DE6522C - Neuerungen an mehrläufigen Geschützen und den dazu gehörigen Munitionswagen - Google Patents
Neuerungen an mehrläufigen Geschützen und den dazu gehörigen MunitionswagenInfo
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- F41—WEAPONS
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- F41A9/35—Feeding multibarrel guns
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Description
1879.
Klasse 72.
MYRON COLONEY in ST, LOUIS (V. S. A.). ■■
Neuerungen an mehrläufigen Geschützen und den dazu gehörigen Munitionswagen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 15. Februar 1879 ab.
Der Gegenstand dieser Erfindung ist ein mehrläufiges Geschütz oder Batteriegeschütz,
welches mit einer Reihe horizontaler Rohre und einem hin- und herverstellbaren Ladeschieber
versehen, ist, der zwei Gruppen von Kammern enthält.
Die Erfindung betrifft ferner einen Munitionswagen, welcher speciell zum Transportiren von
selbstthätig zuzuführenden und zu Gruppen verbundenen Patronenmagazinen für das mehrläufige
Geschütz bestimmt ist.
ι ist ein Rahmen oder Tisch, welcher auf den mit Rädern 3, 3 versehenen Axen 2, 2 ruht.
Auf demselben stehen zwei Lagerböcke 4, 4 mit den Lagern für die Zapfen 5, 5 der Grundplatte
6, auf welcher eine Reihe Läufe 7 angeordnet ist. Am Hinterende der Läufe 7 befindet
sich der in passenden Führungen hin und her zu verstellende Ladeschieber 8, welcher
mit zwei Gruppen von Ladekammern 9 versehen ist. Die Anzahl der Kammern jeder Gruppe stimmt mit der Zahl der Geschützläufe
überein, so dafs, wenn der Schieber sich in einer seiner äufsersten Stellungen befindet, die
eine Gruppe, und wenn er in der: entgegengesetzten Position ist, die andere Gruppe von
Kammern mit den Läufen correspondirt. Das Hin- und Herbewegen des Ladeschiebers wird
durch Kurbel 10, Welle 11, Getriebe 12 und
der auf der unteren Kante des Schiebers selbst angeordneten Zahnstange 13 bewirkt, Fig. 2.
In Fig. ι bezeichnen 53, 53 Führungsrinnen,
welche in Anzahl und, wenn der Ladeschieber aus der Abfeuerungsposition nach der Seite bewegt
worden ist, auch in -Stellung mit den Kammern der betreffenden Gruppe übereinstimmen.
Diese Rinnen 53 dienen zur Aufnahme der Patronen vor ihrer Einführung in die Ladekammern. Die Einführung wird alsdann
bei allen Patronen gleichzeitig durch die Schubstangen 54, 54 bewirkt, welche an den
bei 56, 56 gelagerten Armen 55, 55 befestigt sind.
Eine Reihe Stangen 57,.57, die durch Querleisten
58 mit einander verbunden sind, so dafs sie zu gleicher Zeit mittelst Handgriffen 59, 59
her- und durch federnde Arme 60, 60 zurückgezogen werden können, dient dazu, die leeren
Hülsen aus den Ladekammern 9 herauszustofsen, ehe eine neue Ladung eingeschoben wird. Die Enden der Stangen 57, 57 führen
sich in Führungsplatten 6 a, auf welchen der Ladeschieber 8 mit seiner vorderen Seite
gleitet.
Die Patronen sind in Kästen 61, 61 enthalten,
welche durch Zwischenwände 62, 62 von den Kästen 63, 63 getrennt sind. In letztere
fallen die leeren Hülsen der abgefeuerten Patronen, wenn sie mittelst der Stangen 57, 57
aus den Kammern 9, 9 heraus und von den Führungsrinnen 53, 53 herabgestofsen werden.
Zweckmäfsigerweise werden die Kästen 61 und 63 mit (in der Zeichnung nicht angegebenen)
Deckeln versehen, welche hinten mittelst Scharnieren befestigt sind, so dafs sie während
der Bedienung des Geschützes hinter, die Kästen in verticale Stellung fallen können.
Auf der Vorderseite des Batteriegeschützes ist ein Schild aus Kesselblech angebracht, welcher
die Mannschaft gegen Flintenkugeln schützen und auch die Batterie vorn beschweren
soll, um sie widerstandsfähiger gegen den Rückstofs zu machen.
64 ist eine Stellschraube, mittelst welcher dem Geschütz die Höhenrichtung zu geben ist.
Um das Geschütz für selbstthätiges Laden einzurichten, wird auf jeder Seite der Läufe 7
eine Magazinreihe 27, 27, Fig. 6, von solcher Zahl angeordnet, als das Geschütz Läufe hat.
Diese Magazine sind mit den üblichen Vorschiebern 28 und Spiralfedern 29 versehen.
Die Patronen haben eine cylindrische Hülse 30, und wenn das Geschütz für selbstthätiges Laden
eingerichtet ist, so hat das Geschofs einen über diese Hülse hervorragenden Ansatz 33, welcher
gegen einen entsprechenden Ansatz 34 in der Ladekammer stöfst.
Da nach dem Abfeuern der Ansatz 33 nicht mehr vorhanden ist, so kann die leere Hülse
durch den Druck der neuen Patrone hinten 'herausgeworfen werden, worauf sie in den oben
erwähnten Kasten 61 fällt. Sollte jedoch einmal eine Hülse in der Kammer stecken bleiben,
so bedarf es nur eines Fingerdruckes auf den hervorstehenden Knopf 28a des in dem zugehörigen
Magazin befindlichen Vorschiebers.
Um die Patronen in den Magazinen festzuhalten, wenn der Ladeschieber nach der an-
deren Seite geschoben wird, sind Absperrplatten 65, Fig. 1J, angeordnet, die an einer
Stange 66 befestigt sind. Diese Stange ist an ihrem inneren Ende 67 drehbar und wird, sobald
der Ladeschieber 8 seine äufserste Stellung erreicht und mit dem geneigten, aufwärts
gerichteten anderen Ende 68 der Stange in Contact kommt, niedergedrückt. Beim Zurückgehen
des Schiebers jedoch wird die Stange 66 wieder losgelassen und durch die Feder 69
herauf gezogen, ehe noch eines der Magazine frei wird, so dafs die Absperrplatten 65 sich
vor die hintere Oeffnung der Magazine schieben können.
Die Magazine sind zu Gruppen verbunden, Und jede dieser Gruppen ist auf einem Gestell
70 montirt. In Fig. 6 ist eine Gruppe von Magazinen fortgelassen, um die Art ihrer
Anbringung zeigen zu können. Die einzelnen Gruppen der Magazine werden in einem speciell
für diesen Zweck construirten Munitionswagen transportirt.
Das Geschütz kann mit verschiedenartig construirten Abfeuerungsvorrichtungen versehen
werden, so entweder mit Hämmern oder mit Schlagstiften.
In den Fig. 1, 3 und 4 ist ein neues System für das Abfeuern mittelst Hammers veranschaulicht,
durch welches nach dem Abdrücken des ersten Laufes die übrigen sich in schneller
Aufeinanderfolge entladen. Zu diesem Ende ist die Nufs jedes der Hämmer 71 mit einem
Daumen 72 versehen, sowie mit einem Einschnitt 73, in welchen der längere Theil 74
des Schnabels des Abzuges 75 eingreift. Sämmtliche Abzüge drehen sich um eine gemeinschaftliche
Axe 76 und sind wie in Fig. 3 angeordnet, d. i. jeder derselben lehnt gegen die benachbarten Hälften zweier Hammernüsse, so
dafs, wenn der längere Theil 74 des Abzugschnabels in den Einschnitt oder die Rast der
einen Nufs eingefallen ist, der kürzere Theil 77 desselben Schnabels die Daumenfläche des benachbarten
Hammers berührt. Um alle Hämmer auf einmal spannen zu können, ist eine Querstange 78, die sich unter den Hälsen derselben
von einem Ende zum anderen erstreckt, angeordnet. Diese Querstange ist in den Enden
der Arme. 73, 73 befestigt, mit denen wiederum eine zur Handhabung dienende Stange 80 und Arme 81 fest verbunden sind.
An einem oder jedem Abzug ist eine Schnur 82 befestigt; die Hammerfedern sind
mit 83 bezeichnet.
Aus dem bereits Gesagten ist ersichtlich, dafs durch das Zurückziehen der Stange 80 alle
Hämmer zu gleicher Zeit gehoben und in ihrer gespannten Stellung von den in die Einschnitte
73 eingreifenden Abzugschnäbeln festgehalten werden.
Beim Anziehen der Schnur 82 des Abzuges auf der rechten Seite wird durch das Fallen
des zugehörigen Hammers und der damit verbundenen Einwirkung der Daumenfläche 73
bis 72 der nächste Abzug zurückgedrückt, so dafs der zweite Hammer ausgelöst wird und
im Fallen das Zurückdrücken des dritten Abzuges bewirkt u. s. f.
Die Hämmer schlagen auf Zündstifte, welche nach Belieben entweder die Ladung am
vorderen oder am hinteren Ende entzünden können.
Sollte es gewünscht werden, die Läufe einzeln abzufeuern, so braucht man nur auf dem
linken statt auf dem rechten Ende der Reihe anzufangen und die Abzüge einzeln zu ziehen.
Das Laden mit der Hand hat ebenso seine Vortheile, wie das selbstthätige Laden aus Magazinen,
und kann das eine wie das andere System bei vorliegender Erfindung angewendet werden.
Das zuerst beschriebene System mit Patronenkästen hinter den Läufen macht einen besonderen
Munitionswagen entbehrlich, da das Geschütz nicht allein seine Munition mit sich ins
Feld führen, sondern auch die leeren Hülsen der abgeschossenen Patronen zurückschaffen
kann. Diese Hülsen sind aus Stahl oder anderem dauerhaften Material gefertigt, so dafs
sie wiederholt benutzt werden können.
Das Geschütz soll im Felde durch Menschen gezogen werden. Die dazu erforderlichen Seile
können auf einen unter dem Wagen liegenden Haspel gewunden werden, von welchem man
die erforderliche Länge ablaufen läfst.
Die Munition für das Laden aus Magazinen wird in einem besonderen Munitionswagen mitgeführt.
Derselbe kann im Felde mit dem Pferde hinter der Gefechtslinie gehalten werden, so dafs er bei einem etwaigen Rückzuge
in Sicherheit gebracht werden kann, und das Geschütz, wenn es auch erobert wird, den
Feinden nutzlos ist.
Der Munitionswagen, Fig. 9 und 10, besteht aus einer von Rädern 85 getragenen
Grundplatte 84 mit hohen Seitenwänden 86, 86, die eine beliebige Anzahl Regale 87 für die
zu horizontalen Gruppen verbundenen röhrenförmigen Magazine enthalten.
88 ist eine Klappe, welche unten mittelst Scharnieren 89 befestigt ist, so dafs sie zu der
in der Zeichnung angegebenen horizontalen Position herabgelassen werden kann. In dieser
Stellung dient ihr ein bei 91 drehbares Bein 90 als Stütze, welches bei der Fahrt vertical an
der geschlossenen Klappe herabhängt, in der horizontalen Position der Klappe jedoch zugleich
ein Rückwärtsrollen des Wagens beim Herausziehen der Magazine verhindert.
Vor den Regalen 87 befindet sich ein Raum 92, welcher durch die in der Lehne
des Kutschersitzes angebrachte Klappe 93 zugänglich und für Aufbewährung von Lagerdecken,
Werkzeug etc. bestimmt ist.
Unter dem Kutschersitz befindet sich ein Munitionskasten 94, welcher durch einen im
Sitzbrett angebrachten Deckel 95 zugänglich ist. Dieser Kasten ist hauptsächlich für die Auf-
nähme von Patronenhülsen bestimmt, im Falle dafs durch langes Feuern der Hülsenkasten am
Geschütz selbst voll werden sollte. Das Dach des Wagens ist mit 96 bezeichnet.
Claims (6)
1. Ein mehrläufiges Geschütz mit einer horizontalen Reihe Läufe, welches mit einem
hinter diesen befindlichen Ladeschieber und mit Führungsrinnen für die Patronen versehen ist, um alle Patronen gleichzeitig
einfuhren zu können, sobald der Schieber nach der einen oder anderen Seite verschoben
worden ist, im wesentlichen wie oben beschrieben.
2. In Combination mit der Reihe Hämmer
71, 71 die Querstange 78 und Hebel
79, 80, 81, zwecks des gleichzeitigen Spannens sämmtlicher Hammer.
3. In Combination mit einer Reihe von Hämmern 71, 71 die zugehörigen Abzüge 75, 75;
wie oben beschrieben und zu dem angegebenen Zweck.
4. Ein mehrläufiges Geschütz, welches auf einem Wagen montirt ist, dessen Räder
sich normal zur Schufslinie bewegen, wie beschrieben.
5. Ein Munitionswagen für mehrläufige Geschütze mit einer Anzahl Regale 87 und
einer Klappe 88, welche durch ein Bein 90 gestützt wird, zu dem beschriebenen Zweck.
6. In einem Munitionswagen die Regale 87, der Raum 92, Munitionskasten 94 und die
Klappen 93 und 95; wie oben beschrieben und zu dem angegebenen Zweck.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE6522C true DE6522C (de) |
Family
ID=284654
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT6522D Active DE6522C (de) | Neuerungen an mehrläufigen Geschützen und den dazu gehörigen Munitionswagen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE6522C (de) |
-
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- DE DENDAT6522D patent/DE6522C/de active Active
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