DE667500C - Verfahren zur Herstellung von Grundmassen fuer Arzneistoffe zur Einfuehrung in Koerperhoehlen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Grundmassen fuer Arzneistoffe zur Einfuehrung in Koerperhoehlen

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DE667500C
DE667500C DEC50926D DEC0050926D DE667500C DE 667500 C DE667500 C DE 667500C DE C50926 D DEC50926 D DE C50926D DE C0050926 D DEC0050926 D DE C0050926D DE 667500 C DE667500 C DE 667500C
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
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    • A61K9/00Medicinal preparations characterised by special physical form
    • A61K9/0012Galenical forms characterised by the site of application
    • A61K9/0034Urogenital system, e.g. vagina, uterus, cervix, penis, scrotum, urethra, bladder; Personal lubricants
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    • A61K9/00Medicinal preparations characterised by special physical form
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Grundmassen für Arzneistoffe zur Einführung in Körperhöhlen Zur Herstellung von Suppositorien, Vaginalkugeln, Stäbchen u. dg1. verwendet man entweder Fette und Fettgemische, die bei Körpertemperatur schmelzen, z. B. Kakaobutter und deren Gemische mit anderen Fettstoffen, z. B. Bienenwachs oder Gelatineglycerinmassen. Diese beiden Gruppen von Arzneiträgern unterscheiden sich voneinander dadurch, daß die Fette und Fettgemische in Wasser unlöslich sind, während die Gelätineglycerinmassen in Wasser leicht gelöst werden können. Dementsprechend können lipoidlösliche Arzneistoffe nur in den fetthaltigen Grundmassen, wasserlösliche Arzneistoffe nur in den gelatinehaltigen Arzneiträgern gelöst werden.
  • Die mit Gelatineglycerin bereiteten Massen weisen im frischen Zustand eine unangenehme Klebrigkeit auf. Andererseits neigen sie stark zum Austrocknen und zu einer damit verbundenen Schrumpfung, wodurch der Schmelzpunkt der . damit bereiteten Suppositorien, Vaginalkugeln, Stäbchen u. dgl. in ungünstiger Weise beeinflußt wird.
  • Infolge dieser Nachteile der Gelatinegly cerinmassen bedient man sich zur Herstellung von Heilmitteln zur Einführung in Körperhöhlen in den meisten Fällen der Kakaobutter bzw. der Gemische dieser mit anderen Fettstoffen und ist hierbei gezwungen, die Unlöslichkeit der meisten Arzneistoffe in diesen Fetten und die dadurch bedingte Resorptions-und Wirkungsverzögerung als unvermeidlich in Kauf zu nehmen. Abgesehen von diesen Löslichkeitsverhältnissen weisen aber die auf Fettgrundlage bereiteten Suppositorien, Vaginalkugeln, Stäbchen u. dgl. noch den weiteren Nachteil auf, insbesondere bei Einverleibung pulverförmiger Arzneistoffe brüchig zu werden, was sich bei der Anwendung als sehr unangenehm erweist.
  • Man hat sich schon seit langem bemüht, die mangelnde Resorbierbarkeit und die Neigung zum -Brüchigwerden solcher fetthaltiger Grundmassen zu beheben, indem man die Arzneistoffe in Form wäßriger Lösungen und unter Zuhilfenahme von Emulgatoren einverleibt. Bei höherem Gehalt an wäßriger Phase tritt aber auch unter Anwendung von Emulgatoren ein Brüchigwerden der Suppositorien, Vaginalkugeln, Stäbchen u. dgl. auf.
  • Es wurde nun gefunden, daß man von den geschilderten Nachteilen freie Grundmassen für Arzneistoffe zur Einführung in Körperhöhlen herstellen kann, wenn man die an sich bekannten und mit verschiedenen Nachteilen behafteten Grundmassen miteinander derart kombiniert, daß man die Fette oder Öle in den Glycerin o. dgl. enthaltenden wasserlöslichen Gallerten der gelatinierenden Substanzen emulgiert. - -11
    Man erhält hierbei Grundmassen von
    radezu kautschukartiger Elastizität und v',° R
    einem Schmelzpunkt, der eine rasche Wirk
    der dieser neuen Grundmasse einverleibt
    Arzneistoffe gewährleistet. Außerdem ermöglichen die auf diese Weise hergestellten Emulsionskolloide, sowohl Wasser- als auch lipoidlösliche Arzneistoffe den Suppositorien, Vaginalkugeln, Stäbchen ü. dgl. in gelöster und damit schnell resorbierbarer Form einzuverleiben, wodurch die den Fettgrundmassen anhaftenden Nachteile ausgeschaltet werden. Auch konnte selbst bei sehr langer Aufbewahrung ein Austrocknen der erfindungsgemäß hergestellten Grundmassen im Gegensatz zu den bekannten Gelatinegly cerinmassen nicht beobachtet werden.
  • Als Fettkomponente verwendet man Kakaobutter, Wachse, z. B. Bienenwachs, Paraffin, und andere an sich bekannte Fette oder Öle mineralischen oder vegetabilischen Ursprungs. Als wasserlösliche Gallerten können hiergegen Gemische von Gelatine, Agar-Agar, Tragant, Gummi und anderen quellbaren Pflanzenschleimen mit Wasser Verwendung finden. Die gallertartige Komponente wird mit Glycerin, Glykol o. dgl. verarbeitet. Die fettartigen und die gelatineartigen Komponenten werden für sich oder unter Zuhilfenahme von Emulgatoren, wie Cholesterin, Lecithin oder Cetylalkohol, emulgiert.
  • Die unter Anwendung der erfindungsgemäß herstellbaren Grundmassen anzufertigenden Heilmittel werden je nach Grundmasse und Arzneistoff unter Beobachtung geeigneter Temperaturen hergestellt. In manchen Fällen ist es zweckmäßig, insbesondere um ein rasches Arbeiten zu gewährleisten, die fertigen Präparate Temperaturen unter 5° C auszusetzen.
  • Die unter Anwendung der erfindungsgemäß herstellbaren Grundmassen bereiteten Suppositorien, Vaginalkugeln, Stäbchen u. dgl. besitzen neben den bereits geschilderten Vorzügen noch die Eigenschaft, diese Vorzüge auch bei höheren Temperaturen beizubehalten, weshalb sie auch in den Tropen verwendet werden können.
  • Es ist bereits bekannt, hohle Suppositorien herzustellen, deren äußere Schicht aus einem mechanischen Gemisch aus Gelatine, Kakaobutter und Glycerin besteht. Werden solche Gemische auf den Schmelzpunkt der Kakaobutter erhitzt, so trennen sie sich in ihre Bestandteile nach deren spezifischen Gewichten. Nach einem anderen Vorschlag werden mehrschichtige Zäpfchen hergestellt, deren eine Schicht aus einem mechanischen Gemisch von Kakaobutter mit Stoffen, wie Gelatine oder Tragant, besteht.
    Im Gegensatz zu diesen Gemischen werden
    :z le erfindungsgemäßen Grundmassen unter
    t ierell e u
    # 1 sog. J_i _W sser_ mulsion n' . h
    endung von wass _rhaltigen Gallerten der
    in d S bstanien hergestellt und
    kl Wen n a F, e d
    feinst verteilte Gemische von Fett oder Öl in Wasser bzw. wäßrigen Lösungen dar, die sich beim Erhitzen auf den Schmelzpunkt eines ihrer Bestandteile nicht entmischen. In solche Grundmassen können sowohl Wasser- als auch lipoidlösliche Arzneistoffe einverleibt werden, was bei den bekannten wasserfreien Gemischen nicht möglich ist.
  • Beispiele 1. 8 Teile Ichthyol*werden in einem Gemisch aus 12 Teilen Gelatine, a4 Teilen Wasser und 58 Teilen Glycerin gelöst und bei 6o° unter Zuhilfenahme von i Teil Lecithin mit einem Gemisch aus i i Teilen Wachs und 48 Teilen Kakaobutter emulgiert. Die Emulsion wird nach Entweichen der Luftblasen in Zinnformen ausgegossen. Die erhaltenen Formkörper enthalten das Ichthyol in gelöster, leicht resorbierbarer Form.
  • 2. 18 Teile Milchsäure werden in einem Gemisch aus 4o Teilen Gelatine, 6o Teilen Wasser und 32 Teilen Glycerin gelöst und unter Zusatz von i Teil Cetylalkohol mit einem Gemisch aus 127 Teilen Kakaobutter und 32 Teilen Wachs emulgiert.
  • 3. 12 g Gelatine werden mit 34 g Glycerin und 24 ccm Wasser zum Schmelzen gebracht und alsdann mit einem geschmolzenen Gemisch von 3o g Paraffinum urolle und 40 g Oleum Cacao versetzt. Unter starkem Emulgieren wird sodann eine Lösung von 3 g Zincum chloratum in io ccm Wasser zugesetzt. Nach Beendigung des EmulgierprozessesWird die Masse in Formen gegossen, und man erhält nach dem Erstarren biegsame, beständige Arzneiträger, die den wirksamen Stoff gelöst enthalten.
  • 4. 12 g Gelatine, 40 ccm Wasser und ioo g Glycerin werden mit einem Gemisch von 50 g Oleum Cacao und Paraffinum urolle vermischt und alsdann mit 13 g Argentum proteinicum verarbeitet. Beim Emulgieren dieses Gemisches löst sich das Argentum proteinicum in der wäßrigen Phase und kommt somit in gelöstem Zustand zur Anwendung.
  • 5. 55 g Gelatine läßt man in go ccm Wasser und 25o ccm Glycerin schmelzen und setzt alsdann eine Lösung von 2 g Kampfer, 3 g Menthol und i g Chloralhydrat in einem Fettgemisch aus 25o g Oleum Cacao, io g Cera alba, 6o g Paraffinum urolle und 5 g Oleum Jecoris unter starkem Emulgieren bei geeigneter Temperatur zu. Man erhält nach dem Ausgießen und Erkalten der entstehenden Masse Suppositorien oder Vaginalkugeln oder Stäbchen, in denen die in Wasser unlöslichen Arzneistoffe Kampfer, Menthol und Chloralhydrat in gelöster Form (in Öl) enthalten sind. ' 6. 6o g Gelatine, 5 g Agar-Agar werden in i7 o ccm Wasser und 165g Glycerin zum Schmelzen gebracht. Alsdann setzt man 15 g Traubenzucker hinzu. Diese Mischung wird schließlich mit einer Lösung von z g Oleum Chamomillae in einem Gemisch von je i7o g Oleum Cacao und Paraffinuin molle unter starkem Rühren emulgiert. Aus dieser Masse erhält man Arzneiträger, welche in der wäßrigen Phase den Wirkungsstoff Traubenzucker und in der öligen das ätherische Kamillenöl enthalten.

Claims (2)

  1. PATENT ANSPRÜciiE: i. Verfahren zur Herstellung von Grundmassen für Arzneistoffe zur Einführung in Körperhöhlen in Form von Suppositorien, Vaginalkugeln u. dgl. unter Verwendung von Fetten oder Ölen und gelatinierenden Substanzen, wie Gelatine, dadurch gekennzeichnet, daß die Fette oder Öle in den Glycerin, Glykol o. dgl. enthaltenden wasserlöslichen Gallerten der gelatinierenden Substanzen, gegebenenfalls unter Anwendung von bekannten Emulgatoren, wie Lecithin, Cholesterin oder Cetylalkohol, emulgiert werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die fertigen Präparate Temperaturen unterhalb 5° C aussetzt.
DEC50926D 1934-09-28 1935-09-27 Verfahren zur Herstellung von Grundmassen fuer Arzneistoffe zur Einfuehrung in Koerperhoehlen Expired DE667500C (de)

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DE (1) DE667500C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1097083B (de) * 1954-06-16 1961-01-12 Dr Martin Ruben Suppositorienmasse
EP0055609A1 (de) * 1980-12-26 1982-07-07 Shionogi & Co., Ltd. Zusammensetzung zur Zölom-Verabreichung, ihre Herstellung und Ingredienzien dazu

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1097083B (de) * 1954-06-16 1961-01-12 Dr Martin Ruben Suppositorienmasse
EP0055609A1 (de) * 1980-12-26 1982-07-07 Shionogi & Co., Ltd. Zusammensetzung zur Zölom-Verabreichung, ihre Herstellung und Ingredienzien dazu

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