DE634864C - Verfahren und Vorrichtung zum Formen von Gut aller Art, z. B. Zementrohgut - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Formen von Gut aller Art, z. B. ZementrohgutInfo
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Description
21 OCT. 1936
Um manche Art von Gut, feuchtes oder auch trockenes, mehlförmiges oder körniges
Gut, z. B. Zementrohgut, in Öfen oder anderen von einem Gasstrom durchzogenen Vor-
~ 5 richtungen behandeln zu können, muß es zuvor einer 'Formung unterworfen werden,
um zu verhindern, daß es von dem Gasstrom mit fortgerissen wird. Dabei müssen die
Formlinge so fest sein, daß sie während der
■ ο Behandlung in der Vorrichtung nicht wieder
zerfallen.
Zu solcher Formung, die 'mittels Walzen
oder Pressen oder auch durch Schütteln. Rühren oder Rollen des Gutes erfolgen kann, muß
das Gut einige Backfähigkeit besitzen, wofür in erster Linie eine gewisse Feuchtigkeit, also
' ein Gehalt an Wasser oder einer anderen
Flüssigkeit erforderlich ist. Nötigenfalls ist es also einer Anfeuchtung zu unterziehen.
Beim Zusammenbacken können aber auch Bindemittel mitwirken, kolloidale Stoffe, wie
Leim, Ton u. dgl., oder, auch Salze, wie Kieserit, Carnallit und ähnliches. Auch können
solche Stoffe dem Gut zugesetzt werden, falls sie noch nicht darin enthalten sind.
Nun nimmt die Backfähigkeit und die Festigkeit der erhaltenen Formlinge im aligemeinen
mit einem steigenden Gehalt an Feuchtigkeit oder Bindestoff bis zu einer gewissen
Grenze zu. Je größer der Gehalt au Feuchtigkeit oder Bindestoff also ist, um so größere Formlinge bilden sich oder lassen
sich ohne Gefahr alsbaldigen Zerfallens herstellen,
bis schließlich die ganze Masse zu
oinem einzigen Kuchen zusammenbackt.
Die Härte der erzeugten Formlinge steht dabei meistens im Verhältnis zu ihrer Größe,
so daß kleine Formlinge, wenn ihre Größe nicht durch irgendwelche Werkzeuge bestimmt
worden ist, weniger fest sind als größere Stücke oder ein ganzer Kuchen. Es beruht dies darauf, daß bei einer durch inniges
Durcharbeiten des zu formenden Gutes erzielten gleichmäßigen Verteilung der Feuchtigkeit
und des Bindestoffes in dem Gut, dessen flüssige Bestandteile, also die Feuchtigkeit
und gegebenenfalls das in dieser gelöste Bindemittel, zunächst eine Backwirkung ausüben, also möglichst viel Teile des'Gutes
aneinänderzuhaften bestrebt sind, während sie erst nach völligem Erreichen dieses Zieles
eine Festigkeitserhöhung beim Erstarren oder Abbinden herbeiführen.
Infolgedessen ist es nicht möglich, bei der selbsttätigen. Formung durch Schütteln, Ruhren
oder Rollen des Gutes kleine Formlinge von hoher Festigkeit zu erzeugen. Solche lassen sich vielmehr nur unter Anwendung
von Werkzeugen gewinnen, welche die Größe der Formlinge begrenzen, oder durch Zerkleinern
der durch selbsttätige Formung erhaltenen groben Knollen oder Kuchen. Beide letztere Herstellungsweisen sind unbequem,
weil sie die Benutzung besonderer Vorrichtungen oder Werkzeuge bedingen, deren Be-Schaffung
und Betrieb Kosten verursacht. Außerdem erfordern sie eine öftere Reinigung, besonders in Betriebspausen, damit
kein Verkleben oder Verkleistern der Werkzeuge eintritt.
Claims (6)
- Um ohne derartige Werkzeuge zur Begrenzung der Formlingsgröße oder zur Zerkleinerung grober Knollen oder Kuchen Formlinge zu gewinnen, die bei geringer Größe eine hohe Festigkeit besitzen, wird nach der Erfindung der Gehalt des Gutes an Feuchtigkeit oder Bindestoff zunächst so gering gehalten oder bemessen, daß sich bei einer selbsttätigen Formung durch Schütteln, ίο Rühren oder Rollen des Gutes nur Formlinge bis zu einer gewissen Größe bilden, worauf diese Formlinge aus der ITeYstellungszone entfernt und ihnen ein weiterer Feuchtigkeitsgehalt zugeteilt wird, ohne daß sie \j Gelegenheit haben, sich zu größeren Kugeln zusammenzuballen, z. B. durch .Bebrausen der frei niederfallenden oder ruhig auf einer Unterlage liegenden Formlinge, λΛ-orauf man sie in diesem nassen Zustand eine geuügende Zeit lang ruhig.liegen läßt. Da sie jetzt nicht mehr gerollt oder gerüttelt werden, also keine Bewegungen gegeneinander mehr ausführen, backen sie nicht weiter zusammen, und die zusätzliche Feuchtigkeit kann nun nur noch eine Erhöhung der Festigkeit herbeiführen. Zweckmäßig werden die Formlinge in an sich bekannter Weise während der letzten Stufe der Herstellung mittels heißer Luft oder ähnlicher Mittel getrocknet werden. Vorteilhaft ist es, wenn für die zweite Behandlungsstufe eine andere z. B. an sich bekannte, besondere BindestofFe enthaltende Flüssigkeit verwendet wird, als in dem Gut ursprünglich vorhanden war oder ihm zuerst zugesetzt wurde.Die Zeichnung stellt als Ausführungsbeispiel eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung dar. In die Mischtrommel ι wird das mehlförmige Gut durch die Leitung 2 unter Zusatz eines durch die Leitung 3 zugeführten trockenen Bindemittels und unter Zusatz einer durch die Leitung 4 zugeleiteten Flüssigkeit eingebracht. Es wird mit den Zusätzen innig gemischt und bildet dabei Klumpen, Körner oder Streusel. Bei knapper Bemessung des Zusatzmittels und bzw. oder der Flüssigkeit können diese eine gewisse Größe nicht überschreiten, und es kann sich vor allem kein zusammenhängender Kuchen oder Klumpen bilden.Die Formlinge fallen nun aus der Austragöffnung 5 der Trommel 1 als Schleier auf das Förderband 6. Beim Niederfallen werden sie aus der Leitung 7 erneut mit Flüssigkeit bebraust. Sie \verden daher äußerlich weiter angefeuchtet. So lagern sie sich auf dem Förderband 6 ab und werden von diesem durch die Trockenkammer 8 hindurchgetragen. Siebleiben hierbei zueinander in Ruhe und erfahren auch keinen großen Druck durch ihr Eigengewicht, da die auf dem Fördei"band gebildete Schicht nur eine verhältnismäßig geringe Höhe erhält. Infolgedessen ist kein Zusammenbacken der Formlinge mehr möglich. Beim Verlassen der Trockenkammer 8 haben sie daher ihre ursprüngliche Größe nicht geändert, sind aber bedeutend fester und härter geworden, so daß sie nunmehr die im Ofen erfolgende rauhe Behänd· lung ohne Zerfall ertragen. Ihre Härte kanu durch längeres Lagern noch erhöht werdci. Sie kann auch lediglich durch ein langes Lagern erreicht werden, also ohne Anwendung einer Trockenkammer.Außer für den eingangs angegebenen Zweck ist das Verfahren auch für andere Stoffe und Arbeitsgebiete anwendbar, z. B. für Erze aller Art.Die Trommel kann im Innern mit festen oder beweglichen Mischeinrichtungen, wie Schaufeln, eingefüllten Mischkugeln u. dgl., versehen sein.Die Herstellung von Streuseln geringer. Größe und im allgemeinen ausreichender Festigkeit ist schon bekannt. Man hat dies bisher dadurch zu erreichen gesucht, daß man die größeren Zusammenballungen absiebte und erneut der Behandlung zuführte oder indem man die größeren Stücke nachträglich verkleinerte. Voraussetzung für das Gelingen dieses bekannten Verfahrens war jedoch, daß der Feuchtigkeitsgehalt nur wenig denjenigen überschritt, bei dem ausschließlich Formlinge der gewünschten geringen Größe entstanden. Bei dem Verfahren nach der Erfindung kann jedoch mit erheblich größerem Feuchtigkeits- bzw. Bindemittelgehalt gearbeitet werden, so daß auch die Festigkeit der Formlinge erheblich größer ist.11AT IiN TA N SPRÜCHE:r. Verfahren zum Formen von Gut allei Art, z. B. Zementrohgut, zu kleinen streuselartigen Kügekhen unter mehrmaliger Hinzufügung eines Binde- oder Anfeuchtmittels zum Ausgangsstoff, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt des Gutes an Feuchtigkeit oder Bindestoff zunächst so gering gehalten oder bemessen wird, daß sich bei einer selbsttätigen Formung durch Schütteln. Rühren oder Rollen des Gutes nur Formlinge bis zu einer gewissen Größe bilden, worauf diese Formlinge aus der Herstellungszone entfernt und ihnen ein weiterer Feuchtigkeitsgehalt zugeteilt wird, ohne daß sie Gelegenheit haben, sich zu größeren Kugeln zusammenzuballen, z. B. durch Bebrausen■ der frei niederfallenden oder ruhig auf■ einer Unterlage liegenden Formlinge., tao worauf man sie in diesem nassen Zustand eine genügende Zeit lang ruhig liegen läßt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Formlinge während der letzten Stufe der Herstellung mittels heißer Luft oder ähnlicher Mittel getrocknet werden.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die zweite Behandlungsstufe eine andere, z. B. besondere Bindestoffe enthaltende Flüssigkeit verwendet wird, als in dem Gut ursprünglich, vorhanden war oder ihm zuerst zugesetzt wurde.
- 4. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch r bis 3, gekennzeichnet durch eine umlaufende Mischtrommel (r), in die Zuleitungen (2, 3, 4) für Gut, Bindestoff und. Flüssigkeit einmünden und unter deren Auslauf ein Förderband (6) oder eine ähnliche Fördereinrichtung angeordnet ist, über der zweckmäßig eine Brause (7) oder ähnliche Vorrichtung vorgesehen ist.
- 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dal.i das Förderband durch eine Trockenkammer (8) geleitet ist.
- 6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Trommel (r) im Innern mit festen oder beweglichen Mischeinrichtungen, wie ΐ Fubschaufein, eingefüllten Mischkugeln u. dgl., versehen ist.Hierzu ι Blatt ZeichnungenHKRlJN. CEDRUCKT IN DFIt
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1935
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