DE6698C - Apparat zur Veranschaulichung der Drehung der Erde um ihre Achse - Google Patents

Apparat zur Veranschaulichung der Drehung der Erde um ihre Achse

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M. MANCEL in Paris
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Description

1879.
Klasse 42.
CHARLES MANCEL in PARIS. Apparat zur Veranschaulichung der Drehung der Erde um ihre Axe.
Patentirt im Deutschen Reiche vom ii. Februar 1879 ab.
Diese Erfindung basirt auf dem Gesetz, dafs die Schwingungen eines Pendels, welches an irgend einem Punkte aufgehängt ist, stets in derselben Verticalebene stattfinden. Mit Rücksicht auf dieses Gesetz hängen wir ein physisches Pendel in einem Punkte auf, der sich möglichst weit (60 bis 70 m) von der Kugel oder dem Gewicht dieses Pendels befindet, Kg- 3·
Eine Verlängerung d der Pendelstange α unterhalb der Kugel b ist so angebracht, dafs sie in einer Coulisse e eines Supportes/ hin und her schwingt. Dieser Support ruht auf einem Globus, welcher die Erde darstellt, in einem Punkte, der sich senkrecht unter dem Aufhängungspunkte des Pendels befindet und ist dort mit einem Pole des Globus mittelst Gelenkes derartig verbunden, dafs der letztere sich drehen kann ohne jegliche Bewegung des Supports. Der Support / trägt Zeiger γ γ, welche den Globus umfassen und von denen die einen γ γ sich bis zu Punkten erstrecken, die oberhalb der Aequatorlinien k liegen, und die anderen γ' γ' bis zu Punkten, die unterhalb der Aequatorlinie k liegen. Die Spitzen der Zeiger γ γ bezeichnen einen beliebigen Ort der Erdoberfläche, welcher auf dem Globus dargestellt ist.
Es ist augenscheinlich, dafs die Zeiger γ γ' in derselben Lage bleiben müssen, da das Pendel stets in derselben Verticalebene hin und her schwingt und dadurch den Support unverändert in der einmal gegebenen Lage erhält. Dreht sich nun die Erde von Westen nach Osten, so nimmt sie notwendiger Weise den Globus, sowie den Thurm und die Beobachter in derselben Richtung mit, und nach einer vollendeten Erdumdrehung hat eine bestimmte Meridianebene des Globus, in Bezug auf eine unveränderlich festgehaltene Verticalebene, welche beim Beginn der Beobachtung mit dieser Meridianebene zusammenfiel, eine volle Umdrehung um die Polaxe gemacht. Die unveränderlich festgehaltene Verticalebene aber ist die Schwingungsebene des Pendels; dieses erhält die Zeiger γ und γ' ebenfalls unveränderlich in derselben Lage in Bezug auf den Weltraum, in Bezug auf unsere Erde aber verändert sich diese Lage in Wirklichkeit continuiiiich; da nun der Globus von der Erde mitgenommen wird, so mufs auch er relativ zur Schwingungsebene des Pendels bezw. zu den Zeigern sich drehen und diese Drehung wird durch den dargestellten Apparat deutlich sichtbar; die Zeiger markiren für jede bestimmte Zeit einen bestimmt zurückgelegten Weg. Um diese Bewegung noch besser erkennbar zu machen, ist am Aequator des Globus ein mit dem letzteren fest verbundener, gezahnter Ring angebracht, welcher mit kleinen Triebrädchen in Eingriff steht, die sich an den Zeigern γ' befinden und kleine Nadeln tragen. Die kleinen Triebrädchen können sich um die Zeiger γ drehen und machen in der Stunde circa 80 Umdrehungen.
Die Bewegung des Globus läfst sich bei Ausführung in kleinerem Maafsstabe vortheilhaft durch einen Uhrmechanismus erreichen. Diese Anordnung ist in Fig. 1 und 2 veranschaulicht.
Fig. ι zeigt einen Apparat für Experimente in physikalischen Cabinetten; es ist dies eine Nachahmung des in Fig. 3 dargestellten Apparates, der in sehr grofsemMafsstabe ausgeführt ist. Die Bewegungen in diesem kleinen Apparate werden durch zwei Uhrmechanismen erzielt. Der eine davon befindet sich in dem kastenartigen Untersatz h und erzeugt die Drehung des Globus g. Der andere befindet sich in der linse c des Pendels a. und unterhält die Schwingungen des letzteren.
Fig. 2 zeigt die Anwendung des Apparates auf eine Pendeluhr. Dieser Apparat ist ähnlich dem in Fig. 1 dargestellten, nur unterhält die Bewegung, welche die Stunden angiebt, auch die Schwingungen des Pendels und dreht den Globus. Hier wird der Impuls für die Schwingungen des Pendels durch einen Mechanismus in dem Arme der Statue mitgetheilt, welche ■ selbst diese Bewegung von einer Stange erhält, die von der Hemmung der Pendeluhr ausgeht. Die Hand, welche das Ende dieses Armes bildet und das Pendel trägt, theilt diesem die Bewegung mit.

Claims (1)

  1. Pa tent-An sp ruch:
    Der durch Zeichnung und Beschreibung dargestellte Apparat zur Veranschaulichung der Drehung der Erde um ihre Axe.
    Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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