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Steuerung für Kältemaschinen Gegenstand der Erfindung ist die Steuerung
einer Ab- oder Adsorptionskältemaschine, deren Kocherabsorberheizung mittels eines
einfach gebauten und durch elektrischen Strom betätigten Regelorgans an- und abgestellt
bzw. innerhalb weiter Grenzen ihrer Wärmeabgabe geregelt wird.
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Es sind Steuerungen bekannt, die unter dem Einflusse von Druckänderungen
im Kühlsystem arbeiten. Diese Vorrichtungen besitzen immer Ausdehnungskörper, wie
Bälge oder Membranen, die ihre Form unter der Einwirkung des Druckes ändern und
durch diese Bewegung die Schaltvorgänge auslösen. Bei diesen Anordnungen ist daher
immer ein beweglicher Teil vorhanden, der bei Ermüdungsbrüchen das Abströmen von
Gas in den Raum verursachen kann.
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Weiter wurden Vorrichtungen beschrieben, bei welchen einzelne Teile
auf Wärmeeinwirkung oder Kühlung durch Änderung ihrer Ausdehnung ansprechen und
auf diese Weise Kontakte oder Schalter betätigen. Auch solche Steuerungsorgane unterliegen
wie die zuerst angeführten Anordnungen der im Laufe der Betriebszeit unvermeidlich
eintretenden mechanischen Abnützung.
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Nach anderen Vorschlägen werden innerhalb des Drucksystems Hilfsstromkreise
geschlossen, welche auf eine außerhalb desselben liegende Schalteinrichtung dann
einwirken, wenn das kondensierte Kältemittel bzw. die absorbierende Flüssigkeit
eine gewisse periodisch wiederkehrende Standhöhe im Verdampfer oder im Kocherabsorber
erreicht hat. Das Schließen des Hilfsstromes erfolgt dabei entweder direkt durch
die Berührung zwischen der Flüssigkeit und einer an der betreffenden Kontaktstelle
isoliert in das Drucksystem eingeführten Elektrode oder indirekt über eine komplizierte,
von der Standhöhe abhängig arbeitende Schwimmereinrichtung. Eine durch Schwimmer
und kontaktschließende Teile im Kältemittelsystem betätigte Steuerung hat ebenso
wie die mit mechanischer oder thermischer Ausdehnung betriebenen Typen den Nachteil
des Verschleißes ihrer beweglichen Teile. Außerdem gelten für sie noch einige von
den nachstehend geschilderten konstruktiven Schwierigkeiten, welche auch bei einer
ausschließlich mit Stromschlüssen, d. h. mit unbeweglichen Teilen im System des
Kältemittels arbeitenden Steuerungseinrichtung unvermeidlich erscheinen. Die isolierte
Einführung von Elektroden in das Drucksystem setzt die für die Absorptionsmaschinen
charakteristische und besonders vorteilhafte Sicherheit gegen das Verflüchtigen
des Kältemittels während der
Betriebsdauer wesentlich herab, weil
bei dieser Bauart nicht ausschließlich geschweißte, sondern auchverschraubteVerbindungstellen
vorhanden sein müssen. Eine weitere Schwierigkeit be-: steht darin, daß derzeit
elektrisch hinreichen isolierende Stoffe noch nicht bekannt sind, die: gleichzeitig
eine genügend große `Widerstands-'' fähigkeit gegen die chemische Einwirkung des
Kältemittels aufweisen. Außerdem sind die bisher bekannten Kälteträger in wasserfreier,
chemisch reiner Form praktisch Nichtleiter für den elektrischen Strom; sie müssen
daher erst durch Zugabe von Wasser oder von Leitsalzen elektrisch leitend gemacht
werden, auch dann, wenn der über sie geschlossene Hilfsstrom sehr schwach ist. Bei
Verwendung von Wasser für diesen Zweck sinkt aber das Kühlvermögen des Verdampfers
infolge der zum Leitendmachen nötigen, relativ großen Wasserbeimengung zum Kondensat.
Andererseits bedingt wieder die Beigabe von Leitsalzen Korrosionserscheinungen und
gefährdet so das Verdampfersystem. Da weiter ein über die Eisenteile der Kältemaschine
geschlossener Stromkreis nach den geltenden Sicherheitsvorschriften nur unter einer
niedrigen, ungefährlichen Spannung stehen darf, erscheint es auch undurchführbar;
den sehr - hohen Leitungswiderstand im reinen Kältemittel durch die Verwendung einer
höheren Spannung auszugleichen.
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Diese Nachteile werden bei der vorliegenden Erfindung durch die Verwendung
eines elektrischen Regelorgans vermieden, bei welchem durch die periodische Erwärmung
und Kühlung einzelner Teile die Stärke eines Arbeitsstromes geändert und dadurch
mittelbar oder unmittelbar die Kocherabsorberheizung betätigt wird. Da die Änderung
des Reglerstromes nicht durch das Schließen oder Öffnen von Kontakten im Inneren
des Drucksystems erfolgt, sondern als Folge des Wärmeaustausches zwischen einem
temperaturempfindlichen Teil des Regelorgans und dem verflüssigten Kältemittel eintritt,
kann das unter Druck stehende Verdampfersystem mit dem reagierenden Teile des Reglers
durch Verschweißung dicht verbunden werden. Das Kältemittel wird durch die Regelvorgänge
nicht beeinflußt und kann in reinem, chemisch nicht aktiven Zustand verwendet werden.
Ferner ist es weder nötig, besonders hohe Spannungen zu benützen, noch die Netzspannung
in Niederspannung umzuwandeln, weil sämtliche der Berührung ausgesetzten Teile der
Kältemaschine in der gebräuchlichen einfachen Art gegen die spannungführenden Teile
isoliert werden können.
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Gemäß der Erfindung ist als Steuerung für die Kocherabsorberheizung
jedes elektrische Regelorgan verwendbar, bei dem die Stärke des Arbeitsstromes durch
Erwärmung oder Kühlung einzelner Teile geändert wird. Vorzugsweise sind elektromagnetische
Apparate geeignet, in deren Magnetjoch Teile aus einer ferromagnetischen Legierung
von temperatur-"-bhängiger Permeabilität eingebaut sind. Tem-- turänderungen in
solchen Jochteilen be-_"-gen eine Änderung des Kraftflusses, wodurch weder mittels
eines Ankers ein Schaltvorgang im Stromkreis der Heizung des Kocherabsorbers ausgelöst
oder der Heizstrom innerhalb vorbestimmter Grenzen geregelt wird, falls der Heizwiderstand
mit einer Induktionsspule des Reglers in Serie geschaltet ist.
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Zur Auslösung des Regelvorganges ist es nötig, daß der wärmeempfindliche
Teil des Regelorgans dauernd beheizt wird, so daß seine Temperatur während der Austreibeperiode
höher ist als die des verflüssigten Kältemittels. Am Ende der Austreibeperiode kühlt
das Kondensat den wärmeempfindlichen Reglerteil ab und gleicht während des größten
Teiles der Absorptionsperiode die Einwirkung der Heizung auf den Regler aus.
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Als dauernde Beheizung für das Regelorgan wird vorteilhaft ein kleiner
Teil der beim Betrieb einer Absorptionskältemaschine unvermeidlich anfallenden Wärme
verwendet. Die dazu notwendige Wärmemenge ist an sich unbedeutend und beträgt im
allgemeinen nur etwa der gesamten zum Betrieb der Kältemaschine geforderten Wärme.
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Falls ein elektromagnetisVhes Regelorgan gemäß der nachstehend beschriebenen
Bauart Verwendung findet, genügen die unvermeidlichen Wattverluste einer Induktionsspule,
bei Wechselstrom die Wirbelströme im Magnetjoch oderbeide Wärmequellen gemeinsam
zur Deckung des Wärmebedarfes der Steuerung.
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Das verflüssigte Kältemittel gelangt nach erfolgter Füllung eines
dem eigentlichen Verdampfer vorgelagerten Speicherbehälters, in der Folge als Vorkammer
bezeichnet,. durch eine Überlaufleitung in einen Steuerbehälter des Reglers, in
dem es mit dem beheizten Teile desselben Wärme austauscht und so dessen Temperatur
herabsetzt. Wird dieser Teil aus einer ferromagnetischen Legierung von temperaturabhängiger
Permeabilität, z. B. 3o111, Ni und 7o °/o Fe, hergestellt und in den Eisenkreis
eines Elektromagneten eingebaut, dann bedingt dessen Kühlung eine Verstärkung des
Kraftflusses. Dadurch wird ein Anker bewegt, welcher die Kocherabsorberheizung schaltet.
Falls statt dieser mit beweglichen Teilen arbeitenden elektromagnetischen Schaltvorrichtung
eine Drosselspule verwendet wird, die mit dem Heiz-. widerstand des Kocherabsorbers
in Serie geschaltet ist, wird deren Drosselwirkung durch die Kühlung verstärkt und
so die Wärmeabgabe an den Absorptionsstoff wesentlich herabgesetzt. An Stelle einer
Drosselspule kann auch ein Transformator verwendet werden, dessen- Sekundärspule
mit
dem Heizkörper des Kocherabsorbers in Serie geschaltet ist.
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Die Dauer der Abschaltung bzw. der Herabsetzung des Kocherabsorberheizstromes
auf den Mindestwert ist bestimmt durch die Menge des vom Steuerbehälter aufgenommenen
Kondensates und durch jene Zeitspanne, in welcher der temperaturabhängige Teil des
Reglers infolge der Einwirkung der Dauerheizung wieder jene Temperatur erreicht
hat, bei der die Heizung des Kocherabsorbers eingeschaltet oder auf die stärkste
Wärmeabgabe eingeregelt wird. Es ist somit eine gewisse Menge von Kondensat nötig,
damit der Einfluß der Reglerheizung so lange ausgeglichen wird, als dies für eine
Absorptionsperiode von üblicher Dauer gefordert ist.
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Um das Regelorgan in Abhängigkeit vom Kältebedarf des Kühlraumes zu
bringen; wird erfindungsgemäß der Steuerbehälter der Regeleinrichtung mit einem
Nebenbehälter verbunden, der im Kühlraum angeordnet wird und zweckmäßig gemeinsam
mit dem Verdampfer von Kühlsole umgeben ist. Dabei ist der Kondensatinhalt des Steuerbehälters
derart bemessen, daß er unter Berücksichtigung der zum Aufheizen des Reglers notwendigen
Zeit angenähert gleichzeitig mit der Kondensatmenge im Verdampfer, in der Vorkammer
und im besagten Nebengefäß des Steuerbehälters während einer Absorptionsperiode
von üblicher Dauer verdampft. Wird dagegen von der Kältemaschine eine größere Kälteleistung
gefordert, so verdampft der Inhalt des Nebengefäßes im Kühlraum vorzeitig, das noch
im Steuerbehälter befindliche Kondensat fließt in das Nebengefäß ab und gibt den
Regler für die Wärmeeinwirkung seiner Dauerheizung frei; dadurch wird die Regelung
der Dauer einer größeren Beanspruchung angepaßt und so auf einfache Weise erreicht,
daß die Kocherabsorberheizung in Betrieb gesetzt wird, bevor noch das gesamte Kondensat
im Kühlraum verdampft ist.
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Außer den eingangs angeführten konstruktiven Vorteilen der Zusammenschweißbarkeit
sämtlicher Teile im Drucksystem des Kältemittels mit dem Regelorgan und der Vermeidung
verwickelter Schalteinrichtungen mit Hebelübersetzungen, Federn, der Einführung
elektrisch isolierter Leitungen zu Kontakten im Drucksystem o. dgl., hat die Vereinigung
der vorbeschriebenen Steuerung mit dem im Kühlraum angebrachten Nebengefäß den Vorteil,
daß die Beheizung des Kocherabsorbers bereits dann beginnt, wenn die Temperatur
im Kühlraum noch nicht angestiegen ist.
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In Fig. z der Zeichnung sind der Kocherabsorber, der Kondensator und
das Verdampfersystem im Zusammenbau mit einer Regeleinrichtung gemäß der Erfindung
schematisch dargestellt.
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Die Fig.2 bis 6 zeigen elektromagnetische Schalt- bzw. Regelvorrichtungen,
wie sie vorzugsweise als Regelorgane bei einer Steuerung gemäß Fig. z verwendet
werden. Gemäß den Fig. 2 und 5 werden Schaltmagnete, gemäß den Fig. 3 und q. eine
Drosselspule bzw. ein Transformator und gemäß Fig. 6 ein Schaltmagnet verwendet,
der zur Steuerung einer Gasheizung ausgebildet ist.
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Das vom Kocherabsorber A mittels . der Heizung q. (Fig. z) ausgetriebene
gasförmige Kältemittel gelangt nach der Verflüssigung im Kondensator B durch das
Rohr 36 in die Vorkammer 34 des Verdampfers 35. Von dieser Vorkammer 34 zweigt an
einer Stelle, die knapp unterhalb des höchsterreichbaren Kondensatstandes liegt,
ein Verbindungsrohr 38 ab, das in den Steuerbehälter 39 führt. Der Behälter 39 ist
jener Teil des Regelorgans, in welchem das Kondensat in Wärmeaustausch mit dem auf
Temperaturänderung ansprechenden Teil tritt. Der Steuerbehälter 39 ist, weiter
durch das Rohr 42 mit dem im Kühlraum angeordneten geschlossenen Nebengefäß 43 verbunden,
das vorteilhaft gemeinsam mit dem Verdampfer 35 im Kühlsolebehälter 37 untergebracht
wird. Die Leitungen 40 verbinden den Heizkörper q. des Kocherabsorbers A und die
Steuerung, gegebenenfalls auch ihre Hilfsheizung mit dem Netz.
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Bei den Reglern gemäß den Fig. 2 bis 6 wird eine ferromagnetische
Legierung -von temperaturabhängiger Permeabilität als Teil des Eisenkreises verwendet.
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Diese Magnetmaterialien weisen bei Raumtemperatur oder unter dieser
eine hohe magnetische Induktion auf, wogegen sie diese Eigenschaft bei Erhöhung
der Temperatur, je nach ihrer Zusammensetzung, innerhalb des Intervalles von +5o
bis etwa 5oo ° C praktisch verlieren. Der bereits beschriebene Vorgang des Temperaturwechsels
in der Austreibe- bzw. Absorptionsperiode ist vorteilhaft dazu verwendbar, die besagten
elektromagnetischen Vorrichtungen zu steuern und so über letztere das automatische
An- oder Abstellen bzw. die Regelung der Kocherabsorberheizung durchzuführen.
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Die Fig.2 zeigt im Schnitt das Beispiel eines' solchen elektromagnetischen
Schaltapparates. Dieser besteht aus einem zweckmäßig aus Lamellen gebauten und mit
einem Luftspalt versehenen Magnetjoch 44 aus Weicheisen o. dgl., in dessen Luftspalt
48 ein Schaltrohr 46 mit magnetisierbarem Schwimmkörper 47 als Anker, und einer
Quecksilberfüllung ein-.gebaut ist. Über die Kontakte 49 des Schaltrohres und die
Leitungen ¢o ist der Heizkörper q. des Kocherabsorbers an das Netz angeschlossen.
Das Magnetjoch 44 ist, gegebenenfalls unter Z«rischenschaltung eines Widerstandes
5o, mit einer dauernd am Netz liegenden
Erregerspule 45 ausgestattet.
Ferner ist in das Magnetjoch 44, zweckmäßig parallel zu dem die Erregerspule aufnehmenden
Schenkel, ein Körper 39" eingebaut, der aus einem ferromagnetischen Material von
temperaturabhängiger Permeabilität besteht und als Aufnahmegefäß 39 (Fig. z) für
das bei Beendigung der Austreibeperiode zufließende Kondensat ausgebildet ist, etwa
in Form eines Hohlraumes, wie dies Fig. 2 zeigt. Im oder um diesen Magnetteil 39"
ist eine Heizung 41 als elektrische Heizung gezeichnet oder eine andere von einer
beliebigen Quelle wärmezuführende Vorrichtung angebracht, welche denselben dauernd
beheizt. Die Kammer in 39" steht durch die Rohrleitung 38 mit der Vorkammer 34 (Fig.
z) und gegebenenfalls über das Rohr 42 mit dem Nebengefäß 43 im Kühlraum bzw. in
der Kühlsole in Verbindung.
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Bei beheiztem Jochteil 3g" bildet sich im Luftspalt der Höchstwert
des magnetischen Kraftflusses aus, da der Jochteil 39" bei höherer Temperatur nahezu
unmagnetisch ist. Die auf den Anker 47 einwirkende Kraft ist in diesem Zustand am
größten, daher wird dieser in seiner tiefsten Lage festgehalten und verdrängt so
das Quecksilber, das wieder die beiden Kontakte 49 und damit den Stromkreis der
Kocherabsorberheizung 4 schließt. Wenn nun verflüssigtes Kältemittel durch das Rohr
38 in den Behälter des Teiles 39" eintritt, so kühlt es diesen rasch auf Kondensationstemperatur
ab; dadurch wird er für den magnetischen Kraftfluß durchdringbar und vermindert
somit die Größe des Kraftflusses im Luftspalt 48. Die auf den Anker einwirkende
Kraft ist jetzt bedeutend geringer als bei voller Einwirkung des Kraftflusses, weshalb
der Schwimmer (Anker) 47 durch den Auftrieb im Quecksilber gehoben und dadurch der
Kontakt bei 49 unterbrochen wird. Bei hinreichender Bemessung der Kühlkammer im
Jochteil 39- genügt die dort aufgenommene Kondensatmenge, um die Kocherabsorberheizung
über die ganze Absorptionsperiode stromlos zu halten. Das im Kühlraum angebrachte
und über das Rohr 42 mit der Magneteinrichtung verbundene Nebengefäß 43, in Fig
2 nicht eingezeichnet, dient wie bereits beschrieben, dazu, die Einschaltung der
Austreibeperiode vom Bedarf an Kälteleistung abhängig zu regeln.
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Das in Fig. 2 eingezeichnete Schaltrohr mit Schwimmer kann erfindungsgemäß
auch durch jede beliebige andere mechanische Vorrichtung ersetzt werden, die einen
Kontakt betätigt. Ebenso kann das Magnetjoch der nach Fig 2 ° beschriebenen Einrichtung
bei beispielsweise geringer Schaltleistung als Topfmagnet ausgebildet sein, der
ganz aus einem ferromagnetischen Material von temperaturabhängiger Permeabilität
hergestellt ist, einen oder mehrere Hohlräume zur Aufnahme des kühlenden Kondensats
enthält und ein Schaltrohr umschließt.
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Die in den Fig. 3 und 4 dargestellten Steuerungsvorrichtungen beschränken
sich ausschließlich auf die Beheizung des Kocherabsorbers mit Wechselstrom, haben
aber den Vorteil, daß die Steuerung ganz ohne Verwendung beweglicher Teile, wie
Schaltrohre, Wippen u. dgl., durchführbar ist. Die Fig. 3 zeigt im Schnitt den Aufbau
einer erfindungsgemäß zur Steuerung der Heizung verwendbaren Drosselspule. Das Magnetjoch-44'
ist hier zweckmäßig in U-Form aus lamelliertem Weicheisen mit oder ohne Luftschlitz
hergestellt. In dieses Joch ist der ebenso wie beim Elektromagnet nach Fig.2 ausgebildete
Teil gg" aus dem temperaturabhängig magnetisierbaren ferromagnetischen Material
eingesetzt, der als Aufnahmekammer für das verflüssigte Kältemittel ausgebildet
und mit einer elektrischen Heizung 41 versehen ist. Um diesen Jochteil 39" ist die
Spule 45' der Drossel gelegt, die in bekannter Weise in Serie mit dem Heizkörper
4 des Kocherabsorbers über die Leitungen 4o an das Netz angeschlossen ist.
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Der temperaturabhängig magnetisierbare Jochteil 39" wird während
der Austreibeperiode durch die Heizung 4z wegen der mangelnden Kühlung auf einer
Temperatur gehalten, bei der er praktisch nicht mehr magnetisierbar ist, somit keine
wesentliche gegeninduktive Spannung entwickeln kann. In diesem Zustande liegt nahezu
die volle Netzspannung am Heizkörper 4 und entwickelt dort den Höchstwert an Heizleistung.
Dieser Zustand dauert an, bis, wie bei allen vorbeschriebenen Steuerungsanordnungen,
verflüssigtes Kältemittel in den Körper 39" gelangt und diesen auf einen Temperaturwert
abkühlt, bei dem er wieder magnetisierbar wird, dabei die gegeninduktive Spannung
entwickelt und so die Klemmenspannung der Heizung 4 auf den praktisch vernachlässigbaren
Mindestwert reduziert. Durch Einstellung der Menge des kühlenden Kondensats wird
auch bei dieser Anordnung die Dauer der Absorptionsperiode bestimmt.
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Fig. 4 zeigt einen Transformator, welcher die Heizleistung im Kocherabsorber
in ähnlicher Weise wie die besprochene Drosselspule regelt. Das Magnetjoch 44" aus
lamelliertem Weicheisen o. dgl. ist hier vollkommen geschlossen, trägt an zwei gegenüberliegenden
Schenkeln die Primärspule 45' und die Sekundärspule 45" und ist durch einen zu diesen
Schenkeln parallel eingebauten Teil X' aus temperaturabhängig magnetisierbarem
ferromagnetischem Material unterteilt. Der Jochteil 39" ist gleich wie bei
den früheren Anordnungen ausgeführt, er besitzt eine Beheizung 4= und einen Aufnahmera7im
für das Kondensat. Die Primärspule 45'
liegt unmittelbar am Netz,
während die Sekundärspule 45" die Kocherabsorberheizung 4 speist.
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Während der Austreibeperiode ist der Jochteil 39" voll beheizt, daher
praktisch nicht magnetisierbar, weshalb der Kraftfluß ungeteilt im Joche 44"'verläuft
und den Höchstwert der Sekundärspannung induziert. Tritt gegen Ende der Austreibeperiode
verflüssigtes Kältemittel in den Behälter des Teiles 39" und kühlt diesen ab, so
tritt eine Teilung des Kraftflusses ein, wodurch die Sekundärspannung bei zureichender
Querschnittbemessung des Teiles 39" auf einen praktisch vernachlässigbaren, sehr
kleinen Wert vermindert wird. Die Heizleistung im Kocherabsorber ist damit auf ihren
Mindestwert herabgesetzt und bleibt so lange klein, als die Kühlung des Teiles 39"
durch das Kondensat anhält. Nach Beendigung der Verdampfung des Kondensats im Behälter
39" setzt wieder die volle Beheizung des Kocherabsorbers ein.
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Erfindungsgemäß kann bei den Ausführungen nach den Fig. 3 und 4 der
Heizkörper 41 des temperaturabhängig magnetisierbaren Teiles 39" statt, wie dargestellt,
an das Netz an die Klemmen des Kocherabsorberheizkörpers 4 gelegt werden, wodurch
in beiden Fällen während der Absorptionsperiode infolge des Rückganges der Ohmschen
Spannungskomponente eine Verminderung der Wärmeabgabe an den Teil 39"
eintritt,
was wieder mit einer Einsparung an Kondensat verbunden ist.
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Falls ferner der Jochteil 39" ohne mechanische Unterteilung, z. B.
ohne eingefräste Schlitze, Lamellierung o. dgl., ausgeführt wird, tragen die im
Teile 39" entwickelten Wirbelströme durch Freimachung Joulescher Wärme ebenfalls
dazu bei, die vom Heizkörper 41 zu leistende Wärmeabgabe herabzusetzen.
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Die in Fig. 2 dargestellte Steuereinrichtung arbeitet in der Weise,
daß die Heizung des Kocherabsorbers nicht nur dann abgeschaltet ist, wenn ein Kraftfluß
im temperaturabhängig magnetisierbaren Teil 39" besteht, sondern auch wenn die Erregung
der Spule 45 aus irgendeinem Grunde entfällt; er stellt daher eine absolute Sicherung
der Kocherabsorberheizung dar. Da es jedoch bei Einbau einer Sicherung des Kocherabsorbers
gegen Überhitzung nicht unbedingt nötig ist, die Heizung im Falle des Versagens
der Steuervorrichtung abzustellen, wurde eine besonders einfache Schalteinrichtung
entwickelt, welche in Fig.5 dargestellt ist. Das hier verwendete Quecksilberschaltrohr
46' ist als Ruhestromschalter ausgebildet, bei welchem der Anker 47' dann den Kontakt
49 schließt, wenn er sich in Ruhelage befindet, d. h. wenn er nicht vom Kraftfeld
des Magneten gehoben wird. Der Elektromagnet 39" aus dem temperaturabhängig magnetisierbaren
Material ist hier zweckmäßig in Form eines Hohlkörpers ausgeführt und umschließt
das Schaltrohr 46'. Die elektrische Heizung 41 des Magnetkörpers, die Erregerspule
45 und im Magnetkörper 39" ausgesparte Kühlkanäle mit dem Zu- und Ableitungsrohr
38 bzw. 42 vervollständigen den Schaltapparat. Ist der auch hier dauernd beheizte
Magnet, wie bereits beschrieben, während der Absorptionsperiode durch verflüssigtes
Kältemittel gekühlt, so wird der Anker 47 durch den Kraftfluß in die punktiert gezeichnete
Lage gehoben und dadurch der Stromkreis der Kocherabsorberheizung unterbrochen.
Die Erwärmung des Magnetkörpers 39" bedingt eine Schwächung des Kraftflusses, und
damit das Zurückgehen des Ankers 47' in seine Ruhelage, wodurch der Heizstrom des
Kocherabsorbers wieder eingeschaltet ist.
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Falls die Beheizung des Kocherabsorbers ausschließlich durch Gas erfolgt,
wird vorteilhaft eine Regelvorrichtung verwendet, die aus einem Steuermagnet im
Zusammenbau mit einer den Erregerstrom liefernden thermoelektrischen Batterie besteht.
Der grundsätzliche Aufbau dieser Steuerungsanordnung ist in Fig. 6 beispielsweise
in Verbindung mit einer mittelbaren Umlaufheizung dargestellt. Der zum Anheizen
der Wärmeübertragungsflüssigkeit bestimmte Hohlkörper 25' ist durch Leitungsrohre
26 und 27 mit einem Wärmeaustauschrohr 28 im Kocherabsorber A verbunden und wird
durch den Gasbrenner 51 beheizt, der über das Rohr 52 mit dem elektromagnetisch
gesteuerten Ventil 53 verbunden und über dieses an die Hauptgasleitung 54
angeschlossen ist. Vom Gasrohr 54 zweigt eine Zündflammenleitung 54' zu dem ebenfalls
mit einem Elektromagnet verbundenen Ventil 55
ab, das über das Rohr 56 den
Zündbrenner 57 speist. Dieser ist so ausgebildet, daß er einerseits die Heizflamme
58 für die Thermobatterie 59, andererseits über eine Nebenbohrung die Zündflamme
6o für die Heizflamme 4' des Kocherabsorbers liefert. In die Abgasleitung der Flamme
58 wird an einer erweiterten Stelle der temperaturabhängig magnetisierbare Teil39"
der Steuerung gelegt, so daß derselbe dauernd, d. h. solange die Heizung der Thermobatterie
anhält, mitbeheizt wird. Der Steuermagnet besteht aus dem Magnetjoch 44 aus Weicheisen,
in dessen Luftschlitz 48 ein Anker 47" axial verschiebbar angebracht ist. Zweckmäßig
parallel zur Erregerspule 45 ist der Teil 39" aus dem temperaturabhängig magnetisierbaren
Material eingebaut, der, wie in allen bisher beschriebenen Ausführungen, als Behälter
für das verflüssigte Kältemittel ausgebildet und mittels der Rohre 38 und 42 an
die Vorkammer 34 bzw. an das NebQngefäß 43 im Kühlraum angeschlossen ist. Der Heizkörper
des Teiles 39" entfällt bei dieser Anordnung, da die Beheizung durch die Abgase
der Flamme 58 erfolgt. Die mechanische Verbindung zwischen dem Hauptbrennerventil
53
und der Magnetsteuerung besteht in der beliebig geführten Stange 61, die den Ventilteller
62 mit dem Anker 47" koppelt. Um auch die Zündflammenzuleitung und damit die Heizung
der Thermobatterie gegen Ausströmen zu sichern, wird das Ventil 55 mit einem
ebenfalls durch die Thermobatterie erregten Topfmagnet 63 ausgestattet, der den
Ventilteller 64 so lange anhebt und damit die Leitung zur Zündflamme offen hält,
als der Thermobatterie Wärme zugeführt wird. Der Ventilteller 64 ist durch eine
beliebige Handhabe 65 vom Ventilsitze abhebbar.
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Beim Anstellen der Heizung wird vorerst das Ventil 55 durch Heben
des Tellers 64 mittels der Handhabe 65 geöffnet, dabei der Teller 64 an den Magnetkörper
63 gedrückt und die Flamme 58 bzw. 6o angezündet. Der sofort einsetzende Thermostrom
der Batterie 59 erregt zunächst den kleinen Elektromagnet 63, so daß der Ventilteller
64 dauernd angehoben bleibt. Indessen ist der thermoelektrische Strom auf seinen
Höchstwert angestiegen, so daß auch der Steuermagnet durch die Spule 45 voll erregt
ist. Erreicht nun der Teil 39" durch Wärmeaustausch mit den Heizgasen jene
Temperatur, bei der er praktisch unmagnetisch wird, so entwickelt sich der gesamte
Kraftfluß im Luftspalt 48, hebt den Anker 47" und öffnet so das Ventil 53 durch
Anheben des Tellers 62, das nunmehr in den Hauptbrenner 51 Gas eintreten läßt, wobei
die Heizflammen q.' durch die Flamme 6o gezündet werden.
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Tritt in den Behälter 39" verflüssigtes Kältemittel ein, so wird dieser,
wie bereits beschrieben, magnetisch, entzieht dem Anker 47" den Großteil des Kraftflusses,
wodurch letzterer in seine Ruhelage zurückfällt und damit den Gaszutritt zur Kocherabsorberheizung
absperrt. Falls aus irgendwelchen Gründen, beispielsweise infolge Ausbleibens des
Heizgases oder wegen einer Beschädigung an der Stromquelle des Systems oder anderen
Leitungen ein Erlöschen der Gasflammen eintritt, fallen beide Ventile in ihre Ruhelage
und sperren die Gaszuführung ab. Das neuerliche Anstellen der Heizug kann dann nur
von Hand aus erfolgen, so daß die beschriebene Steuervorrichtung eine absolute Sicherung
gegen das Ausströmen nicht entzündeten Leuchtgases darstellt. Es ist möglich, die
beiden Magnetkörper, d. i. den Steuermagnet 44 und den Topfmagnet 63 zu einem einzigen
Elektromagnet zu vereinigen, ebenso können die beiden Gasventile 53 und 55 so miteinander
kombiniert werden, daß die gesamte Steuerungsapparatur aus einem Körper besteht.