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Vorrichtung zur Erzeugung ,von Blitzlicht in einer mit Gas gefüllten
Lampe Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen zur Erzeugung von Blitzlicht,
bei welchen durch Verbrennung einer eine aktinische Wirkung erzeugenden Ladung in
einer geschlossenen Lampe oder Kammer für kurze Zeit ein grelles Licht insbesondere
für photographische Zwecke erzeugt wird.
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Es sind bereits Vorrichtungen dieser Art vorgeschlagen worden, bei
welchen eine mit Gas gefüllte Blitzlichtlampe mit einem zerreißbaren -#Terschluß
versehen ist, der zum Zwecke der Zündung durchbrochen wird, wobei zugleich die außerhalb
der Lampe befindliche Zündvorrichtung betätigt wird. Die Zündung ist hierbei unzuverlässig
und unsicher.
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Man hat ferner bereits Vorrichtungen dieser Art vorgeschlagen, bei
welchen die Zündvorrichtung nach Entfernung eines Verschlußpfropfens durch eine
nur durch ein durchlässiges Sieb o. dgl. abgeschlossene Öffnung in das Lampeninnere
eingeführt und dort zu einem späteren Zeitpunkt betätigt wird. Hierbei steht aber
das Lampeninnere schon vor der Zündung in offener Verbindung mit der Außenluft,
so daß eine Mischung des Lampeninhaltes mit der Außenluft bzw. ein Entweichen der
Füllung unvermeidlich ist.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung der eingangs erwähnten
Art, bei welcher die mit einer Stoßstange verbundene Zündvorrichtung durch einen
leicht zerstörbaren, luftdichten Verschluß in die Verbrennungskammer eingeführt
und hierauf die Durchtrittsöffnung durch einen flanschartigen Ansatz sofort wieder
nach außen abgeschlossen wird, so daß eine nachteilige Mischung des Lampeninhaltes
mit der Außenluft nicht erfolgen kann. Es können daher hier auch Gase zur Entzündung
gebracht werden, die nicht mit Luft gemischt werden sollen.
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Da infolge dieses Abschlusses im Innern der Lampe unter Umständen
ein schädlicher Überdruck auftreten kann, wird die Vorrichtung ferner erfindungsgemäß
mit Sicherheitsventilen versehen, welche sich bei Überschreitung eines bestimmten
inneren Überdruckes öffnen und so eine Explosion verhindern.
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Statt dessen kann der flanschartige Ansatz selbst als Sicherheitsventil
ausgebildet sein. Erfindungsgemäß werden also die Vörteile der bekannten Vorrichtungen
vereinigt, ihre Nachteile aber vermieden.
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Die Entzündung der Ladung erfolgt zweckmäßig auf elektrischem Wege,
wie dies an sich bei Blitzlichtlampen anderer Bauart bereits bekannt ist.
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Zwei Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen gemäß der Erfindung sind
nachstehend an Hand der beiliegenden schematischen Zeichnung beschrieben, in'welcher
Fig. i einen Querschnitt durch eine Lampe gemäß der Erfindung darstellt, Fig. a
in größerem Maßstab einen Schnitt durch eine andere Form der Verschlußkappe,
Fig.
3 einen Querschnitt durch eine andere Ausführungsform.
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Eine Glasbirne i ist in eine metallische Haube 2 eingekittet, die
mit Zapfen 3 für eine; bajonettartige Verbindung mit einer liülse:4# versehen ist,
welch letztere entweder einetk" Bestandteil einer Haltevorrichtung bildet oder,
wie in der Zeichnung dargestellt, mit einem Schraubengewinde 5, einer Bajonettverbindung
o. dgl. Anordnung versehen ist, durch welche sie an jede beliebige Bauart einer
Haltevorrichtung einschließlich der zur Zeit für Blitzlichtlampen gebräuchlichen
Haltevorrichtungen angeschlossen werden kann. Die Haube :2 der Lampe ist im normalen
Zustand durch eine Scheibe 6 aus Metallblech, Collodium oder ähnlichem Stoff verschlossen,
die so ausgeführt ist, daß sie durch Aufstoßen der Lampe gegen das Ende einer durch
die Hülse 4 eingeführten Zündvorrichtung zerrissen werden kann. Die Haube :2 besitzt
eine Anzahl von Bohrungen 7, die durch eine gespannte Gummihülse 8 umschlossen sind.
Bei der Entzündung der Ladung in der Lampe mit Hilfe der Zündvorrichtung besteht
daher keine Gefahr einer Zerstörung der Lampe i durch zu starke Drucksteigerung,
da der überschüssige Druck durch das Ventil 8 und die Bohrungen g in der Haube ins
Freie austreten kann.
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In dem Beispiel ist eine Anordnung gezeigt, bei welcher die Lampe
in Verbindung mit einem Zündrohr verwendet wird, das einen zerreißbaren Verschluß
6 der Lampe durchdringt. Das Ventil kann aber auch ebensogut für Blitzlichtlampen
oder -behälter jeder beliebigen bekannten Art verwendet werden, beispielsweise auch
in Fällen, in welchen immerwährende Leuchtmittel in der Lampe vorhanden sind oder
in Fällen, in welchen die Entzündung der Ladung der Lampe durch Stoß, durch heiße
Drähte, elektrische Funken oder auf Wechselwirkung beruhende Zündung oder- auch
durch außerhalb der Lampe befindliche Mittel herbeigeführt wird.
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Bei der dargestellten Anordnung trägt die Fassung 4 eine Stange io,
welche eine leitende Verbindung mit dem einen Pol der Zündvorrichtung bildet und
zu diesem Zweck an einen federnden Kontakt il angeschlossen ist, während die Rückleitung
über einen zweiten Federkontakt 12 geht. Diese Federkontakte i i und 12 sind in
einer Hülse 13
aus Isolierstoff untergebracht. Die Hülse 13
mit den
Kontakten i i, 12 sitzt verschiebbar in einem äußeren Rohr 14, dessen Vorderteil
15 dazu dient, den Verschluß der Lampe i, der beispielsweise aus einem Metallblech
6 besteht, zu durchdringen.
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Die Enden der Kontaktfedern i i, 12 stehen in leitender Verbindung
mit Metallstreifen 16, 17, die auf den gegenüberliegenden Seiten einer in
der Mitte angeordneten Isolierstange oder Zündstange 18 liegen und in einen Knopf
ig aus zündfähigem Stoff eingebettet -jnd.
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",...Vor Gebrauch der Vorrichtung, d. h. vor der Befestigung der Lampe
i auf ihrem Halter ist das Rohr 14 durch die Feder 2o nach vorn geschoben, so daß
der Zündknopf ig von der Vorderkappe 15 bedeckt ist. Soll die Lampe benutzt werden,
so wird sie auf die Vorderkappe 15 aufgestoßen, wobei die Verschlußscheibe 6 durch
letztere zerstört wird.
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Das Rohr 14 wird sodann entgegen dem Druck der Feder 2o weiter in
das Innere der Lampe vorgestoßen, bis die Bajonettzapfen 3 in sperrenden Eingriff
mit den Bajonettschlitzen 28 der Fassung kommen. In dieser Stellung wird das Rohr
14 durch Anlage seines Flansches 21 gegen das äußere Ende der Lampenkappe zurückgehalten.
Die Lampe mit ihrer Kappe 5 kann nun auf jeden Halter gebräuchlicher Form aufgebracht
werden, worauf die jetzt vor der Kappe 15 vorstehende Zündpille ig mit Hilfe elektrischen
Stromes aus einer Trockenbatterie o. dgl. entzündet werden kann. Jeder übermäßige
Druck, der sich in der Lampe i entwickelt, kann durch die öffnungen 7 und das Ventil
8 entweichen und durch die Löcher g nach der Atmosphäre austreten. Die Lampe i kann
nach der Verbrennung wieder von dem Halter entfernt werden, worauf eine neue Zündvorrichtung
16, 17, 18, i9 zwischen die Tontakte il und 12 eingeführt und eine neue verschlossene
Lampe auf den Halter gebracht wird. Nach Wunsch können die Bohrungen auch in dem
Rohr 14 angebracht und an Kanäle angeschlossen werden, die von hier aus ins Freie
führen und durch ein zusätzliches Ventil ähnlich dem Ventil 8 verschlossen sind.
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Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform der Erfindung ist
ein pistolenartiger Halter 22 gezeigt, der eine Hülse 23 mit Scheinwerfer 24 trägt.
Die Hülse 23 ist mit Schlitzen versehen, durch welche Zapfen 25 reichen, die mit
Handgriffen 26 versehen sind. Mit deren Hilfe kann eine innere Hülse z7 von der
in strichpunktierten Linien gezeifchneten Lage nach der mit vollen Linien dargestellten
Stellung zurückgezogen werden. Die Hülse 27 ist mit Hilfe der Zapfen 29 nach Art
eines Bajonettverschlusses verbunden mit einer verschlossenen Lampe 30 ähnlich
der Lampe i der Fig. i. Der Verschluß dieser Lampe ist indessen so ausgeführt, daß
er durch einen starren Schneidkopf 31 durchdrungen werden kann, der an dem Halter
befestigt ist. Über dem Schneidkopf 31 kann sich die Hülse 27 mit einem unter Federdruck
stehenden
Ventil 32 frei hinwegbewegen. Der Druck der Feder 33 kann hierbei eingestellt werden,
beispielsweise durch. Gewindestifte 34.
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Wie die Zeichnung erkennen läßt, wird bei der in strichpunktierten
Linien dargestellten Stellung der einzelnen Teile die Lampe 3o auf den Schneidkopf
31 aufgepreßt, derart, daß der Verschluß durchbrochen wird und die Verbindung
der Lampe mit der Hülse 27 durch die Bajonettzapfen 29 erfolgen kann. Hierauf kann
die Hülse 27 mit Hilfe der Handgriffe 26 in die in vollen Linien gezeichnete Lage
zurückgezogen werden, wobei der den Schneidkopf 31 tragende Schaft 35 in
das Innere der Lampe eindringt.
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Der Schaft 35 ist hohl und enthält in seinem Inneren einen verschiebbaren
Kolben 36, der zurückgestoßen werden kann, um das Einführen einer Zündladung 37
zwischen Kolben 36 und Stößel 38 zu ermöglichen. Der Kolben 36 kann mit Hilfe eines
Knopfes 39 herausgezogen werden, in welcher Lage er durch eine Federsperre 4o festgehalten
werden kann, die durch einen Abzug 41 ausgelöst werden kann.
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Ein in der Lampe 3o bei der Verbrennung auftretender Überdruck kann
durch das Ventil 32 und die Öffnung in der Verschlußkappe der Lampe entweichen und
durch Bohrungen 42 nach außen treten.
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Die neue Vorrichtung ist ebensogut für Lampen mit zusätzlichen Gummiventilen
nach Fig. i .und 2 verwendbar wie für Lampen, welche keine derartigen Ventile besitzen.
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Zweckmäßig ist das Ventil unter eine solche Spannung gesetzt, daß
es sich erst bei Überschreitung eines bestimmten Druckes öffnet. Dieser Druck kann
in einfacher Weise durch Versuch festgestellt werden. Er ist verschieden hoch, je
nach der Art des zur Erzeugung des Blitzlichtes in der Lampe verwendeten Safzes.
Die Regelung des Druckes kann dadurch erfolgen, daß Gummibänder 8 (Fig. i) ausgewählt
werden, die beim Auflegen über die Bohrungen von Fall zu Fall verschiedene Spannung
besitzen oder dadurch, daß bei der Ausführungsform nach Fig. 3 die Spannung der
Feder 33 entsprechend geregelt wird.
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" Die Zündvorrichtung kann entweder einen unmittelbaren -Bestandteil
einer pistolenförmigen oder anderen Haltevorrichtung bilden, oder sie kann auswechselbar
mit dieser verbunden werden. In beiden Fällen aber ist sie unabhängig von der Lampe
bzw. Ver-Sbrennungskammer, so daß eine beliebige Zahl @-von Lampen nacheinander
mit der gemein-:Samen Zündvorrichtung verbunden werden kann.
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Statt einer Ventilgummihülse 8 können auch zwei Ventilgummihülsen
gemäß Fig. 2 benutzt 'werden. An Stelle der Bajonettfassung nach Fig. i kann ein
Schraubengewinde 52 nach Fig. 2 verwendet werden.