-
Vorrichtung zur paketweisen Alkalisierung von Cellulosetafeln Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur paketweisen Alkalisierung von Cellulosetafeln.
Soweit Vorrichtungen für diesen Zweck schon bekannt sind, haben sie durchweg den
Nachteil, daß ihre Betriebsweise viel zu langwierig und umständlich ist. Bei den
bekannten Vorrichtungen soll der Behälter, in welchem das Tauchen der Cellulosetafeln
zu erfolgen hat, auch gleichzeitig als Preßbehälter verwendet werden. Die Cellulosetafeln
mußten zunächst in einen leeren, d. h. noch nicht flüssigkeitsgefüllten Behälter
eingebracht werden. Dann war es notwendig, den Behälter mit Tauchflüssigkeit bzw.
Alkalilauge zu füllen, und zwar möglichst langsam, so daß die Cellulosetafeln sich
ganz allmählich vollsaugten, ohne ins Schwimmen und dadurch mehr oder -weniger in
Unordnung zu geraten. Nach einer gewissen Stehzeit mußte die Lauge abgelassen werden,
worauf dann das Abpressen der Cellulosetafeln gleich unmittelbar in dem Tauchbehälter
erfolgen konnte. Wenngleich es auch schon bekannt ist, mehrere Tauchpreßbehälter
vorzusehen und so einzurichten, daß sie abwechselnd in eine Presse eingefahren werden
können, so bleibt dennoch die Betriebsweise in ihrer Gesamtheit viel zu umständlich
und zeitraubend.
-
Demgegenüber liegt das grundsätzlich Neue und Fortschrittliche einer
Vorrichtung gemäß der Erfindung darin, daß jetzt nur noch mit einer einzigen dauernd
flüssigkeitsgefüllten Tauchwanne gearbeitet wird, durch die die Cellulosetafeln
paketweise in ununterbrochener Folge hindurchgezogen werden. Mehrere Tauchpreßkassetten
sind in gleichmäßiger Verteilung an einer schrittweise beweglichen Förderbahn aufgehängt,
zu der längs eines gewissen Bahnabschnittes die von den Kassetten in ununterbrochener
Folge zu durchlaufende und immer mit Tauchflüssigkeit gefüllt bleibende Wanne und
dann weiterhin auch noch eine synchron der schrittweisen Förderbewegung der Tauchpreßkassetten
gesteuerte Preßvorrichtung vorgesehen ist. Der Inhalt der Tauchpreßkassetten wird,
nachdem die Kassetten die Tauchwanne verlassen haben, auf einen gewünschtenLaugegehalt
abgepreßt, worauf die Förderbahn die Kassetten zu einer Entleerungsstelle, dann
weiter zu einer Beschickungsstelle und von hier aus schließlich wieder in die Tauchwanne
hineinbefördert. Für das Durchwandern der Tauchwanne ist erfindungsgemäß eine verlangsamte
Förderbewegung derTauchpreßkassetten vorgesehen, und zwar durch Anordnung einer
sogenannten Nebenförderbahn, die zu der Förderbahn der Kassetten längs der Tauchwanne
parallel geführt ist, die in die Tauchwanne eintretenden Kassetten übernimmt und
sie in enger Folge Schritt um Schritt durch die Tauchwanne hindurchbefördert.
-
Alle Kassetten sind mit einem selbsttätig entriegelbaren bzw. aufklappbaren
Boden versehen,
so daß der Inhalt der Kassetten an deren Entleerungsstation
ohne weiteres herausrutschen kann. Die Arbeitsweise mit dieser neuen Vorrichtung
ist im Vergleich mit den bisherigen Vorrichtungen viel einfacher, bequemer und nicht
zuletzt auch wirtschaftlicher. Es kommt noch hinzu, daß erfindungsgemäß Vorkehrungen
getroffen sind, um die während des ersten Teiles des Preßvorganges anfallende Gelblauge
in die Tauchwanne, dagegen die gegen Ende des Preßvorganges anfallende, nicht mehr
brauchbare Schwarzlauge nach irgendeiner anderen Stelle abzuleiten. Zu diesem Zwecke
ist unter der Preßv orrichtung ein besonderes Auffanggefäß v orgesehen und so eingerichtet,
daß es von den der Preßv orrichtung zutretenden Kassetten selbsttätig beiseitegerückt
werden kann und sich dann auch selbsttätig wieder in seine Auffangstellung zurückbewegen
muß, nachdem jeweils eine der Kassetten in die Preßv orrichtung endgültig hineingebracht
worden ist. Eigens zum getrennten Abführen der Gelb- und Schwarzlauge empfiehlt
es sich, einen auf irgendeine zweckentsprechende Art und vorzugsweise in Abhängigkeit
von der Preßvorrichtung steuerbaren Dreiwegebahn vorzusehen.
-
Im folgenden sei die Erfindung an einem besonderen Ausführungsbeispiel
beschrieben. Die Zeichnungen stellen dar: Fig. i eine Seitenansicht einer Vorrichtung,
bei der die endlose Förderbahn der Tauchpreßkassetten eine in sich geschlossene
Kettenbahn ist, Fig. 2 einen Schnitt nach Linie A-B der Fig. i, Fig. 3 und 4 zwei
zueinander rechtwinklige Schnitte durch eine der Tauchpreßkassetten, Fig.5 und 6
je eine besondere Vorrichtung, durch die ein gleichmäßiges Auseinanderziehen derTrennbleche
in denKassetten nach geschehener Pressung ermöglicht wird, Fig.7 eine Vorrichtung
zum Auffangen und getrennten Abführen ausgepreßter Gelb-und Schwarzlaue, Fig. 8
ein Ausführungsbeispiel einer Spritzwand, wie sie gegebenenfalls zu beiden Seiten
der Preßvorrichtung vorgesehen werden könnte, zumal wenn mit Tauchpreßkassetten
gearbeitet wird, deren Seitenwände flüssigkeitsdurchlässig sind.
-
Zunächst sei auf die Fig. i und z Bezug genommen. Die Tauchpreßkassetten
sind mit i bezeichnet und erfindungsgemäß an einer Förderbahn aufgehängt, die in
dem vorliegenden Ausführungsbeispiel aus zwei in sich geschlossenen, in senkrechter
Ebene umlaufenden und in einem Gerüst 12 über Kettenräder 8, 9, io, ii geführten
Ketten :2 besteht. Einem gewissen Abschnitt der Förderbahn 2 ist eine mit Tauchflüssigkeit
(.#Mlcalilauge) immer gefüllt bleibende Tauchwanne 15 zugeordnet. Die Bewegung der
Förderbahn bzw. der Ketten2 ist absatzweiseunderfolgtjedesmal um einen Betrag entsprechend
der Größe des Abstandes derAufhängungspunkte zweier Kassetten. Mit welchen Mitteln
dies geschieht, ist an sich gleichgültig. Indem eine der Kassetten i in die Tauchwanne
15 an deren einem Ende eingehängt wird, wird eine andere Kassette aus der Tauchwanne
an deren anderem Ende herausgehoben und entweder sofort oder mit einem der nächsten
Schaltschritte in eine Preßvorrichtung 17, 18 hineinbefördert. Weiterhin ist an
einer hinter der Preßv orrichtung 17, 18 gelegenen Stelle der Förderbahn noch eine
besondere Entleerungsstation für die Kassetten vorgesehen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist z. B. angenommen, daß die Kassetten ihren Inhalt auf ein Förderband 12 herabfallen
lassen. Nach demDürchlaufen der Entleerungsstation gelangen die Kassetten zu der
Füllstation 16 und von hier aus wieder zu der Tauchwanne zurück. In der Tauchwanne
sind die Kassetten eng zusammengerückt, jedoch nur zu dem Zwecke, die Tauchwanne
aufs vollkommenste auszunutzen und im Hinblick auf die erforderliche Tauchzeit nicht
übermäßig lang ausbilden zu müssen. Eigens zu diesem Zwecke sieht die Erfindung
eine besondere Nebenförderbahn vor, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel durch
zwei Ketten 35 dargestellt ist. Die Ketten 35 sind zu der Förderbahn 2 längs der
Tauchwanne 15 parallel geführt und über Kettenräder 36, 37 geleitet, die in der
eingezeichneten Pfeilrichtung drehbar sind. Die Mittel für den Antrieb der Nebenförderbahn
sind an sich nicht weiter von Bedeutung und deshalb auch nicht besonders dargestellt
worden. Sehr wesentlich ist aber die Bedingung, daß die Nebenförderbahn 35 langsamer
bzw. mit weniger großen Schaltschritten als die Förderbahn 2 umläuft, so daß die
Kassetten i auf die Nebenförderbahn 35 in dichter Folge abgesetzt werden. Das Fördermittel2
wird sich hierbei zwischen den einzelnen auf der Nebenförderbahn 35 eng zusammenrückenden
Kassetten i schlaufenförmig durchhängen (s. Fig. i). Im übrigen sei noch bemerkt,
daß die verkürzten Schaltschritte der Nebenförderbahn mit den längeren Schaltschritten
der Hauptförderbahn 2 zeitlich in Übereinstimmung gehalten werden.
-
Die Preßkassetten i bestehen vorteilhafterweise aus einem rechteckigen
Rahmen 5o, an dessen Längsteilen die mit 54 bezeichneten, aus irgendeinem zweckentsprechenden
Werkstoff bestehenden Seitenwände befestigt sind. Zwischen den Längsteilen des Rahmens
5o sind gegeneinander bewegliche Querwände 51
aufgehängt. Mit Rücksicht
darauf, daß die Cellulosetafeln als Pakete einer jeweils bestimmten Größe in die
Kassetten einzuführen sind, empfiehlt es sich, die Querwände 51 mit einer Vorrichtung
zu versehen, die ein gleichmäßiges Auseinanderziehen derselben nach geschehener
Pressung verbürgt. In der Ausführung gemäß Fig. 5 sind z. B. besondere Bleche 6o
geschaffen, die je mit einem senkrechten Schlitz 61 auf dem Tragzapfen 52 einer
Querwand 51 angeordnet und mit einem nach unten offenen Haken 62 an dem Tragzapfen
52 einer benachbarten Querwand 5 i aufgehängt sind. Die von dem Haken 6a zu dem
Schlitz 61 hinführende untere Kante der Bleche 6o ist schräg gerichtet, so daß sich
die Bleche 6o mitsamt den Zapfen 52 der Querwände 51 beim Pressen des Kassetteninhaltes
zusammenschieben und relativ zu den Zapfen 52 sich senkrecht nach oben in eine in
Fig. 5 strichpunktiert eingezeichnete Stellung begeben können, aus der heraus sie
dann später, nach geschehener Pressung der Cellulosetafeln, durch Anlaufen einer
an zweckentsprechender Stelle der Förderbahn vorzusehenden Schrägfläche 68 wieder
abwärts verstellt und gleichmäßig weit auseinander gerückt werden, so daß auch die
Abstände der Querwände 51 wieder gleichmäßig groß ausfällen müssen. Es wäre zum
gleichen Zwecke aber auch möglich, die Zapfen 52 in einer aus Fig. 6 ersichtlichen
Weise durch Kettenglieder 69 zusammenzuschließen, die sich beim Pressen in
eine strichpunktiert eingezeichnete Lage begeben und aus dieser Lage beim Anlaufen
einer schrägen Anschlagfläche 68 zwangsläufig wieder in ihre mit vollen Linien eingezeichnete
Ausgangsstellung gebracht werden.
-
Damit die Cellulosetafeln beim Eintauchen in die Wanne nicht aus den
Kassetten herausschwimmen können, ist ein in oder auf dem Kassettenrahmen So vorgesehener
Verschlußdeckel 57 in seiner Verschlußstellung gehörig festzulegen, so beispielsweise
durch irgendeine Vorrichtung oder durch eine zweckentsprechende Gewichtsbelastung
58.
-
Unterhalb der Trennbleche 51 ist eine Bodenklappe 53 zwischen den
Seitenwänden 54 einer jeden Kassette vorgesehen und beispielsweise mittels einer
Federklinke 55 verriegelt, die bei Erreichung der Entleerungsstation gegen einen
Anschlag 64 stößt und dann den Klappboden 53 zwecks Entleerung der Kassette unbedingt
freigeben muß. Damit die Kassetten während des Entleerens nicht hin und her pendeln,
könnte man dieselben im Bereich der Entleerungsstation zwangsläufig mit einer z.
B. aus Fig. i ersichtlichen Geradführung 65 in Eingriff treten lassen.
-
Auf dem Wege zur Füllstelle 16 gehen die Kassetten an einen Anschlag
66 vorbei, der die Klappböden 53 selbsttätig in ihre Verschlußstellung wieder zurückbringt.
-
Unterhalb derPreßvo,rrichtung 17, i8, deren Betrieb synchron der schrittweisen
Förderbewegung der Kassetten i erfolgt, ist ein Auffanggefäß 4o vorgesehen, und
zwar beispielsweise an einem um einen gegebenen Drehpunkt 41 beweglichen Gestänge
42. Die Anordnung ist so, daß das Gefäß 4o durch die der Preßvorrichtung zutretende
Kassette beiseitegerückt werden kann und sich danach in die in deri Fig. i und 7
mit voll ausgeLO,genen Linien dargestellte Auffangstellung zurückbegeben muß. In
losem Zusammenhange mit dem beweglichen Behälter 4o bzw. dessen Auslaßstutzen 43
ist ein fester Behälter 44 vorgesehen, aus welchem die Preßlauge vermittels eines
Dreiwegehahnes 45, undzwardie Gelblauge durch eine Leitung 46 zu der Tauchwanne
15 und die Schwarzlauge durch ,eine Leitung 47 nach irgendeiner anderen Stelle,
abgeführt wird. Die Steuerung des Dreiwegehahnes 45 geschieht automatisch durchirgendwelche
Mittel und könnte vorteilhafterweise von dem Betrieb der Preßvorrichtung abhängig
gemacht werden.
-
Sind die Seitenwände 54 der Kassetten i flüssigkeitsdurchlässig, so
empfiehlt es sich, je eine Spritzwand zu beiden Seiten der Preßvorrichtung 17, 18
vorzusehen. Damit diese Spritzwände nun möglichstdichtherangerückt bzw. zwischen
der Preßvorrichtung und den Ketten z untergebracht werden können, ohne den Zapfen
4, mit denen die Kassetten zwischen den Ketten 2 (an Laschen 3) aufgehängt sind,
irgendein Hindernis in den Weg zu stellen, wird eine aus Fig. 8 ersichtliche zweiteilige
Ausführung der Spritzwände vorgeschlagen, so daß die Kassettentragzapfen 4 die Wandteile
70-7o auseinanderschieben können, wenn die betreffende Kassette indiePreßvorrichtung
hirieingebracht wird, und danach die beiden Spritzwandteile 70-7o sich wieder gegeneinander
bewegen müssen (z. B. selbsttätig auf Schrägführungen 71 oder durch Federwirkung
usw.), sobald die betreffende Kassette endgültig in die Preßstellung gelangt ist.
-
Auf bestimmte Einzelheiten des hier dargestellten und beschriebenen
Ausführungsbeispiels ist die Erfindung selbstverständlich nicht beschränkt. Z. B.
ist es durchaus nicht unbedingt notwendig, die Förderbahn in senkrechter Ebene zu
führen, denn im Rahmen der vorliegenden Erfindung wäre es ja ebensogut auch möglich,
die Förderbahn in einer anderen, so beispielsweise in einer mehr oder weniger waagerechten
Ebene umlaufen zu lassen. Die Förderbahn selbst braucht nicht unbedingt eine Kettenbahn
zu sein, sondern
kann auch durch andere zweckentsprechende Mittel
dargestellt werden, so beispielsweise durch Seile, Bänder oder andere zwangsläufig
und schrittweise in endloser Bahn bewegliche Kassettenträger.