DE67754C - Verfahren zur Darstellung von Aetzalkali und Salzsäure durch Elektrolyse von Alkalichlorid - Google Patents
Verfahren zur Darstellung von Aetzalkali und Salzsäure durch Elektrolyse von AlkalichloridInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Zersetzt man eine Kochsalzlösung durch den elektrischen Strom, so bilden sich:
1. am negativen Pol: Natrium (welches, sich mit den Elementen des Wassers verbindend,
Aetznatron liefert) und Wasserstoff;
2. am positiven Pol: Chlor und aufserdem Sauerstoffverbindungen des Chlors.
Bei den bisher angewendeten Verfahren wird das am positiven Pol freiwerdende Chlor abgeleitet
und dann erst nutzbar gemacht. Es wurde nun festgestellt^ dafs die Gegenwart
dieses Gases und seiner Sauerstoffverbindungen ein Hindernifs für den guten Verlauf der elektrolytischen
Wirkung ist.
Dieses Hindernifs wird gemäfs der vorliegenden Erfindung dadurch beseitigt, dafs das Chlor
abgefangen und nach Mafsgabe seiner Bildung in Salzsäure umgewandelt wird, vorzugsweise
durch Benutzung des am negativen Pol freiwerdenden Wasserstoffes.
Die Vermeidung dieser Bildung von Sauerstoffverbindungen des Chlors und der Gegenwart
dieses letzteren im freien Zustande ermöglicht die chemische Verwandtschaft des Wasserstoffes
zum Chlor, welche Verwandtschaft, sich sonst nur bei Sonnen- und elektrischem Licht geltend
machend, zwischen dem durch Elektrolyse erzeugten Chlor und dem in gleicher Weise gewonnenen
Wasserstoff so energisch thätig ist, dafs die Verbindung der auf diese Art erzeugten
Elemente bei diffusem (zerstreutem) Licht stattfinden kann.
Wie bereits erwähnt, wird vorzugsweise derjenige Wasserstoff benutzt, welcher am negativen
Pol des elektrolytischen Bades frei wird; dieser Wasserstoff, welcher bei den bisher gebräuchlichen
Verfahren einen elektrischen Widerstand bildet, befördert hier die Elektrolyse, indem
man ihn zur positiven Elektrode sendet, wo er in Berührung mit dem dort freiwerdenden
Chlor mit letzterem unter dem Einfiufs des Lichtes Chlorwasserstoff bildet, dessen Lösung
sich nicht mit der der Elektrolyse unterworfenen Kochsalzlösung vermischt, sondern auf der Oberfläche
des Bades eine durch Abfliefsenlassen oder Decantiren leicht trennbare Schicht bildet.
Die Vorrichtung, welche zur Ausführung dieses Verfahrens dient und in der Form, sowie
in den Einzelheiten der Bauart verschieden sein kann, besteht im wesentlichen aus zwei
Behältern, welche nur unten mit einander in Verbindung stehen und dort das Kochsalz aufnehmen;
sie erhält, wie Fig. 1 und 2 in senkrechten Schnitten zeigen, zweckmäfsig die Gestalt
eines rechteckigen Bottiches, der durch eine mittlere, nicht ganz bis zum Boden
reichende Scheidewand in zwei Fächer getheilt ist. Eine zweite Ausführungsform, bei welcher
die beiden Behälter zwei getrennte Cylinder bilden, die in den Deckel eines sie unten verbindenden
rechteckigen Kastens eingesetzt sind,, veranschaulichen die Fig. 3 und 4 im senkrechten
Schnitt und Grundrifs.
- Der in Fig. 1 und 2 gezeigte rechteckige Bottich besteht aus Holz, welches innen mit
- Der in Fig. 1 und 2 gezeigte rechteckige Bottich besteht aus Holz, welches innen mit
einem von Säuren und Alkalien nicht angreifbaren Stoff, z. B. Glas, Kitt, Steingut oder dergleichen
, . bekleidet ist. A und B sind die beiden Fächer und C ist die trennende Scheidewand,
welche nicht ganz bis zum Boden des Bottiches reicht, so dafs die Fächer unten mit
einander in Verbindung stehen. Der Raum, welcher sich zwischen der durch die Unterkante
der Scheidewand gelegten waagrechten Ebene und dem Boden des Bottiches befindet,
ist mit pulverisirtem Kochsalz gefüllt, welches man vor Beginn der Operation von oben
durch den Deckel D oder nach Abnehmen des Deckels in den Bottich einbringt. Für den
weiteren Verlauf der Operation führen zwei mit Hähnen ausgerüstete Rohre E dem unteren
Theil des Bottiches gesättigte Kochsalzlösung zu. Je eines dieser Leitungsrohre E mündet
in je eines der Fächer A und B ein, in welchen die Elektrolyse vor sich gehen soll. Das
Fach A ist mit negativen Eisenelektroden .F versehen, welche über der Kochsalzschicht gelegen
und mit dem .negativen Pol der verwendeten Elektricitätsquelle verbunden sind.
Diese Elektroden F stehen senkrecht und sind von rechteckigen, unter sich vereinigten Platten
gebildet. Das andere Fach B enthält die positiven Elektroden G G\ welche schräg angeordnet
und mit dem positiven Pol verbunden sind. Sie bestehen aus einem beliebigen versilberten
Metall, aus Blei oder aus versilbertem Glas; sie können auch aus Kohle hergestellt sein.
Das negative Fach A ist luftdicht verschlossen und hat im Deckel eine Oeffnung H für den
Auslafs des gebildeten Wasserstoffes. Der Abzug dieses Gases kann mittelst einer Saug- und
Druckpumpe P beschleunigt werden, welche das Gas aus A absaugt und in das positive
Fach B drückt. Das.Druckrohr T dieser Pumpe
reicht bis nahe zum Boden des Faches und mündet unten in ein perforirtes Querrohr ein,
welches unter den positiven Elektroden gelegen ist. Das Gas tritt aus diesem Querrohr in Gestalt
von Blasen aus, welche, den schräg ansteigenden Flächen der positivenElektroden G G1
folgend, sich auf diesem Wege mit dem an diesen Elektroden freigewordenen Chlor zu
■Chlorwasserstoff verbinden, dessen Auflösung in Wasser, die Salzsäure, durch einen seitlichen
Rohrstutzen K abffiefst. Am negativen Pol wird das gebildete Natron durch den hochsteigenden
Wasserstoff bis zur Oberfläche des Elektrolyten mitgerissen und fliefst von da durch einen seitlichen Rohrstutzen L ab; die
Concentration dieser Natronlösung wird später vorgenommen. Der am unteren Ende des
Faches A angebrachte Rohrstutzen L1 dient zur Entleerung dieses Faches.
Der Zuflufs und der Abflufs der Flüssigkeiten werden nach der Stärke der benutzten Elektricitätsquelle
geregelt. Will man die erzeugten Producte nur intermittirend abfliefsen lassen
und eine concentrirte Natronlösung erhalten, so kann man die Kochsalzlösung von oben in das
negative Fach einfliefsen und Aetznatronlösung unten aus diesem Fach ablaufen lassen.
Die mit cylindrischen Behältern ausgestattete Vorrichtung (Fig. 3 und 4) arbeitet in derselben
Weise, wie vorbeschrieben. Die negativen Elektroden F bestehen hier aus einer spiralförmig
zusammengerollten Platte, und die positive Elektrode G hat die Gestalt eines Trichters erhalten, dessen oberer Rand die
Innen wan dung des Cylinders B nicht berührt, um das Entweichen des Wasserstoffgases zu
gestatten.
Um die vollständige Verbindung der ganzen Menge des entwickelten Wasserstoffes und des
freigewordenen Chlorgases zu sichern, kann man, wie aus Fig. 1 und 3 ersichtlich, an dem
oberen Theil des positiven Faches B eine Kammer oder einen leeren Raum M bilden,
in welchem die Verbindung aller oder eines Theiles der Gase, welche über die Flüssigkeit
gestiegen sind, stattfindet. Die dann noch nicht verbundenen Gase, wenn solche noch übrig
bleiben, entweichen durch das Rohr N, welches bis nahe zur Oberfläche der Flüssigkeit
reicht, und gelangen in eine andere Kammer O, über deren Boden die aus dem Fach B kommende
Salzsäure hinwegfliefst. Im Bedarfsfalle kann man mehrere Hülfskammern O hinter einander
anordnen.
Um die Verbindung des Wasserstoffes mit dem Chlor zu befördern, ist es vortheilhaft,
auf das Gemenge dieser, beiden Gase, während deren Verbindung vor sich geht, eine starke
Lichtquelle einwirken zu lassen. Besteht die Vorrichtung aus Glas, so kann man beispielsweise kräftige Reflectoren R, Fig. 1 und 2,
anwenden. Ferner kann man auch an verschiedenen Stellen der Vorrichtung, z. B. bei
den positiven Elektroden, in der oberen Kammer M und in den Hülfskammern O, Glühlampen
anbringen, wie in Fig. 1 und 3 angedeutet ist.
Es sei noch erwähnt, dafs mehrere der beschriebenen Vorrichtungen mit einander verbunden
und deren Elektrolyten hinter einander oder parallel geschaltet werden können, je nachdem
die eine oder andere Schaltungsweise sich als die vortheilhaftere erweist.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:ι . Verfahren zur Darstellung von Aetzalkali und Salzsäure durch die Elektrolyse von Alkalichlorid, dadurch gekennzeichnet, dafs das am positiven Pol freiwerdende Chlor nach Mafsgabe seiner Bildung durch das am negativen Pol auftretende Wasserstoffgasoder durch Wasserstoffgas irgend einer anderen Quelle in Chlorwasserstoffgas umgewandelt wird, welches sich in dem Wasser des Elektrolyten zu Salzsäure löst.'
Zur Ausführung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens die Anwendung einer starken Lichtquelle zwecks Vergrößerung der chemischen Verwandtschaft des Chlor- und Wasserstoffgases.Zur Ausführung des unter i. gekennzeichneten Verfahrens Zersetzungszellen (Fig. ι bis 4), bei welchen der am negativen Pol (F) freiwerdende Wasserstoff abgesaugt und nach dem positiven Pol gedrückt wird, um hier an den ' schräg angeordneten Elektroden (G G1) aufwärts zu steigen und sich mit dem an diesen freiwerdenden Chlor zu verbinden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT67754D Expired - Lifetime DE67754C (de) | Verfahren zur Darstellung von Aetzalkali und Salzsäure durch Elektrolyse von Alkalichlorid |
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