DE658773C - Verfahren zur Messung der bei Ausgleichsvorgaengen, insbesondere bei elektroakustischen Ausgleichsvorgaengen auftretenden Energie- bzw. Leistungsdifferenzen - Google Patents
Verfahren zur Messung der bei Ausgleichsvorgaengen, insbesondere bei elektroakustischen Ausgleichsvorgaengen auftretenden Energie- bzw. LeistungsdifferenzenInfo
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Description
Es ist bekannt; daß in elektroakustischen
Übertragungssystemen· Beeinträchtigungen der Wiedergabe, insbesondere unerwünschte Verfälschungen
durch Ein- und Ausschwingyorgange, auftreten können. Es ist weiter bekannt,
daß zur Untersuchung dieser Verfälschungen Geräte benutzt werden können,
die durch H or vergleich mit willkürlich einstellbaren
Ausgleichsvorgängen eine Ab-Schätzung der Größe der in den untersuchten
Systemen auftretenden Ausgleichsverzerrungen gestatten.
Im Gegensatz zu diesen subjektiven Untersuchungsmethoden
werden gemäß der Erfmdung Energie- bzw. LeistungsdifFereinzen als
Maß für die Größe von Ausgleichsverzierrungen objektiv mit einem Meßgerät gemessen
und zur Anzeige gebracht bzw. aufgezeichnet, und zwar werden- die verzerrten und die un-
ao verzerrten Impulse· über Gleichrichter mit
vorzugsweise quadratischer Charakteristik in einer Kompensationsschaltung gegeneinandergeschaltet
und die dabei auftretenden Energie- bzw. Leistungsdifferenzen als Strom- bzw.
Spannungsänderungen. einem gegebenenfalls
aufzeichnenden Anzeigeinstrument zugeführt. Dabei ist die Methode nicht auf elektnoakustische
Ausgleichsvorgänge allein beschränkt, sondern umfaßt auch alle anderen Ausgleichsvorgänge, die in elektrische umgewandelt
werden können.
Selbstverständlich können auch, rein elektrische
Ausgleichsvorgänge gemessen werden. Das Meßprinzip beruht auf dem Vergleich zweier Energien bzw. Leistungen.
Wird beispielsweise ein Sinusstrom
I1 = i10 sin (ω t + ψ) (ι)
plötzlich mit voller Amplitude, eingeschaltet (s. Abb. 1), so ist vorn Augenblick des Ein-Schaltens
ab die der Leistung proportionale Größe
: — cos 2 (ω*+ (ρ)}; (2)
ihr zeitlicher Mittelwert
tU
ist konstant, sofern — klein gegen die gemittelten Zeiten
bleibt.
Wird andererseits ein Sinusstrom allmählich eingeschaltet und hat dabei der Einschaltvorgang
die Zeitbonstajite T (s. Abb. 2), so verläuft der Einschaltstrom nach dem Gesetz
ta ==
I
i_\
I —· e τ J . sin (ω t + ψ) ■ ■ (2)
Auch der leistungsproportionale zeitliche
Mittelwert
_ _L\2
ι—■ e τ
ist dann eine Funktion der Zeit. Für große Zeiten ist unter der Voraussetzung i\o = /'20
der Wert ·
— 0
/= oo .
(4)
geworden.
Durch eine Schaltung nach Abb. 3 ist es möglich, die Größe
der Messung zugänglich zu machen, wobei in
_J-diesem Beispiel/ (t) — ι—e ~ Ύ ist.
Für den in Betracht gezogenen Fall eines Vorganges nach Gleichung (5) ist es nun Voraussetzung,
daß die in der Schaltung verwendeten Gleichrichter G1 und G2 eine quadratische
Charakteristik besitzen. Sollen Energien gemessen werden, so ist es erforderlich,
daß die Zeitkonstante des anzeigenden Instruments groß gegen die Dauer des zu
anessenden Vorganges gewählt wird. Dann wird nämlich von dem Instrument gewissermaßen
über den ganzen Vorgang integriert. Es kann aber auch die Zeitkonstante des
Instruments gleich oder kleiner als die des zu messenden Vorganges sein. In diesem Fall ist
es insbesondere bei Vorgängen mit großer Zeitkonstante möglich, zu verschiedenien Zeiten
während des Vorganges Messungen vorzunehmen, d. h. das Leistungsvexhältnis zu
den verschiedenen Zeitmomenten zu bestimmen.
Weiterhin kann man auch bei akustischen Messungen den Eindruck 'der subjektiv vom
Ohr wahrnehmbaren Verzerrungen objektiv messen, wenn man für das Meßgerät eine
Zeitkonstante von etwa 50 bis 150 Millisekunden wählt. Dieser Wert entspricht etwa der
Trägheitszieitkonstanten des Ohres.
Bei der praktischen Messung wird zweckmäßigerweise dem einen Übertrager O1 ein
plötzlich geschalteter Sinusstrom zugeführt. Er wird mit dem zu untersuchenden Sinusstrom
verglichen, der über den Übertrager U2 und das an diesen angeschlossene zu untersuchende
System gegangen ist. Besteht das zu untersuchende System z. B, aus einem Resonanzkreis
und ist die geschaltete Frequenz die Resonanzfrequenz dieses Kreises, so gilt für Z3, wie oben angenommen, die Beziehung
der Gleichung (3). '
Die Entstellung des plötzlich geschalteten Sinusstroimes beschränkt sich, aber nicht auf
diesen Fall. Es kann auch vorkommen, daß der Wert von / (t) im Einschaltvorgang größer
als der Dauerwert ist, was beispielsweise eintritt, wenn ein Sinusstrom eingeschaltet
wird, dessen Frequenz in einem Amplitudenminimum des Dauerzustandes in der Nähe
einer hohen Resonanzspitze der Frequenzkurve liegt. Dann wird die gemessene Größe
nach Gleichung (5) negativ. Es ist also ein Instrumentenausschlag nach der anderen Seite
zu erwarten. Zweckmäßig wird daher ein Instrument mit dem Nullpunkt in der Mitte
der Skala gewählt.
• In Abb. 4 ist ein Ausführüngsbeispiel für eine vollständige Meßapparatur dargestellt,
/die zur Messung elektroakustischer Aus-.gleichsvorgänge
von Lautsprechern dient. Die vom Tongenerator erzeugte und dann durch den Verstärker 1 verstärkte Tonfrequenz wird
auf zwei parallele, durch die hohen Vorwiderstände i? entkoppelte Widerstände/' gegeben.
Hierbei ist r ■=€ R. Die Tonfrequenz
kann gemeinsam für beide Stromkreise mit der Taste oder auch mit oder ohne Zeitdifferenz
mit dem Helmholtz-Pendel geschaltet werden.
Bei einer Stellung des Umschalters U auf Umgehung der nachher zu untersuchenden
Übertragungsanlage (in der Abb. 4 die untere Schalterstellung) ist die Meßapparatur so· abzugleichen,
daß bei Betätigung des HeImholtz-Pendels,
das die Tonfrequenz hier für beide Stromkreise gleichzeitig schaltet, am
Instrument/, welches vorteilhaft ein ballistisches Galvanometer ist, kein Ausschlag auftritt.
Dies ist dann der Fall, wenn beide Übertragungswege, die das Instrument mit
gegenp öligen Gleichströmen versorgen, in jeder Hinsicht symmetrisch sind, was vor
allem eine übereinstimmende Charakteristik der Gleichrichter G1 und G2 voraussetzt.
Das Helmholtz-Pendel dient zur Kontrolle der Symmetrie und zur Eichung der Meßapparatur.
Es wird dabei die Abhängigkeit des Instrumentenausschlages von einer eingestellten
Schaltzeitdifferenz festgelegt. Diese Werte können dann zu Vergleichen dienen. Zur eigentlichen Messung wird das Pendel
nicht benötigt.
Bei der Messung des zu untersuchenden Geräts wird der Schalter U in die obere
Schalterstellung gebracht. In dem Ausführungsbeispiel ist an den Klemmen des Schalters
ein Verstärker 2 angeschlossen, welcher die vom Tongenerator kommenden Impulse verstärkt
an einen Lautsprecher abgibt. In einer gewissen Entfernung vom Lautsprecher oder
unmittelbar vor diesem ist ein Mikrophon aufgestellt, welches an einen Verstärker 3 angeschlossen
ist. Die vom Verstärker 3 abgegebenen 'Impulse werden zum Übertrager U2
geführt. Zwischen dem Verstärker 3 und dem Übertrager U2 sind Widerstände P und r zur
Entkopplung des Kreises vorgesehen. Der Widerstand/" ist ebenso groß wie die an den
Verstärker 1 angeschlossenen Widerstände r. Der Widerstand/* ist groß gegenüber r.
Bei der Messung ist der Verstärkungsgrad über die ganze zu untersuchende Anlage so
zu regeln, daß für die angegebene Schaltung bei einem Dauerton, also im vollkommen
eingeschwungenen Zustande das Instrument/ keinen Ausschlag zeigt. Dies kann durch
entsprechende Einregelung der Verstärker i, und 3 zueinander bewirkt werden.
■5 Treten nun beim Schalten der Tonfrequenz mittels der Taste im Instrument/ Ausschläge
auf, so sind diese ein Maß für die· Aus1-gleichsverzerrungen
der untersuchten Anlage.
In der Abb. 4 ist eine Schaltung angegeben, um Ausgleichsvorgänge bei Lautsprechern
zu untersuchen. Selbstverständlich können auch irgendwelche andere Geräte bei entsprechender Abänderung der Schaltung an
den Schalter U angeschlossen werden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Messung der bei Ausgleichsvorgängen,
insbesondere bei elektro-
ao akustischen Ausgleichsvorgängen, auftretenden Energie- bzw. Leistungsdifferienzen,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Zwecke der objektiven Messung der bei einem rein elektrischen Ausglieichsvorgang
, oder einem in einen elektrischen Vorgang umgewandelten Ausgleichsvorgang auftretenden
Energie- bzw. Leistungsvierzierrungen die verzerrten und unverzerrten
Impulse über Gleichrichter mit vorzugsweise quadratischer Charakteristik in einer
Kompensationsschaltung gegeneinandergeschaltet und die dabei auftretenden Energie-
bzw. Leistungsdifferenzen als Strombzw. Spannungsänderungen einem gegebenenfalls
aufzeichnenden Anzeigeinstrument zugeführt werden.
2. Meßanordnung zur Ausübung des ■Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die von einem Verstärker gelieferten elektrischen Impulse, wie
beispielsweise Impulse des akustischen Frequenzspektrums, in einer Stromverzweigung
sowohl unmittelbar dem anzeigenden Instrument als auch gleichzeitig über das zu untersuchende Gerät demselben Instrument
zugeführt werden.
3. Anordnung nach Anspruch: 2 zur Untersuchung von Lautsprechern, dadurch,
gekennzeichnet, daß ein Teil der dem zu untersuchenden Lautsprecher zuzuführenden
Impulse unmittelbar dem Instrument zugeleitet wird und ein anderer Teil über den Lautsprecher und ein von den Schallwellen
des Lautsprechers beaufschlagtes Mikrophon dem Instrument zugeführt
wird.
4. Meßgerät zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß an den Ausgangsklemmen der die unverzerrten und verzerrten Impulse führenden Stromkreise, gegebenenfalls
über vorgeschaltete, gleichartig aufgebaute Übertrager je zwei genau symmetrisch
arbeitende Gleichrichter mit quadratischer Charakteristik angeschlossen sind, denen Ströme einem Gleichstrominstrument
zugeführt werden.
5. Anordnung zur Eichung eines Meßgerätes zur Ausübung des Verfahrens nach
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß unverzerrte Inipulse über zunächst gleichzeitig,
dann nacheinander, gegebenenfalls durch ein Helmholtz-Pendel, in festgelegten
Zeitabständen gesteuerte Kontakte der Kompensationsschaltung in gleieher
Stärke zugeführt werden, so daß die eingestellten Schaltzeitdiffienenzen ein Maß
für die Ausschläge des Instrumentes bilden.
6. Meßgerät zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch ■gekennzeichnet,
daß die Zeitkonstante des anzeigenden Instruments, beispielsweise eines ballistischen Galvanometers, groß gegenüber
der Zeitkonstante des zu messenden Ausgleichsvorganges ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET45833D DE658773C (de) | 1935-10-08 | 1935-10-08 | Verfahren zur Messung der bei Ausgleichsvorgaengen, insbesondere bei elektroakustischen Ausgleichsvorgaengen auftretenden Energie- bzw. Leistungsdifferenzen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DET45833D DE658773C (de) | 1935-10-08 | 1935-10-08 | Verfahren zur Messung der bei Ausgleichsvorgaengen, insbesondere bei elektroakustischen Ausgleichsvorgaengen auftretenden Energie- bzw. Leistungsdifferenzen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE658773C true DE658773C (de) | 1938-04-19 |
Family
ID=7562138
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DET45833D Expired DE658773C (de) | 1935-10-08 | 1935-10-08 | Verfahren zur Messung der bei Ausgleichsvorgaengen, insbesondere bei elektroakustischen Ausgleichsvorgaengen auftretenden Energie- bzw. Leistungsdifferenzen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE658773C (de) |
-
1935
- 1935-10-08 DE DET45833D patent/DE658773C/de not_active Expired
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