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Vorrichtung zum Aufschließen von Tierkörpern, Schlachtabfällen u.
dgl. im ununterbrochenen Verfahren Zum Aufschließen von Tierkörpern, Schlachtabfällen
u. dgl. im ununterbrochenen Verfahren ist eine Vorrichtung bekannt, bei der im Innern
eines liegenden zylindrischen Aufschließbeh,älters oder Kochers eine Siebtrommel
angeordnet ist, die das Rohgut aufnimmt. Das Aufschließen des Gutes geschieht durch
besonders erzeugten gespannten Kesseldampf, der unmittelbar mit .dem Gut in Berührung
gebracht wird (Maßverfahren), während die Siebtrommel sich ununterbrochen dreht.
Die Aufschließprodukte (Fett, Fleischuvasser und Fettstoffe sowie Dampfwasser) werden
ungetrennt stetig au-s dem Apparat entfernt und einem unter demselben Druck stehenden
Aufnahmebehälter zugeführt, wobei durch die Siebtrommel verhindert wird, daß das
noch nicht genügend aufgeschlossene Gut in den Aufnahmebehälter übertritt. Gleichzeitig
wird weiteres Rohgut ohne Betriebsunterbrechung und ohne Aufhebung des Betriebsdruckes
in die Siebtrommel nachgefüllt.
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Für das Nachfüllen von Rohgut ist bei der bekannten Vorrichtung die
Siebtrommel an einem Stirnende offen, während das andere Stirnende geschlossen ist.
In das, offene Trommelende mündet der Fallscha.e!ht eines Füllbehälters, an dem
oben und unten je ein Verschluß angeordnet ist, durch die der Behälter zwecks Füllens
(oberer Verschlug offen) mit der Außenluft und zwecks Entleerens (unterer Verschluß
offen) mit der Siebtrommel verbunden werden kann. Der Füllbehälter bildet eine Schleuse
mit Anschlußrohren zur Einführung von Dampf, der das in der Schleuse befindliche
Gut vorwärmt, und zur Entfernung dieses Dampfes nach dem Entleeren und vor dem Wieder-Rillen
der Schleuse.
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Bei der bekannten Vorrichtung wird stündlich eine bestimmte Gutmenge
in den Au:fschließbehälter nachgefüllt, und in der Zwischenzeit bewirken der Kochdampf
und die dauernde Drehung der Siebtrommel das Aufschließen des Gutes. Bei der Vorwärmung
des in die Schleuse eingefüllten Rohgutes entsteht in dieser allmühlicli derselbe
Betriebsdruck wie ün Aufschließhehülter, worauf dann der untere Verschluß sich infolge
seiner Belastung durch das Gut öffnet und das vorgewärmte Gut in die Siebtrommel
hineintritt. Beim Eintritt in letztere wird das Gut sofort in Bewegung gesetzt,
und der wegen des Ruhezustandes beim Vorwärmen kalt gebliebene Massekern kommt mit
dein Kochdampf in Berührung, wobei eine Druckminderung eintritt.
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Der Erfind:uRlg liegt die Aufgabe zugrunde, die stündliche Leistung
wesentlich zu erhöben, und zwar insbesondere bei Anlagen auf Schiffen, die dem Walfang
dienen.
Da diese Schiffe sehr weite und kostspielige Reisen unteniehmen,
hängt die Wirtschaftlichkeit des Betriebes in der Hauptsachte von der Leistung der
Apparate ab. Bei einer= bloßen Vergrößerung der Abmessungen cks'' Aufschließbehälters
und seiner Schleuse würden sich jedoch bedenkliche Mängel ergeben.-, Der rechtzeitige
Nachschub einer erheblich gesteigerten Rohgutmenge läßt sich mit der bekannten Schleuse
nicht mehr so durchführen, daß die Leistung der vergrößerten Siebtrommel voll ausgenutzt
wird. Insbesondere besteht die Gefahr, daß der beim Nachschub eintretende Druckverlust
des Kochdampfes sehr rasch :eine Größe annimmt, bei der die sich bis in denn die
Aufschließprodukte enthaltenden Aufnahmebehälter hinein :auswirkt und den, Inhalt
des Aufnahmebehälters zum Aufkochen bringt. Dadurch wird die Entnahme des Fettes
unterbunden, auch wird das Fett oder öl von dem aufkochenden Gemisch aus
Fleischwasser und Feststoffen teils unmittelbar und teils durch Emulsionsbildung
verunreinigt. Schließlich würde durch die bloße Vergrößerung der Abmessungen eine
Bauhöhe entstehen, die schon in Landanlagen ungünstig wäre und bei Schiffsanlagen
die angestrebte Vergrößerung der Leistung undurchführbar machen würde.
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Diese Mängel werden gemäß der Erfindung dadurch vermieden, daß die
Siebtrommel an ihren beiden Enden vollständig offen ist und bis .an die Kocherstirnwände
heranreicht sowie daß an jeder Stirnwand des äußeren Zylinders des Kochers eine
zum Einfüllen und Vorwärmen des. frischen Gutes dienende Beschickungseinrichtung
angeordnet ist, die in an sich bekannter `Weise als eine oben und unten mit je einem
Verschluß, von denen der untere sich selbsttätig öffnet, versehene Schleuse ,ausgebildet
ist.
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Die Erfindung besteht also in einer zweiseitigen Ausbildung der bisher
bekannten einseitigen Anlage durch die Ausrüstung des Kochers mit zwei Füll- und
Vorwärmeschleur sen. Die Stundendurchsatzmenge an Rohgut wird in zwei Teilen an
den Enden des Kochers eingebracht, und zwar vorzugsweise halbstündlich abwechselnd
der Inhalt einer Schleuse an jedem Ende des Kochers.
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Bei Gleichheit der beiden Teile empfängt der Kocher nunmehr halbstündlich
oder noch rascher eine halbe Menge des Stundendurchsatzes. Der Druckabfall wird
dabei nicht nur nicht größer, sondern sogar beträchtlich kleiner als bisher. Dieser
Erfolg wird dadurch noch gesteigert, da,ß .dien Vorwärmungsgrad in den Schleusen
höher ausfällt als bisher, -weil die jeweils vorzuwärmende Gutmenge der Dampfeinwirkung
besser zugänglich ist. Der wirkliche Stundendurchsatz übersteigt die zu erwartende
Leistung noch um etwa ein Dzittel, und der Dampfverbrauch ist beträchtlich gesunken.
Die mäßige B.au,-.bähe und der geringe Raumbedarf ermög-'lit"hen den Einbau in,
Schiffen ohne weiteres.
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Fig. i und z der Zeichnung ;geben eine Seitenansicht und einen Grundriß
des Gegenstandes der Erfindung wieder.
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Der Aufschließ.apparat besteht aus einem liegenden Zylinder i, der
einte Siebtrommel a enthält, die an ihren beiden Enden vollständig offen ist und
bis an die Kocherstirn: -wände 3 und 3' heranreicht. Die Siebtrommel a wird zweckentsprechend
gelagert, und ihr Antrieb erfolgt beispielsweise mittels eines Kettengetriebes 9,
io. Der Kochdampf tritt an einem hochliegenden Punkte des Aufschließbehälters i
in diesen ein, und die festen und flüssigen Erzeugnisse gelangen durch ein dauernd
offenes Rohr i' stetig und ungetrennt in einen nicht dargestellten, an sich bekannten
Aufnahmebehälter, der unter demselben Betriebsdruck wie der Kocher i steht.
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An jeder Stirnwand 3 und 3' sitzt ein Stutzen oder Krümmer mit einem
Schauiglas i i, i i'. Die Krümmer tragen je eine Schleuse 4 und 4', deren obere
Füllstutzen 5, 5' beispielsweise in einem Fußboden oder in einem Deck 6 enden, von
dem aus das Rohgut eingebracht wird. Die Schleusen haben je zwei Einfüllschächte
5, 5 bzw. 5', 5'. Ihr oberer Verschluß wird im wesentlich en durch den in der Schleuse
4, 4' herrschenden Innendruck geschlossen gehalten und kann zwecks Öffners beispielsweise
gesenkt und um go° geschwenkt werden. Am Schleusenboden ist ein während des Entleerens
der Schleuse durch Riemscheiben 7, 7' in Umlauf gehaltener Räumen angeordnet. Unterhalb
des Räuiners befindet sich der untere Verschluß, der beispielsweise aufs einer mittels
eines Gewichtes 8, 8' belasteten schwingenden Klappe besteht, die durch den im Kocher
i herrschenden Überdruck geschlosscii gehalten wird.
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Bei geöffnetem oberem Verschluß wird z. B. die Schleuse :1 mit Gut
beschickt, während deren unterer V erschluß durch den dauernd im Kocher i herrschenden
Betriebsdruck auf seinen Sitz gedrückt ist. Nach dem Füllen schließt ' man die Deckel
des oberen Verschlusses sowie das nicht dargestellte Be und Entlüftungsrohr der
Schleuse 4. und öffnet deren ebenfalls nicht gezeichnete Dampfleitung. Nunmehr kann
man die zweite Schleuse 4' beschicken.
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Der in die Schleuse 4 eintretende Dampf erwärmt das Rohgut, wobei
der Druck in der Schleuse steigt. Ist er auf die Höhe des im Zylinder i herrschenden
Betriebsdruckes
gelangt, so besteht zwischen der Schleuse und dem
Kocher i DaMpfdruckgleichgezvicht. Unter der Last des Rohgutes öffnet die Klappe
8 sich selbsttätig, und die Beschikkung gleitet, was durch das Schauglas i i beobachtet
werden kann, durch den Stirnwandkrümmer unmittelbar in die Siebtrommel z hinein.
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In der Schleuse 4 ist das ruhende Gut nur an den dem Dampf zugänglichen
Außenflächen der Fleischstücke usw. stark erhitzt worden, während im Kern der Masse
einte geringere Erhitzung stattgefunden .hat. Beim Hineingleiten der Beschickung
in die sich dauernd drehende Siebtrommel z wird dier Guthaufen aufgebrochen und
in Bewegung gesetzt, und es findet eine verstärkte Wärmeaufnahme statt, die einen
Druckabfall im Kocher i herbeiführt. Der Druckabfall ist jedoch überaus gering und
gleicht sich in sehr kurzer Zeit, nämlich lange bevor die Beschickung der zweiten
Schleuse 4' bereit ist, wieder aus. In dem durch das Rohr i' mit dem Kocher i dauernd
in Verbindung stehenden Aufnahmebehälter macht sich der Druckabfall. praktisch nicht
mehr bemerkbar. Ein Aufkochen seines Inhaltes ist zuverlässig vermieden.