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Gerät zum Auffahren von Tiefbaustrecken Es sind Streckenvortriebsinaschinen
mit vor Kopf arbeitenden Schrämvorrichtungen, z. B. Becherwerken, Schaufelrädern
oder Schrämkette,n, bekamst, die an heb- und senkharen und waagerecht schwenkbaren
Auslegern oder beweglichen Tragrahmen angeordnet sind. Durch Bewegung des Auslegers
bzw. Tragrahmens können nacheinander sämtliche Teile der Stoßfläche durch die Schrärnvorrichtung
abgearbeitet werden. Bei den bekannten Maschinen dieser Art sind jedoch ,entweder
zu große Massen zu bewegen, Moder sie sind zu sperrig oder lassen eine restlose
Abführung des losgelösten, insbesondere des auf dem Boden liegenden Gutes nicht
zu. Mit vielen von ihnen ist es ferner nicht möglich, eine Strecke aufzufahren,
die im Querschnitt an der Sohle und an der Firste scharfe Ecken aufweist. In diesen
Fällen ist teuere und zeitraubende Nacharbeit beim Setzen derTürstockzimmerung erforderlich.
Schließlich fehlt häufig, insbesondere bei Maschinen, deren Schrämwerkzeuge an einem
Ausleger angeordnet sind, dieMöglichkeit, dasSchrämwerkzeug durch ein Schutzdach
gegen das Hereinbrechen lockerer Massen aus dem Hangenden zu schützen, Das Schrämwerkzeug
wird daher häufig verschüttet und muß dann nötigenfalls von Hand ausgegraben werden.
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Die Erfindung bezweckt, ein Gerät zum Auffahren von Tiefbaustrecken
zu schaffen, das von den genannten Mängeln frei ist.
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Die Zeichnung bringt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes;
die Abb. i bis 5 dienen zur Erläuterung der Arbeitsweise des Gerätes und zeigen
in den aufeinanderfolgenden Abbildungen in grundzügiger
Darstellung
von vorn gesehen die jeweilige Lage -der Schrämvorrichtung im Streckenquerschnitt;
es zeigt weiter Abb. 6 eine teilweise im Schnitt gehaltene. Seitenansicht des Gerätes.
| Abb. 7 dien Schnitt nach VII-VII der AbW |
von links gesehen, Abb.8 den Schnitt nach VIII-VIII der Abb.7 von oben gesehen und
Abb. 9 eine in derselben Richtung wie Abb. ; gesehene unmaßstäbliche Darstellung,
die nur zum Erläutern der Einrichtungen zur Verschiebung der Schrämvorrichtung dient.
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Das mit i bezeichnete Gestell der Vorrichtung ruht auf Gleisketten
2 und trägt vorn zwei lotrechte Pfosten 3 von dem aus Abb. 8 ersichtlichen Querschnitt,
an denen sich mit Führungsleisten d. in lotrechter Richtung ein Zwischenrahmen 5
führt. An diesem seinerseits sitzt, in waagerechter Richtung verschiebbar, ,ein
Tragrahmen 6 für eine Schrämvorrichtung. Diese besteht aus zwei Übereinatiderliegenden
waagerechten Schrämwalzen 7 und 8, die in der aus der Zeichnung ersichtlichen Weise
von einem E-Motor 9 angetrieben werden. Die Schrämwalzen j und 8 haben einen solchen
lotrechten gegenseitigen Abstand und die untere Walze 8 ist um ein solches Maß länger
als die obere, daß die beiden Walzen zusammen ein Trapez bestimmen, dessen Winkel
den Winkeln entsprechen, die die Seitenwände der Strecke mit dem Liegenden und Hangenden
der Strecke bilden: vgl. hierzu Abb. i bis 5. Die Länge der VATalzen ist so bemessen,
daß die Schräinv orr ichtung bei einem Rundgang, wie er aus den Abb. i bis 5 hervorgeht,
den Gesamtquerschnitt der Strecke bestreicht. Zur Verschiebung des Rahmens 6 am
Zwischenrahirren 5 und zu dessen Verschiebung am Gestell i dient ein auf dem Gestell
sitzender E.-Motor io. Seine Welle trägt an jedem Ende ein Kegelrad i i, das mit
einem auf einer Welle 14 oder 15 sitzenden Kegelrad 12 oder 13 kämmt. Die Abmessungen
der Kegelräder 12 und 13 sind einander gleich; sie unterscheiden sich nur durch
ihre Anordnung. jede der-Wellen 1.4 oder 15 trägt zunächst ein Stirnrad 16, das
über ein Stirnrad 17, ein Wechselgetriebe 18, ein Stirnrad i9 und ein weiteres Stirnrad
2o eine am Gestell i drehbar, aber unverschiebbar gelagerte Spindel21 antreibt.
Jede Spindel 21 wird von einem am Zwischenrahmen 5 sitzenden, als Wandermutter ausgebildeten
Ansatz 22 umfaßt. je nachdem die Wechselgetriebe 18, die so verbunden sind, daß
sie nur gemeinsam geschaltet werden können, eingestellt sind, bewegt sich beim Lauf
des Motors io der Zwischenrahmen 5 nach oben oder nach unten, oder er bleibt dem
Gestell i gegenüber in Ruhe. jede der Wellen 14. oder 15 ist außerdem über ein Wechselgetriebe
3o, eine Welle 31, ein Stirnrad 32, ein Zwischenrad 33 und ein Stirnrad 34. mit
einer am Gestell i ;gelagerten Nutwelle 35 verbunden. Auf jeder twelle 35 sitzen
undrehbar, aber verschieb-'lZr zwei Schnecken 36, die durch Ansätze 37 und 38 oder
39 und :1o (s. bes. Abb. 6) an Verschiebung gegenüber dem Zwischenrahmen 5 gehindert
sind. An diesem sind zwei Spindeln ¢2 drehbar, aber unverschiebbar gelagert, auf
denen je an jedem Ende ein Schneckenrad .41 aufgekeilt ist, das mit einer der Schnecken
36 kämmt. Jede Spindel 42 wird von einem am Tragrahmen 6 sitzenden Ansatz 43 oder
.44. umfaßt, der als Wandermutter ausgebildet ist. Die Wechselgetriebe 3o sind so
miteinander verbunden, daß sie nur gemeinsam in die eine oder die andere Endstellung
oder in die Zwischenstellung gebracht werden können, bei der der Antrieb ausgeschaltet
ist, während in der einen oder in der anderen Grenzstellung der Tragrahmen 6 auf
dem Wege io, i1, 1-2 oder 13, 14 oder 15, 30, 34 32, 33, 3-1, 35, 36, 41. -12. 4.3
oder 44 von links nach rechts oder umgekehrt wandert. Die Steigung der Spindeln
21 und 42, und das Übersetzungsverhältnis ihrer Antriebe von dein gemeinsamen Motor
io aus sind so gewählt, daß bei eingerückten Wechselgetrieben 18 und 3o der Tragrahmen
6 mit der Schrämvorriclltung 7, 8 eine Gesamtverschiebung erhält, die der Neigung
der Seitenwände der Strecke entspricht, Dieses Übersetzungsverhältnis kann aber
auch z. B. durch Wahl anderer Stirnräder 32, 33, 3-1 geändert werden. Unten vorn
am Gestell i ist hinter der von der Schrämvorrichtung 7, 8 bestrichenen Bahn, wie
in der Zeichnung nur angedeutet, eine Welle 5o gelagert, c1ie an dem einen Ende
eine links- und an dem anderen Ende eine rechtsgängige Schnecke 51 oder 52 und in
der Mitte eine Umkehrrolle 53 für eine Kratzerkette 5.1 trägt, die bis zu einer
Rolle 55 zunächst waagerecht nach hinten und sodann schräg nach hinten und oben
bis zu einer zweiten Umkehrrolle 56 geführt ist. Zwischen den Rollen 55 und 56 ist
unter der Kratzerkette 5,4 ein Leitblech 57 vorgesehen. Ferner findet sich hinter
der Kratzerkette 5.t ein Bandförderer 58.
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Das Gerät kann in verschiedener Weise arbeiten: zunächst in stetiger
Weise, indem es sich auf den Gleisketten dauernd langsam vorschiebt und die Schrämvorrichtung
einen Rundgang ausführt, wie er durch die Abb. i, 2, 3, :1, 5, 1, 2 usw. bestimmt
ist. In diesem Falle muß bei der Stellung nach Abb. 2 mittels der Wechselgetriebe
30 der Drehsinn der Spindeln .42 umgekehrt werden, so daß der sich bis dahin
von rechts nach links bewegetfde
Tragrahmen 6 sich nunmehr von
links nach rechts bewegt, und es müssen gleichzeitig mittels der Wechselgetriebe
18 die bis dahin stillstehenden Spindeln 21 in Bewegung gesetzt werden, so daß der
Zwischenrahmen 5 eine Bewegung nach oben erhält. Sobald die Stellung nach Abb. 3
erreicht ist, wird mittels der Wechselgetriebe 18 der Zwischenrahmen 5 stillgesetzt,
und sobald die Schrämvorrichtung in die Stellung nach Abb. 4. gelangt ist, wird
mittels derselben Wechselgetriebe so geschaltet, daß der Zwischenrahmen 5 eine Bewegung
nach unten erhält. Ein Schalten mit den Wechselgetrieben 30 findet also weder
bei der Stellung nach :'ebb. 3 noch bei der nach Abb. q. statt. Erst wenn die Schrämvorrichtung
die Stellung nach Abb.5 erreicht hat, wird mit den Wechselgetrieben 30 umgeschaltet.
Gleichzeitig wird hier mittels der Wechselgetriebe 18 der Zwischenrahmen 5 stillgesetzt.
Es kann hier, ebenso wie bei der im folgenden beschriebenen Arbeitsweise, von Hand
geschaltet werden; es können aber auch Anschläge für den Tragrahmen 6 und den Zwischenrahmen
5 vorgesehen werden, die ein selbsttätiges Schalten in den Grenzstellungen bewirken.
Das von der Schrämvorrichtung 7, 8 anfallende Gut wird von den Schnecken
51 und 52 der Kratzerlcette`54 zugeschoben, die es aufnimmt und über den Bandförderern
58 an Förderwagen abgibt.
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Das Gerät kann auch absatzweise arbeiten, indem die Schrämvorrichtung,
von einer Endstellung nach Abb.2 ausgehend, über die Zwischenstellungen nach Abb.
3 und d in die Endstellung nach Abb. 5 gelangt und von da auf demselben Wege in
die Endstellung nach Abb. -2 zurückgelangt und in jeder der beiden Endstellungen
das Gerät auf den Gleisketten2 ein Stück vorgeschoben wird.
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Soll das Gerät durch den mit Türstöcken ausgebauten Stollen zurückfahren,
so bringt man die Schrärnvorrichtung in die untere mittlere Lage (Abb. i), so daß
man von den Türstöcken fr eibleibt.
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Das eine Paar der Wendegetriebe i8 oder 30 kann entfallen,
wenn man einen umsteuerbaren E-Motor io wählt: Die Schrämvorrichtung kann auch aus
zwei gleich langen, gegeneinander geneigten Schrämwalzen bestellen.