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Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Destillieren von Trestern
Zum Destilliereli von alkoholischen Flüssigkeiten sind kontinuierlich .arbeitende
Diestilliereinrichtungen bekannt, bei denen die zu destillierende Flüssigkeit in
einer Kolonne oben zugeführt und stufenweise selbsttätig abwärts geleitet wird im
Gegenstrom zu dem in der Kolonne aufsteigenden Dampf. Der Dampf strömt nach Aufnahme
der Destillate aus dem Destilliergut joben von der Kolonne zum Kondensator, wähnend
die entgeistete Flüssigkeit unten aus der Kolonne ausfließt.
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Derartige Einrichtungen sind zum -kontinuierlichen Destillieren von
Trestern nicht brauchbar, da die Trester eine besondere, mehr Moder weniger breiige
Moder brockige Beschaffenheit haben, .was besondere Arb:eitsbedingungen erfordert.
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Man kennt auch bereits Destillierkolonnen mit einer senkrecht durch
die ganze Höhe der Kolonne führenden rotierenden Welle, an der im wesentlichen waagerechte
bzw. leicht schraubenförmig geneigte Siebteller sitzen, die mit ihren äußeren Enden
an die Kolonnenwand anschließen und bei ihrer Drehung mit an der Kolonnenwand festsitzenden
Abstreichmessern zusammenwirken. Bei derartigen Anordnungen müssen ,aber die Trester,
bevor sie in die Destillierk olonme eingeführt werden, unbedingt sehr fein zerkleinert
werden; aber auch dann, besteht immer noch die Gefahr, daß gewise größere Brocken
sich' zwischen Kolonnenwand und Tellerrand festklemmen und dadurch die Drehung der
Tellerwelle entweder ganz sperren Moder stark behindern. Auch erfolgt die Beförderung
des Destilliergutes durch die Kolonne nicht völlig kontinuierlich, sondern stufenweise,
indem sich das Destilliergut auf jedem Siebteller kuchenartig zusammenballt, worauf
bei der Tellerdrehung durch die Abstreichmesser Stücke dieses Kuchens abgeschnitten
werden, die in freiem Fall auf den nächsttieferen Teller fallen usf. Man sieht,
daß bei dieser Arbeitsweise selbst bei einer guten Vorzerkleinerung des Tresters
sich während der Destillation in der Kolonne neue Brocken bilden, die bei den bekannten
Apparaten zu Verstopfungen oder Klemmungen führen können.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich nun auf eine Einrichtung, die
ein einwandfreies kontinuierliches Destillieren von Trestern gewährleistet, lohne
daß eine besondere Vorzerkleinerung der Trester im .allgemeinen erforderlich wäre.
Bei dieser Einrichtung wird das Destilliergut mittels einer notierenden Zuführungseinrichtung
seitlich in eine von unten nach oben von Dampf durchströmte senkrechte Kolonne reingebracht
und in dieser mittels übereinander angeordneter Schaufelräder, die sich um waagerechte
Achsen drehen, allmählich zwangsläufig von oben nach unten befördert. Dies erlaubt,-das
Destilliergut bei
ruhigem, gleichmäßigem Lauf und mit möglichst
gleichmäßiger Dichtigkeit in innigem Kontakt mit dem Dampf durch die Kolonne hindurch
ztt befördern, die es dann unten in alkoholfreiem Zustande verläßt.
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Ein Verstopfen oder Festklemmen der Schaufelräder ist dabei völlig
ausgcsch.lossen, da die Schaufeln nicht wie bei den bekannten Anordnungen unter
Drehung um eine lotrechte Achse mit ihren äußeren Rändern immer verhältnismäßig
dicht an die Kolonnen--randung anschließen, sondern um waagerechte Achsen drehbar
sind und sich daher bei ihrem Umlauf mit ihren äußeren Rändern periodisch von der
Kolonnenwand entfernen und dieser wieder nähern, so daß selbst im Falle, -wo größere
Tresterbrocken in die Kolonne gelangen, keine Verstopfungen eintreten können, sondern
diese Brocken zu einem gewissen Zeitpunkt immer einen genügend groPen Durchlaßquerschnitt
zwischen Kolonnenwind und Schaufelrad finden werden.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgeb nstandes
veranschaulicht. Es zeigt Fig. i einen senkrechten Schnitt durch die Destilliereinrichtung,
Fig. 2 eine dazu rechtwinklig versetzte Darstellung, teilweise im Schnitt, Fig.
3 in größerem Maßstab eine Zuführvorrichtung in Asialschnitt und Fig. d. eine Stirnansicht
zu Fig. 3.
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Auf der Zeichnung wird mit i die Kolonne bezeichnet, welche bei dem
dargestellten Beispiel einen Mantel von rechteckiger Form aufweist, der in seinem
unteren Teil erweitert ist und hier durch einen Boden 2 .abgeschlossen wird. In
dieser unteren Erweiterung der Kolonne i ist eine Mulde 3 vorgesehen, die eine innere
Wand 4 und eine äußere Wand 5 aufweist. Diese beiden Wände haben an dem ewölbten
Grund der Mulde ihren größten Abstand voneinander. In den so gebildeten I-Iohlrauni
der Mulde 3 mündet ein Rohrstutzen 6, durch den Dampf zugeleitet wird, der durch
in der inneren Muldenwand 4 vorgesehene Löcher 4' in den Raum der Kolonne i üLertreten
und darin von unten nach oben strömen kann. In der Längsrichtung der Mulde 3 liegt
ein .an dieselbe anschließendes, Seitlich von der entsprechenden Seite der fZU.onne
i abzweigend--s konisches Rohr 7, dessen verjüngtes Ende einen abwärts gerichteten
Stutzen 7' besitzt. ä ist eine zum Teil konische Förderschnecke, welche sich auf
die Mulde 3 und das Rohr 7 erstreckt.
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Am ,oberen Ende der Kolonne i befindet sich ein Rohrstlutzen g zur
Ableitung der Destillationsdämpfe zu einem (nicht gezeichneten) Kondensator. Im
Kopf der Kalonne i ist ein. mit mehreren Reihen radial gerichteter Zinken versehener,
drehbarer Rechen i o gelagert, unter dem an der einen Wand der Kolonne i ein schräges
Abstreifblech i i angebracht ist. In dem von der betreffenden Wand der Kolonne i
und dem Abstreifblech i i unter letzterem umgrenzten Raum ist ein Rohr 12 vorgesehen,
welches zur Einführung von Dampf an dieser Stelle dient zwecks Vorwärmung der durch
einen äußeren Kanal 13 in die Kolonne i zugeführten Trester. Unterhalb des Abstreifblechs
i i befindet sich ferner das oberste einer ganzen Anzahl übereinander angeordneter
Schaufeelrädcr 14, die mit ihrer Achse zu derjenigen des Rechens io gleichgerichtet
angeordnet sind; das unterste dieser Schaufelräder befindet sich .oberhalb der Mulde
3. Diese Schaufelräder besitzen je sechs gelochte Schaufeln, welche sich von der
einen Seite der Kolonne i bis zur gegenüberliegenden Seite derselben erstrecken,
so daß jeweils sechs Kammern gebildet werden. Die Schaufelräder 14 sind in bezug
aufeinander so eingestellt, daß die Kammern des einen Schaufelrades zu den Kammern
des in der Reihe nächstliegenden Schaufelrades versetzt sind (wie aus der Zeichnung
deutlich ersichtlich). Die Wellen der Schaufelräder 1¢ tragen auf ihrem einen Ende
außerhalb der Kolonne i Zahnräder 15, die mit den benachbarten Zahnrädern in Eingriff
stehen, so daß ziA ischen allen Schaufelrädern der Kolonne eine mangsläufige Drehverbindung
besteht. Das Rad 15 des obersten Schaufelrades 14 kämmt außerdem noch über ein Zwischenrad
16 mit einem Zahnrad 17 des Rechens to. Ferner steht mit dem Zahnrad 15 des
obersten Schaufelrades 14 noch ein Zwischenrad i 8 (Fig. i) in Eingriff, welches
mit einem Zahnrad i 9 kämmt, das einer Trommel 20 zugeord- , net ist. Diese Trommel
20 sitzt .auf einer in . ihre konzentrischen Stirnscheiben 21 (Fig. 3) eingesetzten
EYzenterwelle 22, auf welcher mittels Stützelemente 23 sechs Schieber 24 ange-.ordnet
sind, die aus Schlitzen des Umfanges der Trommel 2o herausstoßbar sind. Die auf
diese Weise durch die Trommel 2o gebildete Zuführvorrichtung befindet sich in einem
außen an der Kolonne i in deren Oberteil vorgesehenen Ausbau 25 mit oberer Zugangsöffnung
26. Durch die Zuführtrommel 2o und den Ausbau 25 ist ein Kanal gebildet, welcher
an das untere Ende des an der Kolonne i vorgesehenen äußeren Kanals 13 anschließt.
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Zwecks Betriebes der Einrichtung werden ; die Zuführtrommel 20 und
die Schaufelräder 14 durch einen nicht gezeichneten Motor in Drehung gesetzt. Die
zu destillierenden Trester werden z. B. durch Becher einer (nicht gezeichneten)
endlosen Fördervorrichtung in die Zugangsöffnung 26 des Ausbaues 25 eingebracht.
Durch die in der Pfeilrichtung gemäß
Fig. i sich drehende Zuführtromlnel
20 wird das in dem Ausbau 25 eingebrachte Destilliergut durch die vorübergehend
stärker aus dem Trommelumfang heraustretenden Schieber 24 dem Förderkanal dieser
Zuführvorrchtung zugebracht und unter mehr und mehr zunehmendem Druck im Kanal 13
aufwärts getrieben. Das Destilliergut kommt auf diese Weise in den Bereich des sich
in der Pfeilrichtung gemäß Fig. i drehenden Rechens io, aus welchem @es in der Kolonne
i nach unten fällt und dabei das loberste Sch2i.ufelrad 14,erreicht, welches mit
dem Abstreifblech i i zusammenwirkt. Durch das oberste Schaufelrad 14 wird das ankommende
bzw. herabfallende Destilliergut .aufgefangen, und zwar wird seine Kammer nach der
andern dieses Schaufelrades mit Destilliergut angefüllt, welches in der Folge in
Kammern des nächsten Schaufelrades 14 fällt usw. Da die einander benachbarten Schaufelräder
zueinander entgegengesetzte Drehrichtung haben, beschreibt das Destilliergut auf
seiner Wanderung von Schaufelrad zu Schaufelrad einen zickzack- bzw. schlangenförmigen
Weg, bis es schließlich nach Verlassen des untersten Schaufelrades 14 in die Mulde
3 fällt und dann* durch die Förderschnecke 8 seitlich entfernt wird. Auf
dem Weg des Destilliergutes in der Kolonne i werden ihm durch den in der Kolonne
i aufsteigenden, also entgegengesetzt strömenden Dampf die Destillate entzogen.
Der mit Destillaten gesättigte Dampf verläßt die Kolonne i oben durch den Rohrstutzen
9. Der im Zuführkana113 aufwärts bewegte, zusammengepreßbe Trester bewirkt einen
Abschluß dieses Kanals gegen den Austritt des Dampfes durch denselben bzw. durch
die von der Trommel 2o im Aushau 25 gebildete Zuführvorrichtung. Die in den Schaufeln
der Räder 14 vorgesehenen Löcher ermöglichen den Durchtritt des Dampfes in inniger
_ Berührung mit dem Trester. Die mittels' der Schaufelräder 14 gebildeten Kammern
sind inihrem radialen Abstand in b@ezug auf die lichte Weite der Kolonne so bemessen,
daß ein Durchfallen der Trester am Umfang der Räder nicht zu befürchten ist; dieser
Gefahr wird übrigens auch durch die Versetzung dieser Kammern von einem Schaufelrad
zum folgenden vorgebeugt. Die Wahl von Schaufelrädern zur Förderung des Destilliergutes
in der Kolonne gewährleistet ein einwandfreies Befördern bzw. Loslösen und Wandern
der Trester von einem Schaufelrad zum andern. Durch die vorgesehene flache Bauart,
namentlich der Kolonne, beansprucht die Einrichtung verhältnismäßig wenig Platz.