DE660487C - Kontinuierliches Gaerverfahren zum Gewinnen von Butylalkohol und Aceton - Google Patents

Kontinuierliches Gaerverfahren zum Gewinnen von Butylalkohol und Aceton

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DE660487C
DE660487C DEF80915D DEF0080915D DE660487C DE 660487 C DE660487 C DE 660487C DE F80915 D DEF80915 D DE F80915D DE F0080915 D DEF0080915 D DE F0080915D DE 660487 C DE660487 C DE 660487C
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Chemische Fabrik Kalk GmbH
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    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12PFERMENTATION OR ENZYME-USING PROCESSES TO SYNTHESISE A DESIRED CHEMICAL COMPOUND OR COMPOSITION OR TO SEPARATE OPTICAL ISOMERS FROM A RACEMIC MIXTURE
    • C12P7/00Preparation of oxygen-containing organic compounds
    • C12P7/24Preparation of oxygen-containing organic compounds containing a carbonyl group
    • C12P7/26Ketones
    • C12P7/28Acetone-containing products

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Description

  • Kontinuierliches Gärverfahren zum Gewinnen von Butylalkohol und Aceton Während es für einzelne ganz bestimmte butanoacetonbildende Bakterien, wie z. B. den Bacillus butylicus B o i n o t - F i r m i n (z. B. nach Patent 372 76z), gelungen ist, ein vollkommen kontinuierliches Gärverfahren zu entwickeln, ist die große Zahl der verschiedenen Butänolbakterien, die nach den Verfahren von Weizmann und Fernbach u. a. technisch angewandt werden, für eine solche Arbeitsweise ungeeignet. Man war daher gezwungen, höchst umständliche Methoden anzuwenden, um einen einigermaßen befriedigenden kontinuierlichen Verlauf der Gärung zu erzielen. Bei diesen bisher bekanntgewordenen Gärverfahren lassen sich zwei Arten der Gärführung unterscheiden: I. Einer großen Menge gärender Maische meist niedriger Konzentration wird in kürzeren Zeitabschnitten frische Maische in kleinen Anteilen zugesetzt.
  • 2. Größere Mengen frischer Maische in hintereinandergeschalteten Gärbottichen werden laufend von einem in voller Hauptgärung befindlichen Bottich aus beimpft, und die Maische durchströmt kontinuierlich alle Bottiche in der Reihenfolge ihrer Verbindung hintereinander so lange, bis eine Verminderung der Butanolausbeute festzustellen ist.
  • Als Beispiel für die erste Arbeitsweise sei das Verfahren nach Patent -389 947 angeführt. Hier wird einer in Gärung befindlichen Maische in kurzen Zeitabständen frische Maische gleicher Ausgangskonzentration zugesetzt. In dem Verfahren nach der französischen Patentschrift 718356 wird in bestimmten Zeitabständen Maische höherer Konzentration zugesetzt. Die Zugaben erfolgen so lange, bis die Gesamtmenge der Maische doppelt so groß ist wie die Ausgangsmenge. Hierbei ist es aber notwendig, Teilmengen höherer Konzentration mit Bakterien, die an solche Konzentration gewöhnt sind, in Gärung zu bringen. Auf diese Weise gelingt es, ebenfalls das doppelte Volumen der Ausgangsmaische zu vergären. Zur gleichen Gruppe von Gärverfahren gehört auch das Verfahren nach Patent 572 6i1, wo einer in Gärung befindlichen stark verdünnten Maische höchstkonzentriertes Gärgut in kleinen Anteilen zugesetzt wird, wobei eine Volumenvergrößerung um mehr als 2o°/, nicht eintreten soll. In den hier angeführten Abarten der kontinuierlichen Gärführung kann 'von einem vollkommen kontinuierlichen Gärverlauf in engerem Sinne nicht gesprochen werden, da der Gärprozeß infolge beschränkter Entwicklungsmöglichkeit der Bakterien schon nach kurzer Zeit zum Stillstand kommt. In eigenen Versuchen, die in der Weise durchgeführt wurden, daß nach Ablauf eines= gewissen Zeit einer gärenden Maische neue Maische derselben Ausgangskonzentration kontinuierlich zugesetzt wurde, während ein gleiches Volumen gärender Maische entnommen wurde, hat sich deutlich gezeigt, daß die Gärung zunächst im gleichen Tempo weiterläuft, daß aber auch eine stetige Zunahme des. Säuregrades und damit verbunden ein allmählicher Rückgang der Butanolausbeute zu verzeichnen ist.
  • So wurde z. B. versucht, durch Zugabe von. Maischemengen, die 1/8 des Gesamtvolumens ausmachten, in kurzen Zeitabständen die Ausgangskonzentration aufrechtzuerhalten (natiirlich unter Berücksichtigung der bereits vergorenen Zuckermengen) und dadurch im Hauptbottich immer im Hauptgärstadium zu bleiben.
  • Die entnommene Probe gärender Maische wvrde getrennt zur Nachgärung angesetzt. Während des Versuches trat somit keine Volumenänderung ein. Das Gesamtvolumen betrug 2ol 6° Balling-Kartoffel-Maische, das Volumen der Zugabe jeweils 2,5l.
  • Das Ergebnis dieser Versuche ist in der folgenden Tabelle aufgezeichnet:
    Zugaben Gärzeit in Stunden ßalling Säure
    Grad ec n,1 Na O H/20 CC
    0 6.0 0,15
    8 4,9 o,68 -
    12 4,5 0,71
    15 3,9 0,42
    18 3,6 0,32
    20 3,0 0,30
    J
    L. Zugabe . . . . . . . . . . . . . . . o 3.5 0,28
    4 3,3 0,42
    0 3,8 0,34
    IL Zugabe ................. .......-...... 5- - 3,2 o,66
    7 3,0 0,64
    III. Zugabe :.... .........' J 0 a,6 0,58
    4 0;86
    #
    J
    IV. Zugabe . . . . . . . . . . . . 0 2", 8 a,$Z , 4 '-9,7 1,08
    0 3,2 o,96
    V. Zugabe ..:............ A 3,0 1,20
    '`6,' 3,0 _ 1,43
    Die zur vollständigen Vergärung der Proben entnommenen Mengen von je 2,5 l zeigten bereits nach der dritten Zugabe eine starke Hemmung der normalen Endvergärung. Es konnte also in diesen Fällen knapp 1/4 des ursprünglichen Maischevolumens noch mitvergoren werden.
  • Ein kontinuierliches Gärverfahren der zweiten Art ist in der britischen Patentschrift 3o6 I38 beschrieben: Eine Reihe von hintereinandergeschalteten Gärbottichen werden aus dem ersten Bottich der Reihe, der mittels Vorgärs beimpft wird und sich in Gärung befindet, allmählich gefüllt. Noch bevor der erste Bottich ganz gefüllt ist, beginnt das Einleiten von Maische aus dem ersten Bottich in den folgenden Bottich der Reihe, bis sämtliche gefüllt sind und nun das Verfahren dermaßen weiterläuft, daß dem ersten Bottich jeweils genau so viel frische Maische zugeführt wird, als dem letzten Bottich vergorene Maische entnommen wird. Dieser Zulauf hat gerade bei den durch Wachstumszyklen gekennzeichneten Butanolbäkterien den Nachteil daß sich der typische Gärverlauf mit vegetativen Formen, Kurzstäbchen, Clostridien- und Sporenbildung nicht voll entwickeln kann; solldern daß die für höhere Butanolkonzentration empfindlichen vegetativen Formen bis zum letzten Bottich mit herüberkommen, wo sie bereits stark geschwächt sind und die Vergärung des Restzuckers nicht mehr in der genügenden Weise durchführen können. Gleichzeitig findet dann in den ersten Bottichen bereits Clostridienbildung statt, wo sie physiologisch und für den Gärverlauf bedeutungslos ist, da hier ja zunächst die intermediäre Säure-Bildung erfolgt, deren Abbau erst später unter Einsetzen der Clostridienbildung erfolgen muB.
  • Es wurde nun -von uns ein anderer Weg gefunden, der die offensichtlichen Nachteile aller hier geschilderten Verfahren vermeidet. Dabei war das Verfahren so einfach wie möglich zu gestalten, die Verwendung von Maischen =verschiedener Konzentration maßte in Wegfall kommen und dafür nur eine für Gärverlauf und Wirtschaftlichkeit gleich günstige Konzentration angewendet werden. Schließlich war jede Möglichkeit der Schwächung und Entartung der Butanolbakterien und damit eine Ausbeuteminderung während des Gärverlaufes auszuschalten. Es wurde dabei festgestellt, daß bei Einhalten des gefundenen Gärverlaufes und der Gärführung bei entsprechender Berücksichtigung des Wachstumszyklus der Bakterien auch stickstoffreiche Maischen glatt vergoren werden und eine umständliche Maischebereitung mit künstlicher Verminderung des Stickstoffgehaltes, wie sie zum Teil gefordert wird, damit unnötig wird.
  • Der Verlauf des Gärverfahrens nach der Erfindung sei wie folgt in seinen Grundzügen beschrieben: Eine Reihe von vier gleich großen Bottichen wird hintereinandergeschaltet. Der erste Bottich wird mit einer 6° Ballingrnaische, z. B. Kartoffelmaische, gefüllt und mit einem Vorgär, der 1/2o bis 1/30 des Volumens ausmacht, beimpft. Hierbei wird darauf geachtet, daß bei der Übertragung der Impfmaische von demn ersten zum zweiten Bottich die Entwicklung der vegetativen Formen abgeschlossen ist und gerade die Clostridienbildung einsetzt. Dasselbe gilt für die Entwicklungszeit des Vorgärs. Es wurde nämlich in verschiedenen Versuchen festgestellt, daß es vorteilhafter ist, die Überimpfung der Bakterien in diesem Stadium vorzunehmen als den Zeitpunkt stärkster vegetativer Vermehrung und hohen Säuregehalts zu wählen, wie es in allen bisher beschriebenen Gärverfahren der Fall ist. Geringe Zeitverluste werden durch die erzielte Sicherheit in der Weiterentwicklung der Bakterien ausgeglichen. Man überläßt nun den ersten Bottich der Gärung. Wenn diese so weit fortgeschritten ist, daß wiederum die Vermehrung der vegetativen Formen beendet ist, läßt man nach gutem Durchmischen 1/5 des ersten Maischevolumens in den nächsten Bottich abfließen, der zu 4/5 mit frischer Maische beschickt wurde. Die im ersten Bottich verbliebene Maische gärt zu Ende. im zweiten Bottich beginnt die Gärung nach kurzer Zeit. Nun wiederholt sich der gleiche Vorgang: Heruntergären bis zum tiefsten Punkt der Säurekurve und Beginn der Clostridienbildung, 1/5 des Bottichinhalts dann in den dritten Bottich, der ebenfalls mit 4/5, neuer Maische beschickt ist. Vom dritten Bottich geht es auf dieselbe Weise in den vierten Bottich. Inzwischen ist der erste Bottich durchgegoren, die vergorene Maische wird abgezogen und destilliert, der Bottich mit frischer Maische beschickt und mit einem neuen Vorgär beimpft. Nun läuft der Arbeitsgang in der eben beschriebenen Weise wieder von neuem weiter. Die Gesamtgärzeit beträgt je Bottich etwa 72 Stunden, Durch die Neubeimpfung des ersten Bottichs wird ein kontinuierliches Verfahren möglich, das den normalen Wachstumszyklus der Bakterien nicht ständig unterbricht, sondern in dem die Bakterien ungestört ein normales Hauptgärstadium mit Säureanstieg, Säurespitze und Säureabstieg durchlaufen.
  • Mit dem einmal beimpften Maischevolumen kann somit auf einfache Weise die drei- bis vierfache Maischemenge vergoren werden. Diese Arbeitsweise stellt insofern einen technischen Fortschritt dar, als sie einen vollkommen sicheren Gärverlauf bis zur letzten Stufe mit guten Ausbeuten gewährleistet. Die Gärungen verlaufen bei der ganz bestimmten periodischen Verwendung von neuen Vorgärmaischen unter Berücksichtigung des Entwicklungszustandes der Organismen in allen Stufen bis zur vollkommenen Durchgärung der Maischen. Außerdem kann sofort bei einer eintretenden Ausbeuteverminderung der betreffende nächste Bottich mit neuer Impfmaische beschickt werden, während bei Strömungsverfahren in diesem Fall noch die gesamten miteinander verbundenen Bottiche von der Ausbeuteminderung betroffen werden. Die Sterilisation und das Aufbewahren von frischen Maischen kommt in Wegfall, da die Bottiche direkt aus dem Vormaischbottich beschickt werden, was ebenfalls wieder Raum-und Dampfersparnis ermöglicht. Ausführungsbeispiel Ein Gärgefäß wird mit 2o 1 Kartoffelmaische von 6° Balling beschickt und mit einem kräftigen Vorgär beimpft. Nach Ablauf des Hauptgärstadiums wird 1/5 dieser Maische (q. l) in z61 frischer Maische gegeben. Die Maischen in den einzelnen Stufen sind nach 72 Stunden Gesamtgärzeit normal durchgegoren und ergaben z. B. in der zweiten und dritten Stufe Ausbeuten an Butanolaceton von 2,55 bzw. 2,61 Volumprozent. Im Durchschnitt aller Stufen ergaben sich Werte von 2,6o Volumprozent. Die Ausbeuten wurden durch Destillation der Maischen festgestellt. Nach Beendigung des Hauptgärstadiums der letzten Stufe trat im mikroskopischen Bild eine Änderung auf. Die vegetativen Formen überwiegen, obgleich bereits hohe Butanol.-konzentration in der Maische vorhanden ist. Die Clostridien- und Sporenbildung bleibt aus, und eine Übertragung dieser Maische in eine fünfte Stufe bringt keine vollkommene Durchgärung der Maische mehr. Bereits nach 24 Stunden hört bei einer Konzentration von 4,051 Balling die Gasentwicklung auf, und die Gärung blieb bei einem Säuregrad von 443 stecken. Das mikroskopische Bild zeigte nur lebhaft bewegliche Kurzstäbchen. Auf Grund dieser wiederholt erzielten Ergebnisse wurde die Zahl der Überimpfungen auf drei begrenzt. Die erzielten Ergebnisse sind in folgender Tabelle zusammengefaßt.
    Säure Mikroskopisches
    Maische Balling cc n/I NaOH pH Bild
    Grad f. 2ö cc Filtrat
    I. Maische: 2ol
    -
    Beginn ............ 6,o o,Io 5,8I
    Ende Hauptgärung 2,8 o,28 4,99 Clostridien
    2. Maische : I6+4l
    Beginn . . . . . . . . . . . 5,6 o,I6 5,44 -
    Ende Hauptgärung 2,o o,42 4,69 Clostridien
    3. Maische: I6 + 4l
    Beginn ....... . . . . . 5,5 o,I6 5,55 -
    Ende Hauptgärung 2,3 o,32 5,I5 Clostridien
    4. Maische : I6+4l
    Beginn ..........., 5,7 0,I8 5,6o -
    Hauptgärung....... 4,6 I,o2 - _
    Ende Hauptgärung I,4 0,32 4,78 Kurzstäbchen
    verschiedener
    Beweglichkeit

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Kontinuierliches Gärverfahren zum Gewinnen von Butylalkölhol und Aceton, dadurch gekennzeichnet, daß die Maische im ersten von zweckmäßig vier Gärbottichen bis zur Beendigung der vegetativen Balzterienentwicklung (Clostridienbildung) vergoren wird und dann die Übertragung von '/;, bis '/_o der Maische in den nächsten Bottich erfolgt, während der Maischerest im ersten Bottich endvergoren wird.
DEF80915D 1936-03-21 1936-03-21 Kontinuierliches Gaerverfahren zum Gewinnen von Butylalkohol und Aceton Expired DE660487C (de)

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