DE65686C - Verfahren zur Herstellung von Gypswatte - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gypswatte

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DE65686C
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gypsum
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DENDAT65686D
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Dr. BREIGER, prakt. Arzt, in Osterode a. Harz
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Anticipated expiration legal-status Critical
Expired - Lifetime legal-status Critical Current

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    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A61—MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61F—FILTERS IMPLANTABLE INTO BLOOD VESSELS; PROSTHESES; DEVICES PROVIDING PATENCY TO, OR PREVENTING COLLAPSING OF, TUBULAR STRUCTURES OF THE BODY, e.g. STENTS; ORTHOPAEDIC, NURSING OR CONTRACEPTIVE DEVICES; FOMENTATION; TREATMENT OR PROTECTION OF EYES OR EARS; BANDAGES, DRESSINGS OR ABSORBENT PADS; FIRST-AID KITS
    • A61F13/00—Bandages or dressings; Absorbent pads
    • A61F13/04—Plaster of Paris bandages; Other stiffening bandages

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung von Gypswatte, welche als bildsamer (plastischer) Verbandstoff dienen soll.
Mittelst Wattekrempel werden aus chemisch reiner, wasserziehender Verbandbaumwolle etwa 25 g schwere Streifen oder Lamellen gearbeitet, welche einzeln auf Papierblätter von entsprechender Gröfse gezogen werden; dies ist erforderlich, um die sehr empfindlichen Baumwollstreifen in der gewünschten Gestalt zu erhalten.
Eine der also befestigten Lamellen wird in ein Schüttelwerk gebracht und dort vermittelst eines mit Siebboden versehenen Kastens mit einer erfahrungsgemäfs festgestellten Menge des besten gepulverten Verbandgypses versetzt. Der Kasten wird jedesmal nur mit so viel Verbandgyps versehen, als für die Behandlung eines einzigen Streifens erforderlich ist. Darauf wird eine neue Lamelle vorsichtig auf die soeben imprägnirte in der Art geklappt, dafs sich die Watteschichten, und nicht etwa eine Watte- und eine Papierschicht, berühren; darauf wird dann nach Entfernung des schützenden oberen Papierblattes das oben beschriebene Schwängerungsverfahren bei dem neu eingelegten Streifen vorgenommen. Dieser Vorgang wiederholt sich so oft, bis die gewünschte Dicke des Verbandstoffes nahezu erreicht ist, alsdann wird eine Deckschicht oben und nach Entfernung des noch vorhandenen unteren Papierblattes auch unten aufgebracht, welche aus je einem Baumwollenstreifen besteht, der vorher mit einer Mischung von Leim, Kartoffelmehl und Wasser behandelt worden ist. Diese Deckschicht soll einmal die behandelten Watteschichten vor dem Einflufs der Feuchtigkeit der atmosphärischen Luft schützen und dann das Ausstäuben des Gypses verhindern. Statt der erwähnten wasserziehenden Baumwolle kann auch ein anderer entsprechender Rohstoff, wie Wollheede oder Mischung aus Baumwolle und Wolle, zur Anwendung gelangen, in welchem Falle man einen ähnlichen, jedoch minderwerthigen Verbandstoff erhält.
Soll nach dem vorstehend beschriebenen Verfahren hergestellter Verbandstoff zur Anwendung gelangen, so wird mittelst einer Scheere oder eines Messers ein genügend langer und breiter gerader Streifen abgetrennt, derselbe wird aufgerollt in Wasser getaucht und, nachdem die überflüssige Feuchtigkeit durch Ausdrücken entfernt ist, um den betreffenden zu schützenden oder zu unterstützenden Körpertheil gewickelt; der so entstandene Verband wird mit einer gewöhnlichen oder appretirten Gazebinde umwickelt. Der Verband wird in wenigen Minuten ebenso hart wie ein gewöhnlicher Gypsverband, vor welchem er noch folgende wesentliche Vortheile voraus hat.
Der neue Verband ist nicht nur billiger herzustellen als der bisherige, er ist aufserdem einfacher, in kürzerer Zeit anzubringen und reinlicher als der starke, schmierende frühere Verband. Ferner kann man aus der Gypswatte in einfachster Weise einen jederzeit abnehmbaren Gypsverband herstellen, eine Neuerung, die von wesentlichster Bedeutung ist und besonders für die Kriegschirurgie aufserordentlich geeignet erscheint. Dieser abnehmbare Gypsverband wird hergestellt, indem man zwei
Streifen Gypswatte neben einander um die zu verbindende Stelle wickelt, an ihren Berührungskanten vorn und hinten durch Streifen oder längliche Rollen nicht wasserziehender, gewöhnlicher Schienenpolsterwatte abschliefst (isolirt) und gemeinsam durch eine Binde festwickelt. Diese Binde braucht, nachdem der Verband hart geworden, nur an den Berührungskanten durchschnitten zu werden, um den Verband gewünschtenfalls aufklappen bezw. abnehmen zu können.'
Endlich bietet die Gypswatte noch die Annehmlichkeit, dafs man jederzeit eine feste, sich jeder Form anschmiegende Schiene in kürzester Zeit herstellen kann, indem man einen geraden Streifen Gypswatte anfeuchtet und an der erforderlichen Stelle festbindet.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zur Herstellung von Gypswatte, dadurch gekennzeichnet, dafs Verbandbaumwolle zu dünnen Lamellen (Streifen) verarbeitet wird, welche unter inniger Einlagerung von Verbandgyps über einander geschichtet und mit geleimter Watte umgeben werden.
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