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Verfahren zur Druckwärmespaltung von Kohlenwasserstoffölen Vorliegende
Erfindung betrifft eine Verbesserung bei solchen Verfahren zur Druckwärmespaltung
von Kohlenwasserstoffölen, bei denen ein Öl gespalten wird, die anfallenden dampfförmigen
und flüssigen Spaltprodukte getrennt und die Dämpfe zunächst in einer ersten Fraktionierzone
in eine hochsiedende und eine niedrigsiedende Rücklauffraktion und ein Benzindampf-Gas-Gemisch
getrennt werden, ferner die hochsiedende Rücklauffraktion in die erste Spaltzone
wieder zurückgeführt wird, die niedrigsiedende Rücklauffraktion in einer zweiten
Spaltzone strengeren Spaltbedingungen unterworfen wird und die hierbei erhaltenen
dampfförmigen Spaltprodukte den dampfförmigen. Spaltprodukten der ersten Spaltstufe
vor der Fraktionierung zugemischt werden- und das zu spaltende Frischöl zumindest
einer der breiten Rücklauffraktionen zugesetzt wird.
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Erfindungsgemäß wird das Benzindampf-Gas-Gemisch aus der ersten Fraktionierzone
in einer Rektifizierkolonne in eine gasförmige Spaltprodukte enthaltende niedrigsiedende
Benzinfraktion und in eine hochsiedende gasfreie Benzinfraktion getrennt und nur
die niedrigsiedende Benzinfraktion in einer dritten Fraktionierzone durch Abtrennung
der unerwünschten niedrigsiedenden Bestandteile stabilisiert.
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In der bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird die stabilisierte
niedrigsiedende Benzinfraktion mit der nicht gesondert stabilisierten hochsiedenden
Benzinfraktion
zur Bildung des Benzinerzeugnisses des Verfahrens vermischt, und zwar vorzugsweise
nachdem die hochsiedende Benzinfraktion zunächst einer mehr oder weniger intensiven
chemischen Raffination unterworfen wurde.
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Für die Aufarbeitung von gashaltigem Rohbenzin wurde bereits vorgeschlagen,
einen derartigen Ausgangsstoff, wie er z. B. in einer ersten Fraktionierzone als
dampfförmiges Gemisch von Benzindämpfen und Spaltgasen von höhersiedenden Spaltprodukten
abgetrennt wird, zunächst in einer zweiten Fraktionierzone in eine niedrigsiedende
und eine höhersiedende gashaltige Benzinfraktion zu trennen, die letztere für sich
in einer dritten Fraktionierzone von niedrigsiedenden Bestandteilen und Gasen zu
befreien, in der dritten Fraktionierzone abgetrennte Bestandteile zusammen mit der
niedrigsiedenden Fraktion aus der zweiten Fraktionierzone-durch Kühlung, Komprimierung
und weitere Kühlung weitestgehend zu verflüssigen und das Kondensat aus der Kompression
und Kühlung in einer vierten Fraktionierzone durch Abtrennung der unerwünschten
niedrigsiedenden Bestandteile zu stabilisieren. Demgegenüber ermöglicht die vorliegende
Erfindung eine bedeutende Vereinfachung sowohl in der Aufarbeitungsweise als auch
in der zu ihrer Ausübung, Überwachung und Regelung benötigten Vorrichtungen unter
Vermeidung jeglicher Dampf- bzw. Gaskompression ohne Beeinträchtigung- der Qualität
des anfallenden Erzeugnisses. Die erfindungsgemäße Gewinnungsart des Spaltbenzins
ermöglicht demnach eine vereinfachte und wirtschaftlichere Aufarbeitung im Rahmen
des Selektivverfahrens, bei dem infolge der Anwendung von mehreren getrennten Spaltzonen
die Ansprüche an Überwachung an sich zunächst hoch sind und demnach ein kompliziertes
Stabilisationssystem mit einer Vielheit von Fraktionier- und Rektifizierkolonnen
nebst zwischengeschalteten Kompressoren eine enorme Überlastung in bezug auf Handhabung
und Überwachung des Gesamtsystems darstellen würde. .
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In einer besonderen Ausführung des Verfahrens wird der Druck in der
Rektifizierkolonne und in der Kondensierung des aus dieser Kolonne austretenden
Dampf-Gas-Gemisches mit dem in der ersten Fraktionierzone herrschenden Druck ausgeglichen,
während das bei dieser Kondensierung anfallende Leichtbenzin nach Abtrennung der
unkondensiert und ungelöst verbleibenden Gase wieder aufgeheizt und in der dritten
Fraktionierzone unter höherem als dem in der voraufgehenden Fraktionierung herrschenden
Druck stabilisiert wird; die Wiederaufheizung erfolgt dabei zweckmäßig durch mittelbaren
Wärmeaustausch unter Ausnutzung von Abfallwärme des Verfahrens. Die Wirtschaftlichkeit
des Verfahrens wird weiterhin dadurch gefördert, daß das aus der ersten Fraktionierzone
austretende Benzindampf-Gas-Gemisch zunächst in zwei Ströme aufgeteilt wird, von
denen der eine Strom unmittelbar der Rektifizierkolonne zugeführt und der andere
kondensiert und in Kondensat und nichtkondensiertem Gas getrennt wird, wobei das
Kondensat in an sich bekannter Weise in den Kopfteil der ersten Fraktionierzone
zurückgeführt wird, um hier die Gewinnung eines von oberhalb des gewünschten Benzinsiedepunktes
siedenden Bestandteilen praktisch freien Benzindampf-Gas-Gemisch zu fördern, und
das nichtkondensierte Gas dem aus der Rektifizierkolonne austretenden Leichtbenzindampf-Gas-Gemisch
zugesetzt wird.
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Die schematische Zeichnung zeigt eine bevorzugte Vorrichtungsform
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, das jedoch nicht an die dargestellte
und nachfolgend beschriebene besondere Vorrichtung gebunden ist.
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In der Anlage gemäß der Zeichnung wird frisches Beschickungsöl durch
Rohr x, Ventil 2, Pumpe 3 und Rohr q. dem Verfahren zugeführt und kann durch Ventil
5 in den Fraktionierturin 6 an irgendeiner geeigneten Zwischenstelle eingeführt
oder ganz oder zum Teil durch Rohr 7 und Ventil 8 in den unteren Teil des Fraktionierturms
6 eingeleitet werden. Vor seiner Einführung in den Fraktionierturin kann das Beschickungsöl
durch mittelbare Berührung mit heißen, dämpfförmigen und/oder flüssigen Produkten
des Verfahrens oder auf andere geeignete Weise vorgewärmt werden. Das Frischöl wird
im Fraktionierturm 6 mit den dampfförmigen Spaltprodukten des Verfahrens vermischt
und einer Fraktionierung unterworfen.
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Die Bestandteile der dampfförmigen Spaltprodukte, die oberhalb des
Endsiedepunktes des gewünschten Benzinerzeugnisses des Verfahrens sieden, werden
im Fraktionierturin 6 kondensiert und zusammen mit dem Frischöl in verhältnismäßig
niedrigsiedende und hochsiedende Fraktionen getrennt.
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Die hochsiedende Fraktion des Rücklauf-Frischöl-Gemisches gelangt
zur Pumpe ii, die das Öl durch Rohr 12 und Ventil 13 zwecks Spaltung in die im Ofen
15 gelagerte Heizschlange 1q. fördert. Die erhitzten Produkte gelangen aus
der Heizschlange 1q. durch Rohr 16 und Ventil 17 in die Reaktionskammer 18.
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Die niedrigsiedende Fraktion des Rücklauf-Frischöl-Gemisches kann
von einer oder mehreren geeigneten Zwischenstellen des Fraktionierturms 6, beispielsweise
durch Rohr ig und Ventil 2o, zur Seitenkolonne 21 geleitet werden, in der sie von
im Benzinerzeugnis des Verfahrens gewünschten Bestandteilen und mitgerissenen Gasen
praktisch befreit wird. Die Wärme zur Nachsiedung kann dem in der Seitenkolonne
21 befindlichen Kondensat beispielsweise dadurch zugeführt werden, daß Heizdampf,
heißes t51 od. dgl. durch die Heizschlange 22 geleitet wird. Der in der Seitenkolonne
21: entwickelte Dampf wird durch das Rohr 23 in den Fraktionierturin 6 zurückgeleitet.
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Der entgaste niedrigsiedende Rücklauf wird aus der Seitenkolonne 2i
durch- Rohr 9,4 und Ventil 25 der Pumpe 26 zugeführt und von dieser durch. Rohr
27 und Ventil 28 zwecks Spaltung zur Heizschlange 29 gefördert.
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Die Seitenkolonne 2i kann, falls erwünscht, weggelassen oder durch
eine andere geeignete Nachsiede-und Scheidevorrichtung ersetzt werden. Ferner kann
ein Teil oder die Gesamtmenge des der Reizschlange 29 zuströmenden Öles in geeigneter
Weise vorgewärmt werden, beispielsweise indem es aus Rohr 27 abgezweigt, durch Rohr
33 und Ventil 34 dem Wärmeaustauscher 35 zugeführt und danach durch Rohr 36 und
Ventil 37 in das Rohr 27 zurückgeleitet wird.
Im Ofen 3o wird dem
durch die Heizschlange 29 fließenden Öl die erforderliche Wärme zugeführt, um es
auf die erforderliche Spalttemperatur, vorzugsweise unter beträchtlichem Druck,
zu bringen. In der Heizschlange 29 werden strengere Spaltbedingungen als in der
Heizschlange 14 angewandt, und die heißen Produkte aus dieser Zone werden im dargestellten
Beispiel durch Rohr 31 und Ventil 32 in den oberen Teil der Reaktionskammer 18 eingeführt.
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Es empfiehlt sich, das Beschickungsgut in den Fraktionierturm 6 dann
einzuführen, wenn das Beschikkungsgut ein Öl von verhältnismäßig weitem Siedebereich
ist und" eine beträchtliche Menge an Bestandteilen enthält, die innerhalb des Siedebereiches
sowohl der niedrigsiedenden als auch der hochsiedenden Rücklauffraktionen liegen.
Im Fall eines verhältnismäßig niedrigsiedenden Beschickungsöles, das keine nennenswerte
Menge an Bestandteilen mit Siedepunkten innerhalb des Siedebereiches der hochsiedenden
Rücklauffraktion enthält, kann das Beschickungsöl ganz oder zum Teil ohne unmittelbaren
Durchgang durch den Fraktionierturm 6 der Heizschlange 29 zugeführt, um in dieser
Schlange zusammen mit dem niedrigsiedenden Rücklauf erhitzt zu werden. Andererseits
kann das Beschickungsöl, insbesondere wenn es verhältnismäßig hoch siedet und keine
nennenswerte Menge an Bestandteilen mit Siedepunkten innerhalb des Siedebereiches
des niedrigsiedenden Rücklaufes enthält, ganz oder zum Teil unmittelbar der Heizschlange
14, in die auch der hochsiedende Rücklauf eingeführt wird, zugeleitet werden.
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Die Reaktionskammer 18 wird vorzugsweise unter beträchtlichem Druck
betrieben und gut isoliert, um übermäßige Wärmestrahlungsverluste zu vermeiden,
so daß die aus den Heizschlangen 14 und 29 kommenden Produkte und insbesondere ihre
dampfförmigen Bestandteile in dieser Kammer einer weiteren Spaltung unterworfen
werden. Bei der zeichnerisch dargestellten Anlage werden die aus der Schlange 14
durch Rohr 16 in den oberen Teil der Kammer 18 eingeführten Spaltprodukte gegen
die Wände der Kammer mittels eines Verteilertellers oder anderer Spritzvorrichtungen
38 verteilt, während die aus der Heizschlange 29 austretenden Spaltprodukte durch
Rohr 31 und eine Verlängerung 31' desselben in den Dampfraum der Reaktionskammer
i8 an einer Stelle eingeführt werden, die sich etwas unterhalb der Einführungsstelle
der von der Schlange 14 kommenden Produkte befindet. Infolge dieser Einführung der
heißen Spaltprodukte in die Kammer 18 bespülen die flüssigen Bestandteile des Heißölstromes
aus der Heizschlange 14 die Wände der Kammer, fließen schnell an diesen nach unten
ab und behindern dadurch das Absetzen von Koks. Die dampfförmigen Bestandteile des
Heißölstromes aus der Schlange 14 vermischen sich dagegen mit den höher erhitzten
Produkten aus der Heizschlange 29 und werden beim abwärts gerichteten Durchgang
durch den freien Raum der Kammer 18 einer weiteren beträchtlichen Spaltung unterworfen.
In solchem Fall werden die dampfförmigen und flüssigen Spaltprodukte vorzugsweise
im gemischten Zustande vom unteren Teil der Kammer 18 durch Rohr 39 und Ventil 4o
zur Verdampfungskammer 41 abgeleitet. Die von den Heizschlangen r4 und 29 kommenden
heißen Spaltprodukte können auch in irgendeiner geeigneten Weise getrennt in die
Reaktionskammer i8 eingeführt oder auch vor ihrer Einführung in die Reaktionskammer
vermischt werden. Ferner können dampfförmige Spaltprodukte an einer oberhalb des
Bodenauslasses 39 gelegenen Stelle, beispielsweise durch Rohr 42, getrennt abgeführt
und durch Ventil 43 in die Verdampfungskammer 4= eingeleitet werden.
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Die Verdampfungskammer 41 wird vorzugsweise unter einem Druck betrieben,
der beträchtlich geringer als der Druck in der Reaktionskammer 18 ist, wodurch eine
weitere Verdampfung der dieser Zone 41 zugeführten flüssigen Spaltprodukte bewirkt
wird. Die Dämpfe und der nicht verdampfte Rückstand trennen sich in der Kammer 4r.
Der Rückstand wird vom unteren Teil der Verdampfungskammer durch Rohr 44 und Ventil
45 zwecks Kühlung und Lagerung oder zwecks irgendeiner erforderlichen weiteren Behandlung
abgeführt.
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Bei dem dargestellten Beispiel werden die dampfförmigen Spaltprodukte
des Verfahrens einschließlich der in der Kammer 41 verdampften Bestandteile durch
Rohr 46 und Ventil 47 dem Wärmeaustauscher 35 zugeführt, und die in dieser Zone
umkondensiert bleibenden Dämpfe gelangen durch Rohr 48 und Ventil 49 zum Fraktionierturm
6.
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Im Wärmeäustauscher 35 werden die dampfförmigen Produkte durch mittelbare
Berührung mit einem geeigneten Kühlmittel, beispielsweise der der Heizschlange 29
zuströmenden niedrigsiedenden Spaltcharge, teilweise gekühlt und die höchstsiedenden
Bestandteile der Dämpfe kondensiert und ausgeschieden. Das im Wärmeaustauscher 35
gebildete Kondensat wird vorzugsweise durch Rohr 5o und Ventil 51 zur Verdampfungskammer
41 zurückgeleitet, oder es kann ganz oder zum Teil durch Rohr 52 und Ventil 53 dem
Fraktionierturm 6 zugeführt oder aus der Anlage abgeleitet werden.
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Die fraktionierten Dämpfe mit gewünschtem Benzinendsiedepunkt einschließlich
der Spaltgase werden vom Kopf des Fraktionierturms 6 durch das Rohr 54 entnommen.
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Ein geregelter Teil der Dämpfe kann' vom Rohr 54 durch Ventil 55 dem
Kondensator 56 zugeführt und in diesem gekühlt und kondensiert werden. Das sich
ergebende Destillat und das Gas werden durch Rohr 57 und Ventil 58 dem Sammelbehälter
59 zugeführt. Das im Behälter 59 abgetrennte Gas kann gegebenenfalls aus dem Verfahren
entnommen werden; vorzugsweise wird es durch Rohr 6o, Ventil 61 und Rohr 73 dem
Kondensator 75 zugeführt. Das im Behälter 59 gesammelte Destillat wird durch Rohr
62, Ventil 63, Pumpe 64, Rohr 65 und Ventil 66 in den Oberteil des Fraktionierturms
eingeführt, um hier die Kühlung und Fraktionierung zu unterstützen, sowie die gewünschte
Dampfauslaßtemperatur des Fraktionierturms 6 und den Endsiedepunkt des Benzinerzeugnisses
des Verfahrens zu regeln.
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Der Teil der dem Fraktionierturm 6 entströmenden fraktionierten Dämpfe,
der zur Bildung des erforderlichen Kopfrücklaufes nicht benötigt wird, wird durch
Rohr 67 und Ventil 68 in die Rektifizierkolonne 69
eingeführt. -In
dieser kann- die Fraktionierung dadurch unterstützt werden, daß Wasserdampf in den
unteren Teil dieser Zone 69, beispielsweise durch Rohr 70 und Ventil 74 entweder
durch einen geeigneten offenen Zerstäuber oder durch eine - geschlossene Dampfschlange
72 eingeführt wird. Auserwählte niedrigsiedende Benzinbestandteile, die zufriedenstellende
Motorbrennstoffeigenschaften hinsichtlich Farbe; Geruch, Harz- und Schwefelgehalt
u. dgl. haben, werden als dampfförmiger Strom vom Kopf der Kolonne 69 durch Rohr
73 und Ventil 74 abgeleitet und entweder allein oder zusammen mit vom Behälter 59
kommendem Gas dem Kondensator 75 zugeleitet.
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Das sich ergebende Destillat und das Gas gelangen aus dem Kühler 75
durch Rohr 76 und Ventil 77 in den Behälter 78. Das unkondensierbare Gas kann vom
Behälter 78 durch Rohr 79 und Ventil 8o abgeleitet werden. Ein geregelter Teil des
im Behälter 78 gesammelten Destillates kann, falls erwünscht, durch Rohr 81, Ventil
82, Pumpe 83 und Ventil 85 zum oberen Teil der Kolonne 69 zurückgeleitet werden,
um in dieser Zone die gewünschte Dampfauslaßtemperatur und den Endsiedepunkt der
gewünschten Leichtbenzinfraktion zu erzielen.
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Der als Kopfrücklauf für die Kolonne 69 nicht benötigte Teil des im
Behälter 78 gesammelten Destillats wird durch Rohr 86 und Ventil 87 der Pumpe 88
zugeführt und von dieser durch Rohre 89 und 9o, Ventil gi, Wärmeaustauscher 92,
Rohr 93 und Ventil 94 dem Stabilisierungsfraktionierturm 95 zugeführt. In diesem
wird die Leichtbenzinfraktion von denjenigen gelösten Gasen bzw. niedrigsiedenden
Bestandteilen, beispielsweise Propan, Propylen und leichtere Gase und ein geregelter
Teil der Butane und Butylene, befreit, die im schließlich erhaltenen Benzinerzeugnis
des Verfahrens nicht erwünscht sind.- Diese unerwünschten Bestandteile werden vom
Kopf des Fraktionierturms 95 durch Rohr 96 und Ventil 97 abgeleitet; sie können
im Kondensator 98 teilweise kondensiert und von diesem durch Rohr 99 und Ventil
ioo dem Behälter ioi zugeführt werden, so daß ein als Kühl- und Rücklaufmittel geeignetes
Destillat aus dem Behälter ioi entnommen und durch Rohr io2, Ventil io3, Pumpe 104,
Rohr io5 und Ventil io6 in den Kopf des Fraktionierturms 95 zurückgeführt werden
kann, während die verbleibenden Stoffe durch Rohr io7 und Ventil :(o8 aus der Anlage
entfernt werden. Falls im Kondensator 98 eine Kühlung unterhalb normaler atmosphärischer
Temperatur erwünscht ist, kommt hier zweckmäßig ein geschlossener Wärmeaustauscher
iog zur Anwendung, durch dessen Rohre ein geeignetes Kühlmittel geleitet wird.
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Das im Fraktionierturm 95 unverdampft bleibende Destillat wird durch
Rohr mo abgeleitet und kann durch Ventil iii einem geeigneten Nachsieder 112 zugeführt
werden, in welchem es nachgesiedet wird, beispielsweise in dem Heizdampf, heißes
01 od. dgl. durch die Heizschlange 113 geleitet wird. Die im Nachsieder 112
entwickelten Dämpfe werden durch Rohr 114 und Ventil 115 in den Turm 95 zurückgefördert.
Das stabilisierte und nachgesiedete Destillat wird durch Rohr 116 und Ventil 117
abgeleitet und wird vorzugsweise durch- den Wärmeaustauscher 92 geführt. Das teilweise
gekühlte Destillat wird dann durch Rohr 118 dem Kühler iig zugeführt, in diesem
durch Wärmeaustausch mit einem durch die Schlange i2o geleiteten Kühlmittel weiter
gekühlt und schließlich durch Rohr 121 und Ventil i22 dem Verfahren entnommen.
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Bei der Durchführung des Verfahrens vorliegender Erfindung bleibt
das Ventil 123 im Rohr 89 geschlossen. Wenn freier Dampf zur Unterstützung der Fraktionierung
in der Rektifizierkolonne 69 benutzt wird, kann das im Kondensator 75 sich bildende
Kondensatwasser vom Behälter 78 durch Rohr 124 und Ventil 125 abgeleitet werden.
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Die durch Fraktionierung in der Kolonne 69 kondensierte hochsiedende
Benzinfraktion wird durch Rohr 126 und Ventil 127 abgeleitet und zur Verbesserung
ihrer Motorbrennstoffeigenschaften hinsichtlich Farbe, Geruch, Schwefel- und Harzgehalt,
Beständigkeit gegen Verschlechterung des Klopffestigkeitswertes, der Farbe, des
Harzgehaltes usw. einer Raffinierung unterworfen, beispielsweise durch Säure und/oder
kaustische Behandlung, durch Behandlung mit Schutzmittel oder durch irgendeine andere
geeignete Behandlung oder durch eine Kombination von Behandlungsarten. Ferner kann
der Klopffestigkeitswert der hochsiedenden Benzinfraktion in irgendeiner bekannten
Weise gefördert werden.
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Die in der beschriebenen Weise getrennt gewonnenen niedrigsiedenden
und hochsiedenden Benzinfraktionen werden nach der in der beschriebenen Weise vollführten
getrennten Behandlung vermischt. Das Gemisch bildet dann das endgültige Benzinerzeugnis
mit vollem Siedebereich. Wenn ein Schutzmittel od. dgl. erforderlich ist, so kann
es der Mischung zugegeben werden.
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Bei dem dargestellten und beschriebenen Verfahren empfiehlt es sich,
ungefähr folgende Arbeitsbedingungen anzuwenden Die Heizschlange für die Erhitzung
und Spaltung der Schwerölspaltcharge kann mit einer Auslaßspalttemperatur von ungefähr
427'bis 5io°, vorzugsweise unter einem Druck von ungefähr 6 bis 35 atü, am Auslaß
der Heizschlange gemessen, betrieben werden. Die Heizschlange für die Erhitzung
und Spaltung der Leichtölspaltcharge kann mit einer Auslaßspalttemperatur von ungefähr
428 bis 566° unter einem Auslaßdruckvon 13 bis 35 atü oder darüber betrieben werden.
In der Reaktionskammer wird vorzugsweise ein Druck von 6 bis 35 atü oder mehr aufrechterhalten
werden. Dagegen wird der Druck in der Verdampfungskammer vorzugsweise auf ungefähr
6 bis o atü erniedrigt. In dem ersten Fraktionierturm, der Rektifizierkolonne und
den zugehörigen Teilen zur Kondensierung und Sammlung wird im wesentlichen derselbe
Druck wie in der Verdampfungskammer oder ein etwas verringerter Druck angewandt.
Der Stabilisierungsfraktionierturm kann unter einem Druck von i bis 14 atü oder
mehr betrieben werden. Beispiel In der schematisch dargestellten und oben beschriebenen,
bevorzugten Vorrichtung wurde ein Brennöl mit einem spezifischen Gewicht von 0,934
als Frischölbeschickungsmaterial dem Fraktionierturzn 6 zugeführt, die hochsiedende
Fraktionen des Frischöles und
des Rücklaufes enthaltende und ungefähr
6o % des gesamten, den beiden Heizschlangen zugeführten Öles betragende Schwerölcharge
wurde in der Heizschlange 14 bei einer Auslaßtemperatur von ungefähr 493° unter
einem Druck von ungefähr 2o atü erhitzt. Die ungefähr 40 °/o des gesamten den Heizschlangen
zugeführten Öles betragende und aus niedrigsiedenden Fraktionen des Beschickungsöles
und Rücklaufes bestehende Leichtölcharge wurde in der Heizschlange 29 bei einer
Auslaßspalttemperatur von annähernd 51o° unter einem Druck von ungefähr 25 atü erhitzt.
Der Druck in der Reaktionskammer 18 war ungefähr 2o atü, dagegen in der Niederdruckverdampfungskammer
41 annähernd q. atü. Der Druck in den nachfolgenden Fraktionierungs-, Kondensierungs-
und Sammlungsabteilungen 56, 59, 69, 75 und 78 wurde im wesentlichen mit
dem Druck der Verdampfungskammer 41 ausgeglichen. Die dampfförmigen Produkte mit
einem Endsiedepunkt von annähernd igo° wurden vom Fraktionierturm 6 zur Rektifizierkolonne
69 geführt, aus deren unteren Teil die ungefähr innerhalb von i2o bis igo°
siedende Benzinfraktion abgeleitet wurde und dann, eine Säurebehandlung mit nachfolgender
Wasserwaschung und Neutralisation erfuhr.
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In der Kolonne 69 wurde Dampf zur Nachsiedung der hochsiedenden
Fraktion und zur Förderung _der Verdampfung und Raffmierung der Kopffraktion benutzt.
Die letztere hatte einen Endsiedepunkt von ungefähr i2o° und wurde durch die Ausscheidung
von niedrigsiedenden Bestandteilen, einschließlich Propan, eines Teiles des Butans
und entsprechender ungesättigter Kohlenwasserstoffe im Fraktionierturm
95 stabilisiert, dabei wurde die Stabilisierungsvorrichtung unter einem Druck
von ungefähr 7 atü betrieben. Die stabilisierte niedrigsiedende Benzinfraktion wurde
mit der raffinierten hochsiedenden Fraktion gemischt, um das endgültige Benzinerzeugnis
des Verfahrens zu ergeben. Diese Arbeitsweise ergab gutes klopffestes Benzin mit
ungefähr igo° Endsiedepunkt in einer Ausbeute von 62 °/o und ungefähr 26 °/o gutes
Qualitätsbrennstofföl. Die ungefähr verbleibenden i2 fielen hauptsächlich als Gas
an.