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Verfahren und Vorrichtung zum Gewinnen und Reinigen von Acetoü, Äthylalkohol
und Butylalkohol aus Gärlösungen oder aus entsprechend zusammengesetzten Gemischen
anderer Herkunft durch ununterbrochene Destillation Verfahren und Vorrichtung zum
Gewinnen und Reinigen von Aceton, Äthylalkohol und Butylalkohol aus Gärlösungen
oder aus entsprechend zusammengesetzten Gemischen anderer Herkunft durch ununterbrochene
Destillation.
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Die bekannten Verfahren zur Gewinnung von Aceton, Äthylalkohol und
Butylalkohol aus der gemeinsamen wäßrigen Lösung dieser Stoffe sind in ihrer Anwendbarkeit
und Wirtschaftlichkeit weitgehend abhängig von der Zusammensetzung der betreffenden
Ge-
mische. Diese Tatsache ist zurückzuführen auf die Löslichkeits- und Dampfdruckverhältnisse
des Systems Butylalkohol-Wasser und auf den Einfluß, den die Gegenwart der mit den
beiden Komponenten unbegrenzt 1-nischbaren Stoffe Aceton und Äthylalkohol ausübt.
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Es ist von technischer und wirtschaftlicher Bedeutung, ob die unter
bestimmten Konzentrationsbedingungen infolge der begrenzten Mischbarkeit von Butylalkohol
und Wasser eintretende Schichtenbildung für die Durchführung desTrennungsverfahrens
nutzbar gemacht werden kann. Für den Destillationsverlauf ist das Mengenverhältnis
von Butylalkohol und Wasser insofern wesentlich, als die beiden Stoffe ein Gemisch
mit Minimumsiedepunkt bilden. Dieses läßt sich durch Destillation von der im Überschuß
vorhandenen Komponente abtrennen. je nach der Zusammensetzung des Ausgangsgemisches
hinterbleibt also Wasser oder Butylalkohol.
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Das azeotrope Gemisch Wasser-Butvlalkohol ist in der Fachliteratur
vielfach beschrieben worden, Es siedet unter Atmosphärendruck bei 92,3' C
und enthält etwa 37 % Wasser. Nach der Kondensation zerlegt sich das Gemisch
den Löslichkeitsverhältnissen entsprechend in zwei Schichten.
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Für die ununterbrochene Trennung von Aceton, Äthylalkohol, Butylalkohol
und Wasser bestehen auf Grund des erwähnten physikalischen Verhaltens Verfahrensmöglichkeiten,
die hinsichtlich des Ausgangsgemisches bestimmte Konzentrationsbedingungen zur Voraussetzunu
haben.
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So können"Lösungen, die sich nach Entfernung des Acetons entmischen,
in bekannter Weise derart aufgearbeitet werden, daß zunächst dasAceton in einer
Fraktionierkolonne üblicher Bauart aus der Ausgangslösung abdestilliert wird. Die
hierauf eintretende Schichtenbildung ermöglicht dann die Trennung der Restflüssigkeit
in einen vorwiegend aus Butylalkohol bestehenden und einen vorwiegend wäßrigen Anteil.
Die beiden Schichten können hiernach gesondert in weiteren Kolonnen aufgearbeitet
werden, und zwar die untere wäßrige Schicht auf Äthylalkohol, die
obere
Schicht auf Butylalkohol. Voraussetzung für die beschriebene Arbeitsweise ist, daß
nach Entfernung des Acetons eine Entmischung der Restflüssigkeit eintritt. Diese:
Voraussetzung fehlt in vielen Fällen, so z. wenn der Gehalt der Lösungen an dein'-.
stark homogenisierend wirkenden Äthylalkohol hoch ist oder wenn sich Wasser und
Butylalkohol an sich in Mengenverhältnissen gegenüber stehen, die innerhalb der
Löslichkeitsgrenzen liegen; bekanntlich löst Butylalkohol etwa 15 %Wasser, während
Wasser etwa io 1/0 Butylalkohol aufzunehmen vermag.
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Zu den an bestimmte Konzentrationsverhältnisse der Ausgangslösung
gebundenen Verfahren gehören auch die bekannten, für dieAufarbeitung vorwiegend
wäßriger, durch Gärung gewonnener Lösungen angegebenen Verfahren. Sie sind dadurch
gekennzeichnet, daß Aceton, Äthylalkohol und Butylalkohol gemeinsam mit einem gewissen
Anteil Wasser in einer Abtreibekolonne stetig aus der wäßrigen Ausgangslösung abdestilliert
werden und daß die Destillatdämpfe in einer zweiten Kolonne unmittelbar einer Rektifikation
unterworfen werden, bei der einerseits ein rohes äthylalkoholhaltiges Acetonkonzentrat
gewonnen wird und andererseits ein Butylalkohol-Wasser-Gemisch anfällt, das in seiner
Zusammensetzung etwa dem azeotropen Gemisch entspricht. Das Butylalkoliol-Wasser-Gemisch
zerlegt sich nach der Kondensation in zwei Schichten, deren untere wäßrige in die
Abtreibekolonne zurückkehrt. Die obere Schicht, im wesentlichen Butylalkohol mit
etwa 15 % Wasser, und das äthylalkoholhaltige Rohaceton sind die Fertig-
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erzeügnisse, Voraussetzung für die Anwendbarkeit dieserArbeitsweise ist,
daß derÄthylalkohol, dessen getrennte Gewinnung nicht vorgesehen ist, nur in geringem
Anteil in der Ausgangslösung vorliegt; andernfalls ist das geschilderte Verfahren
der Butylalkoholabscheidung infolge Ausbleibens der Schichtenbildung nicht möglich.
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Vorhandener Äthylalkohol tritt notwendigerweise als Verunreinigung
in der Acetonfraktion und in der Butylalkoholfraktion auf; aber auch im übrigen
liefern die in Frage ' stehenden bekannten Verfahren weder den ButylalkohQ1
noch das Aceton in reinem Zustand: der Butylalkohol enthält wie erwähnt noch etwa
15 11" Wasser. Die Acetonfraktion wird durch in der Gärlösung regelmäßig enthaltene
Vorlaufprodukte verunreinigt, die außerdem unkondensierbare Gase, wie Kohlendioxyd
und Wasserstoff mit sich führen und dadurch diekektifikation empfindlich stören
und Acetonverluste verursachen.
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Die nach diesen Verfahren gewonnenen beiden Destillate: sowohl die
Butylalkoholfraktion wie die Acetonfraktion müssen daher zwecks Gewinnung von Reinprodukten
in be-#sonderem, periodisch erfolgenden Verfah-Xen - gegebenenfalls unter
Zusatz von ,Chemikalien - fraktioniert werden, eine Arbeitsweise, die infolge
erheblicher Destillatverluste und hohen Dampfaufwandes unwirtschaftlich ist.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren, das von
dem Mengenverhältnis, in dem Aceton, Äthylalkohol, Butylalkohol und Wasser in der
Ausgangslösung enthalten sind, grundsätzlich unabhän-gig ist. Es liefert
im Gegensatz zu den vorstehend beschriebenen älteren Verfahren unmittelbar und ununterbrochen
Reinaceton, hochgradigen Äthylalkohol und reinen wasserfreien Butylalkohol in bester
Ausbeute; dabei werden die eingangs erörterten charakteristischen Löslichkeits-
und Dampfdruckverhältnisse des Systems Butylalkohol-Wasser in wärmewirtschaftlich
günstigster Weise nutzbar gemacht.
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In der Anwendung auf eine wäßrige, durch Gärung gewonnene Lösung der
drei Erzeugnisse gestaltet sich das neue Verfahren wie folgt: Zunächst werden Aceton,
Äthylalkohol und Butylalkohol in an sich bekannter Weise gemeinsam in einer Destillierkolonne
von der Hauptmenge des Wassers abgetrennt. Dieses tritt frei von den drei vorgenannten
Stoffen aus dem Unterteil der Kolonne aus und gibt seine Wärme in einem Wärmeaustauscher
an die zu destillierende oder eine andere vorzuwärmende Flüssigkeit ab.
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Die Destillatdämpfe, die eine den Wassergehalt vermindernde Verstärkung
erfahren können, werden in einer Kondensations- und Gasabscheidevorrichtung verflüssigt
und von unkondensierbaren Gasen befreit. Das so gewonnene heiße Kondensat wird unmittelbar
anschließend der Rektifizierapparatur zugeführt, in der die Zerlegung des Gemisches
folgendermaßen bewirkt wird: In einer besonders ausgebildeten Kolonne, der Butylalkoholkolonne,
wird zuerst der Butylalkohol, der, wenn von Gärlösungen (Maischen) normaler Zusammensetzung
ausgegangen wurde, als Hauptbestandteil im Rohdestillat vorliegt, von den übrigen
Komponenten des Gemisches abgeschieden. Die Trennung geht zunächst in der Weise
vor sich, daß Aceton und Äthylalkohol mit wenig Wasser und einem geringen Anteil
Butylalkohol unter Rektifikation in der Kolonne nach oben abdestilliert werden,
während sich Butylalkohol und Wasser als schwerer siedende Bestandteile in der Hauptmenge
nach unten zu anreichern und schließlich - weitgehend
befreit
von Aceton und Äthylalkohol -
in ein Scheidegefäß besonderer Konstruktion
gelangen, das im Innern der Kolonne angeordnet und gegen den unterhalb sich anschließenden
Kolonnenteil durch einen Blindboden abgeschlossen ist.
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Im Scheidegefäß trennt sich die Flüssigkeit in zwei Schichten, in
eine obere, die hauptsächlich aus Butylalkohol besteht, und in eine untere, vorwiegend
wäßrige Schicht. Die obere Schicht wird durch ein überlaufrohr dem unterhalb des
Blindbodens befindliehen Teil der Kolonne zugeführt. In diesem wird die nur wenig
Wasser enthaltende Flüssigkeit durch Rektifikation in das azeotrope Butylalkohol-Wasser-Gemisch
und in wasserfreien Butylalkohol zerlegt. Die Dämpfe des azeotropen Gemisches werden
durch ein Rohr unterhalb des Blindbodens aus der Kolonne entnommen und oberhalb
des Flüssigkeitsspiegels in das Scheidegefäß zurückgeleitet. Der wasserfreie Butylalkohol
verläßt dampfförmig oder flüssig das indirekt beheizte Unterteil der Kolonne.
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Die untere Schicht der Scheidegefäßflüssigkeit besteht aus einer gesättigten
Lösung von Butylalkohol inWasser, die nur geringe Mengen von Äthylalkohol und Aceton
enthält. Diese Flüssigkeit wird aus dem Unterteil des Scheidegefäßes stetig abgezogen
und in die ersterwähnte Destillierkolonne -(Maischedestillierkolonne) zurückgeführt.
Gegebenenfalls kann die Flüssigkeit der unteren Schicht auch der im weiteren zu
beschreibenden Äthylalkoholkolonne zugeleitet werden.
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Das geschilderte Verfahren bietet den Vorteil, daß der größte Teil
des im Rohdestillat vorhandenen Wassers flüssig, also ohne Verdampfungsaufwand
abgeschieden wird. Kondensatoren und besondere Scheidegefäße zur Verflüssigung bzw.
Zerlegung des azeotropen Butylalkohol-Wasser-Destillates werden nicht benötigt.
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Die latente Wärme der aus dem unteren Kolonnenteil in das Scheidegefäß
übertretenden Butylalkohol-Wasser-Därnpfe wird unmittelbar zur Beheizung des oberen
Kolonnenteiles nutzbar gemacht.
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Die im Scheidegefäß in zwei Schichten zerlegte Flüssigkeit gelangt
ohne Wärmeverluste in die anschließenden Arbeitsgänge.
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Am Kopf der Butylalkoholkolonne werden, wie bereits erwähnt, Aceton
und Äthylalkohol mit geringen Anteilen von Butylalkohol und Waser abdestilliert.
Dieses Gemisch, das zum Zwecke der Gewinnung von Aceton und Äthylalkohol im weiteren
Verfahren zu zerlegen ist, stellt mengenmäßig nur etwa % des aus Gärlösungen
normaler Zusammensetzung erhaltenen Rohdestillates dar. Demgemäß erfordert die Reindarstellung
von Aceton und Äthylalkohol nach dein neuen Verfahren eine kleinere Apparatur und
geringere Betriebskosten als bei der bekannten Arbeitsweise, nach der die Abscheidung
des Butylalkohols erst in der letzten Verfahrensstufe erfolgt.
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Das aus dem Oberteil der Butylalkoholkolonne austretende Destillat
wird unmittelbar oder nach Verflüssigung in einer Kondensationseinrichtung der Acetonkolonne
zugeführt. Diese bewirkt die Abscheidung und Rektifikation des Acetons, das in Dampfforrn
nach oben steigt und in einer Kondensationseinrichtung verflüssigt wird. Ein Teil
des Kondensates geht als Rücklauf wieder in die Acetonkolonne; der übrige Teil des
Acetons wird als Fertigprodukt abgezogen. Erforderlichenfalls kann dieses Destillat
anschließend weiteren Rektifikationsmaßnahmen unterworfen werden.
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Aus dem Unterteil der Acetonkolonne tritt die acetonfreie Restflüssigkeit
aus. Sie fließt der Äthylalkoholkolonne zu, in der der Äthylalkohol abdestilliert
und rektifiziert wird. Die Kondensationseinrichtung dieserKolonne liefert hochgradigen
Äthylalkohol. Aus dem Kolonnenunterteil läuft - von wertvollen Stoffen völlig
befreit -das restliche Wasser ab. Mit dem Destillationsrückstand der Acetonkolonne
gelangt ein geringer Anteil des Butylalkohols in die Äthylalkoholkolonne, wo er
sich in einer bestimmten Zone anreichert. Das butylalkoholreicheGemisch wird aus
dem betreffenden Teil der Äthylalkoholkolonne, die ähnlich wie die Butylalkoholkolonne
mit einem eingebauten Scheidegefäß ausgestattet sein kann, abgezogen und in den
oberen Teil der Butylalkoholkolonne zurückgeleitet.
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Aus dem geschlossenen Kreislauf des beschriebenen Verfahrens werden
demnach nur reine Produkte entnommen. Das Wasser der Ausgangsflüssigkeit, Schlempe
und Lutterwasser sowie die gasförmigen Begleitstoffe werden frei von Aceton, Äthylalkohol
und Butylalkohol ausgeschieden.
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Sind im Rohgemisch bzw. in der Gärlösung noch andere Stoffe enthalten,
so kann das Reinigungsverfahren sinngemäß erweitert werden. Wenn beispielsweise
höhere Alkohole zugegen sind, so wird das aus dem Unterteil derButylalkoholkolonne
austretende Produkt unmittelbar anschließend in eine besondere Kolonne gegeben,
in der der Butylalkohol stetig von den schwerer siedenden Stoffen abdestilliert
wird.
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In entsprechender Weise kann auch der aus der Hauptapparatur entnommene
Äthylalkohol durch weitere Rektifikation von etwa vorhandenen Verunreinigungen,
z. B. höheren Ketonen, befreit werden.
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Im Rahmen des Verfahrens kann eine chemische Behandlung gewisser Zwischendestillate,
so
z. B. eine Zugabe von Alkalien, erfolgen.
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Auf der beiliegenden Zeichnung ist eine zur Durchführung des Verfahrens
geeignete Vorrichtung beispielsweise dargestellt.
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Das wäßrige Ausgangsgernisch wird der Destillierkolonne i entweder
vom Hochbehälter:2 aus oder auch mittels einer Pumpe3 von tiefer angeordneten, auf
der Zeichnung nicht dargestellten Behältern, z. B. Gärbottichen, aus durch die Leitungen4
zugeführt. Auf diesem Wege geht die,Flüssigkeit zunächst durch den Kondensatorvorwärmer
5,
in dem die Kondensationswärme des Rohdestillats zur Vorwärmung genutzt
wird. Hierauf durchströmt die Flüssigkeit den Wärmeaustauscher6, in dem die aus
dem Unterteil derDestillierkolonnei durchRohr7 austretende, von Aceton, Ätl-iylalkohol
und Butylalkohol völlig befreite Flüssigkeit (Schlempe) einen Teil ihrer Wärme an
das zu destillierende Rohgemisch abgibt. Das Unterteil der Destillierkolonm wird
mit direktem Dampf beheizt. Das als Verstärkungskolonne wirkende Oberteil der Destillierkolonne
ist durch das Rohr 8 mit dem Kondensatorvorwärmer 5 verbunden, an
dem der Gasabscheiderg angeschlossen ist. Im Kondensatorvorwärmer5 wird das aus
der Kolonne entweichende Dampfgemisch verflüssigt. Nicht kondensierbare Gase werden
durch das Rohr io des Gasabscheiders 9 abgeführt. Das gasfreie Kondensat
geht zum Teil durch die Leitungen ii in die Kolonne i zurück, zum Teil gelangt es
durch die Leitungen 1--9 zur Butylalkoholkolonne 13. Die Mengen von Rücklauf und
Destillat werden durch die Ventile 14 geregelt.
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Aus den Laugenbehältern 15 und 16 kann zum Zwecke der Neutralisation
flüchtiger Säuren Alkalilösung in die Destillierkolonne oder in die bereits von
Kohlensäure befreiten Zwischendestillate gegeben werden. Die Alkalilösung wird entweder
unmittelbar in die Kolonnen geführt, oder sie wird in besonderen stetig wirkenden
Neutralisationsvorrichtungen mit den betreffenden Destillaten zusammengebracht.
Für die Zuführung der Lauge zu den Kolonnen sind die Leitungen 17 bis 21 vorgesehen,
die mit den erforderlichen Absperrorganen ausgestattet sind. Eine Neutralisationsvorrichtung2:2
ist beispielsweise in Leitung r2 eingeschaltet. Die Lauge wird durch die Leitungen
17 und 23
zugebracht. Das der Butylalkoholkolonne 13 zufließende Gemisch wird
in dem oberhalb des Blindbodens #4 befindlichen Kolonnenteil zerlegt in ein vorwiegend
aus Aceton und Äthylalkohol bestehendes und nur wenig Butylalkohol und Waser enthaltendes
Destillat einerseits und in ein von Aceton und Äthylalkohol weitgehend befreites
Butylalkohol-Wasser-Gemisch andererseits. Die letztgenannte Flüssigkeit gelangt
durch das Rohr 25 in ein durch den Blindboden:24 nach unten abgeschlossenes
Scheidegefäß 26. Hier scheidet sich dW Flüssigkeit in zwei Schichten. Die
obere, butylalkoholreiche Schicht wird durch das Überlaufrohr 27 in den unterhalb
des Blindbodens befindlichen, mit indirekter Heizung versehenen Kolonnenteil geleitet.
In diesem wird der Butylalkohol durch Abdestillieren des azeotropen Butylalkohol-Wasser-Gemisches
entwässert. Gleichzeitig werden. etwaige Aceton- und Äthylalkoholanteile aus dem
Butylalkohol abgetrieben. Die Destillatdämpfe treten unterhalb des Blindbodens 24-
aus dem unteren Kolonnenteil aus und werden durch das Rohr 28 in den das
Scheidegefäß enthaltenden Teil der Kolonne zurückgegeben. Der wasserfreie Butylalkohol
wird am Fuße der Kolonne durch Rohr 2,9 abgezogen und -nach dem Kühler
30 geleitet. Die untere Schicht der Scheidegefäßflüssigkeit läuft durch Leitung
31, in der das Regulierventil 32 angeordnet ist, in die Destillierkolonne
i zurück, Aus dem Oberteil der Butylalkoholkolonne 13 gelangen die Destillatdämpfe
durch das Rohr 33 nach dem Kondensator 34 und von diesem teilweise nach dem
Ergänzungskondensator 35, der mit einem Entlüftungsrohr 36 versehen
ist. Das in den Kondensatoren 34 und 35 verflüssigte Gemisch fließt zu einem
Teil durch die Leitungen 37 nach der Kolonne 13 zurück, zum anderen Teile
wird das Kondensat durch die Leitungen 38 in die Acetonkolonne
39 geführt; zur Regelung der Mengenverhältnisse sind in den Leitungen
38
die Ventile 4o angeordnet. Eine an das Rohr 33 angeschlossene Leitung
41 gestattet die Umgehung der Kondensatoren 34 und 35.
Nach Schließen des
Absperrorgans 42 und Öffnen des Absperrorgans 43 treten die Destillatdämpfe aus
Kolonne 13 dann unmittelbar durch Leitung 41 nach der Kolonne 39 über. In
dieser wird das Aceton durch Rektifikation nach oben abgeschieden, während die acetonfreie
Restflüssigkeit durch Leitung 44 aus dem direkt oder indirekt beheizten Kolonnenunterteil
austritt. Zur Verstärkung der Trennwirkung ist die Acetonkolonne 39 mit einem
seitlich angeordneten Zwischenkondensator 45 ausgestattet. Ein im Inneren der Kolonne
39 angebrachter Blindboden 46 zwingt die Dämpfe, durch Leitung 47 die Kolonne
zu verlassen und den Zwischenkondensator 45 zu durchstreichen. Nach Abscheidung
eines an höher siedenden Bestandteilen reichen Kondensates gelangen die Dämpfe durch
Leitung 48 oberhalb des Blindbodens wieder in die Kolonne 39. Der
im
Zwischenkondensator 4 5 verflüssigte Destillatanteil kehrt 'durch Rohr 49
unterhalb des Blindbodens 46 in die Kolonne 39 zurück.
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Die rektifizierten Acetondämpfe treten aus der Kolonne 39 durch
Rohr 5o in den Kondensator 51 über. An diesen ist der mit dem Entlüftungsrohr
52 versehene Ergänzungskondensator 53 angeschlossen. In den Kondensatoren
51 und 53 werden die Acetondämpfe verflüssigt. Das Kondensat wird zum Teil
durch die Leitungen 54 nach Kolonne 39
zurückgeführt, aus dem Kondensator
51 läuft es zum Teil durch Rohr 55 nach dem Schlangenkühler56 und verläßt
denselben durch das mit einem Regulierhahn51 versehene Rohr 58. Vom Ergänzungskondensator
53 aus kann durch die Leitungen 59 Kondensat entnommen und nach der
Destillierkolonne i zurückgeleitet werden. Durch Rohr bo kann im Ergänzungskondensator
53 gebildetes Kondensat aus der Apparatur entfernt werden.
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Die acetonfreie Restflüssigkeit gelangt durch Rohr 44 in die durch
direkte oder indirekte Dampfzufuhr beheizte Äthylalkoholkolonne 61. Diese liefert
nach oben hochgradigen Äthylalkohol und nach unten völlig entgeistetes Wasser. Die
Dämpfe des Äthylalkoholrektifikates verlassen die Kolonne 61 durch das Rohr
62. Sie werden im Kondensator 63 und im Ergänzungskondensator 64 verflüssigt.
Der Ergänzungskondensator 64 ist mit dem Entlüftungsrohr 65 versehen. Das
Kondensat kehrt zum Teil durch die Leitungen 66 in die Äthylalkoholkolonne
61 zurück. Vom Kondensator 63 wird ein Teil des Kondensats durch Rohr
67 nach dem Kühler 56 geführt, aus dessen zweiter Schlange der hochprozentige
Äthylalkohol durch Rohr 68 und Regulierventil 69 abläuft. Die am Ergänzungskondensator64
angeschlossene Leitung 7o ermöglicht die Rückführung von Kondensat nach der Acetonkolonne39.
Durch das Verbindungsrohr71 kann dieser Destillatanteil über Leitung 59
nach
der Destillierkolonne i geleitet werden. Durch Rohr 72 wird das betreffende
Kondensat erforderlichenfalls aus der Apparatur ausgeschieden.
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Der mit der Restflüssigkeit durch Leitung 44 in die Äthylalkoholkolonne61
gelangte Anteil des Butylalkohols reichert sich in der mittleren Partie der Kolonne
an, in der ein durch den Blindboden 73 nach unten abgeschlossenes Scheidegefäß
74 eingebaut ist. Die in diesem angesammelte Flüssigkeit zerlegt sich in zwei Schichten,
deren obere, butylalkoholreiche, durchLeitung75 stetig abgezogen und mittels einer
auf der Zeichnung nicht dargestellten Pumpe nach der Butylalkoholkolonne 13 befördert
wi,rd. Die' untere, vorwiegend wäßrige Schicht läuft durch Rohr 76 in die
unterhalb des Blindbodens 73 befindliche Entgeistungskolonne. Die Destillatdämpfe
dieses Kolonnenteiles treten durch das Rohr77 oberhalb des Flüssigkeitsspiegels
in das Scheidegefäß 74 über. Das Lutterwasser verläßt das Unterteil der Kolonne
61 durch Rohr 78.
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Für den Fall, daß die im Scheidegefäß 26
der Butylalkoholkolonne
13 als untere Schicht anfallende Flüssigkeit in der Äthylalkoholkolonne 61
aufgearbeitet werden soll, kann zwischen dem Scheidegefäß.26 und derÄthylalkoliolkolonne
61 durch die absperrbaren Rohre 3 1 und 79 eine Verbindung hergestellt
werden.