DE683299C - Verfahren zur Behandlung von Daermen von Seesaeugetieren, insbesondere zur Herstellung von Wursthuellen - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Daermen von Seesaeugetieren, insbesondere zur Herstellung von Wursthuellen

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DE683299C
DE683299C DEG96402D DEG0096402D DE683299C DE 683299 C DE683299 C DE 683299C DE G96402 D DEG96402 D DE G96402D DE G0096402 D DEG0096402 D DE G0096402D DE 683299 C DE683299 C DE 683299C
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A22BUTCHERING; MEAT TREATMENT; PROCESSING POULTRY OR FISH
    • A22CPROCESSING MEAT, POULTRY, OR FISH
    • A22C13/00Sausage casings

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)
  • Processing Of Meat And Fish (AREA)

Description

  • Verfahren zur Behandlung von Därmen@von Seesäugetieren, insbesondere zur Herstellung von Wursthüllen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Därmen von Seesäugetieren, insbesondere zur Herstellung von Wursthüllen. ' Man hat bereits versucht, als Ersatz für tierische Därme Kunststoffe zu verwenden. Die daraus hergestellten Hüllen weisen aber nicht die vorteilhaften Eigenschaften von tierischen Därmen auf.
  • Das Reinigen der Därme von Landtieren, das Spülen, Beizen, Fetten, Trocknen, Aufschlitzen, Vernähen, Kleben und Gerben ist bekannt. Auch hat man bereits Därme von Landtieren aufgespalten. Gegenüber den Därmen von Landtieren unterscheiden sich diejenigen von Seesäugetieren dadurch, daß sich nach der Totenstarre des Tieres Transtoffe bilden, deren Geruch und Geschmack alsdann nur noch schwer entfernbar sind. Zwar ist auch bei den Därmen von Landtieren eine baldige Konservierung notwendig, jedoch handelt es sich dort um biologische Vorgänge, die erst nach der Totenstarre wirksam werden und die sich nicht in einer Tranbildung äußern. Die Erfindung besteht darin, diese Tranbildung zu verhindern. Das läßt sich er-. reichen, indem man erfindungsgemäß die Därme von Seesäugetieren unmittelbar nach der Gewinnung in noch blutwarmem Zustand konserviert.
  • Bei dem Verfahren nach der Erfindung werden Därme, beispielsweise von Walen, unmittelbar nach dem Töten und zweckmäßig in noch blutwarmem Zustand aus dem Walkörper herausgetrennt und entkotet und nach an sich bekannten Verfahren konserviert, beispielsweise nach dem Patent 628 999. Das Konservieren kann durch Pökeln mit Salzlösung oder Pökellake, durch Kühlen, beispielsweise durch Einlegen in Eiswasser, oder durch Trocknen sowie durch Entfetten vorgenommen werden. Vor dein Konservieren wird der Darm zweckmäßig gereinigt und gewaschen. Das Entfetten kann auf mechanischem Wege, z. B. durch Abschaben oder auch durch Behandeln mit organischen Fettlösungsmitteln, vorgenommen werden.
  • Die so behandelten Därme unterscheiden sich in ihren Eigenschaften praktisch nicht von den Därmen von Landtieren, während man bisher bekanntlich aus Walen Därme nicht gewinnen konnte, die einer praktischen Verwendung zugänglich waren. Die Darmsubstanz, die bei den Seesäugetieren häufig empfindlicher ist als die der Därme von Landtieren, war infolge der rasch einsetzenden Otvdation in Verbindung mit dem Angriff von Mikroorganismen schon nach kurzer Zeit ganz oder teilweise zerstört.
  • Die Därme z. B. des Wales haben eine größere Wandstärke als die der Landtiere. Sie können durch Spalten, z. B. mit Hilfe eines Messers, einer Spaltmäschine, oder durch Abziehen einer oder mehrerer der einzelnen konzentrisch aufeinanderliegenden Schichten zu Därmen oder Bahnen von geringerer Stärke verarbeitet werden.
  • Für gewisse Zwecke zeigen die Verdauungsorgane der Seesäugetiere, beispielsweise von gewissen Walarten, eine zu große Dicke oder Stärke. Diese Därme werden nach dem Reinigen bzw. Entfetten und Konservieren, vorzugsweise nach dem Behandeln mit Eiswasser, und dem Zerschneiden in an sich bekannter Weise parallel zur Oberfläche in Bahnen geringerer Stärke aufgespalten, die dann wie gewöhnliche Darmbahnen weiterverarbeitet werden können.
  • Auch können zu weite Därme, also solche von größerem Durchmesser, nach dem Reinigen, Konservieren und Einweichen in Bahnen aufgeschlitzt, in Stücke von gewünschter Länge zerschnitten und derartige Bahnen durch Vernähen o. dgl. zu Hüllen geringeren Durchmessers vereinigt werden. Auch können mehrere Bahnen oder Hüllen übereinander verklebt werden, zweckmäßig so, daß die Schleimseite der einen Hülle mit der Fettseite der anderen Hülle zusammengelegt und die konzentrisch übereinandergezogenen Hüllen durchTrocknen miteinander vereinigt werden. Auch kann man derart durch Verkleben verstärkte Bahnen oder Hüllen durch Nähen zu Hüllen oder Bahnen der gewünschten Abmessungen.vereinigen.
  • Die Därme von Seesäugetieren können auch nach gewünschtem Kaliber sortiert und in einzelne Stücke zerschnitten werden. Auch können die Därme oder Bahnen zweckmäßig nach der Konservierung mit Gerbmitteln, Härtemitteln, wasserbindenden Stoffen an sich bekannter Zusammensetzung behandelt oder präpariert werden, z. B. um lederartige :t.Verkstoffe zur Herstellung von Lederwaren zu gewinnen. Die Därme können auch gefettet und mit anderen flüssigen oder halbflüssigen Stoffen, z. B. wasserabweisenden Stoffen, getränkt werden. Diese Behandlungsverfahren sind an sich bei Därmen von Landtieren bekannt. Sie sind nicht Gegenstand der Erfindung. -Es war überraschend, daß sich die aus Seesäugetieren nach der Erfindung gewonnenen Därme oder zusammengesetzten Darmhüllen zur Aufnahme von Wurstmasse vorteilhaft eignen und gegenüber den Därmen von Landtieren nicht nur keine Nachteile, sondern sogar erhebliche Vorteile aufweisen. Sie sind nicht nur billiger, weil die Därme von Seesäugetieren ein Abfallprodukt darstellen, das bislang nicht verwertet werden konnte, das aber nach dem Aufbau der Walfangflotte in größeren Mengen zur Verfügung steht. Die Därme nach der Erfindung sind auch in technischer Hinsicht den Hüllen von Landtieren überlegen, insbesondere deshalb, weil sie auf längere Abmessungen hinaus ein praktisch gleichmäßiges Kaliber aufweisen, was bei den Därmen von Landtieren bekanntlich nicht der Fall ist. So lassen sich aus den Därmen von Seesäugetieren Stücke von vielen Metern Länge von vollkommen gleichem Kaliber und gleicher Wandstärke sowie von gleicher Beschaffenheit auswählen. Auch vermag der Darm, beispielsweise des Wales, verschiedene Darmarten von Landtieren zu ersetzen, wie insbesondere die weitkalibrigen Därme der Landsäugetiere. Schließlich hat sich gezeigt, daß die Därme nach der Erfindung aus Seesäugetieren vorteilhafte konservierende Eigenschaften bei der Verwendung als Wursthülle zeigen und mindestens die gleiche Frischhaltung der Wurstmasse erzielt wird, wie es bisher bei Würsten in Därmen von Landtieren bekannt ist. Besonders zweckmäßig sind auch die Därme aus Seesäugetieren nach der Erfindung, die durch Aufeinanderlegen oder Aufeinandertrocknen mehrerer Darmbahnen oder mehrerer Hüllen enthalten sind.
  • Aus den Därmen nach der Erfindung lassen sich außerdem auch andere Erzeugnisse zum Umhüllen von Lebensmitteln aller Art, wie Fleisch, Suppenersatzmittel oder andere Nahrungsmittel, gewinnen. Auch lassen, sich die Därme zu Saiten für Musikinstrumente verarbeiten, die eine besondere Festigkeit aufweisen, und es wurde die überraschende Beobachtung gemacht, daß die Därme nach der Erfindung sich auch gerben bzw. präparieren lassen und dann zur Herstellung von Lederwaren o, dgl. benutzt werden können. Auch können die Därme mit flüssigen oder halbfesten Mitteln getränkt werden, beispielsweise mit wasserabweisenden Mitteln. Derartig behandelte Därme ergeben einen neuen Werkstoff zur Herstellung oder Ausfütterung wasserdichter Bekleidungsstücke, z. B. von wasserdichten Schuhen, Mänteln u. dgl.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Behandlung von Därmen von Seesäugetieren, insbesondere zur Herstellung von Wursthüllen, dadurch gekennzeichnet, daß die Därme unmittelbar nach der Gewinnung in noch blutwarmem Zustand konserviert werden.
DEG96402D 1937-10-09 1937-10-09 Verfahren zur Behandlung von Daermen von Seesaeugetieren, insbesondere zur Herstellung von Wursthuellen Expired DE683299C (de)

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