DE67918C - Webstuhl zur Herstellung von Schufs-Noppengeweben - Google Patents
Webstuhl zur Herstellung von Schufs-NoppengewebenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 86: Weberei.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Webstuhl zur Herstellung eines ein- und mehrfarbigen
Schufs-Noppengewebes.
Der Tritt-Schaftmaschinen- und Jacquard-Webstuhl stellen Webwaare her, in welcher
entweder die Kettfaden sämmtlich gestreckt liegen oder zum Theil Schleifen bilden, die
aufgeschnitten werden können, wie bei Kettensammt, Plüsch, oder aber unaufgeschnitten
bleiben, wie bei Frottirtuch, Krimmer, Teppichen etc. Der Schufs wird dagegen bei allen
bestehenden Geweben fest und glatt eingetragen, also ohne Schleifenbildung. (Hier gehört etwa
nicht der Schufssammt, Velvet, her, da hier der Flor unter Benutzung der Schüsse mit Hülfe
besonderer Bindung- zwischen Kette und Schufs erreicht wird.)
Bei dem vorliegenden Webstuhl werden die Noppen aus dem Schufsfaden hergestellt, und
zwar nach Art des Kulirens. Bei diesem wird bekanntlich der Faden über horizontal
neben einander gruppirte Nadeln gelegt und es treten Platinen in die Lücken der Nadeln,
welche den Faden nach unten mit sich ziehen. Hier bilden die straff ausgespannten Kettfaden,
denen durch die Ladenbahn ein genügender Halt gegeben ist, die Nadeln und Platinen
tauchen zwischen die Kettfaden des Unterfaches, um den eingetragenen Schufs in Schleifen zu
bringen. Wird alsdann das Fach geschlossen, so liegt der Noppenschufs gebunden in der
Waare und die Schleifen befinden sich auf der unteren Seite derselben.
Um die Schufsnoppen in beabsichtigten Mustern in der Waare auftreten zu lassen, ist eine
Jacquard-Maschine angewendet, welche auf
die Hakenplatinen einwirkt und ganz unabhängig von einer Jacquard-Maschine arbeitet,
welche etwa noch für das Grundgewebe vorhanden ist.
Um buntgemusterte Waare herstellen zu können, wie etwa Smyrnateppiche oder dergleichen,
arbeitet der Schützen mit mehreren Schufsfarben.
Auf beiliegenden Zeichnungen zeigt Fig. 1 den Webstuhl im Querschnitt und Fig. 2 denselben
in Ansicht mit weggenommenem Waarenbaum, unter Fortlassung aller derjenigen Theile,
welche zum Weben des Grundgewebes benöthigt werden und nicht an der Noppenbildung
theilnehmen.
Fig. 3, 4, 5, 5a, 6, 6a, 7, 7a, 9 und 15
zeigen den Noppenschützen in gröfserem Mafsstabe und in seinen einzelnen Theilen. Fig. 8
zeigt die Hakenplatinen, Fig. ι ο und 11 zeigen
die Schützenbahn mit dem durchgezogenen und noppenbildenden Schufsfaden. mit den darin
hängenden Hakenplatinen.
Fig. 12 zeigt die Lade nach der Noppenbildung mit nach vorn geschobener Ladenbahn
und Fig. 13 dieselbe während der Noppenbildung. Fig. 14 zeigt die Jacquard-Nadeln.
Für die Kette sind hier zwei Kettenbäume a und b vorhanden, von denen die Kette des
Kettenbaumes α feste Bremsung erfährt, während diejenige von b sehr elastisch ist, und
zwar zu dem Zwecke, um beim Noppenschufs ein genügend hohes Fach bilden zu können.
Von b geht die Kette nicht direct, sondern über eine Führungswalze c und einen Streichbaum
e nach dem Geschirr. Zwischen Walze c und Streichbaum e lastet eine durch Gewicht h
beschwerte Walze d auf dieser Kette, wodurch dieselbe während des Webens . des Grundgewebes,
d. h. der Verarbeitung des oder der mit dem Noppenschufs abwechselnden Grundschüsse,
strammgezogen wird. Die Walze d ist durch Riemen mit einer über ihr liegenden
Walze g verbunden, die mittelst der Rolle ο und der Schnur in über Rolle, η und Stange I
mit dem Tritt k der Einrichtung zur Noppenbildung verbunden ist, so dafs beim Eintragen
des Noppenschusses, also beim Treten des Schemels k, die Walze d hochgehoben und
dadurch die von b kommende Kette lose wird. Gleichzeitig wird mit dem Treten des Schemels k
die vorn neben dem Waarenbaum liegende Walze ρ mit zwei seitlichen Armen q gedreht
und in die hochgehenden Arme eine Stange i zwischen das Vorderfach gesteckt, welche die
losen ■ Kettenfäden hochhebt und dadurch das durch die Kettenfäden α und b für den Noppenschufs
benöthigte hohe Fach bildet, wie Fig. ι zeigt. Wird der Schemel k frei und die Arme q
gehen herunter, so drückt Walze d die Kette b wieder zurück und spannt sie für den folgenden
Grundschufs. Um hierbei einem Abgeben der Kette vom nicht gebrauchten Baum b entgegenzutreten,
liegt die Kette auf dem Weg von c nach d an b an, hält b in seiner Stellung
und dient demnach zum Bremsen von b während des Kettenablasses für die Grundschüsse.
Zum Eintragen des Noppenschusses dient der Wagen s mit dem darüber befindlichen
Schützen t, von denen der erstere auf der an dem Ladenklotz u angebrachten Fahrbahn
n> auf Rollen mittelst einer an dem Umschalter ν angebrachten Schnur nach links und
rechts gefahren werden kann, während der letztere auf der Ladenbahn χ gleichfalls auf
Rollen läuft. Aufserhalb des Faches treibt den Schützen t der Wagen s, sobald er aber die
Hakenplatinen erreicht hat, treiben diese ihn vorwärts, bis wieder aufserhalb des Faches der
Wagen s ihn wieder aufnimmt.
In Fig. 3 ist der Schützen in Ansicht und in Fig. 4 der Wagen in Ansicht gezeigt, während
in Fig. 5 der Schützen mit abgenommener Hinterplatte und in Fig. 6 der Wagen gleichfalls
mit abgenommener Hinterplatte gezeigt wird. Fig. 5 a ist ein Querschnitt des Schützens
und Fig. 6a ein Querschnitt durch den Wagen s.
Der Schützen selbst besteht aus einem flachen Gestell, das auf Rädern steht. An der Vorderwand
befinden sich vier Spulen X1X1X1X1 mit
den vier Farben des Noppenschusses, deren Fäden durch die obere Platte gehen, durch
dieselbe in der Mitte wieder zurückgehen und einzeln durch Schlitze V, VI, VII, VIII nach hinten
heraustreten und unten durchkommen (Fig. 3 und 5 a). Die oben erwähnten Schlitze befinden
sich in ansteigenden und absteigenden Führungen V, VI, VII, VIII, Fig. 5, denen parallel
Führungen wx angeordnet sind, und zwar
zu dem Zwecke, dafs der Kopf der Platinen k1 gegen die schrägen Leisten drückt und damit
die Bewegung des Schützens herbeiführt (Fig. 8). Der Wagen ist entsprechend dem Schützen gebaut.
Er besteht aus einem flachen Gehäuse auf Rollen, das mit einer Anzahl Nuthen W1W1
versehen ist, die durch die Führungen 01O1
gebildet werden (Fig. 6), entsprechend der Anzahl der Führungen V bis VIII im Schützen.
In die Nuthen I bis IV greifen die senkrecht stehenden Platinen mit Stiften«1 ein (Fig. 6, 8
und 13), und beim Vorwärtsziehen des Wagens s
und dem Hochgang der Platinen in den Führungen I bis IV drücken-daher die Mäuler der
Platinen von unten gegen die schrägen Führungen wl des Schützens und schieben ihn
vorwärts, entsprechend der Bewegung des Wagens. Da das Eintreten der Platinen in
den Wagen allmälig vor sich gehen soll, das Austreten wegen der Noppenbildung aber schnell
und der Wagen sowohl von rechts nach links, als auch umgekehrt, arbeiten soll, so ist eine
Schiebeplatte r\ Fig. 4, 9 und 15, angeordnet,
auf welcher spitzwinklige Dreiecke M1M1 sitzen,
welche die geradlinige Fortsetzung der Kanäle I bis IV bilden an der Seite, wo der Wagen einfährt,
wie in Fig. 6 auf der linken Seite, dagegen die Kanäle I bis IV steil ableiten, wo
die Platinen austreten, auf der rechten Seite von Fig. 6. Diese Schiebeplatte r1 ist an einem
um den Zapfen s1 drehbaren Hebel ν angebracht.
Wird nun der Wagen durch Ziehen an dem Hebel ν vorwärts bewegt, so legen sich die
Dreiecke einmal so, wie die Zeichnung Fig. 6 zeigt, nämlich beim Fahren von rechts nach
links, und das andere Mal gerade entgegengesetzt, wenn der Wagen von links nach rechts
fährt. .
Die Nuthen I bis IV enden auf beiden Seiten stufenförmig, und zwar so, dafs Nuth 1 am
tiefsten und Nuth IV am höchsten endet. Durchbrochen werden diese Nuthen von den horizontalen
Nuthen pl, die nur zur Ausfahrt für die Platinen benutzt werden, und damit sie bei
der Einfahrt die Platinen nicht falsch führen, ist am Kreuzungspunkt der Nuth px mit den
Nuthen I bis IV je eine bewegliche Zunge ^1 angebracht,
die beim Einfahren der Platinen sich hochstellen und dieselben dadurch zwingen, die
Nuthen I bis IV zu durchlaufen, dagegen diese Zungen beim Austritt horizontal legen und da-
durch sämmtlich durch die Nuthen p1 herausgehen.
Die erste und letzte Nuth hat diese Zunge ν1 etwas anders, indem ihr Drehpunkt
an dem verschiebbaren Dreieck u1 liegt* und
die Zunge durch eigene Schwere immer herabfällt und damit den Kanal y1 beim Einfahren
der horizontal eintretenden Platinen (Fig. 9) abschliefst. Beim Ausfahren hebt jede Platine sich
diese Zunge selbst hoch.
' Der Wagen s fährt auf der Fahrbahn w des
Ladenklotzes u und der Schützen auf der Ladenbahn χ. Beim Einfahren und Ausfahren
sind beide gekuppelt, während beim Noppenbilden" selbst die Platinen den Schützen vorwärts
schieben, wie schon oben erwähnt. An der Vorderwand h1 der Fahrbahn χ des
Schützens t befindet sich ein Winkelhebel b\ Fig. 7 und 15, welcher mit einem Stift d' in
einer Nuthe1 der Wand hl läuft. An seinem
Ende hat der Hebel b1 nach oben ein Querstück jr mit einer Einkerbung, in welche der
Schützen mit einem Endstift \ sich einlegt. Nach unten hat der Hebel b1 zwei Knaggen C1C1,
hinter welche der Wagen s mit seinen Vorsprüngen f1/1 fafst. Ein Stift g\ der auf der
Wand hl läuft, hält den um den Stift d1 drehbaren
Winkelhebel b1 fest. Wird nun der Wagen s vorwärts gezogen, so nimmt er mit
Hülfe des Winkelhebels b1 den Schützen mit. Sobald der Schützen in den Bereich der Platinen
gekommen und es wünschenswerth ist, ihn abzukuppeln, fällt der Stift gl in eine Einkerbung
il der Bahn hl. Infolge dessen schlägt
der Winkelhebel &1 hoch, und der Schützen ist
entkuppelt. Kommt ■ der Schützen aus den Platinen heraus, so kommt sein vorderer Stift %
in denEinschnitt des Querstückesy des auf dieser
Seite ebenfalls angebrachten Winkelhebels b1, und wenn die schräge vordere Fläche des Wagens
s gegen den Finger a1 des Winkelhebels bx
trifft, so hebt er den Stift g1 des Winkelhebels bl
aus der Nuth il und läfst damit wieder die
Knaggen c1 c1 über die Vorspränge fl fl des
Wagens s greifen, und Schützen und Wagen sind wieder gekuppelt. Die Lade besteht aus
dem Ladeklotz u mit den Stelzen α2 a2, Fig. 1,
2, 12 und 13. An den Stelzen α2 a2 sind je
zwei Gleitstücke c2 und d2 angebracht, die durch vier Führungsrollen b2 b'2 gehalten werden.
Die Gleitstücke c2 und d2 tragen auf ihrer Innenseite Zahnstangen i2 und k2 und
sind mittelst eines Zahnrades I2 derart mit einander
gekuppelt, dafs beim Aufsteigen der einen Gleitschiene die andere herabgeht, und umgekehrt.
'
Die Bewegung erfolgt durch zwei excentrische Scheiben n2 n2, die auf der Achse m2 des Rades
/2 sitzen, über welche Riemen laufen, die
mit den Trittschemeln k k verbunden sind.
Die - Gleitschienen c2 c2 tragen den Platinenboden
e2 der Jacquard-Maschine mit Nadeln f2, Nadelbrett g'2 und Federkasten h2.
Die Gleitschienen d2 d2 tragen mittelst der in d3
drehbaren Arme c3 einen Klotz b3, der dazu dient, die Hakenplatinen nach dem Noppenbilden
so hoch zu heben, dafs die Noppen durch Verschieben der Ladenbahn χ nach vorn
von ihnen abgestreift werden können.
p2 ist der Kartencylinder. welcher mittelst der Arme q2, die in den Zapfen r2 mit den
Gleitschienen c2 c2 verbunden sind, in den Führungen
o2 o2, die sich in den Ladestelzen α2 α1
befinden, gleichmäfsig mit dem zugehörigen Platinenkasten h2 bewegt wird. Auf der einen
Seite des Jacquard- Cylinders ρ2 befindet sich,
wie allgemein üblich, ein Wendehaken s2 zum Vorwärts- und Rückwärtsarbeiten und auf der
anderen Seite eine Presse zur Verhütung des Ueberlaufens des Cylinders beim Wenden.
Die Schützenbahn χ ist horizontal verschiebbar gemacht, um mit ihr die Noppen von den
Platinen abzustreifen. Die Schützenbahn ist mit Schlitzen für das Durchtreten der Platinen
beim Noppenbilden versehen und dahinter wieder mit einer Oeffnung, um die Platinen
beim Abstreifen der Noppen durch Verschieben der Bahn nach vorn durchtreten zu lassen.
Die Schützenbahn ist mit zwei in h3 drehbaren Armen g3 verbunden, deren freie Enden
mit Rollen/3 versehen sind, die von schrägen Vorsprüngen d* der Gleitschienen d2 getroffen
werden, so dafs beim Aufwärtsgang von d2 die Vorsprünge d* di die Arme g3 nach aufsen'
drücken und damit die Ladenbahn χ nach vorn schieben. Beim Rückgang der Gleitschiene
d2 drückt die Feder ms die Schützenbahn
χ wieder zurück.
e3 ist ein an drehbaren Armen befestigter Stab, der zum Ausrichten und Festhalten der
Platinen während des Wechsels des Platinenbodens e2 und des Klotzes b3 dient. Das freie
Ende eines die Stange e3 tragenden Armes ist mit einer Schnur an der Welle m2 . befestigt.
Beim Wechseln der Tritte k wird diese Schnur auf- und abgewickelt und damit die Stange e3
gegen die Platinen geprefst und von diesen entfernt. Das Ausrichten der Platinen geschieht
dadurch, dafs der Stab e3 sich so über die Daumen m1 der Hakenplatinen legt, dafs er
diese gleichmäfsig nach unten drückt, wodurch eine gleiche Noppertlänge erzielt wird.
Nachdem auf gewohnte Art die gewünschte Anzahl von Grundschüssen eingetragen ist, wird
ein Noppenschufs in der Weise eingetragen, dafs durch einen Tritt auf einen der Schemel k
die Gleitschienen c2 c2 den Platinenboden e2
und den Jacquard- Cylinder ρ2 hoch bringen, so dafs die Jacquard-Nadeln/2, entsprechend
den Löchern der Karte, in diese eindringen können bezw. durch volle Stellen der Karte
zurückgedrängt werden. Jede Nadel f2 hat ein Loch t2, Fig. 14, das gerade unter die
Hakenplatinen k1 zu stehen kommt, wenn die Nadel in ein Loch der Karte p2 eindringt, so
dafs also die Hakenplatinen entweder durch Löcher f2 der Platinen f2 durchfallen bis auf
den Platinenboden e2 oder sich auf Nadeln/'2
selbst stützen. Je nach der Höhenlage, in welcher die Hakenplatinen durch die Jacquardnadeln
f-, die doch wieder dem Muster entsprechen, eingestellt werden, greifen sie mit
ihren Daumen m1 in die Nuthen I bis IV des Schützenwagens s und ihre Mäuler dementsprechend
um die Führungen V bis VIII des Schützens t._ Am Schützen befinden sich
vor der Vorderwand vier Spulen x\ deren verschiedene Fäden durch lange Schlitze der
horizontalen Führungen V bis VIII nach hinten gehen, so dafs die Mäuler der Platinen, welche
diese Führungen zwischen sich nehmen, beim Weitergang des Schützens die Schufsfäden
zu fassen bekommen, und zwar die am tiefsten gestellten Platinen Schufsfäden V, die
am höchsten gestellten Schufsfäden VIII. Beim Hinuntersteigeh der Platinen in den Kanälen
werden die Schufsfäden von den bezüglichen Platinen durch die Haken derselben mitgenommen,
und da sämmtliche Platinen mit ihren Daumen ml in den horizontalen Kanal pl des
Wagens treten, so werden ihre Mäuler alle in gleiche Höhe gebracht. Als Sicherheitsvorrichtung
wirken die drehbaren Zungen Z1. Der unterste Faden V kommt nicht in Gefahr, mit
einem anderen Faden zusammen erfafst zu werden, die anderen jedoch leicht beim Heruntersteigen
der Platinen. Um dies zu verhüten, haben die Platinenhaken Zungen I1, welche
sich gegen die Haken legen, wenn sie an einem tieferen Schufsfäden vorbeistreifen und somit die
Fäden in geschlossenen Mäulern halten. Selbstredend öffnen sich die Mäuler von selbst, sobald
sie beim Heruntersteigen der Platinen den untersten, Schufsfäden passirt haben.
Nachdem nun das Fach für den Polschufs mittelst des Geschirres/ in üblicher Weise vorbereitet
worden und durch Treten des Schemels k das Gewicht h gehoben und durch
Einstecken des Stabes i in das Fach und Vorwärtsbewegung des Stabes i durch die hochgehobenen
Arme q die Kette a so verlängert ■worden ist, dafs genügend hohes Fach für den
Noppenschufs gebildet ist, kann das Eintragen des letzteren erfolgen durch Ziehen an dem
Hebel ν des Schützenwagens s. Beim Einfahren in das Fach werden zunächst die Dreiecke M1M1
so gestellt, dafs die Hakenplatinen langsam in den Nuthen I bis IV aufsteigen und nach Erfassen
der Schufsfäden rasch herunterfallen. Zieht man den Wagen weiter, so wird der Schützen,
sobald er von den Platinen erfafst ist, vom Wagen abgekuppelt und von diesen weitergeschoben.
Da hier ein Schützen mit vier Farben gewählt ist, so wird demnach ein vierfädiger
Schufs eingetragen, und je nachdem nun die eine oder die andere Farbe die Noppe bilden soll, erfafst die Platine kl den entsprechenden
Faden und zieht ihn durch die Kette durch (Fig. 11), so dafs auf der Unterseite
Noppen oder Schleifen entstehen, in denen die Hakenplatinen hängen. Die Noppenhöhe ist
dadurch gegeben, dafs die Ladenbahn χ, auf der die Kettfäden des Unterfaches aufliegen,
höher liegt als Kanal p1 im Wagen s, in welchem
alle Platinen nach dem Absteigen geführt werden, und kann diese Noppenhöhe durch Höher- oder Tieferstellen des Wagens
an seinen Fahrrollen geringer oder gröfser gemacht werden. Selbstredend ist wegen der
gleichbleibenden Platinenlänge auch der Schützen an seinen Fahrrollen in gleicher Weise zu verstellen.
Hat nun der Schützen mit Hülfe der Platinen das Fach der Kette passirt, so trifft er
wieder auf den Wagen auf, kuppelt sich mit demselben und fährt mit diesem bis an das
Ende der Bahn. Beim Wechseln des Schemels k kommt eine Stange e3, die am Ladenklotz
u mittelst zweier doppelarmiger Hebel drehbar gelagert ist (Fig. 12), über die Daumen
m1 der Platinen zu liegen, drückt sie auf
gleiche Tiefe herab, wodurch die Noppenlänge gleichmäfsig wird, und preist die Platinen sämmtlich
nach hinten, sie so festhaltend, fest, da der Platinenboden e2 heruntergeht. Die Führungsschienen
d2 d2, die jetzt hochkommen, bringen den Klotz b3 in den Führungen a3 mit hoch,
den sie unter die Platinen greifen lassen. Ehe der Klotz b3 ganz hochgekommen ist, wird die
Schützenbahn χ durch den schrägen Vorsprung d* der Führungsschiene d2 nach vorn
geschoben und dadurch auch das Gewebe nach vorn gezogen. Drückt nun der Klotz b3 die
Platinen hinter der Schützenbahn hoch, so lassen die Platinen die Noppen los. Geht der
Klotz bs zurück, so fallen alle Platinen herunter
und legen sich mit ihren Daumen Ot1Ot1
auf eine Leiste u2 des Ladenklotzes, und der Stuhl ist wieder zu neuen Schüssen fertig, nachdem
durch Wechsel des Geschirres und Anschlagen der Lade der Noppenschufs gebunden worden ist, auch durch Wenden des Cylinders
ρ"2 beim Heruntergang von c2 eine neue
Karte vorgelegt wurde.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Webstuhl zur Herstellung von Noppengeweben, bei welchem die Noppenbildung dadurch erfolgt, dafs der Polschufsfadenvon Hakenplatinen k\ die nach einander zur Wirkung gelangen, erfafst. und zu Noppen ausgezogen wird.
Ein Webstuhl der unter i. bezeichneten Art, bei welchem ein Mustereffect auf dem Noppengrund dadurch erzielt wird, dafs die Haken der Hakenplatinen A:1 unter Vermittelung einer Mustermaschine behufs Erfassens der verschiedenartigen Polschufsfä'den in den Bereich der Fadenführerschlitze (V, VI, VII. . .) des Schützens ί gebracht werden, so dafs Noppen von verschiedenartigem Schufsmaterial gebildet werden können.Ein Webstuhl der unter 2. bezeichneten Art, bei welchem die Hebung und Senkung der Hakenplatinen k1 behufs Erfassens und Ausziehens der Polschufsfäden mittelst eines im Schützenwagen s untergebrachten Schlosses W1M1P1V1^1, Fig. 6, erfolgt, dessen Nuthen die Arbeitsbewegung der Platinen k1 vermitteln.Hierzu 3 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE67918C true DE67918C (de) |
Family
ID=341499
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT67918D Expired - Lifetime DE67918C (de) | Webstuhl zur Herstellung von Schufs-Noppengeweben |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE67918C (de) |
-
0
- DE DENDAT67918D patent/DE67918C/de not_active Expired - Lifetime
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