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Schaltung für Verdunkelungsanlagen Die Verdunkelung von Werksanlagen,
Flugplätzen, Stadtteilen oder ganzen Stadtgebieten bei Luftgefahr oder Luftschutzübungen
erfolgt bisher so, daß das gesamte Beleuchtungsnetz, z. B. die Straßenbeleuchtungen,
abgeschaltet werden und den privaten Stromverbrauchern aufgetragen wird, zu einer
bestimmten Zeit die eigene Beleuchtungsanlage ebenfalls abzuschalten. Eine gänzliche
Verdunkelung ist dabei mit Rücksicht auf den Verkehr namentlich bei Luftschutzübungen
nicht erwünscht, es ist also erforderlich, bestimmte Beleuchtungskörper beispielsweise
im Zuge einer Straße oder auf den Verkehrswegen eines Platzes oder einer Werksanlage
:mit besonderen Speiseleitungen zu versehen, die durch den Hauptschalter bei der
Verdunkelung nicht stromlos gemacht werden. Die bisherige Art und Weise der Verdunkelung
krankt daher an einer Unübersichtlichkeit der Schaltungsanlage und vor allem auch
daran, daß nicht mit Sicherheit an allen Stellen die gewünschte Verdunkelung herbeigeführt
wird.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, die Speiseleitungen von Beleuchtungsanlagen
mittels eines mehrpoligen Umschalters o. dgl. auf eine geringere Netzspannung umzuschalten,
um dadurch ein dunkleres Brennen der Lampen zu erzielen. Es ist aber insbesondere
bei im Kriegsfalle oder bei Luftschutzübungen notwendigen Verdunkelungen nicht zulässig,
das Umschalten von der höheren auf die niedere Netzspannung den einzelnen Wohnungsinhabern
oder besonderen Wächtern von Gebäudekomplexen zu überlassen, sondern es mu.ß dafür
gesorgt werden, daß die Verdunkelung von beliebig vielen Stellen aus, z. B. von
im Umkreis um die Stadt verteilten Beobachtungsposten aus herbeigeführt, aber nur
von einer einzigen Stelle wiederaufgehoben werden kann.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird nach der Erfindung vorgeschlagen, die
Magnetspule des als an sich bekannter ferngesteuerter Stromstoßumschalter ausgebildeten
mehrpoligen Umschalters einerseits unmittelbar, andererseits über einen mit Umschaltkontakten
eines Steuerrelais in Wechselschaltung liegenden Umschaltkontakt des Umschalters
an zwei Phasen einer Speiseleitung anzuschließen, wobei das Steuerrelais :einerseits
unmittelbar, andererseits durch von zwei weiteren Umschaltkontakten des Steuerrelais
abwechselnd eingeschaltete Steuerleitungen an eine Steuerstromquelle, z. B. ein
Schwachstromnetz, geschaltet wird und die eine der beiden Steuerleitungen eine für
gewöhnlich offene Unterbrechungsstelle, die zweite Steuerleitung beliebig viele
hintereinandergeschaltete, für gewöhnlich geschlossene Unterbrechungsstellen aufweisen.
Soll eine Verdunkelung herbeigeführt werden, so wird der Umschalter aus seiner ersten
Schaltstellung in die zweite
umgelegt, so daß nunmehr die gesamte
Beleuchtungsanlage- ;nur noch in Dunkelnot brennt, also gerade so viel Beleuchtung
erzeugt, als aus Gründen der Verkehrssichel heit u. dgl. erforderlich ist. Bei Wechslj
stromanlagen mit 22o V Netzspannung ge rügt z. B. ein Transformator, der die Span;F'
nung auf etwa 6o V herabsetzt. Die Einrichtung kann dabei so getroffen werden, daß
der Umschalter gleichzeitig den Transformator in der einen Schaltstellung vom Netz
ab- und in der anderen Schaltstellung an das Netz anschließt.
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Das Steuerrelais wird bei einer Ausführung dieser Art dauernd vom
Strom durchflossen. Es ist dies an sich unwichtig, da zur Durchführung der Schaltung
ein an ein Schwachstromnetz angeschlossenes Feinrelais mit sehr geringem Stromverbrauch
ausreichend ist. Gleichwohl kann es erwünscht sein, beim Nichtvorliegen einer Fliegergefahr
oder zu Zeiten, zu welchen keine Luftschutzübungen durchgeführt werden, unter Ausschaltung
des Steuerrelais die Beleuchtungsanlage auf hell zu schalten. Dies wird nach der
Erfindung dadurch in sehr einfacher Weise erreicht, daß zwischen dem Stromstoßumschalter
und dem Steuerrelais in der einen Wechselleitung und in einer zwischen dieser und
der anderen Wechselleitung vorgesehenen Hilfsleitung zwei Unterbrechungsstellen
angeordnet werden, die durch einen Handschalter abwechselnd geschlossen werden können.
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Eine beispielsweise Ausführung der Schaltung nach der Erfindung ist
in der Zeichnung dargestellt, und zwar zeigt Abb. i die Schaltung bei hellbrennender
Beleuchtungsanlage; Abb.2 die Stellung der Teile bei dunkelbrennender Anläge. In
-einen nur schematisch angedeuteten Schaltkasten a sind ein mehrpoliger Umschalter
b in Form eines Stromstoßumschalters sowie ein Feinrelais e vorgesehen. Die Netzleitungen
R, S, .T führen zu Anschlußklexnmen ä, 3, 4. Die Beleuchtungsanlage d ist
an die Klemmen 5, 6, 7 angeschlossen. Von dem Transformator e führen die Primärleitungen
R, S, T zu Klemmen 8, 9, 1 o, die Sekundärleitungen U, V, W zu den Klemmen
i i, 12,i3. Der Umschalter b besitzt in bekannter Weise die Spule f und beim Ausführungsbeispiel
sieben Kontaktbrückeng, h, i, j, k, in, it. Die Anschlußklemmen 5,
6, 7, 8, 9, io sind in dieser Reihenfolge mit den Unterbrechungskontaktbrücken 1z,
i, j, k, m, n verbunden. Von den Netzzuleitungsklemmen 2, 3, 4 führen
Verbindungsleitungen 14, 15, 16 einerseits zu den Kontakten o,. p; g der Unterbrechungsstellen
h, i, j, andererseits Leitungen 17, 18, 19 zu den Kontakten r, - s, t an
den Unterbreehungsstellen k, m, n. Die Sekundärleitungsklemmen i i, 12, 13
sind mit den zweiten Kontakten tt, u, w . der Unterbrechungsstellen lt, L,
j verbunden.
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Das Steuerrelais c liegt beispielsweise an
| A,er Telefonleitung 2o und hat einen Strom- |
| brauch von etwa o,ö5 W. Die Spule des |
| rlais e ist einerseits unmittelbar an den |
"einen Leiter 21 angeschlossen, andererseits mit zwei Leitungen 22, 23 verbunden.
In der Leitung 22 befindet sich eine Unterbrechungsstelle 24, die, sich für gewöhnlich
in der Offenstellung befindet, aber durch einen schematisch angedeuteten Druckknopfschalter
kurzzeitig geschlossen werden kann. In der anderen Leitung 23 finden sich beliebig
viele Unterbrechungsstellen 25, die für gewöhnlich geschlossen sind, aber durch
die schematisch dargestellten Druckknopfschalter kurzzeitig geöffnet werden können.
Der Solenoidanker des Steuerrelais a bedient einerseits einen Umschalter 26; andererseits
einen Ausschalter 27. Der Umschalter 26 liegt mit der Kontaktbrücke g des Str omstoBumschalters
b in Wechselschaltung; es ist der Kontakt 28 durch die Leitung 29 mit dem Kontakt
3o, der Kontakt 31 über die Leitung 32 mit dem Kontakt 33 des Umschalters g verbunden.
Der Ausschalter 27 legt in der einen Schaltstellung (Abb. i) die Leitung 23 an die
Spule des Relais c, in der anderen Schaltstellung (Abb. 2) ist die Leitung z3 abgeschaltet.
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Die Wechselleitungen 29, 32 sind durch eine Kurzschlußleitung 34 miteinander
verbunden, deren Unterbrechungsstelle 35 für gewöhnlich offen ist. In der Leitung
29 befindet sich eine Unterbrechungsstelle 36, die für gewöhnlich durch den schematisch
angedeuteten Druckknopfschalter geschlossen ist. Eine Rast x gestattet, nach dem
Drück auf den Schaltknopf die Kontaktbrücke in derjenigen Stellung: festzuhalten,
in der die Unterbrechungsstelle 35 geschlossen und die Unterbrechungsstelle 36 geöffnet
ist.
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Die Wirkungsweise der Schaltung ist folgende: Bei der Stellung der
Schaltung nach Abb. i brennt die Beleuchtungsanlage hell. Die Beleuchtungsanlage
d ist über die Kontaktbrücken 71, i, j, die an den Kontakten o, p,
g anliegen, über die Leitungen 14, 15, 16 unmittelbar an das Netz R, S, T angeschlossen.
Der Transformator e ist sowohl primär- wie auch sekundärseitig vom Netz abgeschaltet.
Soll die Beleuchtungsanlage verdunkelt werden, so wird auf irgendeinen der Druckknöpfe
25 gedrückt, wodurch das Relais c spannungslos wird. Der Solenoidanker fällt ab,
die Strombrücken 26, 27 legen sich an den Kontakt 28 bzw. den Leerkontakt 37 an.
Dadurch ist die Leitung 23 abgeschaltet. Ferner fließt nunmehr ein Strom aus der
Phase S über die
Kontaktbrücke 26, die Leitung 2g, Kontakt 3o, Kontaktbrücke
g, die Spule des Strom.stoßumschalters b zur Phase T. Der Solenoidanker
des Umschalters b wird angezogen und zusammen mit seinen sieben Kontaktbrücken g,
lt, i, j, h, in, iz in die aus Abb. s ersichtliche Schaltstellung gebracht.
Dadurch ist die Beleuchtungsanlage d vom Netz ab-und über die Kontakten, v, tv an
die Sekundärseite des Transformators e geschaltet. Die Primärseite desselben ist
gleichzeitig über die Kontaktbrücken h, in, n und die Leitungen
17,
18, 1g an Netzspannung gelegt. Die Beleuchtungsanlage d wird also nunmehr
mit der herabgesetzten Spannung von beispielsweise 6o V betrieben, brennt also nur
dunkel. Soll nunmehr wieder auf hell geschaltet werden, so gelingt dies durch kurzzeitiges
Schließen der Unterbrechungsstelle 24 in die Steuerleitung 22. Dadurch erhält die
Spule des Relais c Spannung, der Solenoidanker des Relais wird in die aus Abb. i
ersichtliche Stellung gebracht, so daß die Leitung 23 wieder eingeschaltet ist,
also die Spule c auch nach dem Loslassen des die Unterbrechungsstelle 24 übierbrückendsn
Schalters weiter ierregt bleibt. Gleichzeitig ist durch die Kontaktbrücke 26 die
Phase S mit der Leitung 32 verbunden worden, es fließt ein Strom aus der PhaseS
über die Strombrücke 26, Leitung 32, Kontakt 33, Strombrücke g, Spule des Umschalters
b zur Phase T, so daß der Umschalter b mit seinen sieben Kontaktbrücken
g, 1t, i, j, k, in, n in die aus Abb. i ersichtliche Stellung gebracht wird,
in der der Transformator e primär- und sekundärseitig abgeschaltet und die Beleuchtungsanlage
d unmittelbar: an das Netz l2, S, T geschaltet ist.
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Tritt eine Störung in der Steuerleitung 2o auf, so daß das Relais
c spannungslos wird, so tritt die Verdunkelung ein, was unerwünscht ist. Liegt Fliegergefahr
überhaupt nicht vor oder ist die Luftschutzübung vorüber, kann also die Steuerleitung
2o abgeschaltet werden, so muß in dem einen wie in dem anderen Fall dafür gesorgt
werden, daß die Beleuchtungsanlage d hell brennen kann. Zu diesem Zweck ist die
Kurzschlußleitung 34 zwischen den Wechselleitungen 2g, 32 vorgesehen. Durch Druck
auf den Schaltknopf wird die Unterbrechungsstelle 36 geöffnet und dieUnterbrechungsstelle
35 geschlossen. Nunmehr fließt der Strom aus der Phase S über die Strombrücke 26,
Kontakt 28, geschlossene Unterbrechungsstelle 35, Kurzschlußleitung 34 Wechselleitung
32, Kontakt 33, Spule des Umschalters b zur Phase T und bringt den Stromstoßumschalter
b mit seinen sieben Kontaktbrücken in die Stellung nach Abb. i bzw. hält sie hier
fest.