DE655495C - Verfahren zur Vermeidung von schaedlichen Abwaessern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen - Google Patents

Verfahren zur Vermeidung von schaedlichen Abwaessern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen

Info

Publication number
DE655495C
DE655495C DEH145860D DEH0145860D DE655495C DE 655495 C DE655495 C DE 655495C DE H145860 D DEH145860 D DE H145860D DE H0145860 D DEH0145860 D DE H0145860D DE 655495 C DE655495 C DE 655495C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
pickling
iron
pickling bath
bath
acid
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEH145860D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
WALTER HEIMBERGER DR ING
Original Assignee
WALTER HEIMBERGER DR ING
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by WALTER HEIMBERGER DR ING filed Critical WALTER HEIMBERGER DR ING
Priority to DEH145860D priority Critical patent/DE655495C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE655495C publication Critical patent/DE655495C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C23COATING METALLIC MATERIAL; COATING MATERIAL WITH METALLIC MATERIAL; CHEMICAL SURFACE TREATMENT; DIFFUSION TREATMENT OF METALLIC MATERIAL; COATING BY VACUUM EVAPORATION, BY SPUTTERING, BY ION IMPLANTATION OR BY CHEMICAL VAPOUR DEPOSITION, IN GENERAL; INHIBITING CORROSION OF METALLIC MATERIAL OR INCRUSTATION IN GENERAL
    • C23GCLEANING OR DE-GREASING OF METALLIC MATERIAL BY CHEMICAL METHODS OTHER THAN ELECTROLYSIS
    • C23G1/00Cleaning or pickling metallic material with solutions or molten salts
    • C23G1/02Cleaning or pickling metallic material with solutions or molten salts with acid solutions

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Cleaning And De-Greasing Of Metallic Materials By Chemical Methods (AREA)

Description

  • Verfahren zur Vermeidung von schädlichen Abwässern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen Beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen in der bisher gebräuchlichen Weise werden die Beizbäder dann, wenn- die darin enthaltene Säure, meist Schwefelsäure, nur etwa zur Hälfte ausgenutzt ist, praktisch unbrauchbar und müssen weggeschüttet werden. Die in den verbrauchten Beizlösungen enthaltenen Eisensalze und die noch vorhandene freie Säure verursachen eine erhebliche Verunreinigung der Abwässer, die noch verstärkt wird durch das beim Beizen anfallende Waschwasser.
  • Es sind auch Blankb.eizbäder bekannt, bei welchen durch Hydrolyse die gelösten Eisensalze als unlösliche Verbindungen ausfallen. Solche Bäder sind nicht geeignet zum Beizen stark verzunderten oder verrosteten Eisens, da die Beizdauer zu groß wird.
  • Gemäß der Erfindung ist nun ein Beizverfahren geschaffen worden, das diese Nachteile vermeidet.
  • Es wird hierbei mit zwei Beizbädern gearbeitet, einem Vorbeizbad, in dem der Zunder aufgelöst oder gelockert wird, und einem Nachbeizbad, in dem das Beizgut blank gebeizt wird -und das gleichzeitig in der Lage ist, die Beizlösung des Vorbeizbades allmählich aufzunehmen. Die in der Vorbeizlösung nocb enthaltene freie Säure wird im Blankbeizbad ausgenutzt, und die gelösten Eisensalze, die mit der Vorbeizflüssigkeit in das Nachb.cizbad gelangen, werden hier als -unlösliche Eisenverbindungen ausgeschieden.
  • So wurden beispielsweise gute Ergebnisse erzielt, wenn das für die Aufnahme einer verbrauchten Vorbeizlösung bestimmte Nachbeizbad auf mehr als 5o° C erwärmt wurde, weniger als o, 5 o,/o freier Säure und bis zu 5% eines Salzes enthielt, dessen Anion von dem der Säure des Nachbeizbades verschieden ist und dessen Kation unedler ist als Eisen, wobei die Bestandteile des Nachbeizbades so gewählt werden müssen, daß eine oxydierend(, Wirkung erzielt wird.
  • Als zweckmäßige Zusammenstellungen für das Nachbeizbad wurden beispielsweise gefunden: Salpetersäure ; lösliches Sulfat, Schwefelsäure + Nitrat oder Chlorat. Zweckmäßig wird der Beizprozeß so gestaltet, daß die Vorbeizlösung in das Nachbeizbad in dem Maße verbracht wird, daß in der Zeiteinheit so viel Eisensalz aus dem Vorbeizbad in das Nachbeizbad gelangt, als sich im Verlauf des Beizens im Vorbeizbad neues Eisensalz bildet, so daß die Konzentration des Eisensalzes im Vorbeizbad praktisch auf einer gewünschten Konzentration, z. B. 5o g%1, bleibt. Der Flüssigkeitsverlust, der im Vorbeizbad durch das Umfüllen und etwaige Verdampfung entsteht, wird durch Zugießen neuer, verdünnter Beizsäure wieder ergänzt, so daß das Vorbeizbad dauernd voll avirksam bleibt.
  • Da \Tachbeizbäder bei höheren Tempera= turen, z. B. bei 7o bis 8o° C, verwendet werden und dabei ständig durch Verdampfung Flüssigkeit verlorengeht, wird durch das Umfüllen die Fiüssigkeitsm--nge im Nachbeizbad auf etwa gleichem Stand erhalten und praktisch nicht vermehrt. Wenn b=ei d=er beispi=elsweise angegebenen Eisensalzkonzentration im Vorbeizbad die umzufüllende Menge Vorbeizflüssigkeit größer wird als der Verdampfungsverlust im Nachbeizbad, so kann unbedenklich der Eisensalzgehalt irr Vorbeizbad beträchtlich gesteigert werden, weil die dadurch bedingte Verschlechterung des Beinergebnisses im Vorbeizbad durch.die Nachbehandlung im zweiten Beinbad, dem Blankbeizbad, wieder restlos ausgeglichen wird.
  • Um die mehr oder weniger große Menge an z«°eiwertigen Eisensalzen, die mit der Vorbeizflüssigkeii in das Nachbeizbad gebracht werden, in basische Verbindungen umzuwandeln, ist es notwendig, daß das Nachbeizbad dauernd eine genügend große Menge oxydierend wirkender Mittel, z. B. Salpetersäure oder Nitrate oder Nitrite oder Chlorate oder ähnliche Verbindungen, enthält. Wird die Umwandlungsgeschwindigkeit der zweiwertigen Eisensalze in basische Verbindungen mit der Zeit zu klein, so ist der Gehalt an oxydierenden Mitteln zu ergänzen. Je größer die Menge der umzuwandelnden .Eisensalze wird, um so größer wird auch der Verbrauch an Oxydationsmitteln.
  • Ist der Anfall an zw eiwertigen Eisenverbindungen im Vorbeizbad bei angestrengtem Beinbetrieb so groß, daß der Verbrauch an Oxydationsmitteln über das Maß der Wirtschaftlichkeit wachsen würde, so läßt sich das Verfahren dadurch vereinfachen, daß die Eisensalzkonzentration in d=em nun höher zu erwärmenden Vorbeizbad weit über das übliche Maß mit dem Erfolg erhöht wird, daß die Eisensalze nach dem Abkühlen der Lösung auskristallisieren und :entfernt werden können. Die säurehaltige Mutterlauge wird zum Ansetzen eines neuen Bades wieder verwendet, so daß praktisch ein Säureverlust nicht eintritt.
  • Wird einer Beizung in einer solchen Geizlösung eine Blankbeizung nicht angeschlossen, so erhält man nur sehr mangelhafte Beinergebnisse. Das Geizgut kommt mit einem gräuen, fest anhaftenden Belag aus dem Beinbad und ist für die Weiterverarbeitung ungeeignet, wenn es nicht mit Sand oder Stahlbürsten gescheuert wird. Durch das Blankbeizbad wird dieser graue Belag umgewandelt in einen Belag, der nur ganz 'locker am Beizgut haftet. Nach der Entfernung dieses Belags kommt die metallisch reine Oberfläche des Beizgutes zum Vorschein.
  • In diesem Fall arbeitet das Verfahren gemäß der Erfindung in der Weise, daß in das Nachbeizbad im wesentlichen nur die dem Beizgut beim Umsetzen anhaftend-2 Menge Vorbeizflüssigkeit verbracht und vollends verbraucht bzw. umgewandelt wird.
  • Nach dem Ergebnis der Versuche scheint der hohe Eisensalzgehalt auch noch den Angriff der Säure auf das Eisen des Beizgutes zu vermindern. Eine Beeinträchtigung der Blankbeizwirkung des Nachbeizbades wurde selbst bei den höchsten Eisensalzkonzentrationen im Vorbeizbad nicht beobachtet. ' Durch das Beizverfahren gemäß der Erfindung ist die Möglichkeit geschaffen, die zum Beizen verwendete Säure praktisch restlos auszunutzen und dadurch die Kosten für das Beizen zu vermindern. Außerdem bietet es die Möglichkeit, die anfallenden Eisensalze nutzbringend zu verwerten, z. B. als Farbkörper, als Ausgangsmaterial für Eisensalze anderer Zusammensetzungen, zur Verhüttung usw. Als weiteren technischen Fortschritt kann das Verfahren für sich in Anspruch nehmen, daß die lästigen, säure-und eisensalzhaltigen Beizereiabwässer praktisch restlos vermieden werden.
  • Es hat sich gezeigt, daß auch das Waschivasser, das in Beizereien einen viel erheblicheren Teil der Abwässer ausmacht als die Beinflüssigkeiten selbst, vollkommen unschädlich ist, da es nur geringe Mengen löslicher dreiwertiger Eisensalze "nthält, die sich bei Verdünnung sehr rasch in basische Verbindungen um=wandeln und abfiltriert werden können, so daß das Wasser genügend rein wird, um wieder in den Betrieb gegeben werden zu können. Der Gehalt des Waschwassers an freier Säure ist selbst bei sehr langem Gebrauch so klein, daß die Säure sich nur in Spuren nachweisen läßt.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: r. Verfahren zur Vermeidung von schädlichen Abwässern beim Beizen von Eisen ,und Eisenlegierungen, gekennzeichnet durch die Verwendung je eines gesonderten Säurebeizbades und Blankbeizbades iti der Weise, daß das ganz oder teilweise unbrauchbar gewordene Säurebeizbad während des Beizens in ein oxydierend wirkendes, auf mehr als 5o° erwärmtes Nachbeizbad (Blankbeizbad) verbracht wird, das weniger als o, 5 0;ö freie Säure und bis zu 5 0to eines Salzes enthält, dessen Anion von dem der Säure -des Nachbeizbades verschieden ist und dessen Kation unedler ist als Eisen, wobei das erste Beizbad durch Zugabe von Säure und Wasser ergänzt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem ersten Beizbad eine derartige Menge Beizlösung in das Nachbeizbad verbracht wird, daß der Gehalt an zweiwertigen Eisenverbindungen im .ersten Beizbad praktisch gleichbleibt.
DEH145860D 1935-12-07 1935-12-07 Verfahren zur Vermeidung von schaedlichen Abwaessern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen Expired DE655495C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH145860D DE655495C (de) 1935-12-07 1935-12-07 Verfahren zur Vermeidung von schaedlichen Abwaessern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEH145860D DE655495C (de) 1935-12-07 1935-12-07 Verfahren zur Vermeidung von schaedlichen Abwaessern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE655495C true DE655495C (de) 1938-01-17

Family

ID=7179790

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEH145860D Expired DE655495C (de) 1935-12-07 1935-12-07 Verfahren zur Vermeidung von schaedlichen Abwaessern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE655495C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2359021A1 (de) Beizloesung und verfahren zum beizen von metallen
DE1142488B (de) Waessrige Saeureloesung zum Entfernen von Kupfer und Eisenoxyde enthaltenden Verkrustungen auf Oberflaechen von Eisengegenstaenden
DE845736C (de) Verfahren zum Phosphatieren von Metallen
DE1621648A1 (de) Aufbereitungsverfahren fuer bei Metallbehandlungsprozessen abfallende Spuelabwaesser
DE1068022B (de)
DE655495C (de) Verfahren zur Vermeidung von schaedlichen Abwaessern beim Beizen von Eisen und Eisenlegierungen
DE745704C (de) Verfahren zur Herstellung glasklarer und farbloser Oxydschichten auf Aluminium und seinen Legierungen
DE3222532C2 (de)
DE643869C (de) Verfahren zur Behandlung von Magnesium-, Zink- oder Eisenoberflaechen
DE618614C (de) Verfahren zum Blankbeizen von Metallen
DE1521908B2 (de) Alkalische Losung und Verfahren zum Glänzen von Aluminiumlegierungen
DE1131068B (de) Loesung zur Herstellung von Chromat-ueberzuegen auf Magnesium
DE613762C (de) Verfahren zum Bruenieren von Gegenstaenden aus Eisen oder Eisenkohlenstoffverbindungen
DE635261C (de) Verfahren zur Herstellung eines korrosionsbestaendigen UEberzuges auf aus Zinklegierungen bestehenden Gegenstaenden
DE584411C (de) Verfahren zur Herstellung von korrosionsfesten UEberzuegen auf Eisen und Stahl
DE740432C (de) Verfahren zum Beizen von Eisen und Eisenlegierungen
DE883545C (de) Verfahren zur Verbesserung der Korrosionsbestaendigkeit von Eisen und Stahl
DE692667C (de) Verfahren zur Erzeugung feinkristalliner Phosphatschichten auf Zink, Eisen und deren Legierungen
AT144019B (de) Verfahren und Filtermaterial zum Klären und Keimfreimachen von Flüssigkeiten.
DE865849C (de) Verfahren zur Verbesserung der Korrosionsbestaendigkeit von Werkstuecken aus Magnesium und Magnesiumlegierungen
AT325372B (de) Verfahren zur phosphatierung von stahl
DE549664C (de) Verfahren zur Herstellung von roten Mineralfarben
DE410926C (de) Verfahren zum Aufschliessen von Chromeisenstein mit Salpetersaeure
DE756661C (de) Lithografische AEtze fuer Metallflachdruckformen
DE738115C (de) Kreislauffuehrung des Kupfers bei der Kupferkunstfaserherstellung