-
Schraubenpresse zum Formen plastischer Massen Die Erfindung bezieht
sich auf eine Schraubenpresse zum Formen plastischer Massen, z. B. einer aus Kunstharz
und einem Füllstoff bestehenden Masse, deren Preßschraube einen verhältnismäßig
steilgängigen Gewindeteil zur raschen Bewegung vor oder nach dem Formen und einen
feineren Gewindeteil zur Druckausübung während des Formens hat. Gemäß der Erfindung
treibt ein Elektromotor mit Reihenschlußcharakteristik durch ein Untersetzungsgetriebe
unmittelbar den feingängigen Gewindeteil an, der .einen längs genuteten Teil hat,
und zwischen dem feingängigen und dem steilgängigen, Gewindeteil ist eine Reibungskupplung
angeordnet, die zu Beginn des Schließens der Presse unwirksam gemacht wird.
-
Durch die Verwendung eines Elektromotors mit Reihenschlußcharakteristik
zum Antrieb der Schraubenpresse wird der Vorteil erreicht, daß der von dem feingängigen
Gewindeteil der Preßschraube nach dem Schließen der Form auf das Werkstück ausgeübte
Druck ,auf .das genaueste dem jieweiligen Erfordernis entsprechend eingestellt und
geregelt werden kann, indem z. B. bei Verwendung eines Gleichstrom-Reihenschlußmotors
dieser Druck durch Veränderung des Widerstandes in dem Motorstromkreise geregelt
werden kann, dadurch, daß durch das Schließen der Presse Widerstand in den Motorstromkreis
eingeschaltet wird.
-
An Stelle eines Gleichstrom-Reihenschlußmotors kann selbstverständlich
auch ein Induktionsmotor mit einer Sekundären von hohem Widerstand benutzt werden,
der beim Anlaufen das größte Drehmoment entwickelt.
-
Im folgenden soll eine gemäß der Erfindung ausgeführte Schraubenpresse
besonders zum Formen einer aus Kunstharz und einem Füllstoff bestehenden Masse an
Hand der schematischen Zeichnungen beschrieben werden, von denen Abb.. z eine Seitenansicht
der Presse, Abb. a eine Vorderansicht mit einem zwecks Sichtbarmachens der zusammenarbeitenden
Formhälften weggeschnittenen Teil und Abb. 3 einen Schnitt der beiden treibenden
Spindeln und der sie verbindenden Zwischenteile in größerem Maßstabe zeigt.
-
Die Presse besteht aus einem Hauptrahmen, der von einer Grundplatte
r und fest damit verbundenen aufrecht stehenden, sich in einer mittleren Nabe 3
vereinigenden Armen z und weiteren aufrecht stehenden Armen q. gebildet wird, die
sich ebenfalls in einer mittleren, über der erstgenannten mittleren Nabe 3 liegenden
Nabe 5 vereinigen.
-
Der feststehende Teil 6 der Form ist auf der Grundplatte r befestigt.
Die bewegliche
Hälfte 7 der Form wird von einem schweren Querhaupt
8 getragen, das auf lotrechten und zwischen der Grundplatte und der mittleren Nabe
3 angeordneten Stangen g und an vorspringenden und in entsprechende Nuten des Querhauptes
8 greifenden Führungen io der Arme :2 verschiebbar ist.
-
In dem oberen Ende des Querhauptes 8 ist eine Spindel ii in der Weise
angeordnet, daß sie sich in bezug auf das Querhaupt drehen, aber nicht in der Längs-
oder einer Seitenrichtung hierzu bewegen kann.
-
Die Spindel i i ist nach ihrem unteren Ende zu, mit dem sie mit dem
Querhaupt 8 verbunden ist, mit einem äußeren feingängigen .Schraubengewinde i2 versehen
und in ihrem oberen Teile 13 genutet und erstreckt sich durch ein Zahnrad 14, mit
dessen Hilfe sie gedreht werden kann.
-
Die Spindel i i ist von einem hohlen Schraubenteil i5 umschlossen,
dessen innere untere Fläche mit einem dem Gewinde 12 der Spindel i i entsprechenden
Gewinde versehen ist. Von dem oberen Ende des Schraubenteils 15 wird ein Kupplungsgehäuse
16 getragen, das eine fest mit ihm verschraubte Deckplatte 17 hat. Die innere Fläche
der Deckplatte 17 trägt eine Stahlscheibe 1.8, die durch Federn ig in einem gewissen
Abstande von der Deckplatte 17 gehalten wird.
-
Die Spindel i i erstreckt sich durch das Kupplungsgehäuse 16, die
Scheibe 18 und die Deckplatte 17 und trägt eine mit Reibbelag 2o versehene Kupplungshälfte
ig, die so angeordnet ist, daß sie mit der Scheibe 18 in Berührung kommen und so
das Drehmoment von der Spindel i i auf den Schraubenteil 15 übertragen kann.
-
Der Schraubenteil 15 ist auf seiner Außenseite mit einem verhältnismäßig
steilgängigen Gewinde 21 versehen, das einem Innengewinde in der Nabe 3, durch die
sich der Schraubenteil 15 erstreckt, entspricht und mit diesem zusammenarbeitet;
durch die Drehung des Schraubenteils 15 in der einen oder anderen Richtung
wird daher eine entsprechende lotrechte Bewegung dieses Teiles bewirkt. An seinem
unteren Ende trägt der Schraubenteil 15 einen Ring 22, der als Begrenzungsanschlag
für die Aufwärtsbewegung des Teiles 15 dient, indem er gegen die Unterseite der
Nabe 3 stößt.
-
Die innere Spindel i i wird durch das Stirnrad 14 und durch das entsprechende
Stirnrad 23 gedreht, die in einem Getriebegehäuse 24 untergebracht sind. Das Rad
23 wird von einem Motor 26, der von an den Armen 4 seitlich vorspringenden Armen
27 getragen wird, durch eine Welle 23' und ein Planetengetriebe 25 angetrieben.
Die Stirnräder 14 und 23 bilden ein Untersetzungsgetriebe zwischen dem Motor 26
und der Spindel i i.
-
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Es sei angenommen,
daß die Form offen und die Presse in der gezeigten Stellung ist und der Motor 26
angelassen wird (die Regelung des Motors wird später beschrieben werden), dann ist
die Reibung zwischen den von dem Belag 2o und der Scheibe 18 gebildeten Kupplungshälften
derart, daß der Antrieb von der inneren Spindel i i auf den Schraubenteil i5 übertragen
wird. Die Drehung dieses Teiles nötigt ihn und die Spindel i i und damit das Querhaupt
8 und die Formhälfte 7, sich gemeinsam nach unten zu bewegen.
-
Wenn die Formhälften 6 und 7 miteinander in Berührung kommen, d. h.
wenn die Form geschlossen ist, erreicht der Widerstand gegen diese Abwärtsbewegung
eine solche Stärke, daß die Kupplung zwischen der Spindel ii und dem Schraubenteil
15 zu gleiten beginnt, worauf die innere Spindel sich in bezug auf .den Schraubenbeil
1,5 allein nach unten bewegt und so den Druck auf die Form für eine vorherbestimmte
Zeitdauer aufrechterhält.
-
Wenn nun der Motor umgeschaltet wird, bewegt sich die innere Spindel,
da keine anfängliche treibende Verbindung zwischen dieser Spindel ii und dem Schraubenteil
i5 besteht, nach oben, bis die Kupplungshälften wieder miteinander in Berührung
kommen, worauf die Kupplung den äußeren Teil 15 zusammen mit der inneren Spindel
i i nach oben treibt, bis der Ring 22 mit der Unterseite der Nabe 3 in Berührung
kommt.
-
Vor den Formhälften 6 und 7 ist eine um die Scharniere 35 schwingbare
Schutztür 34 angeordnet, um den die Presse bedienenden Arbeiter zu schützen. Das
Öffnen der Tür wird dabei dazu benutzt, den Motorstromkreis mit Hilfe eines Steckers
36 und einer Steckerbüchse 37 zu unterbrechen, wobei der Stecker von der Tür 34
und die Steckerbüchse von dem Hauptrahmen 2 getragen wird. Diese Einrichtung bildet
keinen Teil der Erfindung.
-
Es ist selbstverständlich nicht notwendig, daß ein einfacher Gleichstrom-Reihenschlußmotor
zur Anwendung gelangt, aber es ist wesentlich, einen Motor mit keihenschlußcharakteristik
zu benutzen. Zum Beispiel kann ein Induktionsmotor mit einer Sekundären von hohem
Widerstand benutzt werden, der beim Anlaufen das größte Drehmoment entwickelt. ,
_ Außerdem kann, wenn ein Gleichstrom-Reihenschlußmotor zur Anwendung gelangt, der
durch die Presse ausgeübte Druck durch
Veränderung des Widerstandes
in dem Motorstromkreise eingestellt werden. Zum Beispiel kann durch das Schließen
der Presse Widerstand in den Motorstromkreis eingeschaltet werden.