DE685609C - Herstellung von Gegenstaenden mit guten Gleiteigenschaften durch graphitisierendes Gluehen - Google Patents

Herstellung von Gegenstaenden mit guten Gleiteigenschaften durch graphitisierendes Gluehen

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DE685609C
DE685609C DEB159898D DEB0159898D DE685609C DE 685609 C DE685609 C DE 685609C DE B159898 D DEB159898 D DE B159898D DE B0159898 D DEB0159898 D DE B0159898D DE 685609 C DE685609 C DE 685609C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21DMODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
    • C21D8/00Modifying the physical properties of ferrous metals or ferrous alloys by deformation combined with, or followed by, heat treatment
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F16ENGINEERING ELEMENTS AND UNITS; GENERAL MEASURES FOR PRODUCING AND MAINTAINING EFFECTIVE FUNCTIONING OF MACHINES OR INSTALLATIONS; THERMAL INSULATION IN GENERAL
    • F16JPISTONS; CYLINDERS; SEALINGS
    • F16J9/00Piston-rings, e.g. non-metallic piston-rings, seats therefor; Ring sealings of similar construction
    • F16J9/26Piston-rings, e.g. non-metallic piston-rings, seats therefor; Ring sealings of similar construction characterised by the use of particular materials

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Description

  • Herstellung von Gegenständen n-it fluten Gleiteigenschaften durch graphitisierendes Glühen Es ist bekannt, Gußeisen mit weißem Bruchgefüge zu vergießen und durch ein bestimmtes Glühverfahren (Tempern) seine Kohlenstoffform so umzuwandeln (Bildung von Temperkohle), daß es zäh, hämmerbar, leicht bearbeitbar und in beschränktem Maße schmiedbar wird.
  • Nach diesem älteren Verfahren muß das nichtschmiedbare weiße Gußeisen zur Bildung von Temperkohle und damit zur Erzielung einet gewissen Warmbildsamkeit zunächst einer ersten Warmbehandlung unterworfen werden, worauf die so vorbehandelten Werkstücke in warmem Zustand durch Schmieden oder Hämmern in die gewünschte Form überführt werden können, vorausgesetzt allerdings, daß es sich hierbei nur um eine verhältnisschwache Formänderung handelt. n 'ißig Außer dieser nur beschränkten Warmbildsamkeit des vorbehandelten Gusses--besteht bei dem Temperverfahren auch noch die Gefahr, daß während des Schmiedens oder Hämmerns ein Teil der Temperkohle in P.erlit übergeht und der Guß damit wieder hart und spröde wird. Dies hat gleichzeitig auch ein starkes absinken der Gleiteigenschaften bzw. der Eigeiischmierfälti(Tlccit des Gusses zur Folge.
  • Weiter ist noch bekannt, daß unter der Voraussetzung einer richtigen Behandlung die Warmbildsamkeit oder Schmiedbarkeit von Eisen-Kohlenstoff-Legierungen erst bei einem Kohlenstoffgehalt von etwa a bis 2,50/0 verlorengeht.
  • Es ist ferner bereits bekannt, Gegenstände aus Gußeisen so zu graphitisieren, daß der gesamte Kohlenstoff in die ungebundene graphitische . Form umgewandelt wird; derartige Gegenstände-wurden jedoch nicht warm verformt, da graphitisches Gußeisen als nicht schmiedbar galt: Derartige Gegenstände enthielten vor der Graphitisierung stets-neben freiem Kohlenstoff auch gebundenen Kohlenstoff, was einen weiteren Grund dafür darstellte, daß diese Gegenstände als nicht warm verformbar galten.
  • Nach der Erfindung werden nun bei der Herstellung von Gegenständen der genannten Art folgende Maßnahmen angewendet: a) Verwendung einer Eisenlegierung mit 1,5 bis -2;o% Kohlenstoff und o,9 bis. o,Go'o Silicium, bei der der Kohlenstoffgehalt nahezu vollständig in gebundener Form vorliegt, b) Herstellung der Ausgangsform für die Fertigbearbeitung der Gegenstände durch Warmwalzen oder Warmscinnieden der Eisen-Legierung mit der Maßgabe, daß der Kohlenstoff während des Warmwalzens oder des NVarmschnliedens nicht als Graphit oder Temperkohle ausfällt, c) Überführung des gebundenen Kohlenstoites durch Glühen oberhalb des kritischen Punktes in Graphit. Nach dem neuen Verfahren kann also das Ausgangswerkstück anstandslos in jede gewünschte Form überführt werden. Hierbei ist lediglich darauf zu achten, daß der Kohlen-Stoff während des Walzens oder Schmiedens nicht als Graphit bzw. Tcmperkohle ausfällt. Außerdem ist durch das Vorverlegen des Walzens oder Schmiedens vor das Überführen des gebundenen Kohlenstoffes in Graphit auch die Gefahr einer Rückverwandlung der graphitischen hohle in I'erlit vermieden. Mit anderen Worten: Die nach dem neuen Verfahren hergestellten Gegenstände werden Selbst für drehende Bewegungen gute Gleiteigenschiften aufweisen. Sie eignen sich daher insbesondere für die Herstellung von Brennkräftmaschinenteilen, wie z. B. Kolbenringen; Gleithülsen und Zylindereinsätzen, die während ihrer Beanspruchung einer starken Hitze ausgesetzt sind und daher ausgezeichnete Gleiteigenschaften haben müssen. Schließlich wirkt sich ein hoher Gehaltan graphitischer hohle außer der erwähnten Verbesserung der Gleiteigenschaften bzw: Eigengchinicrfähigkeit auch noch in einer Erhöhung der allgemeinen Bearbeitbarkeit der fertigen Werkstücke aus.
  • Die Legierung, aus der der Gußblock hergestellt wird, enthält zweckmäßig etwa 0,750/0 Silicium und etwa 1,700'o Kohlenstoff. Der aus dieser Legierung gewonnene Gußblock, in welchem der Kohlenstoff .nahezu vollständig in gebundener Form vorliegt, wird durch Warmverarbeitung in Bleche, Stangen, Stäbe; Röhren oder andere Formen überführt. Die Stangen «-erden dann zu Kolbenringen, die Stäbe und Röhren zu Futterstücken für Zylinder, Wellen oder zu anderen Gegenständen verarbeitet. Ebenfalls können auch die Bleche zu den gewünschten Gegenständen umgeformt werden. Die fertiggeformten Erzeugnisse oder auch die Bleche, Stangen, Stäbe, Röhren o. dgl., aus denen die Gegenstände hergestellt werden, werden sodann über den kritischen Punkt der Eisenlegierung derart erhitzt, daß eine überführung des gebundenen Kohlenstoffes in freien Graphit eintritt. . Der prozentuale Anteil der Eisenlegierung an Silicium und Kohlenstoff kann innerhalb der im Anspruch angegebenen Grenzen geändert werden. Es ist bekannt, daß durch Erhöhung des prozentualen Anteils eines oder beider Elemente die Neigung des Kohlenstoffies zur graphitischen Ausscheidung ver--größert wird. Wird nun der Kohlenstofanteil der Eisenlegierung erhöht, so ist es nveckmäßig, den Anteil an Silicium zu verringern, so daß der gesamte Kohlenstoff oder nahezu die ganze Kohlcnstöffmenge in dem Gußhlock in gebundener Form vorliegt. Denn wenn ein großer Prozentsatz der gesamten in dein Gußblock als Graphit vorbanden ist, wie es hcispielsweise bei gewöhnlichem Gußciscn der Fall ist, so kann der Gußblock nicht so leicht durch Warmverarbeitung verformt werden. Wein anderseits entweder der Anteil des Siliciums oder derjenige des Kohlenstoffes oder beide Anteile zu niedrig gewählt sind, so ist es unmöglich, den' gebundenen Kohlenstoff der aus dem Gußblock gewonnenen Erzeugnisse durch Glühen in den graphitischen Zustand zu überführen: -Ein Teil des Siliciums kann gegebenenfalls durch andere die Graphitausscheidung- fürderide Elemente, beispielsweise Nickel, ersetzt werden. Auch die Zusammensetzung der Eisenlegierung wird sich entsprechend der Größe des hergestellten Gußblockes und je nach der Geschwindigkeit, mit welcher der Gußblock gekühlt wird, innerhalb der angegebenen Grenzen ändern. Bei Herstellung eines Gußblockes; der sehr rasch gekühlt wird, wird der Anteil an Silicium und Kohlen-Stoff größer au wählen sein als bei langsamerer Abkühlung. -Bei einer besonders zm-eckmäßigen Ausführungsform der Erfindung wird eine kohlenstoffreiche, etwa 0,75% Silicium und etwa 1,70% Kohlenstoff enthaltendeEisenlegierun zu einem Block --vergossen. Sollen beispielsweise Kolbenringe hergestellt werden, so wird dieser Gußblock erhitzt und zu Stangen ausgewalzt. Die Stangen werden etwa 2 Stunden lang bis auf eine-Temperatur von etwa 900`' C erhitzt und dann langsam in dem Ofen bis auf etwa 65o° C abgekühlt. Danach werden die Stangen aus dem Ofen entfernt und entweder in Luft abgekühlt oder in einen Behälter gelegt, wenn die Luft zu kalt sein sollte oder wenn die Möglichkeit besteht; daß sie der Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Alsdann werden sie weiter zu Kolbenringen verarbeitet.
  • Achsen oder Wellen, können gemäß der Erfindung aus einem Gußblock hergestellt werden, der in Stäbe oder Stangen warm gewalzt wird, worauf diese Stäbe oder Stangen geglüht werden, um den vorher gebundenen Kohlenstoff als Graphit aäszuscheiden.
  • Der graphitische Kohlenstoff wirkt nicht nur als Schmiermittel, für den Fall, daß das Erzeugnis in gleitende oder. drehende Berührung mit einem anderen Teil gelangt, sondern es erleichtert auch die Bearbeitung der Eisenlegiertuig: Die Erfindung bietet den Vorteil, Gegenstände, bei denen die Anwesenheit eines :erheblichen Teiles graphitischen Kohlenstoffes erwünscht ist, dadurch herzustellen, daß sie aus einem Gußblock aus 1cohlenstorireichem Stahl durch eine verformt und danach graphitisicrcnd geglüht werden. Mit dein Verfahren gcmiiß der Erfindung können Gegenstände hergestellt werden, die eine höchste Zugfestigkeit von etwa 63,36 kg/mm° und eine Dehnung von i8% oder mehr besitzen; sowohl die Zugfestigkeit als auch die Dehnung sind erheblich größer als die entsprechenden Werte von gewöhnlichem Gußeisen.
  • Wenn die erzeugten Gegenstände außerdem noch einer zusätzlichen Warmbehandlung unterworfen werden, so können die physikalischen Eigenschaften des Werkstoffes geändert, d. h. es kann größte Härte oder größte Weichheit des Werkstoffes dadurch erzielt werden, daß er iii öl, Wasser oder einer sonstigen Flüssig-Iwit oder Luft abgeschreckt wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Herstellung von Gegenständen mit guten Gleiteigenschaften durch graphitisierendes Glühen, gekennzeichnet durch die nachstehenden Maßnahmen: a) Verwendung einer Eisenlegierung mit i;5 bis a,oQ/o Kohlenstoff und o,9 bis o,60,'o Silicium, bei der der Kohlenstoffgehalt nahezu vollständig in gebundener Form vorliegt, b) Herstellung der Ausgangsform für die Fertigbearbeitung der Gegensfände durch Warmwalzen oder Warmschmieden der Eisenlegierung mit der Maßgabe, daß der Kohlenstoff während des Warmwalzens oder des Warmschmiedens nicht als Graphit oder Temperkohle ausfällt, c) Überführung des gebundenen Kohlenstoffes durch Glühen oberhalb des kritischen Punktes in Graphit. a. Die Anwendung des Verfahrens nach Anspruch i auf Eisenlegierungen, bei denen der Siliciumgehalt zum Teil durch andere die Graphitausscheidung fördernde Zusatzelemente, insbesondere durch Nickel, ersetzt ist. 3. @ Die Anwendung des Verfahrens nach Anspruch i auf Eisenlegierungen mit etwa 1,7 % Kohlenstoff und etwa o, 7 5 % Silicium.
DEB159898D 1933-03-01 1933-03-01 Herstellung von Gegenstaenden mit guten Gleiteigenschaften durch graphitisierendes Gluehen Expired DE685609C (de)

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