-
Pipette mit Flüssigkeitsmischvorrichtung Die Erfindung betrifft eine
Pipette mit Erweiterung, welche eine Flüssigkeitsmischvorrichtung enthält; diese
Pipetten finden insbesondere als Blutmischpipetten Anw..endung.
-
Die bekannten Pipetten dieser Art verwenden als Mischvorrichtung
einen oder auch mehrere kleine, lose in der Erweiterung -befindliche Körper, die
aus hygienischen Gründen aus Glasperlen bestehen. Beim Schütteln des mit Flüssigkeiten
gefüllten Mischraumes der Pipette bewirken die Mischkörper eine mehr oder weniger
gründliche Mischung der verschiedenen Flüsgkeiten miteinander.
-
Die auf die angegebene Weise innerhalb der Erweiterung lose -angeordneten
Mischt körper fördern jedoch den -Mischvorgang- nur wenig, so daß zur Erzielung
einer gründiichen, d. h. gleichmäßigen Mischung die Pipette unverhältnismäßig lange
geslchüttelt werden muß.
-
Um diesen Übelstand zu beseitigen, hat man den lose angeordneten
Mischkörpern schon die verschiedenartigsten Formen gegeben, ohne jedoch dadurch
die Mischwirkung wesentlich zu verbessern.
-
Die lose in dem Mischraum der Pipette angeordneten Mischkösper bringen
aber noch weitere Nachteile mit sich. Einmal können von diesen losen Mischkörpern,
welche praktischerweise aus Glas. gefertigt sind, leicht Teile absplittern. Zum
anderen sEetzen- sich diese -losen Mischkörper- sowohl beim An saugen als auch Ausstoßen
der Flüssigkeii leicht vor die kapillaren Zu- und Abflüsse des Mischraumes. Hierdurch
wird die Pipette für den Gebrauch mehr oder wertiger verstopft, so daß der-glatte
Ablauf des Arbeitsprozesses oftmals sehr behindert ist.
-
Die genannten Nachteile Werden gemäß vorliegender Erfindung -dadurch
- vermieden daß innerhalb der Erweiterung für die Flüssigkeit-Str,ömungswiderstände
bildende, mit der Pipette fest verbundene Teile angeordnet sind.
-
Beim Schütteln oder Drehen einer derartigen Pipette, z. B. zwischen
Daumen - und Zeigefinger einer Hand, gerät zunächst der die Strömungswiderstände
bildende Teil in schnellere Bewegung als die Flüssigkeit, da er mit der Pipette
verbunden ist. Hierdurch
wird die zu mischende Flüssigkeit äußerst
wirksam gemischt, und zwar ähnlich, als wenn man sie mittels eines Quirles behandeln
würde.
-
Wird die Pipette hierauf in Ruhestellung versetzt oder entgegengesetzt
gedreht, so bewegt sich die Flüssigkeit relativ schneller als der mit der Pipette
verbundene, Strömungswiderstände bildende Teil, so daß nunmehr ebenfalls eine äußerst
wirksame Verrührung bzw.
-
Mischung der Flüssigkeit vorgenommen wird.
-
Mit einer Vorrichtung nach der Erfindung erfordert der Mischvorgang
nur wenig Zeit.
-
Auch können keine Teile von den Mischkörpern absplittern, da diese
fest mit der Pipette verbunden sind. Eine Verstopfung der kapillaren Zu- und Abflüsse
der Pipette ist ausgeschlossen.
-
Die Strömungswiderstände werden zweckmäßig als Körper ausgebildet,
die frei durch den Innenraum der Erweiterung ragen und nur mit ihren Enden an der
Innenwand der Erweiterung befestigt sind.
-
Die Strömungswiderstände können auch durch die Gestaltung der Innenwand
der Erweiterung bewirkt werden, z. B. dadurch, daß die Erweiterung gewellt oder
gerippt geformt ist.
-
Die genannten beiden Ausführungsbeispiele für die Strömungswiderstände
lassen sich auch in einer Pipette kombinieren.
-
In der Zeichnung ist eine Blutmischpipette nach der Erfindung in
einigen beispielsweisen Ausführungsformen dargestellt, und zwar für ein Mischverhältnis
1 :100.
-
Abb. I zeigt eine Ansicht einer Mischpipette, und Abb. 2 zeigt den
QuerschnittA-B derselben.
-
Die Pipette aus Klarglas ist mit dem kapillaren Ansaugte und Meßteil
2 versehen, welcher in die Erweiterung 3 mündet. Die Erweiterung 3 mündet andererseits
in das Ansaugerohr 4. Mit 5 ist das Ende eines Schlauches bezeichnet) welcher zn
dem nicht dargestellten Mundstück fiihrt. Der Mischkörper ist in Gestalt eines gebogenen
Glas stabes 6 und 6'- bei 7 und 7' innerhalb der Erweiterung bzw. des Mischraumes
3 angeschmolzen. Die Pipette aus Klarglas ist meist noch mit einen Emai;lstreifen
hinterlegt, der mit dem Glas verschmolzen ist. Dieser Streifen wird je nach dem
Venrendungsnveck in verschieden er Farbe gehalten, .ebenso der Mischkörper 6 und
6'. Mit 8 und ;S' ist die Skala und Beschriftung der Pipette bezeichhet.
-
Die Anwendungs- und Wirkungsweise der Pipette ist folgende: r Es
soll z.B. Blut mit einer Verdünnungsfliissigkeit im Verhältnis -I : 100. gemischt
werden Zunächst wird der kapillare Teil-2 der Pipette bis zur Marke 1,0 voll Blut
gesaugt. hierauf wird die Verdünnungsfiüssigkeit bis zur Marke IOI nachgesaugt.
Die Pipette wird nun geschüttelt oder um ihre Achse gedreht.
-
Der Körper 6, 6virkt dabei wie ein Quirl auf die Flüssigkeit im Mischraum
3) so daß die beiden Flüssigkeiten in kurzer Zeit gründ-Jich und gleichmäßig gemischt
sind. Hierauf wird zunächst der im kapillaren Teil 2 der Pipette sitzende Flüssigkeitsteil
ausgeblasen und dann die gemischte Flüssigkeit, welche weiter untersucht werden
soll.
-
In Abb. 3 ist der obere Teil einer Pipette in Ansicht dargestellt,
in Abb. 4 der QuerschnittC-DI durch die Erweiterung.
-
Das Ansaugrohr 9 der Pipette mündet in die Erweiterung IO. Das untere
kapillare Meßrohr der Pipette ist mit I3 bezeichnet. Innerhalb der Erweiterung 10
ist als mischender Körper der Glasstab II quer angeordnet und an seinen beiden Enden
12 und 12' mit der Innenwand der Erweiterung verschmolzen.
-
In Abb. 5 ist ebenfalls wieder der obere Teil einer Pipette in Ansicht
dargestellt.
-
Abb. -6 zeigt -eine Draufsicht davon.
-
Das Ansaugrohr 14 mündet in die Erweiterung 15. Innerhalb derselben
sind zwei Bügel 16 und 17 aus Platin- oder Woifrarndraht oder -blech befestigt.
Die als Mischkörper wirkenden Bügel 16 und I7 sind in Warzen oder Vertiefungen 18,
19, 20, 21 der Erweiterung 15 eingeklemmt. Mit 22 ist der kapillare Meßteil der
Pipette bezeichnet.
-
Abb. 7 zeigt einen Teil der Pipette in Ansicht und Abb. 8 den Schnitt
E-F durch die Erweiterung.
-
Die Erweiterung 23 der Pipette, welche den Mischraum bildet, ist
mit Wellen oder Einschnitten 24 beliebiger Anzahl versehen. Diese werden in geeigneter
Lage, Größe und Anzahl so angeordnet, daß eine gute Mischwirkung erzielt wird.
-
Abt 9 zeigt den erweiterten Teil einer Mischpipette in Ansicht und
Abb. 10 den SchnittG-H durch die Erweiterung der Pipette.
-
Der Innenraum der Erweiterung ist bei dieser Ausführung dadurch gerippt
geformt, daß innerhalb der Erweiterung 25 Glasrippen 26 in geeigneter Anzahl, Form
und Lage angeordnet sind, weiche mit dem Glas der Erweiterung verschmolzen sind.
-
Man ersieht aus der Beschreibung und Zeichnung, daß sich der Erfindungsgedanke
in den mannigfachsten Formen verwirklichen läßt. Die Ausführungsmoglichkeiten sind
mit den dargestellten Formen nicht erschöpft.