DE69720C - Elektrolytische Vorrichtung - Google Patents
Elektrolytische VorrichtungInfo
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- DE69720C DE69720C DENDAT69720D DE69720DA DE69720C DE 69720 C DE69720 C DE 69720C DE NDAT69720 D DENDAT69720 D DE NDAT69720D DE 69720D A DE69720D A DE 69720DA DE 69720 C DE69720 C DE 69720C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25B9/00—Cells or assemblies of cells; Constructional parts of cells; Assemblies of constructional parts, e.g. electrode-diaphragm assemblies; Process-related cell features
- C25B9/17—Cells comprising dimensionally-stable non-movable electrodes; Assemblies of constructional parts thereof
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand dieser Erfindung bildet eine elektrolytische Vorrichtung, in welcher die
porösen Scheidewände zwischen den Anoden und Kathoden aus guten elektrischen Leitern
gebildet und mit der' Kathode leitend verbunden sind, und zwar vermittelst eines Leiters,
der geringeren Querschnitt hat als derjenige, welcher die Kathode mit der Stromerzeugungsmaschine verbindet. Erfinder nennt diese
Scheidewände Hülfskathoden. Sie werden aus sehr poröser Kohle oder aus Drahtgaze gebildet.
Der nachfolgenden Beschreibung mehrerer Ausführungsformen der Vorrichtung ist als Beispiel
die Elektrolyse von Chlornätrium zu Grunde gelegt, wobei indefs betont wird, dafs
der Apparat ebensowohl auch zur Elektrolyse von Sulfaten und Nitraten dienen, sowie ferner
für andere Zwecke benutzt werden kann, z. B. zur Zersetzung einer Lösung von kaustischem
Kali oder Natron oder von Schwefelsäure behufs Erzeugung von Sauerstoff an der Anode
und von Wasserstoff an der Kathode; im allgemeinen ist der Apparat tauglich für alle
elektrolytischen Zwecke, Erzeugung galvanischer Metallniederschläge u. s. w.
Fig. ι veranschaulicht den Gesammtapparat. Die Chlornatriumlösung fliefst der Zersetzungszelle aus einem Behälter O zu, aus der Zelle
fliefsen die Flüssigkeiten durch einen mit Salz beschickten Sättigungskasten R und werden
dann durch eine Pumpe P in den Behälter O
zurückgehoben. Nach Fig. 2 besteht die Zersetzungszelle aus einer äufseren, die Kathode
bildenden Kufe A aus Eisen, einer Kufe B aus poröser Kohle und mit der Kufe A
elektrisch durch einen Leiter c verbunden, der geringeren Querschnitt hat als der jene
mit der Stromerzeugungsmaschine verbindende Leiter, und den in die Kufe B eingehängten
Anoden EE aus Retortenkohle oder Platin. Die Kufe B ist abgedeckt. Dieselbe
kann auch aus feiner Drahtgaze hergestellt werden, indem man dieselbe unter Befestigung
auf einem eisernen Gerüst so vielfach auf einander legt, dafs Wände von genügender Stärke
entstehen. Sie wird entweder nur theilweise oder ganz in die die Kufe A erfüllende Lösung
eingetaucht. In Fig. 1 ist vorausgesetzt, dafs die Flüssigkeiten aus beiden Kufen vermittelst
der Röhren M und N in einen gemeinsamen Sättigungskasten R geleitet werden. Die von B
gelieferte Flüssigkeit ist gechlort, die aus A erhaltene dagegen alkalisch. Infolge der getroffenen
Einrichtung wird der Wasserstoff ausschliefslich zwischen den beiden Kathoden; erzeugt und wirkt deshalb nicht, wie in den
üblichen Vorrichtungen, auf das entstandene unterchlorigsaure Natron.
Die Anoden E werden sehr zweckmäfsig in der Art hergestellt, dafs man aus Retortenkohle
gleich grofse regelmäfsige Rechtecke schneidet, diese parallel zur Schmalseite durchbohrt und
mittelst dieser Bohrungen auf Kupferstangen aufreiht, wie in Fig. 3 veranschaulicht. Um
die Kupferstangen herum wird ein Metall oder eine Legirung gegossen behufs Herstellung
einer gut leitenden Verbindung zwischen dem Kupfer und der Kohle. Alle metallenen Theile
dieser Anoden werden schliefslich durch einen Ueberzug aus Emaille oder anderem geeigneten
nichtleitenden Stoff gegen Anfressen gesichert. In dieser Weise lassen sich leicht grofse, platten-'
förmige Anoden aus Kohle herstellen, welche
in concentrirten Lösungen dem Chlor lange widerstehen.
Anstatt die Anoden aus Retortenkohle herzustellen, in welchem Falle sie mit 3 bis
4 cm gegenseitigem Abstand und parallel zu den Seiten der beiden kufenförmigen Kathoden A
und B anzuordnen sind, kann man sie auch aus Platinblech bestehen lassen, oder man bildet
aus Platindrahtgaze eine freie Circulation der Flüssigkeit zulassende kufen- oder korbartige
Anode, wie Fig. 4 zeigt, welche man in die Hülfskathode B einhängt. Im Innern dieser
Anodenkufe entsteht dann das unterchlorigsaure Natron, während aufsen herum die Bildung
von Natron und das Freiwerden von Wasserstoff vor sich gehen.
Der Zwischenraum zwischen den beiden Kathodenkufen A und B kann mit Stücken
aus Kohle, Eisen oder aus anderem leitenden Stoff gefüllt werden, um die Leitung zu erhöhen.
An Stelle einer mit leitendem Stoff umgebenen Kohlenkufe kann man auch zwei Kufen aus Drahtgaze so bilden, dafs die eine
kleiner als die andere ist, dann die kleinere Kufe so in die gröfsere anordnen, dafs überall
ein gleich grofser Abstand zwischen beiden freibleibt, den man nun mit leitendem Stoff
ausfüllt. Die so hergestellte kufenförmige Hülfskathode ist auf allen Seiten gut durchlässig.
Sie wird selbstredend ebenfalls leitend mit der Hauptkathode A verbunden.
In Fig. 5 ist eine Ausführungsform der Zelle dargestellt, bei welcher die Kathode nicht
kufenförmig gestaltet ist, sondern aus einer Anzahl von parallel zu den plattenförmigen
Anoden angeordneten Platten besteht und in einer aus Schiefer oder einem anderen für die
in Frage kommenden Flüssigkeiten und Gase unangreifbaren Stoff hergestellten Kufe angeordnet
sind. A1A1... bezeichnet die aus
Retortenkohle hergestellten und senkrecht angeordneten Anoden. Zwischen sie und die
Kathoden B sind leitende und mit letzteren elektrisch verbundene durchlässige Platten CC...
eingeschaltet, welche hier die Hülfskathoden bilden. Die elektrische Verbindung ist durch
Drähte cc hergestellt, welche bezüglich ihrer Länge und Querschnittsgröfse so zu berechnen
sind, dafs sie als Regler für den den Hülfskathoden zuzuführenden Strom wirken. Diese
Hülfskathoden bestehen aus porösen Kohlenplatten oder auf einander gelegten Drahtgazelagen
, oder sie bestehen, wie in Fig. 6 angenommen, je aus einem flächen versteiften
Drahtgazekasten, der mit zerstofsener Kohle bezw. Koks oder Metallspänen gefüllt ist. Je
nach dem gröfseren oder geringeren Korn sind die letzteren Hülfskathoden mehr oder weniger
durchlässig. Jede solche Kastenhülfskathode bildet eine vollkommene Scheidewand, welche
die Diffusion der Flüssigkeiten verhindert; ihre ungemein leitende metallische Natur mindert
den Arbeitswiderstand, welcher in den bekannten Apparaten aus der Einschaltung von
porösen, nichtleitenden Scheidewänden entspringt, auf eine geringe Gröfse herab; ihre
elektrische Verbindung mit der eisernen Hauptkathode schützt das Metall gegen Anfressen.
Die so ungemein, namentlich bei der Elektrolyse von Chlornatriumlösungen zu fürchtende
Wasserstoffentwickelung tritt fast ausschliefslich nur auf den beiden Seiten der Hauptkathode B
und den beiden gegenüberstehenden Hülfs-. kathodenseiten auf. Wie aus Fig. 5 ersichtlich,
ist der eine Anode A1 einschliefsende Zwischenraum zwischen zwei Hülfskathoden C C oben
durch einen Deckel aus Glas, Schiefer, Hartgummi bezw. einem anderen, durch die am
positiven Pol auftretenden Producte unangreifbaren Stoff abgedeckt. Diese Deckel haben
die aus Fig. 7 ersichtliche Querschnittsform; die Hülfskathoden sind an den herabhängenden
Seiten befestigt, die Anode dagegen in der Mittellinie des Mittelstückes; die Befestigungen
sind gegen Anfressen gesichert. Die beiden Enddeckel bilden im Querschnitt ein einfaches
Winkelstück, indem sie mit der Aufsenkante auf der Kufe ruhen. In den so gebildeten
geschlossenen Anodenkammern, die ebenso wie die kufenförmige Hülfskathode (Fig. 2) nicht
ganz in die Flüssigkeit eintauchen, wird gasförmiges Chlor frei und tritt Wasserstoff nur
in sehr geringen Mengen auf. Das Chlorgas wird aus diesen Kammern durch eine Pumpe
abgesaugt behufs Aufsammlung oder Ausnutzung. In Fig. 8 bedeutet c1 die Chlorableitung;
α sind die Rohrverbindungen für die Anodenkammern und b die für die Kathodenkammern.
Besteht die zu zerlegende Lösung aus Chlornatrium, so bildet sich in den positiven Kammern
Chlor und in den negativen Kammern Natron; die gechlorte Flüssigkeit kann durch eine Reihe von Zellen geleitet werden, aus
deren letzter sie in den Behälter O, Fig. 1, zurückgeführt wird, um von diesem aus aufs
Neue in die erste Zelle geleitet zu werden, nachdem man sie in R wieder mit Salz gesättigt
hat. Die Circulation aus einer Zelle in die nächste vermitteln in solchem Falle die
Röhren a, welche man dabei mit einer Kühlvorrichtung umgiebt, um die Bildung von
Chlorat zu verhindern. Die alkalische Flüssigkeit circulirt in gleicher Weise von Zelle zu
Zelle oder verweilt so lange in deren negativen Kammern, bis sie genügend gehaltreich an
kaustischem Natron geworden ist. Diese Circulation der Flüssigkeiten durch mehrere Zellen
ist nur als Mittheilung einer zweckmäfsigen Arbeitsweise aufzufassen und hat mit der eigentlichen
Erfindung nichts zu thun.
Um die Bildung des Chlors zu -fördern und seine Wiederverbindung mit dem Alkali zu
verhindern, säuert man in den positiven Kam-
Claims (1)
- mern die Flüssigkeit an, sobald sich etwas starke Bildung von unterchlorigsaurem Salz zeigt. Dieses Ansäuern geschieht durch allmäligen Zusatz von Säure oder eines geeigneten Salzes.Die in den Zeichnungen Fig. i, 5 und 8 dargestellten Ausführungsformen weisen nur wenig Kammern auf, man kann indefs auch ebensowohl Zellen aus 20 oder 30 Kathodenkammern und einer entsprechenden Anzahl von Anodenkammern zusammensetzen und ferner so viele Einzelvorrichtungen an einander schliefsen, als die zur Verfügung stehende elektromotorische Kraft gestattet.Die als Hülfskathoden wirkenden, durchlässigen metallenen Scheidewände werden während der Elektrolyse durch den, auf ihren Wänden infolge ihrer elektrischen Verbindung mit der oder den Hauptkathoden sich abscheidenden Wasserstoff geschützt. Wird jedoch die Arbeit aus irgend einem Grunde unterbrochen, so hört dieser Schutz auf und das Chlor greift das Metall an. Um nun die Zerstörung und selbst den blofsen Angriff des Metalls der Hülfskathoden zu verhüten', verbindet man die Anoden mit dem positiven Pol einer primären oder secundären Batterie, die Hülfskathoden dagegen mit deren negativem Pol.Patenτ-ΑνSprüche:i. Eine elektrolytische Vorrichtung, bei welcher zwischen die Anoden und Kathoden durchlässige Scheidewände aus gut leitendem Stoff eingeschaltet und leitend mit den Kathoden so verbunden sind, dafs sie weniger Strom als diese empfangen.
2.: Eine Ausführungsform der unter 1. gekennzeichneten Vorrichtung, bei welcher die Kathode und die leitende Scheidewand (Hülfskathode) trogförmig und die Anoden entweder plattenförmig oder auch trogförmig gestaltet sind, und ferner die trogförmige Hülfskathode oben abgedeckt und ganz "oder nur zum Theil unter der Flüssigkeit steht.3. Eine Ausführungsform der unter 1. gekennzeichneten Vorrichtung, bei welcher die Anoden, Kathoden und Hülfskathoden plattenförmig gestaltet und der eine Anode einschliefsende Raum zwischen zwei Hülfskathoden abgedeckt ist und wobei diese Räume ganz oder nur zum Theil unter der Flüssigkeit stehen.4. Eine Ausführungsform der unter 1. gekennzeichneten Vorrichtung, bei welcher die Hülfskathoden aus mit zerstückter Kohle bezw. Koks oder Metallspänen gefüllten Hohlkörpern aus Drahtgaze gebildet sind.5. Eine Ausführungsform der unter 1. gekennzeichneten Vorrichtung, bei welcher die. Hülfskathode oder Hülfskathoden zum Schutz gegen chemische Angriffe infolge Unterbrechungen des Stromes mit dem negativen Pol einer besonderen Batterie verbunden sind, an deren positiven Pol die Anoden angelegt sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE69720C true DE69720C (de) |
Family
ID=343159
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT69720D Expired - Lifetime DE69720C (de) | Elektrolytische Vorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE69720C (de) |
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0
- DE DENDAT69720D patent/DE69720C/de not_active Expired - Lifetime
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