-
Vollselbsttätige Maschine zum Zerschneiden von Papierstapeln in Zuschnitte
verschiedener Breite Auf Maschinen nach Patent 608 742 werden Papierstapel
mit Hilfe von Anschlägen, die längs einer Schaltwalze einzustellen sind, in selbsttätiger
Folge in Streifen verschiedener Breite aufgeteilt. Nachteilig ist fürs erste bei
dieser Ausführung, daß in den Fällen, wo die Stapel nur zum Teil in verschieden
breite Streifen, zum anderen Teil in gleich breite Streifen oder Zuschnitte zu schneiden
sind, eine größere Zahl von Anschlägen auf der Walze auf genau gleichen Abstand
voneinander eingestellt werden müssen, was schwierig und zeitraubend ist. Wird das
Arbeiten mit dieser Walze deshalb bloß durch ein Vorschubgetriebe bekannter Art
ergänzt, auf dem nur eine einzige Vorschubgröße eingestellt «erden kann, so bleibt
der Wechsel zwischen -verschiedenen Vorschubmaßen immerhin umständlich.
-
Die Erfindung sieht deshalb außer der großen Walze, deren Anschläge
sich über den ganzen Vorschubbereich der mit dem Tischsattel bewegten Teile erstrecken,
noch eine kürzere Schaltwalze gleicher Art vor, die es ermöglicht, eine größere
Zahl von Anschlägen je nach Größe der untereinander jeweilig gleichen Zuschnitte
im voraus einzustellen und von Hand wechselweise in die Bewegungsbahn eines vom
Vorschubgetriebe betätigten Schaltwerkes einzuschwingen. Um bei dieser Einrichtung
das jeweilige Vorschubmaß noch während des Ganges der Maschine von einer Grundstellung
aus um ganz geringe Abmaße je nach Papierdehnungen
o. dgl. in feinster
Weise regeln zu können, kann außer der Schaltwalze mit sämtlichen Anschlägen auch
einfach die feste Widerlage des Schaltwerkgestänges, die selbst keinerlei Bewegungen
ausführt, verstellt werden.
-
Die Erfindung ist in der Zeichnung :n einem Ausführungsbeispiel dargestellt,
und zwar zeigt Abb. i eine Vorderansicht der Schneidemaschine unter Auslassung der
für den Erfindungsgegenstand unwesentlichen Teile, Abb. 2 eine Draufsicht derselben.
-
Auf- dem Tisch i der Schneidemaschine läuft in einer Führungsnut der
Sattele, der durch ein Stahlband 3 über die Bandscheibe 4 von einem Flüssigkeitsgetriebe
5 hin und her bewegt wird. Unter der Vorderkante des Tisches i liegt in bekannter
Weise die Walze 6, die acht Prismanuten 7 aufweist, in denen die verstellbaren Anschläge
8 befestigt werden. Um den Sattel 2 und die Anschläge 8 gegenseitig zur Anlage zu
bringen, ist das Stahlband 3 des Sattels so umgelenkt, daß es an der Vorderseite
des Tisches oberhalb der Walze 6 entlang läuft und hier einen Anschlag 9 trägt,
der in einer Nut des Vordertisches geführt ist, die sich über dessen ganze Breite
erstreckt.
-
Weiterhin trägt in dem Ausführungsbeispiel die Welle des Flüssigkeitsgetriebes
5 einen Sperrkranz 18 fest aufgekeilt. Lose auf der Welle des Getriebes sitzt der
Klinkenhebel i9, dessen hinteres Ende über Lenker 2o mit der Anschlagstange 2i verbunden
ist, die am Maschinengestell längs verschiebbar geführt ist, wobei sie sich in ihrer
Endlage stets gegen die am Gestell angeordnete Spindel 22 legt. Diese ist durch
Stellrad 23 einstellbar. Die Nase 24 der Anschlagstange 21 liegt in der Bewegungsbahn
eines der Anschläge 25, die auf der zusätzlich angeordneten Anschlagwalze 26 längs
einer Reihe von Prismanuten befestigt sind. Die Anschlagwalze 26 ist drehbar und
axial verschiebbar im Maschinengestell gelagert, und zwar ist sie drehbar durch
Handrad 27 und verschiebbar entgegen der Wirkung der Druckfeder 28.
-
Das Arbeiten auf der Maschine geht folgendermaßen vor sich. Zunächst
werden die Anschläge 8 auf Walze 6 den untereinander verschieden breiten Streifen
und Zuschnitten entsprechend eingestellt. Die Anschläge werden dabei derart schraubenförmig
auf dem Umfang der Walze 6 befestigt, daß beispielsweise diejenigen für die Schnittstellung
der Streifen von der ersten Nut ausgehend fortlaufend auf allen ungeraden Nuten
eingestellt werden, während jene für das Teilen der Streifen 'in Zuschnitte auf
den geradzahligen Nuten befestigt werden. Dann werden diejenigen Vorschubmaße, die
beim Aufteilen der Bogen mehrfach wiederkehren, auf Anschlagwalze 26 eingestellt,
und zwar wird in den einzelnen Nuten dieser Walze jeweils ein Anschlag 25 angeordnet.
Nach dem Auflegen .°,des Schneidgutes werden dann Walze 6 und -Anschlagwalze 26
je nach der vorliegenden '-Arbeit wechselweise in Anschlagstellung gebracht.
-
Zuerst wird stets durch Handhebel 31 über Ventilstange 32 das Flüssigkeitsgetriebe
auf Vorlauf geschaltet. Die auf der Welle des Getriebes sitzende Bandscheibe 4 zieht
über das Stahlband 3 den Sattel 2 und somit den gegen ihn angelegten Stapel nach
vorn, bis der Anschlag 9 des Bandes 3 gegen den betreffenden Anschlag 25 der Walze
6 stößt. Sobald das Messer den Stapel durchgeschnitten hat, schaltet ein Nocken
33, der an dem auf der Kurbelwelle 34 sitzenden Zahnrad 35 angebracht ist, die Ventilstange
32 über ein Gestänge 36 auf Mittelstellung, so daß die Zugkraft am Stahlband aufgehoben
wird und der Anschlag 9 nur noch lose am Anschlag 8 anliegt. Während des Messerhochganges
wird dann durch einen zweiten, am Zahnrad 35 sitzenden Nocken 37 die Walze 6 zunächst
durch Gestänge 38 und Gabelhebel 39 so weit in Achsenrichtung nach rechts verschoben,
daß Schieber io wieder ganz freigegeben ist, worauf die Walze 6 durch einen weiteren
Nocken 40 über Gestänge 41 und Schaltklinke 42 und zwei Zähne der Schaltscheibe
43, also auf die übernächste Nut, weitergedreht wird. Nocken 37 bringt danach die
Walze 6 wieder in die Ausgangsstellung zurück. Kurz bevor das Messer seine höchste
Stellung erreicht, wird die Ventilstange 32 beim Ablauf des Nockens 33 durch die
am Gestänge 36 sitzende Feder 44 wieder in die Vorlaufstellung gezogen. Der Sattel
läuft nunmehr mit dem Anschlag 9 gegen den neu in seine Bahn gedrehten Anschlag
8 an, während sich die Maschine vorher noch in höchster Messerstellung in bekannter
Weise durch den am Zahnrad 35 sitzenden Nocken 45 selbsttätig stillsetzt.
-
Sind zwischendurch untereinander gleiche Vorschubwege auszuführen,
so wird Handhebel 31 zunächst auf Mittelstellung und Walze 6 so auf eine Zwischenstellung
geschaltet, daß der Anschlag 9 frei zwischen den Anschlägen 8 hindurchlaufen kann.
Dann wird mittels Handrades 27 der betreffende Anschlag 25 auf Anschlagwalze 26
in die Be-. wegungsbahn der Nase 24 gedreht und durch Umlegen des Steuerhebels 46
die Zahnklinke 47 in die Zähne des Sperrkranzes 18 eingelegt, in welcher Stellung
sie beispielsweise durch eine Federrast gehalten wird.
-
Auch in diesem Falle wird darauf durch Handhebel 31 die Ventilstange
32 und damit das Flüssigkeitsgetriebe auf Vorlauf geschaltet.
Außer
der Bandscheibe 4 und dem gleichfalls fest auf der Getriebewelle sitzenden Sperrkranz
18 wird dabei auch der Klinkenhebel i 9 mitgenommen. Auf den letzten Teil dieses
Hebelausschlages stößt die Nase 24 der Anschlagstange 2i gegen den Anschlag 25.
Das Einrücken der Kupplung des Maschinentriebwerkes kann auch in diesem Falle durch
elektrische Kontakte erfolgen. Sobald darauf das Messer seine tiefste Stellung erreicht
hat, wird die Ventilstange 32 gleichfalls durch Nocken 33 über Gestänge 36 auf Mittelstellung
gezogen und damit der Druck des Flüssigkeitsgetriebes auf die Zahnklinke 47 aufgehoben.
Ein weiteres Kurvenstück 48 am Zahnrad 35 läßt darauf den Schalthebel 49 über Gestänge
5o so weit ausschlagen, daß der Klinkenhebel i9 wieder in seine Ausgangsstellung
zurückgedreht wird. Die Nase 51 des Schalthebels 49 drückt dabei, ehe die Schaltbewegung
einsetzt, zunächst die Zahnklinke 47 aus dem Sperrkreis 18 heraus, in dem sie durch
eine Federrast gehalten wurde. Mit dem Ablauf des Kurvenstückes 48 wird der Schalthebel
49 wieder durch Federkraft in seine ursprüngliche Stellung zurüekgezogen, während
sich die Zahnklinke 47 unter Wirkung des Steuerhebels 46 erneut in den Sperrkranz
18 einlegt. Durch Drehen des Stellrades 23 kann die jeweils auf der Anschlagwalze
eingestellte Vorschubgröße um ganz geringe Beträge vergrößert oder verkleinert werden.
-
Die im Ausführungsbeispiel benutzten Mittel können zum Teil durch
andere ersetzt werden. So kann der Antrieb des Gleitstückes finit dem Schieber statt
durch Stahlband auch über Räder und Zahnstangen erfolgen. Ferner ist es möglich,
das Einrücken der Kupplung des Maschinentriebwerkes durch den Druck des Flüssigkeitsgetriebes
oder rein mechanisch durch Kurventrieb vorzunehmen, wie auch für die am Zahnrad
der Maschine sitzenden Nocken eine besondere Kurvenwelle vorgesehen werden kann.
Auch besteht die Möglichkeit, die Anschläge von der Anschlagwalze derart umzukehren,
daß sie lediglich als Rücklage für das Schaltgestänge dienen, während der Vorschubdruck
durch einen fest am Maschinengestell angeordneten Anschlag aufgefangen wird. Schließlich
kann statt des Zahngesperres auf der Getriebewelle ein Kupplungsgesperre o. dgl.
vorgesehen werden.