DE644201C - Verfahren zur Herstellung geschliffener Flaechen von keramischen Kondensatordielektriken sehr duenner Wandstaerke - Google Patents
Verfahren zur Herstellung geschliffener Flaechen von keramischen Kondensatordielektriken sehr duenner WandstaerkeInfo
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Description
Die Anforderungen der neuzeitlichen Elektrotechnik machen die Herstellung keramischer Isolierteile hoher Maßgenauigkeit notwendig.
Das aus dem Brande kommende unbearbeitete Stück vermag den geforderten Genauigkeitsgrad
nicht zu erreichen; dazu ist ein Nachschleifen erforderlich. Während in vielen Fällen dieses Nachschleifen auf Maßgenauigkeit
keiner besonderen neuartigen
ίο technischen Maßnahme bedarf, sondern mit
den heute zur Verfügung- stehenden Schleifmaschinen ohne weiteres durchgeführt werden
kann, ergeben sich beim genauen Planschleifen von keramischen Kondensatordielektriken,
die als sehr dünne keramische Platten eines Kondensators zur Regelung des Kapazitätswertes auf einem gleichfalls plangeschliffenen
Gegienstück gleitend bewegt werden, Schwierigkeiten. Solche Platten sind
vielfach nur wenige Millimeter stark. Die außerordentliche Härte der für diese Platten
benutzten Stoffe — es handelt sich in der Regel um magnesiumsilikät- oder titansäurehaltige
Stoffe — erfordert einen erheblichen Druck beim Schleifen. Hierbei biegen -sich
die dünnen Platten bereits merklich durch, so daß eine völlig ebene Schleiffläche nicht
zustande kommt. Andererseits erfordert ein Schleifvorgang, der- nur mit geringem Druck
ausgeführt wird, eine so lange Zeit, daß ein zu hoher Aufwand an Schleiffcosten entsteht.
Bei 'einem solchen Verfahren zur Herstellung geschliffener Flächen an keramischen Kondensatordielektriken
derart dünner Wandstärke, daß sie einem höheren Schleif druck nicht widerstehen können, werden die obenerwähnten
Schwierigkeiten gemäß der Erfindung dadurch behoben, daß eine Glasoder Glasurschicht auf das fertiggiebrannte
Dielektrikum aufgeschmolzen und auf dieser leicht bearbeitbareri Schicht die geschliffene
Fläche hergestellt wird. Dabei wird die zu schleifende Fläche der keramischen Platte,·
beispielsweise 'einer solchen aus dem unter dem Handelsnamen »Kerafar« bekannten Isolierstoff
hoher Dielektrizitätskonstante mit einem stark bleioxydhaltigen Glase oder einer
Glasur in an sich bekannter Weise überzogen. Hierfür wird ein solches Glas gewählt, welches
dielektrisch weitgehend verlustarm ist und eine möglichst hohe Dielektrizitätskonstante
hat. Gewisse alkalifneie oder alkaliarme Glasuren erfüllen die Bedingung des
niedrigen dielektrischen Verlustes. Hoher Bleioxydgehalt, allenfalls in Verbindung· mit
einer Zumischung von Titandioxyd erzeugt eine Dielektrizitätskonstante des Glases,
welche über die des Porzellans oder Steatits um ein Mehrfaches hinausgeht. Derartige
Gläser sind durch die bemerkenswerte Eigen-
schaft ausgezeichnet, überaus leicht anschleifbar und polierfähig zu sein. Um eine
Schleiffläche bestimmter Größe an einem derartig glasierten Stück zu erzielen, bedarf
es nur eines Bruchteiles der Zeit, welche erforderlich ist, um eine gleichgroße Fläche,
beispielsweise des nackten Kerafarmaterials,, anzuschleifen. In von Fall zu Fall verschiedener
Weise kann man eine verhältnismäßig ίο dicke Schicht des Glases auf der Platte anbringen.
Man kann aber auch das Glas in dünnerer Schicht verwenden bzw. dieses zu sehr dünner Schicht oder sogar bis zur
Wiederfreilegung des keramischen Materials herunterschleifen. In diesem Falle hätte das
Glas nur die Aufgabe, kleine Unebenheiten der Platte an einzelnen Stellen aufzufüllen.
Sehr exakte Stücke erhält man, wenn zuerst das unglasierte Formstück übergeschliffen
und damit grob zugerichtet .wird, dann die Glasur aufgeschmolzen und schließlich diese
in Feinschliff bearbeitet wird.
Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, daß in verhältnismäßig sehr kurzer
Zeit ohne Anwendung hohen Schleifdruckes eine vollkommen ebene Fläche erzielt wird, die gegebenenfalls bis zur Spiegelblankheit
nachpoliert werden kann. Selbstverständlich entsteht durch das Auftragen des Glases ein Verlust an Kapazität, jedenfalls
dann, wenn die Dielektrizitätskonstante des Glases kleiner als die des keramischen
Materials ist. Dieser Verlust ist jedoch in Anbetracht der verhältnismäßig hohen Dielektrizitätskonstante
des Glases erträglich klein, besonders wenn man bedenkt, daß nach dem neuen Verfahren die außerordentlich
schädlichen kapazitätsmindernden Luftzwischenräume zwischen den Gleitflächen vermieden
werden.
Für die Herstellung astronomischer Spiegel ist es bereits vorgeschlagen worden, keramische
Tragkörper zu verwenden und diese auf der Flachs, die reflektieren soll, mit
einem Metall oder Glasüberzug zu versehen. Der Glasüberzug dient hier jedoch nur dem
Zweck, eine reflektierende Fläche zu schaffen, da offenbar mittels des keramischen Körpers
allein auch bei langwierigster Bearbeitung keine Spiegelwirkung zu erzielen ist. Im
übrigen sind die keramischen Tragkörper so groß — sie sollen die schwierig herzustellenden
und kostspieligen Glaskörper ersetzen —, daß sie praktisch jedem Schleifdruck widerstehen
können. Die Glasschicht hat also bei dem bekannten Verfahren zur Herstellung
von astronomischen Spiegeln eine ganz andere Bedeutung.
Zwei Kerafarplatten α nach Abb. 1 von
mm Länge und 1 mm Stärke sollen vollkommen plan aufeinanderliegen. Die beiden
nicht geschliffenen Außenflächen der Platten a tragen halbkreis- oder sektorförmige Metallbelegungen
c. Das Ganze stellt einen Drehkondensator dar, dessen Kapazität durch Drehung der einen der aufeinandergleitenden
Plattenß mittels ihrer gemeinsamen Achsel
verstellbar ist. Die beiden Platten α werden zunächst ganz oder jedenfalls a\if den kiinftigen
Gleitflächen glasiert. Besonders geeignet für diesen Zweck ist eine blei- und borsäurehaltige
Glasur mit einem Schmelzpunkt zwischen 750 und 950' C. Die so glasierten Platten α werden plangeschliffen und poliert.
Das Dielektrikum des Kondensators besteht demnach aus zwei Kerafarschichten α und
zwei Bleiglasschichten b. Die beiden letzteren sind sehr dünn und können gegebenenfalls
sogar stellenweise unterbrochen sein. Der Schliff der beiden Platten α ist so exakt, daß
auch ohne Einbringung eines Schmiermittels die beiden Platten α saugend aufeinander haften.
Die Abb. 2 bis 5 veranschaulichen verschieden« Ausführungen der Schlifffläche. Die
keramische Platte« nach Abb. 2 ist mit einer Glasurschicht b versehen, die gemäß Abb. 3
nur so weit abgeschliffen wird, bis eine vollkommen plane Oberfläche entsteht. Gegebenenfalls
wird nur eine ganz dünne Glasurschicht aufgeschmolzen, so daß beim Schleifen das keramische Material gemäß Abb. 4
und 5 stellenweise gerade freigelegt wird.
Was für geschliffene ebene Flächen auseinandergesetzt ist, findet sinngemäß Anwendung
auch auf anders gestaltete Flächen, beispielsweise zylindrische oder konische. Das Verfahren
soll erfindungsgemäß überall da angewendet werden, wo große Genauigkeit der keramischen Kondensatordielektriken verlangt
wird, die infolge ihrer dünnen Wandstärke nur bei Anwendung geringen Schleifdruckes
erreichbar ist.
Claims (4)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Herstellung geschliffener Flächen an keramischen Kondensatordielektriken derart dünner Wandstärke, daß sie einem höheren Schleifdruck nicht widerstehen können, dadurch gekennzeichnet, daß eine Glas- oder Glasurschicht auf das fertiggebrannte Dielektrikum aufgeschmolzen und auf dieser leicht bearbeitbaren Schicht die geschliffene Fläche hergestellt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung bleioxyd- iao und oder titansäurehaltiger Glasuren.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,gekennzeichnet durch die Verwendung dielektrisch vierlustarmer Gläser und/oder solcher mit hoher Dielektrizitätskonstante.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekernr». zeichnet, daß die Glasschicht bis zur teilweisen Freilegung des Dielektrikums abgeschliffen wird und nur stellenweise zur Ausfüllung kleiner Unebenheiten und "Rauhigkeiten stebenbleibt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEST52453D DE644201C (de) | 1934-07-27 | 1934-07-27 | Verfahren zur Herstellung geschliffener Flaechen von keramischen Kondensatordielektriken sehr duenner Wandstaerke |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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|---|---|
| DE644201C true DE644201C (de) | 1937-04-26 |
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ID=7466516
Family Applications (1)
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE644201C (de) |
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1934
- 1934-07-27 DE DEST52453D patent/DE644201C/de not_active Expired
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