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Einrichtung zur Projektion von Linsenrasterfilmen Es ist bereits bekannt,
einen Linsenrasterfilm, welcher mit einem Dreifarbenfilter aufgenommen wurde, im
Kontakt Raster gegen Raster auf einen Linsenrasterfilm zu kopieren. Es zeigt sich
dabei, daß bei der Kopie die Grünmittellinien der aus der Rasterlinse austretenden
Lichtbündel, das sind bei einem Filter mit einem grünen Streifen in der Mitte die
Verbindungslinien der Mitte des grünen Farbfilterstreifens mit den Abbildungen der
Grünmitten hinter den Rasterlinsen des Films, sich nicht mehr gegenüber der Rasterseite,
sondern gegenüber der Schichtseite des Films schneiden, wobei der Schnittpunkt um
ebensoviel hinter dem Film liegt, wie er beim Original davor lag. Es wurde bereits
vorgeschlagen, bei der Projektion derartiger Linsenrasterkopien zwischen Film und
Projektionsobjektiv eine Zusatzlinse anzuordnen, durch welche der Strahlengang so
verändert wird, daß auch bei der Projektion der Kopie die Grünmittenlinien sich
vor dem Raster des Films schneiden. Das Arbeiten mit solchen Zusatzlinsen ist aber
unbequem. Außerdem zeigen diese Linsen den Nachteil, daß der Strahlengang durch
sie verzerrt wird und daß daher erhebliche Bildfehler auftreten, weil diese Linsen
gewöhnlich eine sehr kurze Brennweite besitzen und deshalb sehr dick sein müssen,
um ihren Zweck zu erfüllen. Dies ist besonders beim Arbeiten mit Schmalfilmen der
Fall. Dabei benutzte man bisher meistens einen Filterabständ, welcher etwa 40 mm
beträgt. Wird nun von einem solchen Film eine Kopie hergestellt, so muß, wenn das
Filter an der gleichen Stelle sitzen bleiben soll wie bei der Aufnahme, die Zusatzlinse
eine Brennweite von 2o mm besitzen, was für diese Dimension ein nicht brauchbarer
Wert ist.
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Es ist weiterhin bekannt, bei der Aufnahme das Mehrfarbenfilter vor
das Aufnahmeobjektiv derart weit vorzuschalten, daß der hiermit erhaltene Linsenrasxerfilm
nach dem Kontaktkopieren in üblicher Weise v orgeführt werden kann. Dieses Verfahren
hat den Nachteil, daß man den Originallinsenrasterfilm nicht ohne Hilfsmittel vorführen
kann, es sei denn mit einer Einrichtung, wie sie gerade hier beansprucht wird, sondern
nur die Kopien, da sich die Grünmittenlinien gegenüber der Schichtseite des Filmes
schneiden. Ferner ist hierbei der störende Einfluß der Vignettierung des Objektives
groß. Weiterhin werden die für dieses Verfahren erforderlichen Anordnungen bei Anwendung
besonderer Maßnahmen, beispielsweise bei Verwendung von Wiederholungsfiltern. oder
Umkehrspiegeln, die zurii Teil umständliche Vorbauten voraussetzen, unhandlich und
unbequem.
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Es wurde nun gefunden, daß man unter Vermeidung der geschilderten
Nachteile und
ohne besondere zusätzliche optische Mittel im Strahlengang
eine farbrichtige Projektion von Linsenrasterfilmen, -bei denen sich die Mittellinien
der aus den Rasterlinsen austretenden Lichtbüschel gegenüber .der Schichtseite des
Filmes schneiden, erhält, wenn das Projektionsfilter so weit vor dem Objektiv angeordnet
ist, daß dieses von dem Filter gegenüber der Schichtseite des Films ein reelles
Bild in einem Abstand vom Film entwirft; der dem Abstand des Aufnahmefilters oder
dessen virtuellen Bildes entspricht. Zur Vorführung kann also ein Linsenrasterfilm
gelangen, der durch Kontaktkopieren eines auf üblichem Wege, d. h. bei einer Filterlage
zwischen vorderem Brennpunkt und Vorderlinse des Objektivs aufgenommenen Originals
gewonnen ist. Hierbei besteht der Vorteil, daß man sowohl den in üblicher Weise
aufgenommenen Originalfilm zum Beispiel für Amateurzwecke mit normaler Apparatur
vorführen kann und außerdem noch die Gelegenheit hat, die Kopien ohne besondere
Hilfsmittel anzufertigen.
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Die Erfindung sei nun an Hand der Abbildungen noch näher erläutert.
In Abb, i ist A der Aufnahmefilm, B das Aufnahmefilter, das im Abstand a vom Film
angeordnet ist. In Abb. 2 ist C die von dem Film A hergestellte Kopie, deren Grünmittenlinien
sich in D im Abstand' a gegenüber der Schichtseite des Films C schneiden.
Das Projektionsfilter wird bei E in einem solchen Abstand vor dem Projektionsobjektiv
G angeordnet; daß das Projektionsöbjektivvon de:nProjektionsfilter gegenüber der
Schichtseite des Films bei D ein reelles Bild des Projektionsfilters entwirft. F
ist der Brennpunkt des Projektionsobjektivs. Das Projektionsfilter wird in einem
Abstand vom Projektionsobjektiv an-, geordnet, der größer ist als die Brennweite
des Obj ektivs.
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Um bei der nach dem erfindungsgemäßen Vorschlag notwendigen: Stellung
des Projektionsfilters eine genügend gleichmäßige Ausleuchtung des Bildfeldes zu
erzielen, benutzt man ein Projektionsfilter, - dessen einfache Färbstreifenfölge
in bekannter Weise vollständig oder unvollständig ein oder mehrere Male wiederholt
ist.
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Da die Kopie im Verhältnis zum Original seitenverkehrt ist, muß bekanntlich
für ein als Aufsichtsbild zu betrachtendes Projektionsbild ein Spiegel oder Umkehrprisma
im Strahlengang angeordnet werden. Zweckmäßig verwendet man oberflächlich versilberte
Spiegel, weil die üblichen rückseitig versilberten Spiegel bekanntlich doppelte
Konturen ergeben würden. Der Spiegel bzw. das Umkehrprisma kann entweder zwischen
Filter und Objektiv oder zwischen Filter und Projektionswand angebracht werden,
wobei im ersteren Fall die Farbstreifenfolge des Filters umgekehrt werden muß. Vorteilhafterweise
wird der Spiegel mit dem Projektionsfilter zu einer konstruktiven Einheit vereinigt.
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Wenn das Filter jenseits der vorderen Brennebene des Objektivs angeordnet
ist und nun außerdem noch der Umkehrspiegel vor dem Filter angeordnet wäre, würde
die Baulänge der Anordnung unbequem. Es ist daher bei Vereinigung von Umkehrspiegel
(Prisma) und Filter zu einer Einheit angebracht, den Umkehrspiegel zwischen Objektiv
und Filter anzubringen, wodurch die Bauart der ganzen Vorrichtung gedrungener wird.
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Filter und Spiegel können entweder am Gehäuse des Projektors oder
am Objektivträger befestigt sein. Schließlich kann das Filter in einem Rahmen senkrecht
zur Richtung der Zylinderlinsen verstellbar angeordnet werden.