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Glasbaukörper, insbesondere zur Herstellung von Wänden Die Erfindung
betrifft Glasbaukörper, Wie sie insbesondere zur Herstellung von Bauteilen aus Glasbausteinen,
insbesondere Glaswänden, verwendet werden. Die Erfindung bezweckt, diese Glasbaukörper
so auszubilden, daß der Zusammenbau erleichtert wird. In erster Linie soll erreicht
werden, daß für die Verbindung der Glasbaukörper untereinander nur wenig Bindemittel
benötigt wird und die Trennfugen in genau symmetrischer Anordnung ausgeführt werden
können.
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Die Schwierigkeit bei der Herstellung von Wänden aus einzelnen Glasbaukörpern
besteht vor allem darin, daß .die Glaskörper in ihren Abmessungen erheblich schwanken.
Bei der Herstellung der Glaskörper treten bekanntlich infolge ungleichmäßiger Abkühlung
der äußeren und inneren Teile des Glaskörpers Formänderungen ein, entweder Ausbauchungen
oder Verwerfungen, die für die einzelnen Glaskörper verschieden sind. Es ist aus
Kostengründen nicht möglich, die einzelnen Glaskörper etwa durch Schleifen auf gleichmäßige
Abmessungen zu bringen. Man hat sich bisher so geholfen, daß man die verschiedenen
Abmessungen durch verschiedene Bemessung des Bindemittels .auszugleichen versuchte.
Hierbei ergaben sich aber verhältnismäßig starke Trennfugen, die insbesonfiere durch
ihren ungleichmäßigen Verlauf das Aussehen der Glaswände stark beeinträchtigten.
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Erfli;ndungsgemäß sollen mindestens an zwei gegenüberliegenden Begrenzungsflächen
des Glaskörpers die Unregelmäßigkeiten der Oberfläche sowie die Verschiedenheit
des Abstandes beider Flächen voneinander dadurch ausgeglichen werden, daß beide
Flächen mit einer Kunstharzschicht bedeckt werden. Diese Kunstharzschicht wird so
aufgebracht, daß die entstehenden Außenflächen der Harzschichten um einen vorher
bestimmten Betrag voneinander entfernt sind. Dieser Betrag wird für alle Glasbaukörper
gleichgehalten.
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Es ist zweckmäßig, für die Kunstharzschichten Polyvinylacetat zu verwenden,
da dieser Stoff durchsichtig ist. Es wird bemerkt, daß es an und für sich bekannt
ist, Polyviny 1-acetat zu verwenden, um geschichtete Glaskörper herzustellen.
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Die Erfindung wird im folgenden an Hand der beiliegenden Zeichnungen
beschrieben. In den Zeichnungen zeigen Fig. i eine Oberansicht -einer Vorrichtung
zum Anbringen paralleler Kunstharzauflagen an den gegenüberliegenden Flächen von
Glasblöcken oder -baueinheiten, Fig. a einen senkrechten Schnitt nach Linie 2-z
der Fig. i,
Fig.3 einen teilweisen senkrechten Schnitt nach Linie
3-3 der Fig. i, Fig.4 schaubildlich einen Glasblock odeil eine Glasbaueinheit, bei
der :erfirnd-ungsg@e .", mäß gegenüberliegende parallele Kunstha auflagen angebracht
sind.
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Bei der in Fig. i bis 3 dargestellten Vorrichtung sind die beiden
Preßkörper i o und i i, deren mit dem Werkstück in Berührung kommende Flächen 12
bzw. 13 poliert sind, mit den Füßen 14, 15 in einem mit dem Tisch 16 fest verbundenen
Schienenpaar 17 verschiebbar gelagert. Beide Preßkörper io, i i sind hohl. An die
Preßkörper i o, i i sind je zwei Rohrleitungen 18, i9 angeschlossen. Die Rohrleitungen
18, 19 münden an den einander entgegengesetzten Enden de2r Preßkörper anderen vom
Werkstück abgewandten Flächen in die hohlen Preßkörper i o, i i ein. Die Leitungen
18 stehen über je ein Ventil 2o mit einer Dampfleitung 21 und über je ein Ventil
a2 mit .einer Ablaßleitung 23 in Verbindung. Die Leitungen i9 stehen über je ein
Ventil 24 mit einer Wasserleitung 25 und je ein Ventil 26 mit einer Ablaßleitung
27 in Verbindung. An den Enden der Preßkörper i o, ii sind ferner Ansätze 28 und
29 vorgesehen, durch die Spindeln 30, 31 hindurchgehen. An dem einen Ende der Spindeln
3o, 31 ist je ein Bund 32 befestigt, von denen nur einer dargestellt ist, der als
Anschlag dient und sich in eine Aussparung der Ansätze 28 des Preß'körpers io legt.
Die übrigen Teile der Spindeln 30, 31 besitzen einen größeren Durchmesser als die
Teile, die durch die Ansätze 28 hindurchgehen, und bilden Schultern 33, die sich
gegen die Innenflächen der Ansätze 28 legen. Der durch den Ansatz 29 des anderen
Preßkörpers i i gehende Teil der Spindeln 30, 31 ist 'mit .einem Schraubengewinde
versehen, das mit einem entsprechenden Innengewinde der Ansätze 29 in Eingriff steht.
Die Spindeln 30, 31 sind daher in bezug auf den Preßkörper i o in Längsrichtung
fest angeordnet; sie können aber, wenn sie gedreht werden, den Preßkörper i i in
der Spindelrichtung bewegen. Auf dem Tisch z 6 befestigte Anschläge 34 begrenzen
die Bewegung der Füße 14, 15 in den Führungsbahnen 17. Auf den Spindeln 30, 31 angebrachte
zylindrische Hülsen 35 begrenzen die Bewegung der Preßkörper io, i i gegeneinander.
Die Länge - der Hülsen 35 wird derart gewählt, daß die Füße 14, 15 , der Preßkörper
i o, i i kurz vor den inneren Begrenzungsanschlägen 34 stehen, wenn- die Ansätze
28, 29 der Preßkörper i o, i i auf die beiden Enden der Hülsen 35 auftreffen.
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Um die Preßkörper i o, i i gleichförmig und um die gleiche Strecke
gegeneinander zu bewegen, sind die Spindeln 30, 31 mit einem aus Kurbeln und Verbindungsstangen
bestehenden System versehen. Zu diesem Sy-; stein gehören die Kurbeln 36, 37, welche
um "9g° versetzt zueinander auf. den äußeren :'.'@E-hden der Spindel 3o befestigt
sind, und die w.,I@rbelh 38, 39, welche ebenfalls um 9o° versetzt zueinander an
den äußeren Enden der Spindel 3 i befestigt ,sind. Die Verbindungsstangen 40, 41
verbinden die Kurbe136 mit der Kurb,e138 bzw. die Kurbe137 mit der Kurbel 39, so
daß sich alle vier Kurbeln übereinstinunend drehen müssen. Die Kurbeln 36, 37 sind
um ein Stück über ihre Befestigungsstellen an der Spindel 48 verlängert, um die
Gegengewichte 42, 43 zu bilden.
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Um den Glasbaublock 44 in richtiger Lage zu den Preßkörpern i o und
i i zu halten, sind am Tisch 16 mehrere einstellbare Schrauben 45 ,angebracht, von
denen zwei in Fig. 2 dargestellt sind. Die polierten Innenflächen 12, 13 :der Preßkörper
i o, i i können mit einer Nut 46 und einer Feder 47 versehen sein, :die in -eine
entsprechende Feder und Nut des Glasblockes 44 eingreifen. Mittels des weiter unten
beschriebenen Verfahrens werden an den Lager- oder Stoßflächen des Glasblockes 44
Kunstharzplatten 48 angebracht.
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Die Glasbaueinheit 44, welche im vorliegenden Beispiel einen Block
von ungefähr 46 X 71 cm mit einer maximalen Dicke von ungefähr 9,5 cm darstellt,
wird auf die Schrauben 45 gelegt, die so eingestellt werden, daß der Block .gemäß
Fig. i und 2 mit den Preßkörpern i o und i i in Ebene kommt. Vorteilhaft wird der
Block so genommen, wie .er aus dem Kühlofen kommt, wobei er noch etwas warm ist,
da dies die anschließende Behandlung erleichtert.
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Zwischen den Preßkörpern i o, i i und dem Block 44 werden flache Kunstharzplatten
48 eingesetzt. Die Kunstharzplatten 48 sind im vorliegenden Beispiel ungefähr 2,
5 mm dick und etwas größer als die Flächen des Glasblockes, denen sie gegenüberliegen.
Die Kurbeln 36 bis 39 werden gedreht und damit durch die Spindeln 30, 3 i, die Preßkörper
i o, i i in den Führungsbahnen 17 zum Anliegen an den Glasblock 44 gebracht, wobei
die Kunstharzplatten zwischen dem Glasblock und den Flächen 12, i3,der Preßkörper
gequetscht werden. Alsdann wird -durch Öffnen der Ventile 2o Dampf in das Innere
der hohlen Preßkörper gelassen, während die Ventile 26 geöffnet werden, um durch
Kondensation gebildetes Wasser zu entfernen und einen fortlaufenden Dampfstrom durch
die Preßkörper zu sichern. Die Preßkörper i o, i i werden auf diese Weise erhitzt
und erweichen die Harzplatten 48. Sobald das Harz weich wird, werden die KuFbeln
nochmals ,gedreht und damit die Preßkörper gegen die Seiten des Glasblockes
¢q.
gedrückt. Hierdurch werden die Ungenauigkeiten in den Seitenflächen des Blockes
ausgefüllt. Die Betätigung der Preßkörper wird fortgesetzt, bis die Ansätze 28,
29 der Preßkörper i o, I I dicht auf den Enden der Hülsen 35 aufliegen, wodurch
das, überschüssige Harz herausgequetscht wird.
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Nachdem die Harzplatten so auf die Stoß-oder Lagerflächen des Glasblockes
¢.4 aufgebracht sind, werden die Ventile 20, 26 .geschlossen und die Ventile 22,
24 geöffnet, so daß kaltes Wasser aus den Leitungen 25 in das Innere der Preßkörper
i o, i i strömt und aus .denselben durch die Ablaßleitungen 23 heraustreten kann.
Die Preßkörper werden auf diese Weise abgekühlt und kühlen ihrerseits das Harz,
so daß dieses erhärtet. Hierauf werden die Preßkörper durch Rückwärtsdrehen der
Kurbeln 36 bis 39 vom Glasblock 44 wegbewegt. Zur Verhinderung des Anhaftens sder
Preßkörper am Harz wird vorteilhaft zwischen jede Harzplatte und den mit ihr in
Berührung kommenden Preßkörper ein dünnes Cellophanblatt gelegt. Nachdem die Preß'körper
von den mit Harz bedeckten, Seitenflächen des Glasblockes ¢q. entfernt worden sind,
wird das überschüssige Harz mit einem scharfen Messer abgenommen.
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Auf diese Weisse kann eine Reihe von Glasblöcken mit großer Genauigkeit
und geringstem Arbeitsaufwand in genau vorherbestimmten Größen hergestellt werden.
Für das vorliegende Bleispiel wurde festgestellt, daß die Breite der Glasblöcke
mit den obenerwähnten Abmessungen im Mittel um 2,5 mm schwankte, wenn die
Glasblöcke aus dem Kühlofen kamen, daß aber die mittlere Schwankung dieser Abmessung
nur ungefähr o,oi mm betrug, nachdem die Glasblöcke der beschriebenen Behandlung
unterworfen worden waren. Es wurde fernerhin festgestellt, daß die besten Ergebnisse
dann erhalten werden, wenn die Dickes der benutzten Harzplatten gleich der mittleren
Schwankung der Abmessungen des Glasblockes. ist. Die Flächen 12 und 13 der Preßkörper
können mit einer beliebigen, den Seiten des Glasblockes entsprechenden Kontur versehen
werden, die in der dargestellten Und
beschriebenen Weise nut- und federartig
ineinandergreifen, wobei die Randflächen auch gleichmäßig gekrümmt sein können.
Es ist ohne weiteres verständlich, daß die Preßkörper so hergestellt sein können,
daß sie in der dargestellten Weisse dem Block im wesentlichen parallele gegenüberliegende
Kanten oder winklig zueinander stehende Kanten erteilen. Wenn alle vier Kantenflächen
des Glasblockes behandelt werden sollen, werden zunächst zwei gegenüberliegende
Kanten und nach Drehung des Blockes um 9o° die beiden anderen Kanten in der beschriebenen
Weise behandelt.