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Vorrichtung zum Herabschiagen der Quecksilbersäule ineThennometern
Es sind bereits Vorrichtungen zum Herabschlagen der Quecksilbersäule in Thermometern
auf ihren normalen Stand bekannt, welche aus einem vorzugsweise als Verschlußstopfen
ausgebildeten, aus elastischem Stoff bestehenden Hauptteil bestehen, welcher eine
Aussparung zur Aufnahme eines Thermometers enthält sowie eine Einrichtung, mittels
deren ihm eine schnelle Drehbewegung erteilt werden kann.
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Die schnelle Drehbewegung ist erforderlich, weil die dadurch erzeugte
Fliehkraft das wirksame Mittel zum Herabschlagen der Quecksilbersäule ist. Diese
Fliehkraft stellt aber andererseits auch gerade eine große Gefahr für das Thermometer
dar, denn sie ist bestrebt, das Thermometer aus dem Hauptteil herauszudrücken, in
welchem Falle jedesmal dieses Meßinstrument restlos verloren ist.
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Diese Gefahr wird noch dadurch erhöht, daß die Wandungen der Ausparung
zur Aufnahme des Thermometers im Hauptteil häufig mit Sterilisierfiüssigkeit naß
ist.
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Die Erfindung bezweckt, eine verbesserte Ausgestaltung der Aussparung
im Hauptteil zur Aufnahme des Thermometers zu schaffen, mit dem Ziele, diese Gefahrenquelle
weiterhin als bisher auszuschalten.
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Die Erfindung besteht darin daß bei der eingangs angegebenen Vorrichtung
sich die zur Aufnahme des Thermometers dienende abgesetzte Bohrung mit ihrem engeren
Teil am oberen Innenrand des Hauptteiles in einem anschließenden Kragenteil fortsetzt
und daß am oberen Außenrand des Hauptteiles eine Ringnut vorgesehen ist.
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Die Verwendung einer abgesetzten Bohrung zur sicheren Halterung von
Teilen verschiedenen Durchmessers ist an und für sich bekannt. Durch die Vereinigung
dieser bekannten
abgesetzten Bohrung mit dem durch seine dünne
Ausführung besonders elastischen Kragenteil, welcher auch das Eindringen von Flüssigkeit
in die Haltebohrung in besonderem Maße verhindert und eine etwa dort befindliche
Flüssigkeitsmenge in die Ringnut abfließen läßt, wird eine besonders feste Halterung
auch gerade in nassem Zustande und auch bei Thermometern mit verschiedenem Durchmesser
erreicht.
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Auf der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Es zeigen Fig. I eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispieles der
neuen Vorrichtung, aus welcher hervorgeht, in welcher Weise diese mit einem Sterilisiergefäß
zusammenwirkt, Fig. 2 in Perspektive ein Ausführungsbeispiel der neuen Vorrichtung,
wobei deren Handhabung ersichtlich gemacht ist, Fig. 3 in größerem Maßstabe einen
schematischen senkrechten Mittelschnitt und Fig. 4 eine Aufsicht, teilweise geschnitten.
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In allen Figuren ist der stopfenförmige Hauptkörper mit 10 bezeichnet.
Er besteht vorzugsweise aus Gummi oder einem sonstigen elastischen Material. Der
Stopfenteil 10 besitzt in der Achsrichtung eine Aussparung II, welche sich über
den größten Teil der Länge des Stopfenteiles erstreckt und in einer Bohrung 12 von
kleinerem Durchmesser mündet, wie in Fig. 3 dargestellt.
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Auf der Oberseite des Stopfenteiles I0 ist ein aufrecht sich erstreckender
Ringteil 13 angeordnet, durch welchen ebenfalls die Aussparung I2 hindurchgeht.
Bei der praktischen Ausführung wird man die Wandstärke dieses Ringansatzes 13 relativ
dünn wählen, damit er die erforderliche Biegsamkeit aufweist, wie nachstehend näher
erläutert. Der Stopfenteil läuft oben in einen Flansch 14 aus, welcher in sich den
Boden 15 einer Ringmulde einschließt.
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Die Bohrung 11 liegt gleichmittig mit der Bohrung I2. Der Durchmesser
der Bohrung II wird so gewählt, daß die größte gängige Thermometergröße glatt darin
Aufnahme finden kann. Da der Ringteil 13 wegen seiner dünnen Wandstärke besonders
nachgiebig ist, kann dann ein solches Thermometer auch durch die Bohrung 12 hindurchgesteckt
werden. Handelt es sich aber um ein Thermometer von geringerem Durchmesser, so geht
dieses frei durch die Offnung II hindurch, jedoch wird ein solches sicher von den
Wandungen der im Durchmesser kleineren Aussparung 12 erfaßt und gehalten.
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Auf diese Weise wird erreicht, daß Thermometer verschiedener Durchmesser
und Querschnittsformen sicher von und im Stopfenteil gehalten werden, da mindestens
der Ringteil I3 sich eng um die Außenwand des Thermometers schmiegt und so daß weiterhin
beim Einfügen des Stopfenteiles in einen Behälterhals zum Zwecke des Abschlusses
der darin befindlichen Sterilisierflüssigkeit, dieselbe dicht abgeschlossen ist
und nirgends heraustreten kann, auch nicht zwischen Thermometer und Ring I3.
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Der Stopfenteil 10 ist mit einem Paar sich in entgegengesetzter Richtung
erstreckender Arme 16 versehen, welche zweckmäßig mit dem Stopfenteil aus einem
Stück bestehen.
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Diese Arme I6 haben zweckmäßig einen kreisförmigen Querschnitt. Um
eine sichere Verbindung zwischen Armen und Stopfenteil zu gewährleisten, wird zweckmäßig
eine Verankerung 17 vorgesehen. Dargestellt ist ein vorzugsweises Ausführungsbeispiel,
bei welchem diese Verankerung in der Form eines Leichtmetallstreifens besteht, dessen
verbreitertes Ende I8 in dem Stopfenteil eingebettet liegt. Der Streifen I6 erstreckt
sich von seinem Kopfteil IS in der Längsrichtung beider Arme über eine geeignete
Strecke derselben.
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Statt dieser Art von Verankerung können auch andere Verankerungsformen
zwischen Stopfenteil und Armen zur Anwendung kommen.
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Bei der praktischen Verwendung der Vorrichtung wird diese, wie in
Fig. 2 dargestellt, mit den Fingern an den Armen ergriffen. Der Daumen der einen
Hand hält dabei den einen Arm ziemlich lose, während Daumen und Finger der anderen
Hand dem anderen Arm eine Drehbewegung erteilen, so daß die Vorrichtung mit dem
darin steckenden Thermometer eine schnelle Kreisbewegung ausführt und durch die
dabei zur Wirkung kommende Fliehkraft das Quecksilber in dem Thermometer auf seine
Normalhöheheruntergeschlagenwird.
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Nach Benutzung des Thermometers an einem Patienten wird das Thermometer
zum Zwecke seiner Sterilisation dadurch in einen Sterilisationsbehälter B eingeführt,
indem der Stop fenteil 10 der Vorrichtung in den Behälterhals eingesetzt wird. Der
Behälter kann eine be liebige sterilisierende Flüssigkeit enthalten, beispielsweise
Alkohol, und da der Stopfenteil fest in dem Hals sitzt und da weiterhin dabei das
Thermometer noch besonders festgeklemmt wird, kann die Gesamtvorrichtung in medizinischen
Tragebehältern Aufnahme finden, wie diese von Ärzten und Krankenschwestern benutzt
werden, ohne daß dadurch die Gefahr des Ausfließens der Sterilisierflüssigkeit entsteht.