, der Spindelstock 2 und der Reitstock 3 :angeordnet.
-
Auf der Welle q. des Spindelstockes 2 ist in der üblichen Weise die
durch den Riemen 5 angetriebene Riemenscheibe 6 befestigt. Am freien Ende der Welle
q. ist -eine Formscheibe 7 befestigt, die mit der einen Hälfte des Profils versehen
ist; welche die herzustellende Felge erhalten soll. Bei der dargestellten Ausführungsform
ist diese Profilhälfte durch die an der Scheibe 7 innen- angebrachte profilierte
Leiste gebildet. Diese Leiste besteht aus einem als Anschlag- dienen= den Teil 84
und einem Kurventeil 8b.
-
Auf der Achse 9 des Reitstockes 3 ist in an sich bekannter Weise der
Handhebel io angeordnet, durch den bei Entlangführen an der Kurvenführung ii die
Achse vorgeschoben werden kann: Am freien -Ende der Achse 9 ist die Formscheibe
12 angeordnet, und zwar sitzt diese löse auf dem Zapfen 13 der Welle 9 (Fig. 3),
Zweckmäßig ist-diese Formscheibe mittels Xugellager i q. auf dem Zapfen 13 gelagert:
Die andere Hälfte des Profils ist durch eine an der Scheibe 12 innen :angelachte
profilierte Leiste gebildet. Diese -I"eiste besteht aus einem als Anschlag dienen-Ai
Teil i 5a und einem Kurventeil i 5b.
-
.. -Die Achse X-X der Welle 4. des Spindelstocks 2 und die Achse Y-Y
der Achse 9 des Reitstocks 3 stehen in einem kleinen Winkel zueinander (Fig:3),
so daß auch die senkrechten Ebenen der -Formscheiben 7 und 12 im Winkel zueinander
stehen (Fig. 3). Gegenüber der Stelle des kleinsten gegenseitigen Abstandes der
beiden Formscheiben ist auf einem dem Support der Drückbank entsprechenden Bock
16 eine Drückrolle angeordnet. Diese Rolle besteht bei der dargestellten Ausführungsform
aus zwei-Teilen. Jede Hälfte hat die außenliegende, als Anschlag dienende Leiste
i74 bzw. 184, den innenliegenden Kurventeil i7U bzw. 18b und einen dazwischenliegenden
Teil 17c bzw. i8c von kleinerem Durchmesser. Diese Hälften der Formrolle sind auf
einer Achse i9 längs verschiebbar; die in dem gabelförmigen Ende eines Trägers 2o
gelagert ist: Die Hälften der Drückrolle werden durch Federn 21 gespreizt. Die Federn
haben also das Bestreben, die Hälften gegen die Zinken des gabelförmigen Trägerendes
zu drücken. Der Träger 2o der Drückrolle 17a, i7b, 17c; 18, 1, i8c ist auf dem Bock
16 mittels einer Spindel 22, die äußere mit einem Handrad 23 versehen ist, verschiebbar,
und zwar nach den Formscheiben 7, 12 hin in Richtung der gemeinsamen Mittelebene
Z-Z, welche den durch die beiden Formscheiben gebildeten Winkel teilt.
-
Der Spindelstock 2 und der Reitstock 3 können auf der Bank i seitlich
so verstellt werden; daß der Winkel, den die Formscheiben 7 und 12 miteinander einschließen,
geändert werden kann. Es sind Mittel vorgesehen, um den Spindelstock und den Reitstock
in diesen Lagen festzustellen.
-
Es wird zunächst ein Ring 24., z. B. aus Stahlband, hergestellt, dessen
Durchmesser etwas größer als der kleinste Durchmesser der Formteile 8b bzw. i5b
der Formscbeiben 7 bzw. 12 ist und dessen Breite der Breite der fertigen Radfelge
entspricht, zuzüglich eines Maßes; welches dem Überschuß des Umfanges des Profils
über die Breite der Felge entspricht. Wie Fig. q: zeigt, wird der Ring 2:1. über
die feststehende Formscheibe 7 gestreift, und die Formscheibe 12 wird mittels des
Handhebels io der Formscheibe 7 so weit genähert, daß der Ring 24: auch über dein
Kurventeil 15b liegt. Darauf wird die Druckrolle 17a, 17b, 17c; 18a, 18r, i8c mittels
des Handrades 23 vorgeschoben und an den Ring
.24-zur Anlage gebrächt.
Diese Rolle greift dann an dem Ring nur an der Stelle 'an, an welcher die beiden
Formscheiben 7, 12 ihren kleinsten gegenseitigen. Abstand . haben. Dabei kommen
die Leisten 17a und i8a zur Anlage an die Leisten 8a und 15a der Form-Scheiben 7,
12, und die Kurventeile 17b, 18b legen sich auf die Ränder des Ringes 24.
-
Wird nun die Spindel 4 in Drehung versetzt, so wird durch Reibung
die lose auf der Achse 9 sitzende Formscheibe i? mitgenom-Iren, so daß alle drei
Teile 7, 24 und TZ umlaufen. Wird nun mittels des Handhebels io die Achse 9 vorgeschoben,
so ist der Ring 24 zwischen die Leisten 8a und 15a eingespannt, jedoch nur an einem
einzigen Qüerschnitt seines Umfanges, und zwar an demjenigen, auf den die -Drückrolle
wirkt. Da der Ring 24 infolge seines etwas größeren Durchmessers exzentrisch zu
den Leisten 8b und i5 b liegt, ist er an den übrigen Punkten seines Umfanges frei
sowie auch infolge der Winkellage der Formscheibe 7, 12 seitlich frei. Die durch
die Feder 21 auseinandergespreizten Teile 17 b, i 8b der Drückrolle legen
sich dabei auf die ,äußeren Ränder des Ringes 24.
-
Bei weiterer Annäherung der Formscheiben und gleichzeitigem Vorrücken
der Drückrolle erfolgt die erste Ankippung der Ränder des Ringes 24, die sich nach
außen durchbiegen und dadurch, schon in die Richtung kommen, in die sie bei der
weiteren Profilierung gelangen müssen, um schließlich die Wülstränder 26 zu bilden,
wobei die Teile 17b, i8b eine-Führung bilden, so daß diese -Ankippung sauber wird.
-
Je weiter sich die Formscheiben 7, 12 einander nähern, desto mehr
rücken die Hälften 17a, 17b, 17c; I8a, I8b, I8c der Drückrolle unter Überwindung
der Kraft der Federn 2,1 zusammen. Dabei bilden die Formteile 17b, 18b für den Ring
24 stets eine Führung. Der Ring erhält allmählich eine so starke Wölbung, da.ß er
den gewünschten Felgenboden 25 bildet. Schließlich werden die äußersten Ränder des
Ringes 24, wie Fig. 7 und 8 zeigen, infolge der Führung durch die Teile 17a, 17
b, 17c; 18a, 1$G, I8c umgebördelt, So daß die Wulstränder 26 entstehen.
-
Da der Ring 24 während der Bearbeitung zwischen den beiden Formscheiben
7, i- und der Dräckrolle 17a, 17b, 17c; 18a; 18b, i 8c nur an einem einzigen Querschnitt
seines Umfanges eingespannt ist, wird das Stahlband schon so beeinflußt, daß es
sich vor der Verformungsstelle zu wölben beginnt. Infolgedessen treten keine inneren
Spannungen in dem Ring 24 ein, wodurch die Gewähr gegeben ist, daß die Felge genau
zentrisch läuft, und das Stahlband wird an -der: Verformungsstelle -nicht stark
beansprucht, so daß Wellungen und Risse vermieden sind. Ferner kann die Profilierung
ein einziger Arbeiter durch Bedienung des Handhebels io vornehmen. Der zur Profilierung
benötigte Kraftbedarf ist sehr klein, weil der Ring 24 nur an einer einzigen Stelle
durchgebogen zu werden braucht.
-
Die gegenseitige Winkellage der beiden Preßformen 7 und 12 zueinander
richtet sich nach der Ausgestaltung des Profils, das die Felge erhalten soll. Zur
Einstellung des Winkels, den die Achsen X-X der Welle 4 und Y-Y der Achse 9 miteinander
bilden, werden der Spindelstock 2 und der Reitstock 3 auf ihrem Bett i entsprechend
schräg gestellt und in dieser Lage festgestellt. -Natürlich können bei verwickelten.
Profilen mehrere dieser Vorrichtungen vorhanden sein, bei denen die Formscheiben
7 und 12 verschiedene Profile haben, so daß die Felge erst nach mehreren Arbeitsgängen
das gewünschte Profil erhält.
-
Dabei kann unter Umständen von der Benutzung der Drückrolle auch abgesehen
werden, wie die Herstellung der Felge nach Fig. 9 bis 16 zeigt.
-
Der Ring 27 wird zwischen die Preßformen 71, 121 auf deren Profilleisten
28 aufgelegt. Die aus den Teilen 29 bestehende Drückrolle , wird, wie beschrieben,
an den Ring 27 zur Anlage gebracht (Fig. 9). Werden die Formscheiben 71, 121 gegeneinandergedrückt,
so werden die Ränder 3o angebogen (Fig. to).
-
Der Ring 27, 30 wird nun zwischen die Preßformen 72, 121 eingelegt,
die mit Profilkanten 31 versehen sind (Fig. i i). Werden diese Formscheiben aneinandergedrückt,
so entstehen die Ränder 32 (Fig. 12). Dabei wird eine Drückrolle nicht benötigt.
-
Nun gelangt der Ring 27, 30, 32 zwischen die Preßformen 73, 123, welche
die Profilleisten 33 aufweisen. Die beiden Teile 34 der Drückrolle sind mit Profilkanten
35 versehen (Fig. 13). Es entsteht der Wulstrand 36 (Fig. 14).
-
Bei dem vierten Arbeitsgang (Fig. 15, 16) wirken die Formscheiben
74, i24 mit einer Drückrolle 37, 38 zusammen, wobei der Felgenboden 39 geformt wird.
Diese Drückrolle besteht aus einem Stück. Ferner können dabei die beiden Formscheiben
parallel zueinander stehen.
-
Anstatt nur eine der Preßformen, wie bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel,
beweglich auszubilden, können natürlich auch beide Formscheiben gegeneinander verschiebbar
angeordnet sein. Bei der zweiteiligen Formrolle können als Spreizglieder an die
Stelle von Federn auch andere Mittel treten,
z. B. Luftzylinder
o. dgl. Auch können die beiden Teile der Drückrolle so in die Preßförmen eingreifen,
daß sie bei deren Gegeneinanderdrücken und Auseinanderziehen mitgenommen werden.