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Anlage zur fortlaufenden Extraktion löslicher oder flüssiger Bestandteile
aus festen Stoffen Es gibt bereits Anlagen zur fortlaufenden Extraktion löslicher
oder flüssiger Bestandteile aus beliebigen festen Stoffen, in welchen das zuvor
zerkleinerte oder aufgeweichte Gut mechanisch gegen den Strom eines Lösungsmittels
oder eines Gemisches von Lösungsmitteln gefördert wird.
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Diese bekannten Anlagen haben jedoch den Nachteil, daß das namentlich
zu feinem Pulver zerkleinerte Gut unter der Wirkung des Flüssigkeitsstromes an den
Flächen der Schnecken oder sonstigen Förderorgane festklebt und schon aus diesemGrundevonder
Flüs sigkeit nicht mehr gehörig durchdrungen wird.
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Es ist deshalb schon vorgeschlagen worden, die Schnecke in mehrere
aufeinanderfolgende Stümpfe zu zergliedern, damit das behandelte Gut zwischen diesen
im Lösungsmittel frei schwebend herabfällt und sich auf diese Weise wieder im Lösungsmittel
verteilen kann. Es ist auch schon vorgeschlagen worden, das Extraktionsgut in geschichteter
Forni mit dem Lösungsmittel zu-behandeln.
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Ferner ist es bekannt, durch hin und her gehende Bewegung der Transportschuecke
die auf ihr lagernden Extraktionsstoffe aufzulockern. Durch diese Maßnahmen wird
aber das Anschlämmen bzw. die Klumpenbildung nicht verhindert. Ebensowenig g wird
eine gleichmäßige Verteilung des Lösungsmittels über den ganzen Querschnitt der
Kolonne, d. h. in der ganze, n Masse des zu behanddnden Gutes, erzielt. Dies ist
jedoch erforderlich, wenn eine hohe Ausbeute an Extraktstoffen erzielt werden soll.
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Um zu vermeiden, daß sich das Behandlungsgut an den Förderflächen
ansetzt, ist auch die Benutzung einer Schüttelrinne vorgeschlagen worden. Diese
Maßnahme ist aber nur in gewissen Gewerbezweigen, z. B.
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-beim Auslaugen von Metallabfällen oder Erzen, anwendbar. Im übrigen
gestattet die stoßweise Bewegung des Gutes mittels Schüttelrinne keine gleichmäßige
Verteilung des Lösungsmittels.
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Die vorliegende Erfindung besteht nun darin, daß die Flächen der
Förderorgane (Schnecken o. dgl.) für das feste Gut gelocht und mit den Antriebselementen
derart verbunden sind, daß sie in bestimmten Zeitabständen in stoßweise in der Förderrichtung
liegende Bewegung versetzt werden.
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Die stoßweise Bewegung in der Förderrichtung hat nämlich zur Folge,
daß sich das Gut von den Förderflächen dauernd áblöst und wieder in Suspension übergefühE
wird, weshalb die Flüssigkeit die einzelnen Teilchen des festen Gutes vollständig
um geben kann. Auf diese Weise werden ferner die Lochungen der Förderflächen freigegeben,
und es erfolgt ein gleichmäßiger Durchfluß des Lösungsmittels im ganzen Querschnitt
der von ihm durchquerten Kolonne. Dies ist jedoch unerläßlich, wenn vermieden werden
soll, daß das feste Gut in zusammenhängenden Klumpen die Anlage verläßt, ohne von
der Extraktionsflüssigkeit vollständig ausgezogen zu sein.
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In der Zeichnung ist eine Anlage gemäß der Erfindung im Längsschnitt
dargestellt.
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Diese Anlage ist lotrecht angeordnet; hierbei wandert das zu behandelnde
Gut, das schwerer als das flüchtige Lösungsmittel ist, nach abwärts.
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Die Anlage besteht aus einem zylindrischen Metallkörper I, welcher
vorzugsweise mit einer Heizung, beispielsweise mit einem heizbaren Doppelmantel
2 versehen ist. Unweit von dem oberen Ende des Körpers I mündet eine Leitung 3,
die zum Zuführen des oder der zu behandelnden Güter dient.
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Letztere werden in irgendeiner Weise zugemessen, zweckmäßig mittels
einer Dosiervorrichtung 4, welche gegen die Dämpfe des oder der Lösungsmittel im
Behälter I abgedichtet ist.
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Die Dosiervorrichtung wird in irgendeiner entsprechenden Weise, z
B. von einer Antriebswelle 5 mit Hilfe von Zahnrädern 6, 7 und einer Kette 8, angetrieben.
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In dem Behälter I sind Förderschnecken 9, 9a, 9b usw. untergebracht,
deren Flächen gelocht sind und die in beliebigen, gegebenenfalls- regelbaren Abständen
auf einer lotrechten Welle 10 angeordnet sind, die in innerhalb der Säule befestigten
Lagern Im läuft. Diese Welle ist entweder voll oder hohl ausgebildet. Letztere Ausführung
gestattet, den Behälter auch von innen durch die Welle zu beheizen. Der über den
Deckel 12- herausragende Wellenstumpf trägt ein lose aufgesetztes Kegelrad 13, das
mit einem auf der Welle 5 befestigten Kegelrad 14 kämmt. Das Kegelrad 13 ist auf
der Welle 10 verschiebbar. Letztere trägt eine auf ihr in der Längsrichtung und
schräg zu ihr verstellbar aufgekeilte Scheibe 15, deren Dicke von a nach b abnimmt
und die auf einer Rolle 16 aufruht.
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Dreht sich die vom Kegelrad 14 angetriebene Welle 10, so wandert
die Scheibe 15 auf der Rolle 16 und bewirkt bei jeder Umdrehung eine stoß weise
Bewegung der Welle 10 und somit der Schnecken 9, 9a, 9b und 9c, wobei die Größe
der Längsverschiebung der Welle dem Höhenunterschied der Punkte a und b der Scheibe
15 gleich ist.
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Am unteren Ende ist der Behälter 1 an eine Säule angeschlossen, deren
Gehäuse 17 außer der zur Abführung des erschöpften "Gutes bestimmten Auslaßmündung
IS dicht ist. Im Gehäuse 17 ist ein mit gelochten Bechern 20 versehenes Hebewerk
19 vorgesehen.
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Das Genhäuse 17 ist mit einer Öffnung 21 zum Einlaß des Lösungsmittels
ausgerüstet.
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Auch der Behälter I besitzt am oberen Ende eine Öffnung 22 für den
Auslaß des mit den aufgelösten Bestandteilen angereicherten Lösungsmittels.
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Die Wirkungsweise ist folgende: Das zu behandelnde Gut wird in die
Dosiervorrichtung 4 eingeführt, aus der es durch die Leitung 3 auf die oberste Schnecke
g fällt und von dieser fortschreitend nach unten den folgenden Schnecken 9a, 9b,
9c zugeleitet wird. Infolge der Stöße wird das Gut am Haftenbleiben an den gelochten
Windungsflächen der Schnecken verhindert und bei jedem -Anstoß in das im aufsteigenden
Sinne wandernde Lösungsmittel geschleudert. überdies wird am unteren Ende jeder
Schnecke das Gut durch die Fliehkraft in einer leicht nach abwärts gerichteten und
sich verbreiternden Lage ausgeschleudert. Schließlich erreicht es den Unterteil
des Behälters I, wird sodann im erschöpften Zustand von dem Hebewerk 19 aufgefangen,
kommt mit dem frischen, durch die Leitung 21 zugeführten Lösungsmittel in Beriihrung
und wird in der Säule 17 bis über die Zuführungsöffnung 21 für das Lösungsmittel
gefördert. Im oberen Teil kann das behandelte Gut abtropfen, da die Becher 20 gelocht
sind, und tritt schließlich blei IS aus. Dabei wird das Gut teilweise von dem Lösungsmittel,
mit dem es getränkt war, getrennt.
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Das mit den aufgelösten Bestandteilen beladene Lösungsmittel tritt
durch die Leitung 22 aus, nachdem es zuvor mit dem frischen in den Behälter 1 eingeleiteten
Gut in Berührung gekommen ist, und wird hierauf von den von ihm mitgerissenent Gutteilchen
durch Dekantieren und darauffolgendes Filtrieren befreit. Schließlich wird es noch
von dem von ihm aufgelösten Extrakt in üblicher Weise durch Destillation getrennt.