DE635979C - Verfahren zur Herstellung von Points fuer die Zahnheikunde - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Points fuer die ZahnheikundeInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Points für die Zahnheilkunde Es wurde festgestellt, daß der Einführung von jodoform in den Nervenkanal der Zähne bei einer Wurzelbehandlung eine besonders therapeutische Wirkung zukommt. Jodoform wird in diesem Falle nicht nur an die Kanalwand abgegeben, sondern wandert durch den Apex bis hi die periapikale Partie. Im Wurzelkanal wird durch die Wirkung des jodoforms die Sekretion zum Stillstand gebracht und dadurch der Wurzelkanal für die Aufnahme der endgültigen Wurzelfüllung vorbereitet.
- Auf Grund dieser wissenschaftlichen Feststellungen ergab sich die Aufgabe, eine geeignete Anwendungsform für jodoform zu diesen Zwecken zu schaffen. Versuche, die unter Anwendung von mit jodoform getränkten Papierspitzen durchgeführt worden sind, zeigten, daß schon in einer kurzen Zeitspanne vor dem Gebrauch der Points so wesentliche Mengen jodoform verflüchtigt waren, daß die Einführung dieser Points die gewünschte Wirkung nicht hervorzubringen imstande war. Dieses ungünstige Ergebnis trat in gleicher Weise ein, ob die Papierspitzen mit einer U-sung von jodoform imprägniert wurden oder ob jodoform auf dem Papier unmittelbar zur Ausfällung gebracht wurde.
- Das Verfahren gemäß .der Erfindung besteht nun im Wesen darin, daß Points aus organischen Grundstoffen, wie Papier, allenfalls Papiergarn, Wolle oder Baumwolle, mit .einer aus organischen Stoffen, wie Harzen, Fettsäuren, fettsauren Salzen oder Wachsarten oder deren Mischungen, bestehenden Masse, die Jodoform enthält, imprägniert werden. Durch Einschließen des jodoforms in eine derartige Masse wird einerseits die Verflüchtigung des jodoforms vor dem Gebrauch vermieden, anderseits aber erreicht, daß durch allmähliche Auflösung der Imprägnierungsmasse unter der Einwirkung der biologischen Flüssigkeiten im Zahn bzw. im Munde das therapeutisch wirksame Jod allmählich, aber dauernd frei gemacht wird. Es hat sich gezeigt, daß vor allem Bienenwachs als jodoformhaltige Imprägnierungsmasse besonders geeignet ist. Dieses Imprägnierungsmittel verhindert nicht nur die vorzeitige Verflüchtigung von jodoform in weitestgehendem Ausmaße, sondern ist auch allen anderen Imprägnierungsmassen deshalb vorzuziehen, weil es sich unter den angegebenen Bedingungen leicht unter allmählicher Freisetzung des Jodoforms löst. Überdies verleiht diese Imprägnierungsmasse den organischen Grundstoffen, wie Papierspitzen, wünschenswerte physikalische Eigenschaften, wie Härte, Steifigkeit und Elastizität, welche die Anwendung der Points wesentlich erleichtern.
- Zur Durchführung des Verfahrens verfährt man beispielsweise in der Weise, daß man
ten kamt man durch Walzen oder Durchziehen durch Ringe mit kleinen Öffnungen die gewünschte Form und Glätte erzielen. Die imprägnierten Points werden sodann vorteilhaft mit einem alkoholischen Antiseptikum oder einem ähnlichen Desinfiziens behandelt. Klinische Versuche haben ergeben, daß durch die Einführung von in dieser Weise- hergestellten jodoformpoints nach Entfernung des pulpitischen Nerven und bei Behandlungeines gangränösen Wurzelkanals die Heilung in hohem Maße beschleunigt wird, so daß die Zahl der Sitzungen gering ist und die Behandlungszeit stark abgekürzt werden kann.z Teile Bienenwachs und i Teil jodoform- pulver am Wasserbad zusammenschmilzt und Papierspitzen der - üblichen Art in diel., Schmelze eintaucht. Geht man von P g' - gare, Wolle oder Baumwolle u. dgl. ä werden diese Stoffe zweckmäßig durch schmolzene Masse hindurchgezogen un : , dieser Weise imprägniert. Nach -dem Erkal- - Aus der amerikanischen Patentschrift i 649 508 sind Dauerfüllmittel für Zahnkanäle aus mineralischen Fasern (Asbest), die mit Mineralwachs überzogen sind, bekannt. Dem Mineralwachs kann auch zum Zwecke der Schaffung und Aufrechterhaltung steriler Bedingungen Jodoform oder ein anderes Jodderivat zugesetzt sein. Im Gegensatz hierzu handelt es sich im vorliegenden:. Falle nicht um ein Dauerfüllmitbel, sondern um die Herstellung eines vorübergehend zur Zahnbehandlung dienenden Hilfsmittels aus organischen Stoffen, wobei es nicht nur Bedingung ist, daß die Imprägnierungsmasse jodoform enthält, `@apdern, daß dieses auch durch Auflösung ad Y. gemäß der Erfindung für die Imprägnien.@üng zu verwendenden organischen Stoffe, wie 'üisbesondere Bienenwachs, in Berührung mit den biologischen Flüssigkeiten allmählich und dauernd im Zahnkanal frei gemacht wird. Diese besondere technische Wirkung ist aber bei Verwendung der unlöslichen Mineralwachse als Imprägnierungsmasse nicht zu erreichen.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Points für die Zahnbehandlung, dadurch gekennzeichnet,, daß Points aus einem organischen Grundstoff, wie Papier, Papiergarn, Wolle oder Baumwolle, mit einer aus organischen Stoffen, wie Harzen, Fettsäuren, fettsauren Salzen oder Wachsarten oder Mischungen dieser Stoffe bestehenden, Jodoform enthaltenden Masse, imprägniert werden, die die rasche Verflüchtigung des . Jodoforms verhindert, dieses aber in Berührung mit den biologischen Flüssigkeiten allmählichJund dauernd frei gibt. z. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Pöints mit einer durch Zusammenschmelzen von jodoform mit Bienenwachs erhaltenen Masse imprägniert werden.
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| DEH140438D Expired DE635979C (de) | 1934-04-12 | 1934-06-19 | Verfahren zur Herstellung von Points fuer die Zahnheikunde |
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