DE65917C - Einrichtung zur zeitweisen Treppenbeleuchtung - Google Patents
Einrichtung zur zeitweisen TreppenbeleuchtungInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H01—ELECTRIC ELEMENTS
- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
- H01H47/00—Circuit arrangements not adapted to a particular application of the relay and designed to obtain desired operating characteristics or to provide energising current
Landscapes
- Non-Portable Lighting Devices Or Systems Thereof (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei den neuerdings in Aufnahme gekommenen elektrischen Nachtbeleuchtungen für Treppen
und Hausflure wird das absatzweise in Thätigkeit setzen der einzelnen Lampen durch Uhrwerke,
sogen. Rechenwerke, bewirkt, welche nach einer gewissen Zeit den Stromkreis selbstthätig
unterbrechen und so die zur Zeit brennende Lampe zum Erlöschen bringen. Da die Laufzeit der einzelnen Uhrwerke dieselbe ist,
also auch die Stromschlüsse bei einem und demselben Uhrwerk stets von gleicher Dauer
sind, so ergiebt sich hieraus, dafs der die Anlage Benutzende die Geschwindigkeit, mit welcher
er die Treppen hinauf- oder herabsteigt, nach der Brennzeit der Lampen einrichten
mufs.
Das nachfolgend beschriebene neue System ist dadurch gekennzeichnet, dafs das Schliefsen
und Oeffnen der einzelnen Lampenstromkreise durch elektromagnetische Werke, hier Schlufswerke
genannt, herbeigeführt wird, welche nicht eigentlich selbsttha'tig, sondern in der
Weise wirken, dafs erst bei Schlufs des einen Werkes die Unterbrechung im anderen von
selbst erfolgt. Das Wesen der Schlufswerke liegt darin, dafs durch mechanische Gegenführung
eines Ankers gegen einen Elektromagneten ein Stromkreis geschlossen wird, in welchem
dieser Elektromagnet selbst, sowie eine Glühlampe liegt, so dafs also der nunmehr
erregte Elektromagnet den Anker festhält und so der Schlufs aufrecht erhalten . wird. Bei
der Gegenführung des Ankers gegen den Kern des Elektromagneten sind aber zwei Schraubenfedern (es kann, je nach der Ausführungsform,
auch nur eine Schraubenfeder benutzt werden; ebenso kann man auch Blattfedern
verwenden) gespannt worden, welche einer gewissen Stärke des magnetischen Kernes
das Gleichgewicht zu halten vermögen, so dafs also gewaltsames Abreifsen des Ankers erfolgt,
sobald die zur Erzeugung dieser gewissen Stärke des Kernes nothwendige Stromstärke
unter dieses nothwendige Mafs sinkt. Dieses Sinken der Stromstärke unter das zum Festhalten
des Ankers nothwendige Mafs tritt aber stets dann ein, wenn noch bei irgend einem
anderen Schlufswerk der Anker desselben gegen seinen Elektromagneten bewegt wird. Im Augenblick
der Herstellung des neuen Stromschlusses wird der Strom der Batterie durch zwei Stromkreise
geschickt, welche ungefähr denselben Widerstand besitzen; die Stromstärke im ersten
Stromkreise wird also auf ungefähr die Hälfte sinken und der betreffende Anker durch die
nunmehr das Uebergewicht erlangenden Federn abgerissen werden. Dabei aber erfolgt auch
Unterbrechung des Schlusses für den ersten Stromkreis, so dafs der ganze Strom der
Batterie nun durch den zweiten Stromkreis fliefst und der in diesem Stromkreis liegende
Elektromagnet seinen Anker festhält und so den Schlufs aufrecht erhält. Demnach ist also
auch die erste Lampe erloschen, und die zweite brennt nunmehr so lange, bis das dritte Schlufswerk
in Thätigkeit gesetzt wird und von neuem Umschaltung erfolgt.
Derselbe Grundgedanke, welcher bei der Umschaltung der einzelnen Lampen Anwendung
gefunden hat, ist hier auch zur Ausschaltung der letzten Lampe verwendet worden,
und zwar in der Weise, dafs durch einen
an der Flurthür jedes Stockwerkes angebrachten Stromschliefser irgend einer beliebigen Form
beim Oeffnen der Thür die Batterie für einen Augenblick kurz geschlossen wird. Hierdurch
wird natürlich die Stromstärke in dem zu der noch brennenden letzten Lampe gehörenden
Elektromagneten auf über die Hälfte gemindert, wodurch, wie oben erklärt, Abreifsen des
Ankers durch die gespannten Federn und dadurch vollkommene Unterbrechung des letzten
benutzten Stromkreises erfolgt.
Ein Schema zu einer Beleuchtungsanlage für drei Stockwerke ist in Fig. ι der beiliegenden
Zeichnung dargestellt. Die übrigen Figuren zeigen eine Ausführungsform der elektromagnetischen
Schlufswerke, und zwar ist Fig. 2 eine Ansicht von oben (das Gehäuse im wagerechten
Schnitt), Fig. 3 eine Ansicht von vorn (ohne Deckel und ohne Anker), Fig. 4 eine
weitere Ansicht von vorn (ohne Deckel und mit Anker) und Fig. 5 eine Ansicht von unten
(das Gehäuse wieder im wagerechten Schnitt).
Die Bauart der hier gewählten Ausführungsform ist nun ■ die folgende: In dem durch den
Deckel b verschliefsbaren Gehäuse α ist ein Eisenblechwinkel c angeordnet, dessen unterer
Theil sich in wagerechter Ebene nach vorn erstreckt. Nahe dem oberen Rand des senkrechten
Theiles des Winkels c ist ein Kern d befestigt, auf welchem sich eine Drahtwickelung
von einer oder zwei-Lagen befindet. Die beiden Enden der Spule gehen zu zwei Messingwinkeln k I, die auf dem wagerechten
Theil von c sitzen und sowohl von diesem Theil, als auch von einander isolirt sind.
In beiden Seiten des Kernes d sind im Winkel c zwei Messingstifte e e befestigt, auf
denen sich Druckschraubenfedern befinden. Die Stifte sind länger als der Kern und tragen
auf ihren Enden den Anker y, an welchem ein Druckknopf g festsitzt, der sich durch den
Deckel b hindurch nach vorn erstreckt. Zwischen dem Anker und dem Druckknopf ist
eine nach unten verlaufende Blattfeder i angeordnet, welche bei Gegenführung des Ankers
gegen den Kern gegen die Spitze einer im Winkel k sitzenden Schraube stöfst. Der
andere Winkel / trägt zwei Schrauben, welche zur Verbindung der von der Lampe bezw.
vom Kohlenpol kommenden Leitung mit der Elektromagnetspule dienen. Die vom Zinkpol
kommende Leitung ist durch Schraube m unmittelbar an den Körper c gelegt. Bei Andrücken
des Ankers gegen den Kern geht der Strom also vom Winkel / durch die Spule zum Winkel k und von diesem durch Feder i,
Anker f und Stifte e e zum Körper c bezw. zur Schraube in. Die Befestigung des Schlufswerkes
im Gehäuse ist durch die Holzschrauben η η bewirkt.
Der Betrieb regelt sich bei diesem System nun in folgender Weise:
1. durch in Thätigkeit setzen des im Erdgeschofs belegenen Schlufswerkes s1 wird die
im ersten Stock angebrachte Lampe S1 entzündet. Der Strom geht durch die Drähte 1
und 3 von der Batterie zur Lampe, dann durch die Drähte 16 und 21 zum Schlufswerk und
schliefslich durch die Drähte 9 und 8 zur Batterie zurück;
2. durch in Thätigkeit setzen des im ersten Stock belegenen Schlufswerkes wird die im
zweiten Stock angebrachte Lampe S'2 entzündet. Der Strom geht durch die Drähte 1 und 4 von
der Batterie zur Lampe, dann durch die Drähte 17 und 22 zum Schlufswerk und schliefslich
durch die Drähte 10 und 8 zur Batterie zurück;
3. durch in Thätigkeit setzen des im zweiten Stock belegenen Schlufswerkes s s1 wird die
im ersten Stock angebrachte Lampe S' entzündet.
Der Strom geht durch die Drähte 1 und 3 von der Batterie zur Lampe, dann durch
die Drähte 16 und 20 zum Schlufswerk und schliefslich durch die Drähte 11 und 8 zur
Batterie zurück;
4. durch in Thätigkeit setzen des im ersten Stock belegenen Schlufswerkes ρ wird die im
Erdgeschofs angebrachte Lampe P entzündet. Der Strom geht durch die Drähte 1 und 2
von der Batterie zur Lampe, dann durch die Drähte 1 5 und 18 zum Schlufswerk und schliefslich
durch die Drähte 10 und 8 zur Batterie zurück.
Die Erdgeschofslampe P kann auch durch ein von der Hausthür in Thätigkeit zu setzendes
Schlufswerk h (in der Zeichnung nicht dargestellt) entzündet werden, wobei der Strom
durch die Drähte 1 und 2 von der Batterie zur Lampe, dann durch die Drähte 9 und 8
zur Batterie zurückgehen würde. Bei längeren Hausfluren wird man aber zweckmäfsig durch
das Hausthürschlufswerk zunächst eine im Flur angebrachte Lampe entzünden lassen und dann
die Entzündung der Erdgeschofslampe durch ein besonderes, in der Nähe der Flurlampe befindliches
Schlufswerk bewirken. Es ist ohne Weiteres einleuchtend, dafs die Ausdehnung
einer solchen Anlage in keiner Weise begrenzt ist; man kann ebenso gut 30 Lampen, wie drei
hinter einander benutzen.
Von den beiden Batteriedrähten 1 und 8 sind im Erdgeschofs die Drähte 5 und 12, im
ersten Stock die Drähte 6 und 13 und im zweiten Stock die Drähte 7 und 14 abgezweigt.
Diese führen zu den an den Flurthüren angebrachten Stromschliefsern, durch welche, wie
bereits oben erwähnt, die letzte benutzte Lampe ausgeschaltet wird, sobald die betreffende Person
ihre Wohnung betritt. Anstatt eines einfachen
Stromschliefsers kann man aber auch ein der
vordem beschriebenen Schlufswerke durch die Flurthür in Thätigkeif setzen, in welchem Falle
dann eine Glühlampe im Flur entzündet wird, welche man später durch einen gewöhnlichen
Druckknopf oder einen an einer beliebigen Zimmerthür angebrachten Stromschliefser zum
Erlöschen bringt. Selbstverständlich führen dann die Drähte 5 und 12 bezw. 6 und 13
oder 7 und 14 zu den Ausschaltern bezw. Stromschliefsern, während die Verbindung der
Schlufswerke im Flur mit der Batterie einerseits und den Lampen andererseits nach dem in
Fig. ι gezeigten Schema erfolgt.
Schlufswerke nach dem in vorstehendem erläuterten Grundgedanken können natürlich in
sehr vielen Ausführungsformen hergestellt werden, da sich in der Art der Ankerführung, der
Art der Federspannung, der Anzahl der Elektromagnete u. dergl., die mannigfaltigsten Abänderungen
treffen lassen, ohne dafs die Sicherheit der Wirkung beeinträchtigt zu werden braucht.
Infolge des Vorhandenseins nur eines einzigen bewegten Theiles, nämlich des Ankers, sind
Betriebsstörungen so gut wie ausgeschlossen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Eine Treppenbeleuchtung mit elektromagnetischen Schlufswerken, welche nach mechanisch bewirktem Anlegen des Ankers (f) an den Elektromagneten (d) den Stromkreis des letzteren geschlossen erhalten, bis ein anderes, im Nebenschlufs hierzu liegendes Schlufswerk mechanisch geschlossen wird, wodurch der Magnetismus in ersterem so geschwächt wird, dafs der Anker durch Federn, welche bei der Ankerbewegung gespannt wurden, abgerissen wird, wodurch der erste Stromkreis unterbrochen und die vom ersten Schlufswerk eingeschaltete Lampe gelöscht wird, welch letztere sowohl im Elektromagnetstromkreise als auch in einem anderen Stromkreise liegen kann, der ebenfalls durch den Anker mittelbar oder unmittelbar geschlossen wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE65917C true DE65917C (de) |
Family
ID=339667
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT65917D Expired - Lifetime DE65917C (de) | Einrichtung zur zeitweisen Treppenbeleuchtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE65917C (de) |
-
0
- DE DENDAT65917D patent/DE65917C/de not_active Expired - Lifetime
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