DE655396C - Herstellung von Geruesten aller Art fuer den Luftfahrzeugbau - Google Patents
Herstellung von Geruesten aller Art fuer den LuftfahrzeugbauInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
18. NOVEMBER 1938
18. NOVEMBER 1938
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 62 b GRUPPE 24 oi
5)tpl.-3ng. Adolf Sambraus in Berlin-Charlottenburg
Herstellung von Gerüsten aller Art für den Luftfahrzeugbau
Zusatz zum Patent 654 606 *)
Patentiert im Deutschen Reiche vom 30. August 1933 ab
Das Hauptpatent hat angefangen am 26. Februar 1931.
In dem Hauptpatent 654 606 ist ein Verfahren zur Herstellung kraftübertragender
dünnwandiger Bauteile für den Luftfahrzeugbau, insbesondere für den Flugzeugbau, beschrieben,
bei welchem die aus lötfähigem, vorzugsweise hochlegiertem Metall hergestellten Bauteile an den Stößen und Nähten
• durch Lötung, insbesondere Weichlötung, miteinander
verbunden sind.
In weiterer Fortbildung des Verfahrens wurde gefunden, daß sich Gerüste aller Art
für den Luftfahrzeugbau, insbesondere für den Flugzeugbau, unter Verwendung von Streben
aus durchgehend kantigen, insbesondere vierkantigen Rohren ohne Abdrückung besonders
vorteilhaft herstellen lassen, wenn man die durchgehend kantigen Streben aus
dünnwandigen Blechen gegen die Ausknikkung durch aufgelötete Bauteile versteift.
Die Streben vermögen dann nicht nur der Zug-, sondern auch der Druckbeansprachung
zu widerstehen.
Ferner hat es sich als günstig erwiesen, die durchgehend kantigen Streben aus mehreren
Teilen zu formen und diese miteinander zu verlöten. Schließlich ist es auch zweckmäßig,
die geschlossenen Streben miteinander unmittelbar ohne Zwischenschaltung offener
Glieder mit Knotenblechen zu verbinden.
Es ist bereits bekannt, Streben mit Knotenblechen aneinander anzuschließen, wobei die
Verbindung durch Nietung hergestellt wird. Man hat dabei runde Rohre mit Abdrückungen
verwendet. Derartige Rohre lassen die Ausnutzung der Vorteile, welche die Weichlötung
bietet, nicht zu; denn der Übergang vom kantigen zum runden Querschnitt ist eine
ungünstige Kraftverteilung, so daß das Rohr nur mit einem Bruchteil seiner Festigkeit, die
es einerseits im abgedrückten Teil, andererseits im runden Teil besitzt, ausgenutzt werden
kann. Gezogene kantige Rohre lassen sich, im allgemeinen nicht in vollständig einwandfreier
Weise herstellen. Es ist daher vorteilhaft, wenn man nach der vorliegenden Erfindung die Rohre aus einzelnen leicht verformbaren
Teilen durch Lötung aufbaut. Man kommt dadurch in die Lage, die Festigkeit
hochlegierter Baustoffe voll ausnutzen zu können, da man dann besonders dünne Bleche
zum Aufbau der kantigen Rohre benutzen kann. Solche dünnen Bleche sind nur der Lötung zugänglich, keineswegs aber der
Schweißung, und noch weniger ist die Niet-
*) Früheres Zusatzpatent 626570
verbindung geeignet, weil die Schwächung des Materials viel zu groß wäre, um eine
praktische Verwendbarkeit zu gewährleisten. Auf die vorteilhafte Verwendung geschlossener
Profile ist bereits im Hauptpatent aufmerksam gemacht worden. Dort ist auch die Anwendung von Vierkantrohren mit abgedrückten
Enden erwähnt. Für den Bau von Luftfahrzeugen nach dem vorliegenden Verfahren
erhält man aber eine weit bessere Kraftübertragung und eine einfachere Bauweise.
Im Gegensatz zu den im Luftfahrzeugball,
gegenwärtig üblichen. Kreisrohren gestatten die kantigen Rohre die Anbringung von Knotenblechen,
wie sie bereits früher zur Verbindung mittels Nietung bekannt gewesen ist. Kantige Rohre bieten, die zur Kraftübertragung
bei Weichlötung erforderliche Größe
ο der Lötfiäche ohne besondere Vorkehrung. Da es sich bei fast allen Gerüsten durchweg
um Stäbe handelt, die sowohl Zug- wie auch Druckkräfte in beinahe gleicher Größe zu
übertragen haben, erfolgt die Bemessung der Stäbe meistens mit Rücksicht auf die Knikkung.
Die Knickspannung eines Stabes, die von Material, Stablänge und Querschnittsform
abhängig ist, überschreitet beispielsweise bei Stahl selten 25 kg/mm2. Weidh-
> lötung überträgt nun, wie im Hauptpatent ausgeführt ist, mindestens 2,5 kg/mm2. Umfangreiche Versuche haben ergeben, daß man
im Durchschnitt Werte von etwa 4,0 kg/mm2 erhält. Es ist also der zehnfache Stabquerschnitt
als Lötfiäche erforderlich, was bei kantigen Rohren und Verwendung von Knotenblechen
mühelos erreichbar ist.
Ein großer technischer Fortschritt dieser Weichlötbauweise gegenüber der heute üb-
' liehen geschweißten Stahlrohrbauart besteht
in der besseren Materialausnutzung, da der Verwendung dünnster Bleche bei Weichlötung
nichts im Wege steht. Bei geschweißten Stahlrolirbauarten
ist man in der Wahl der Wand-stärke des Rohres beschränkt; denn je dünner
bei einem gegebenen Durchmesser ein Stahlrohr ist, um so größer wird die Gefahr,
das Material beim Schweißen zu verbrennen, und um so schwieriger ist eine einwandfreie
Krafteinleitung herzustellen. Würde man bei einer geschweißten Stahlrohrbauart in dem
Bestreben, das Gewicht des Bauteiles unverändert beizubehalten, den Durchmesser der
Rohre kleiner und dafür die Wandstärke größer machen, so würde die Materialausnutzung
wegen der daraus folgenden kleineren Knickspannung noch geringer werden.
Die Verwendung geschlossener dünnwandiger Profile erfordert, daß diese Profile genau
und sauber an einer gewünschten Stelle zertrennt werden können, was einwandfrei mit
tels eines Schneidbrenners oder eines ähnlich arbeitenden Schneidverfahrens oder beispielsweise eines elektrischen Schmelzverfahrens
erreicht werden kann. Die dünnwandigen kantigen Stege werden vorteilhaft an den Ecken durch .weicheres, weniger hoch legiertes
Material versteift.
In den Abbildungen sind verschiedene Ausführungsbeispiele
der Erfindung und Anwendungsmöglichkeitcn dargestellt.
Die Abb. 1 bis 3 stellen Querschnittsformen von Streben nach der Erfindung dar. Es sind
hier vierkantige Quersehnittsformen gewählt,
deren Seitenflächen durch aufgelötete Bauteile versteift sind. Diese aufgelöteten Bauteile
können, wie die Abbildungen zeigen, verschiedenartige Formen haben. Diese Formen
werden sich nach der Art der Verwendung, also der Beanspruchung, wie auch nach der
Art der zur Verfugung stehenden Herstellungsmittel richten. Durch die aufgelöteten
Bauteile sind die durchgehend kantigen Streben aus dünnwandigen Blechen versteift. Die
örtliche Knickfestigkeit der Profile wird dadurch bei verhältnismäßig dünnen Blechstärken
beträchtlich erhöht.
In den Abb. 4 bis n sind verschiedene Querschnitte von Streben nach der Erfindung
dargestellt. Hierbei, sind die durchgehend kantigen Streben aus mehreren Teilen geformt,
die dann miteinander verlötet sind. Die Abbildungen zeigen, wie vielseitig die
Herstellungsmöglichkeit dieser Streben ist Sinngemäß kann diese Art der Herstellung
auch auf andere kantige Rohre beliebigen Querschnitts übertragen werden.
Abb. 12 zeigt die Zusammenfassung dreier Streben gemäß der Erfindung mit Hilfe der
Veiiötung von Knotenblechen. Die' drei aufeinander senkrecht stehenden Streben sind
mit den Ziffern 1 bis 3 bezeichnet. Die Knotenbleche tragen die Bezeichnung 4 bis 7, tind
zwar sind 4 und 5 die beiden inneren und 6 und 7 die äußeren Knotenbleche. Die
beiden inneren Knotenbleche 4 und 5 sind in den Abb. 12a und 12b herausgezeichnet, um
zu zeigen, wie die Bleche zweckmäßig ausgeschnitten werden und wie sie sich durchdringen,
wenn der Aufbau des Bauteils gemäß no der Erfindung vorgenommen wird.
Handelt es sich um Gerüste, z.B. Rümpfe, bei denen die Gurte, z. B. in Abb. 12 die
Strebe 1, nicht gerade durchgehen, sondern
an den Spanten geknickt sind, so lassen sich auch diese Knickstellen -bei der erwähnten
Knotenpunktausbildung nach Abb. 12 leicht ausführen. Audi andere Formen des Rumpfes
mit beliebiger Kantenzahl sind nach dem Verfahren der Erfindung ohne Schwierigkeiten
herstellbar.
Diese Bauarten sind für alle möglichen
Claims (3)
- 655390Gerüste brauchbar, insbesondere auch für Luftschiffträger. Femer kann man derartige Gerüste auch für die Herstellung von Karosserien im Autobau, bei Wagen- und Waggonbau, im Bootsbau und allgemein überall im Fahrzeugbau anwenden.Auch der Übergang vom dreikantigen Querschnitt auf den vierkantigen oder mehrkantigen Querschnitt bietet keine Schwierigkeiten.ίο Die Übergangsknoten können beispielsweise aus dünnem Blech hergestellt und in der angegebenen Weise verlötet oder verschweißt werden. Schaffungen von kantigen Rohren mit verschiedenen Abmessungen sind leicht ausführbar, indem man Buchsen dazwischenlötet, die den Zwischenraum ausfüllen. Kreisförmige Rohre werden zweckmäßig an den Enden vierkantig abgedrückt.In der Abb. 13 ist die Anwendung der Er-zo fmdung auf die Herstellung von Rippen dargestellt, die auch sinngemäß auf die' Bauart von Holmen usw. von Flugzeugen zu übertragen ist. Die Abbildung zeigt eine Rippe, die für den Einbau in eine Flugzeugtragfläche bestimmt ist. Die Diagonalen bestehen aus Yierkantrohren, die beispielsweise durch Abkanten aus dünnen Blechen in einer der in den Abb. 1 bis 11 dargestellten Form hergestellt sind. Diese Diagonalen sind durch beiderseitige Knotenbleche mit den Rippengurten verbunden. In der Abbildung sind mit 28 die Diagonalstreben, gekennzeichnet, während die Rippengurte die Bezeichnung 29 tragen.Ρλ τ ε ν τ λ ν s ι· κ ü c ii ε :ι. Herstellung von Gerüsten aller Art für den Luftfahrzeugbau nach Patent 654 606, insbesondere für den Flugzeug- ·ιο bau, unter Verwendung von Streben aus durchgehend kantigen, insbesondere vierkantigen Rohren ohne Abdrückung, dadurch gekennzeichnet, daß die durchgehend kantigen Streben aus dünnwandigen Blechen gegen Ausknickung durch aufgelötete Bauteile versteift sind.
- 2. Herstellung von, Gerüsten nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die durchgehend kantigen Streben aus mehreren Teilen geformt und diese miteinander verlötet sind.
- 3. Herstellung von Gerüsten nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die geschlossenen Streben miteinander unmittelbar ohne Zwischenschaltung offener Glieder durch Knotenbleche verbunden sind.Hierzu ι Blatt Zeichnungenni:iti.!\'. ιίιιιμι:κι in DiU in
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