DE653129C - Verfahren zur Vorbeugung einer Infektion in frisch gemolkener Milch - Google Patents

Verfahren zur Vorbeugung einer Infektion in frisch gemolkener Milch

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DE653129C
DE653129C DEJ53588D DEJ0053588D DE653129C DE 653129 C DE653129 C DE 653129C DE J53588 D DEJ53588 D DE J53588D DE J0053588 D DEJ0053588 D DE J0053588D DE 653129 C DE653129 C DE 653129C
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milk
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A23FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
    • A23BPRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
    • A23B11/00Preservation of milk or dairy products
    • A23B11/10Preservation of milk or milk preparations
    • A23B11/102Storing or packaging in a vacuum or in inert or sterile gaseous atmosphere

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Vorbeugung einer Infektion in frisch gemolkener Milch Es ist bereits bekannt, zum Schutz von Milch gegen Infektion die Milch in einer z. B. durch Kohlensäureschnee erzeugten Kohlendioxydatmosphäre aufzubewahren. Diese Maßnahme allein reicht jedoch nicht aus, die Milch tatsächlich vor einer Infektion zu bewahren. Es ist nämlich zu berücksichtigen, daß die Milch, wenn sie aus dem Euter kommt, einen erheblichen natürlichen Kohlensäuregehalt, der etwa 5 Raumprozent erreicht, hat und daß dieser natürliche Kohlensäuregehalt die Milch zunächst vor Infektion schützt. Wird jedoch nach dem Melken, wie im allgemeinen üblich, die Milch umgeschüttet, so sinkt schon hierdurch der Kohlensäuregehalt auf einen sehr niedrigen Betrag, der etwa o,51[, ist, herab. Dieses Verfahren bietet daher keinen wirksamen Schutz gegen Infektion der Milch.
  • Bei- einem anderen bekannten Verfahren wird die Milch maschinell durch Saugen unter Verwendung von Schläuchen in eine Melkkanne eingemolken, die von außen und gegebenenfalls auch von .innen mit Kohlensäureeis gekühlt ist, wobei gleichzeitig durch Verdampfung des Kohlensäureeises eine Schutzatmosphäre gebildet wird. Die Anwendung einer derart starken Kühlung beeinträchtigt jedoch den Geschmack der Milch. Außerdem ist dieses Verfahren verhältnismäßig teuer und umständlich. Für kleine landwirtschaftliche Betriebe kommt es kaum in Frage, weil auf den einzelnen kleinen Gütern Kohlensäureeis oder -schnee kaum beschafft werden kann.
  • Die Erfindung benutzt das vorerwähnte Verfahren insoweit, als zur Vorbeugung einer Infektion die Milch in eine mit Schutzgas, z. B. Kohlendioxyd, gefüllte Kanne eingemolken wird, die ihrerseits zuvor sterilisiert und mit dem Schutzgas gefüllt wurde. Nach der Erfindung werden jedoch die Nachteile des vorstehenden Verfahrens vermieden, indem das Einmelken von Hand vorgenommen und dabei die Milch ohne Saugwirkung unmittelbar in eine Kohlendioxydgas von normaler Temperatur enthaltende offene Melkkanne durch ein Filter im Hals der Kanne eingemolken wird, um das freie Entweichen des Kohlendioxyds vor dem Einmelken zu verhindern. Durch das Einmelken von Hand gelangt die Milch unmittelbar vom Euter in die Milchkanne, wobei eine Saugwirkung auf die Milch wie bei dem vorerwähnten Verfahren vermieden wird. Eine solche Saugwirkung hat zur Folge, daß der natürliche Kohlendioxydgehalt der aus dem Euter kommenden Milch fast vernichtet wird. Beim Einmelken nach der Erfindung, das gegebenenfalls auch mit mechanischen Melkfingern ausgeführt werden kann, wird eine solche schädliche Saugwirkung nicht ausgeübt. Da ferner .erfindungsgemäß die Milch in eine Kohlendioxydgas von normaler Temperatur enthaltende Melkkanne eingemolken wird, kann keine nachteilige Einwirkung auf den Geschmack der Milch eintreten. Das Einmelken der Milch durch ein Filter im Hals der Kanne ist nicht nur notwendig, um Unreinigkeiten zurückzuhalten, sondern vor allem, um das freie Entweichen des Kohlendioxydgases aus der Kanne .zu verhindern. Durch das Filter wird das Kohlendioxydgas in der Kanne zurückgehalten und nur durch die in die Kanne durch das Filter eindringende Milch verdrängt.
  • Das neue Verfahren wird zweckmäßig in der Weise durchgeführt, daß der Milchabnehmer bzw. die Molkerei das Reinigen und Sterilisieren der Milchkannen vornimmt und diese auch mit Kohlendioxyd füllt. Die derartig vorbereiteten verschlossenen Milchkannen werden dann den Milchlieferanten zugeschickt, die jede einzelne Kanne erst unmittelbar vor Gebrauch öffnen und alsdann die Melkung direkt in den Behälter vornehmen. Sobald das Melken beendet ißt, wird die Milchkanne wieder geschlossen, und die Melk- und Transportkanne ist nun fertig zum Versand an den Abnehmer bzw. die Molkerei.
  • Es empfiehlt sich, das Reinigen, Sterilisieren der Melk- und Transportkanne und das Füllen mit Kohlensäure von den Milchabnehmern vornehmen zu lassen, da diese am ehesten die Sauberkeit und Sterilität der Kannen ausführen und gewährleisten können.
  • Das Verfahren nach der Erfindung ist im folgenden an Hand der Zeichnung näher erläutert, die einen senkrechten Schnitt durch eine zur Ausführung des neuen Verfahrens geeignete Melk- und Transportkanne zeigt. i bezeichnet einen zylindrischen Behälter, der oben einen zylindrischen offenen Hals 2 hat, der beim Übergang zu den Behälterwänden eine nach innen gerichtete Auswölbung oder Sicke 3 aufweist, die den Sitz für einen kegelförmigen Trichter q. bildet, durch dessen untere Öffnung 5 die Milch in den Behälter i eintritt. Oben im Trichter q. ist u. a. zur Verhinderung, daß feste Teile mit der Milch in den Behälter geführt werden, eine Filtriervorrichtung angebracht, z. B. bestehend aus zwei Metallsieben 6 und 7 mit einem dazwischenliegenden Filter 8 aus Watte, Filz oder ähnlichem. Der Behälter wird in an und für sich bekannter Weise mit einem Deckel 9 geschlossen, der vermittels einer Spannvorrichtung über den Behälterhals gepreßt werden kann. Im Deckel ist ein gegen die Oberkante des Halses :2 anliegender Dichtungsring 1o aus Kautschuk oder anderem zweckdienlichem Material angebracht.
  • Die Spannvorrichtung kann, wie aus der Zeichnung ersichtlich, aus zwei oder mehreren Bügeln z i bestehen, von denen @ eder um einen Bolzen 12 drehbar ist, welcher in einem Paar auf dem Halse 2 befindlicher Tatzen oder Augen 13 gelagert ist. Der Bügel i i hat eine Druckfläche 14., welche, wenn der Bügel vermittels eines Fingergriffes 15 über den ._D-eckel 9 gedreht wird, diesen mit dem Dichtungsring 1o gegen die Kante des Behälterhalses 2 niederdrückt. Soll der Behälter geleert werden, werden die Bügel vom Deckel 9 abgehoben, und dieser kann alsdann entfernt werden.
  • Im Behälter i, der leicht zu reinigen ist, wird unmittelbar nach der Reinigung eine Kohlendioxydatmosphäre erzeugt, welches z. B. durch Einblasen von gasförmigem Kohlendioxyd oder auf jegliche andere bekannte Weise bewerkstelligt wird. Das Erzeugen von Kohlendioxydatmosphäre kann auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, jedoch auf jeden Fall, ehe irgendeine Möglichkeit einer Infektion des Behälters vorliegt.
  • Der gereinigte Trichter q. und die Filtriervorrichtung 6 bis 8 werden hiernach im Behälter angebracht und dieser luftdicht vermittels des Deckels 9 und der Spannvorrichtung i i bis 15 verschlossen.
  • Die Filtriervorrichtung bildet im übrigen im Verein mit dem Trichter einen Verschluß, der verhindert, daß die Kohlendioxydatmosphäre entweicht oder mit Luft gemischt wird, nachdem der Deckel während des Melkens entfernt ist, .indem die Kohlendioxydatmosphäre schwerer als gewöhnliche atmosphärische Luft ist und darum nicht dazu neigt, durch, das verhältnismäßig dichte Filter zu entweichen. Selbst wenn der Behälter, von dem der Deckel entfernt ist, umgeworfen wird, kann die Luft nicht in den Behälter durch die verhältnismäßig kleine Öffnung 5 des Trichters dringen, indem die Kohlendioxydatmosphäre von dem Trichter daran gehindert wird, an den Seiten des Halses entlang zu entweichen. Während des Melkens kommt die Milch kaum mit der Luft in Berührung, da dieselbe vom Kuheuter direkt in den Hals 2, strahlt, der zum Teil mit dem Kohlendioxyd angefüllt ist, welches vom Inneren des Behälters verdrängt wird. Das Filter 8 wird jedesmal, wenn der Behälter im Gebrauch gewesen ist, zweckmäßig erneuert.
  • Der mit einer Kohlendioxydatmosphäre gefüllte Behälter kann nach Verlauf kürzerer oder längerer Zeit in Gebrauch genommen werden, indem der Deckel 9 erst dann entfernt wird, unmittelbar bevor die Milch in den Behälter hinein gemolken wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Vorbeugung einer Infektion in frisch gemolkener Milch, die in eine mit Schutzgas, z. B. Kohlendioxyd, gefüllte Kanne eingemolken wird, die ihrerseits zuvor sterilisiert und mit dem Schutzgas gefüllt_wurde, dadurch gekennzeichnet, daß das Einmelken von Hand vorgenommen und dabei die Milch ohne Saugwirkung unmittelbar in eine Kohlendioxydgas von normaler Temperatur enthaltende offene Melkkanne durch ein Filter im Hals der Kanne eingemolken wird, das das freie Entweichen des Kohlendioxyds vor dem Einmelken verhindert.
DEJ53588D 1935-11-07 1935-11-07 Verfahren zur Vorbeugung einer Infektion in frisch gemolkener Milch Expired DE653129C (de)

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