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Verfahren zum zeitweisen Schützen von Oberflächen, insbesondere hochpolierten
Oberflächen, z. B. von Metall Die Erfindung bezieht sich auf den Schutz von Oberflächen,
insbesondere hochpolierten Oberflächen, z. B. von Metall, oder anderen Oberflächen,
wie Emaille, Holz, während der Zeit des Zusammenbaus, der Lagerung, Verschiffung
o. dgl. vor dem eigentlichen Gebrauch.
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Bisher ist es, um Metall- oder emaillierte Oberflächen, wie z. B.
polierte Automobilteile, Stoßstangen o. dgl. zu schützen, üblich gewesen, Papier
mittels eines Klebstoffs, wie z. B. Weizenmehlkleister, auf die Stoßstange oder
einen anderen Teil aufzubringen, den man während der verschiedenen Herstellungsstufen
oder während des Transports zu schützen wünscht. Im allgemeinen -wird der Klebstoff
auf die polierte Oberfläche oder auf das Papier selbst aufgetragen und das Papier
dann aufgebracht, um die polierte Oberfläche zu schützen. In diesen Fällen trocknet
der Klebstoff darauf aus und wird spröde und leicht rissig. MTenn der betreffende
Gegenstand zu seiner Bestimmung kommt, ist es außerordentlich schwierig, das Papier
und den Klebstoff von der Stoßstange abzuweichen und abzukratzen und beinahe unmöglich,
ein Zerschrammen, oder Zerkratzen der hochpolierten Oberfläche oder Zurücklassen
von Flecken von dem pastenartigen Klebstoff auf der Oberfläche zu vermeiden.
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Es ist weiterhin bekannt, Papier . mittels Lösungen von Kautschuk
und künstlichen oder natürlichen Harzen in einem üblichen Kautschuklösungsmittel,
wie Benzol oder. Leichtbenzin, auf Oberflächen verschiedener Art aufzubringen, z.
B. um bei der Lackierung von Kraftwagenaufbauten bestimmte Teile abzudecken, auf
die kein Lack aufgetragen werden soll.
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Die Verwendung solcher Kautschuklösungen hat neben den für Weizenmehlkleister
genannten Nachteilen noch den Übelstand, daß der Kautschuk auch in trockenem Zustand
klebrig bleibt, so daß auf der zu schützenden Oberfläche leicht Flecken hinterlassen
werden.
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Es ist auch schon vorgeschlagen worden, um verzinnte Blechplatten
und Zinnplatten während des Transports vor dem Anlaufen oder Anrosten und auch vor
Korrosion zu schützen, das Blech, vorzugsweise gruppenweise paketiert, durch Behandlung
mit wässerigen Dispersionen von Kautschuk oder ähnlichen Pflanzenstoffen mit einem
hermetisch abschließenden Überzug zu versehen. Bei diesem Verfahren ist ein hermetischer
Abschluß der Bleche oder Blechpakete gegen Außenluft zum Erreichen des beabsichtigten
Zwecks notwendig.
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Demgegenüber bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zum zeitweisen
Schützen von Oberflächen, insbesondere von hochpolierten Oberflächen, z. B. von
Metall, unter Vermittlung. eines leicht entfernbaren Kautschukniederschlags,
der
aus einer gegebenenfalls mit Füllstoffen versetzten, wässerigen Dispersion erhalten
wird, das darin besteht, daß auf den Kautschukniederschlag, der auf die zu schützende
Oberf@äche aufgetragen wird und als Klebmittel dient, eine Schicht aus Schutzmaterial,
z. B. glattes oder gekräuseltes Papier, aufgebracht wird.
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Wenn die wässerige Kautschukdispersion unmittelbar auf die zu schützende
Oberfläche aufgetragen wird, ist es vorteilhaft, das Schutzmaterial, wie z. B. Papier,
oben auf die aufgetragene Kautschulzdispersion, während sie noch naß ist, aufzubringen.
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Die wässerige Kautschukdispersion kann auch auf das Schutzmaterial,
wie z. B. Papier, aufgetragen und das Schutzmaterial mit der darauf befindlichen
noch nassen Kautschukdispersion auf die zu schützende Oberfläche aufgebracht «-erden.
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Die er findungsgemäß zu verwendenden Niederschläge haben naß sehr
gute Klebeigenschaften und sind nach dem Trocknen nicht klebrig, so daß Schmutzmaterial
mit dem Kautschukniederschlag, wenn gewünscht, leicht entfernt werden kann, ohne
daß auf der Oberfläche irgendwelche Reste verbleiben. Die Anwendung eines Klebmittels
in Form eines aus einer «-ässerigen Kautschukdispersion gewonnenen Kautschukniederschlags
bei dem Verfahren gemäß der Erfindung hat weiterhin den Vorteil, da ß der 'Niederschlag
nicht entflammbar ist und daß die Klebmittelmischungen, z. B. wenn ihnen Schwefel
und Vulkanisationsbeschleuniger zugegeben werden, in außerordentlich stabiler Form
erhalten werden.
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In der Zeichnung sind beispielsweise verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung schematisch veranschaulicht.
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Fig. i zeigt in Draufsicht eine gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
geschützte Oberfläche.
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Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie 2-2 der Fig. i.
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_ Fig. 3 zeigt in Draufsicht eine Oberfläche, die gemäß einer anderen
Ausführungsform der Erfindung geschützt ist, und Fig. 4 ist ein Schnitt nach der
Linie 4-4 der Fig. 3.
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Bei der Ausführung der Erfindung wird ein Material, wie z. B. Stoff
oder Papier, auf die Metall- oder andere hochpolierte Oberfläche mittels eines Kautschukklebemittels
aufgebracht, das ein gutes Anhaften gibt, wenn es naß ist, und das seine Klebrigkeit
nach dem Trocknen nicht, wie sonst Lösungsmittelkitte, die Kautschuk oder plastizierte
Kautschukmassen enthalten, behält., Ein derartiges Klebemittel ist eine wässerige
Dispersion von Kautschuk, die nach dem Trocknen z. B. einen leicht entfernbaren
iiautschuknicderschlag mit den gewünschten anhaftenden Eigenschaften bildet, so
daß bei der Lagerung oder beim Transport der Kautschukniederschlag ein vollständiges
und wirksames Anhaften des Schutzmaterials auf der Oberfläche herbeiführt, der aber,
wenn es gewünscht wird, leicht mit dem Schutzmaterial von der Oberfläche entfernt
werden kann, ohne daß die Oberfläche zerkratzt oder befleckt wird. Die wässerige
Kautschukdispersion kann unmittelbar auf die zu schützende Oberfläche aufgetragen
und das Papier oder andere Schutzmaterial oben auf das Klebemittel, während es noch
naß ist, aufgebracht werden, worauf das Klebemittel in der Luft trocken gelassen
oder gegebenenfalls in einer Trockenkammer getrocknet wird. Die wässerige Dispersion
wird vorzugsweise jedoch unmittelbar auf das Papier oder andere Material aufgetragen,
und das Papier mit dem darauf befindlichen nassen Klebemittel wird dann unmittelbar
auf die zu schützende Oberfläche aufgebracht, worauf die Dispersion und das Papier
wie vorher in Luft oder in einem Trockner bei erhöhten Temperaturen trocknen gelassen
werden.
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In den Fig. i und 2 ist mit i eine hochpolierte Metalloberfläche bezeichnet,
auf der Papiermaterial 2 mittels eines Klebemittels 3 befestigt ist, womit das Papier
vor dem Aufbringen des Materials auf die Metalloberfläche überzogen ist. Das Klebemittel
3 ist eine wässerige Kautschukdispersion, die so kompoundiert ist, daß sie die gewünschten
anhaftenden Eigenschaften hat und doch leicht von der hochpolierten Oberfläche ohne
Reißen und Kleben an der Oberfläche und ohne Zerkratzen oder Entstellen der Oberfläche
entfernbar ist. Der Zusatz von geringen Mengen von Weichmachungsmitteln,wie z. B.
Terpentinöl, Harz, Pech o. dgl., vorzugsweise in Wasser mit Hilfe eines hydrophilen
Kolloids dispergiert, gibt der Dispersion die gewünschten anhaftenden Eigenschaften,
wie dies in der Technick allgemein bekannt ist. Gewöhnliche Kautschukmilch kann
für die Bereitung des Klebemittels verwendet werden, aber vorzugsweise wird eine
Kautschukmilch verwendet, die durch Zentrifugieren, Verdampfen, Aufrahmen o. dgl.
konzentriert worden ist, so daß sie ungefähr 45% Feststoff enthält, und in solchen
Fällen kann der Zusatz von Weichmachungsmitteln fortgelassen werden. Gegebenenfalls
können natürlich verdünnte Kautschukmilch oder verschiedene künstliche Dispersionen
von Kautschuk oder kautschukartigem Material verwendet werden. Das Klebemittel kann
unmittelbar auf das Papier mittels einer Auftragrolle aufgebracht werden, über die
das Papier gezogen wird, und das nasse, überzogene Papier unmittelbar auf den zu
schützenden Teil gelegt werden. Gegebenenfalls kann die Oberfläche mit der Kautschukdispersion
durch Eintauchen, Spritzen o. dgl. bedeckt und das Papier auf die nasse Oberfläche
gebracht
werden. Die wässerige Dispersion kann unvulkanisiert oder
vulkanisiert sein, oder sie kanlz unvulkanisiert sein und Vulkanisierungsmittel
und gegebenenfalls auch einen Ultrabeschleuniger enthalten, so daß der Kautschukniederschlag
beim Trocknen allmählich vulkanisiert wird. Wenn die betreffenden Teile nur für
eine kurze Zeit in einem gemäßigten Klima geschützt werden sollen, ist es nicht
notwendig, ein vulkanisiertes Kautschukklebemittel für das Papiermaterial vorzusehen.
Wenn jedoch ein Metallteil z. B. in tropisches Klima verschifft werden und im geschützten
Zustand einige Zeit lang bei höheren Temperaturen bleiben soll, dann ist es erwünscht,
der wässerigen Kautschukdispersion Vulkanisierungsmittel zusammen mit Antioxydierungsmitteln
zuzusetzen, so daß beim Trocknen und möglicherweise auch während der Lagerung oder
des Verschiffens das Klebemittel allmählich vulkanisiert und eine ausgezeichnete
Alterung des Kautschuks vorgesehen ist, um ein mögliches Erweichen des Klebemittels
und schließliches Klebrigwerden zu verhindern. Die gute Alterung und Vulkanisation
eines solchen Kautschukklebemittels würde auch gestatten, daß das Klebemittel genügend
Festigkeit behält, um leicht . mit dem schützenden Material von der Oberfläche entfernt
zu werden und nicht teilweise an der Oberfläche kleben zu bleiben, wenn das Papier
entfernt wurde.
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Die Fig. 3 und q. zeigen eine-Abänderung der in den' Fig. i und 2
dargestellten Ausführungsform, bei der eine Metall- oder andere hochpolierte Oberfläche
q. mit gekräuseltem Papierg mittels eines aus wässeriger Kautschukdispersion bestehenden
Klebemittels 6 bedeckt ist, das unmittelbar auf das Papiermaterial mittels einer
Auftragrolle o. dgl. aufgebracht ist, worauf dann das Papier und das nasse Klebemittel
unmittelbar auf die Metalloberfläche übertragen worden ist. Das Klebemittel 6 auf
dem gekräuselten Papier kann von der gleichen Art wie das in den Fig. i und 2 dargestellte
und oben beschriebene Klebemittel 3 sein. Wie aus Fig. q. ersichtlich ist, braucht
das Klebemittel, wenn es zuerst auf das Papier aufgebracht wird, nicht vollständig
die Metalloberfläche nach dem Aufbringen des Papiers auf diese infolge der größeren
Windungen der Oberfläche des gekräuselten Papiers zu bedecken, so daß in erster
Linie die vorstehenden Teile der arthaftenden Oberfläche des Papiers in Berührung
mit der zu schützenden polierten Oberfläche gelassen werden. Das gekräuselte Papier
läßt ein vollständig zufriedenstellendes Anhaften an der Metalloberfläche zu und
hat mehrere ausgesprochene Vorteile gegenüber glattem Papier. Die Verwendung von
gekräuseltem Papier verhindert ein Auftreten von Spannungen oder möglicherweise
Zerspringen der Emaille auf einer emaillierten Metalloberfläche infolge des Schrumpfens
des Papiers beim Trocknen des Klebemittels. Gekräuseltes Papier kann auch besser
auf gewölbten Oberflächen befestigt werden als glatte Papierbögen.
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Viele Automobilteile, wie z. B. Stoßstangen, Puffer, Spritzbleche,
verschiedene Metallwaren, und in einigen Fällen die ganzen äußeren Teile des vollständigen
und zusammengesetzten Automobils können mittels Papier geschützt werden, das daran
durch ein Kautschukklebemittel aus einer wässerigen Kautschukdispersion befestigt
ist. Gegebenenfalls können die zu schützenden Teile zuerst in das Klebemittel eingetaucht
werden und das schützende Material, wie z. B. Papier, darüber aufgebracht und an
Ort und Stelle befestigt werden.